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Romane

Alle, außer mir

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Über das Buch

Kennen Sie Ihren Vater? Wissen Sie, wer er wirklich ist? Kennen Sie seine Vergangenheit? Die vierzigjährige Lehrerin Ilaria hätte diese Fragen wohl mit »ja« beantwortet, und auch ihre Angehörigen glaubte sie zu kennen – bis eines Tages ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom sitzt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters … Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben. Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, von hier aus entfaltet Francesca Melandri eine schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft. Und sie holt die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in die Literatur: die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten verknüpft Melandri mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten – und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im »richtigen« Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

Editionen (5)

ISBN9783803142382
VerlagWagenbach, K
Erscheinungsdatum28.06.18
Seitenzahl608

Rezensionen & Bewertungen

66 Bewertungen

9 Rezensionen

4,1

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    3,0

    Informatives Buch über die italienische Geschichte zu Zeiten von Mussolini, aber auch Berlusconis Italien. Wer mehr über die Kolonialzeit Italiens und den Überfall auf Äthiopien erfahren will, wird hier fündig. Melandri zeigt auf, wie stark die Vergangenheit mit der heutigen Zeit zusammenhängt. Warum eine große Ursache der Flüchtlingsströme in Europa zu finden ist. Allerdings sehr sachlich geschrieben. Ich hatte mehr Familienroman erwartet und weniger Geschichtsbuch. Viele Fakten, Zahlen, Namen, die gleichzeitig und bruchstückhaft erzählt wurden, sodass ich manchmal meine Schwierigkeiten beim Zuordnen hatte. Je weiter ich im Roman vorankam, um so mehr ergaben die einzelnen Stücke ein ganzes Bild. Der Part der Geschichte, in der Ilaria und ihr Halbbruder Attilio, dem unbekannte Mann Shimeta aus Äthiopien begegnen, fand ich viel zugänglich. Spannender, da ich wissen wollte, ob er tatsächlich ihr Neffe ist und unterhaltender, weil ich mehr von der Vergangenheit der Familie erfahren wollte. Mehr davon und ich hätte es leichter mit diesem Buch gehabt. So war es manchmal eher ein Durchkämpfen. Trotz des sperrigen Stils bin ich froh über all das neue Wissen, das ich dazugewonnen habe, auch wenn ich nicht alle Namen und Zahlen im Kopf behalten habe. S.335 „Immer unzufrieden und gekränkt, also von Natur aus schlecht. Die Quintessenz des Unreinen, denn das Halbblut bringt die klare Hierarchie der menschlichen Rassen durcheinander und sät Chaos.“ S.520 „Der Rassismus, das hat er mittlerweile begriffen, ist nur ein Spiegelkabinett, eine Illusion. Er ist die wirksamste Art, den Kampf gegen die Ungleichheiten zu unterbinden - den Klassenkampf, so nannte man das früher. Er dient dazu, die Vorletzten gegen die Letzten aufzuhetzen, denen sie sich überlegen fühlen, damit sie sich nicht zusammen gegen die Ersten auflehnen.“

    5. Feb. 2025

  • illi501
    illi501

    73 Follower

    4,0

    Harter Stoff, unbedingt lesenswert.

    Ich habe wieder einmal festgestellt, wie gross Wissenslücken sein können. Viel gelernt, über Italien, Kolonien, NS-Zeit.

    27. Feb. 2026

  • norinka
    norinka

    172 Follower

    3,5

    Italienischer Kolonialismus.

    Das Buch gibt Einblicke in die Grausamkeit italienischer Kolonialpolitik. Auch die neue Zeit kommt nicht zu kurz. Es ist eine Mischung aus Familiensaga und einem Sachbuch. Das Ende fand ich sehr gut. Nicht unbedingt das, was ich erwartet hatte und für mich streckenweise sehr langatmig.

    5. Juni 2024

3 von 9 Rezensionen

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