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Romane

Das Verschwinden des Josef Mengele

3,7(75)
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Deutsch
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Über das Buch

Auf den Spuren des Bösen – der internationale Bestseller. 1949 flüchtet Josef Mengele, der Lagerarzt von Auschwitz, nach Argentinien. In Buenos Aires trifft er auf zahlreiche Unterstützer, unter ihnen Diktator Perón. Die Verfolgung wird vom Mossad sowie von Nazi-Jäger Simon Wiesenthal und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer aufgenommen. Erst 1979 findet man Mengeles Leiche an einem brasilianischen Strand. Olivier Guez schildert diese dreißig Jahre Flucht so rasant und packend wie einen Politthriller. Aus Zeugenberichten, Gerichts- und Fahndungsakten, aus Gesprächen mit Experten hat Guez einen großen Zeitroman gebaut.

Editionen (5)

ISBN9783746636672
VerlagAufbau TB
Erscheinungsdatum18.02.20
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

13 Rezensionen

3,7

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  • beajayy
    beajayy

    433 Follower

    3,5

    Auf den Spuren eines Monsters: “Das Verschwinden des Josef Mengele” von Olivier Guez

    Als ich “Das Verschwinden des Josef Mengele” von Olivier Guez in die Hand nahm, war ich unsicher, was mich erwarten würde. Ein Buch über einen der berüchtigtsten Nazi-Verbrecher? Konnte das mehr sein als eine trockene historische Abhandlung? Die Antwort ist ein klares Ja – auch wenn ich dem Buch nicht die volle Sternzahl geben kann. Guez nimmt den Leser mit auf eine beklemmende Reise durch die Nachkriegsjahre eines Mannes, der in Auschwitz als “Todesengel” bekannt wurde und dann jahrzehntelang auf der Flucht war. Die Recherche ist beeindruckend akribisch, und man spürt auf jeder Seite, wie viel Arbeit der Autor in die Rekonstruktion von Mengeles Leben im südamerikanischen Exil gesteckt hat. Was mich besonders packte, war die Art, wie Guez die innere Zerrissenheit dieses Mannes darstellt – nicht um Sympathie zu erzeugen, sondern um die Banalität des Bösen greifbar zu machen. Mengele, der sich für einen Wissenschaftler hielt und doch nur ein Schlächter war, der zwischen Größenwahn und Paranoia pendelte, während er unter falschen Namen durch Argentinien, Paraguay und Brasilien irrte. Stellenweise fand ich das Erzähltempo jedoch etwas schleppend. Manche Passagen hätten gestrafft werden können, ohne dass die Intensität der Geschichte darunter gelitten hätte. Auch hatte ich manchmal das Gefühl, dass Guez zu sehr in Details versinkt, was den Lesefluss gelegentlich bremst. Dennoch: Die beklemmende Atmosphäre, die das Buch erzeugt, hat mich nicht mehr losgelassen. Ich ertappte mich dabei, wie ich beim Lesen immer wieder innehalten musste, um das Gelesene zu verarbeiten. Die Vorstellung, dass dieser Mann, der für unvorstellbare Gräueltaten verantwortlich war, jahrzehntelang unbehelligt leben konnte, während die Welt nach ihm suchte, ist erschütternd. Besonders eindrücklich fand ich die Schilderung von Mengeles zunehmendem Realitätsverlust und seiner Verbitterung. Der Mann, der einst in den höchsten Kreisen verkehrte, endet einsam und paranoid – ein würdiges Ende, auch wenn die Gerechtigkeit in Form eines Prozesses ausblieb. Eine Frage bleibt, Sollte man dieses Buch lesen? Ich denke, Ja. Weil es uns daran erinnert, dass die Vergangenheit nie wirklich vergeht. Weil es zeigt, wie zerbrechlich unsere Zivilisation ist. Und weil es uns mahnt, wachsam zu bleiben. “Das Verschwinden des Josef Mengele” ist kein angenehmes Leseerlebnis – und das kann und soll es auch nicht sein. Es ist ein wichtiges Buch, das mich nachdenklich zurückgelassen hat, auch wenn es literarisch nicht in allen Punkten überzeugen konnte. 3,5 Sterne für ein Buch, das man nicht vergisst, auch wenn man es manchmal gerne würde.

    21. Mai 2025

  • andrea2111
    andrea2111

    111 Follower

    3,0

    Mit Ach und Krach 3 Punkte

    22. Juni 2023

  • taunusleserin
    taunusleserin

    300 Follower

    3,5

    Ein Buch gegen das Vergessen

    Das Buch beschreibt hauptsächlich das Leben des Josef Mengele, des Todesengels von Auschwitz, nach Beendigung der NS-Diktatur bis zu seinem Tod 1979: Die Flucht über die Rattenlinie nach Argentinien, die Nähe zu wichtigen Persönlichkeiten in Südamerika wie z.B. Peron oder Stroessner und das relativ unbehelligte Leben dort zu Beginn. Erst gegen Ende wird die Luft dünner, als der Mossad und andere ihm auf den Fersen sind. Das Schockierende daran ist, dass Mengele genauso wie viele andere NS-Täter nie Reue gezeigt haben und ihre Taten bis zuletzt als "Pflichterfüllung" und richtig dargestellt haben, und dass die damals noch junge Bundesrepublik wenig Interesse an der Aufklärung der NS-Verbrechen hatte. Das Buch springt ein wenig zu sehr hin und her in den Zeitebenen und kann sich nicht ganz entscheiden, ob es Roman oder Sachbuch sein möchte, daher "nur" 3,5 Sterne. Dennoch ein gutes Buch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde. Ich habe das Buch als Hörbuch der Onleihe gehört, gesprochen von dem großartigen Burghart Klaußner.

    1. Okt. 2023

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Olivier Guez

Olivier Guez, 1974 in Straßburg geboren, ist Autor und Journalist. Er arbeitete unter anderem für Le Monde, die New York Times und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Für das Drehbuch von "Der Staat gegen Fritz Bauer" erhielt er den deutschen Filmpreis. Sein Roman "Das Verschwinden des Josef Mengele" (Aufbau, 2018) wurde zum internationalen Bestseller und stand in Deutschland viele Wochen auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Olivier Guez lebt in Paris.

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