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Romane

Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung

3,6(32)
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Über das Buch

Kinder, Küche und Karriere? – Über Arbeitsteilung, Rollenbilder und gekippte Machtverhältnisse

»Das bisschen Haushalt« – diese unsäglich anstrengende, undankbare Aufgabe kostet viele Frauen bis heute den letzten Nerv. Egal, ob sie berufstätig oder »nur« Hausfrau (und Mutter) sind. Doch unter welchen ökonomisch-gesellschaftlichen Verhältnissen konnte sich überhaupt ein solches Rollenmodell etablieren, das Frauen nicht nur in finanzielle Abhängigkeit drängte, sondern enormen psychischen Belastungen aussetzte?

Evke Rulffes erzählt die historische Entwicklung der Hausfrau nach und zeigt, wo sich diese alten Verhältnisse trotz all der politischen Bemühungen um ein gleichberechtigtes Miteinander heute noch wiederfinden, wie sie uns prägen und beeinflussen: Warum haben vor allem Mütter das Gefühl, sie müssen alles alleine schaffen? Warum ist es ihnen unangenehm, sich Hilfe zu organisieren? Und warum bleibt selbst das Organisieren von Hilfe in der Regel bei ihnen hängen?

Pointiert, fundiert und erhellend zeigt uns die Autorin die historischen Gründe für unseren Gender-Gap und was die Erfindung der Hausfrau mit dem schlechten Gewissen der Mutter zu tun hat. Denn »Das bisschen Haushalt« kommt nicht von ungefähr …

Ein Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung von Care- und Hausarbeit


»Evke Rulffes zeigt in ihrem Buch "Die Erfindung der Hausfrau" das fehlende Bewusstsein für eine unverzichtbare Arbeit - und liefert amüsante Einblicke in die Alltagskniffe des 18. Jahrhunderts.« Marlene Knobloch, Süddeutsche Zeitung , 18.10.2021

»Ein sehr spannendes Buch.« Judith Heitkamp, BR2 Kulturwelt , 28.10.2021

»Präzise macht Rulffes deutlich, dass wirkmächtige Rollenbilder sich aus ideologischen Motiven entwickelten, zum Nachteil von Frauen.« Elisa von Hof, Der Spiegel , 30.10.2021

»[Es] lohnt sich das Buch zu lesen – Die Erfindung der Hausfrau – sehr interessant, sehr vielschichtig.« Kristin Hunfeld, Bremen Zwei , 31.20.2021

Editionen (2)

ISBN9783749902408
VerlagHarperCollins
Erscheinungsdatum26.10.21
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

32 Bewertungen

7 Rezensionen

3,6

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  • elena_liest
    elena_liest

    250 Follower

    3,0

    "Die Unsichtbarkeit der Arbeit trägt in der Folge zu ihrer Entwertung bei: Hausarbeit wird nicht mehr als echte Arbeit angesehen, da sie nicht mehr bezahlt wird, sodass die drei K von "Kuhstall, Küche, Keller" im 18. Jahrhundert über "Kinder, Küche, Kirche" im 19. Jahrhundert schließlich zu "Kinder, Küche, Konsum" im 20. Jahrhundert werden." - Evke Rulffes, "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes betrachtet in ihrem Sachbuch "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" die historischen Hintergründe von Haus- und Care-Arbeit und zeichnet so Schritt für Schritt nach, wie die Wertschätzung für die Hausfrau über die Jahrhunderte immer weiter abnahm und sich der Spruch "Das bisschen Haushalt macht sich von allein" in unseren Köpfen immer mehr durchsetzen konnte. Besonderen Fokus legt sie dabei auf alte Haushaltsratgeber der Spätaufklärung und hier vor allem auf Christian Friedrich Germershausens "Hausmutter", was wohl auch daran liegt, dass sie 2018 an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zu ebendiesem Thema promovierte. Obwohl man dem Buch den wissenschaftlichen Charakter anmerkt, ist es zugänglich geschrieben und durchaus spannend. Ich habe mich manchmal beim Lesen gefragt, ob die so detaillierte Nacherzählung der "Hausmutter" von Germershausen zum Verständnis der Geschichte der Hausfrau wirklich notwendig ist, hier hat mir häufig eine Verknüpfung zur Gegenwart gefehlt. Auch erschien mir die Struktur des Buchs an vielen Stellen nicht wirklich logisch. Trotzdem hat es sich für mich gelohnt, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um zu verstehen, wie heutige Rollenmodelle und Abhängigkeiten entstehen konnten. Interessant fand ich insbesondere den Gedanken, dass die Hausfrau im 20. Jahrhundert nach und nach die Dienerschaft ersetzte und was zuvor an Arbeit auf vielen Schultern verteilt wurde, plötzlich nur noch auf einer Person lastete, nämlich der Frau. Wer einen Ausflug in die Vergangenheit wagen und tief in die Geschichte der Hausfrau eintauchen möchte, sollte dieses Sachbuch lesen!

    25. Juli 2024

  • lesefruechte
    lesefruechte

    127 Follower

    3,5

    Ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.

    Dass das Hausfrauen Dasein Frauen nicht in die Wiege gelegt und von Naturaus halt so ist, sollte eigentlich relativ klar sein. Dennoch war es spannend zu lesen, wie dieses Ideal eigentlich entstanden ist und wie das Leben zuvor ausgesehen hat, welche Aufgaben Frauen wahrgenommen haben und wie es im Bürgertum zu dem Rückzug ins häusliche kam. Thematisch fand ich das Buch wirklich sehr spannend. Die Autorin hält sich viel an Quellen der sogenannten Hausmutterliteratur und versucht den Weg seit dem späten Mittelalter bis zur moderne nachzuzeichnen. Teilweise hat sich die Autorin jedoch zu Details und Ausführungen hinreißen lassen, die weg von dem eigentlichen Thema geführt und alles unglaublich in die Länge gezogen haben. Dadurch wurde wurde die Lektüre an einigen Stellen langatmig und konnte mich nicht vollständig mitnehmen. Dennoch ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.

    Ein interessantes und wichtiges Buch, das zeigt, wie das Ideal der Hausfrau konstruiert wurde.

    28. Mai 2024

  • the.phil.of.us
    the.phil.of.us

    40 Follower

    3,5

    Wertvolle Lektüre mit Schwächen

    Eva Rulffes geht in ihrem Buch ‘Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung’ der Frage nach, wie das bis heute verbreitete Rollenmodell der Hausfrau entstanden ist. Sie beleuchtet die historischen Entwicklungen und Einflüsse, die zur Entstehung dieses Bildes führten, und zeigt auf, wie tief diese Vorstellungen noch immer in unserer Gesellschaft verankert sind. Das Buch ist interessant und aufschlussreich. Man muss jedoch vorher wissen, worauf man sich einlässt: Es handelt sich um ein Fachbuch, dessen Inhalt leider nicht ganz hält, was der Deckel verspricht. Es ist nicht „pointiert”. Die Autorin verliert sich im Klein-Klein, beißt sich an einer Quelle fest (Christian Friedrich Germershausens ‘Die Hausmutter in allen ihren Geschäfften’), erzählt diese fast schon nach, streckt Details in eine unnötige Länge und vergisst zuweilen, die eigentliche „Geschichte einer Entwertung” - also die Entwicklung - darzustellen. Das ist schade, denn ihr Schreibstil ist zugänglich und phasenweise echt unterhaltsam. Fundiert und erhellend - wie es im Klappentext heißt - ist das Buch dennoch. Die Verbindungspunkte zu aktuellen Rollenbildern werden sehr gezielt und fast schon sparsam über das gesamte Buch hinweg eingestreut. Da wurde es für mich besonders spannend. Gegen Ende schlägt die Autorin eine Brücke zur Gegenwart und appelliert für mehr „Anerkennung, Geld und Solidarität”. Vergleiche ich nun meine Erwartungen an das Buch mit der tatsächlichen Lektüre, wirken die ersten knapp 200 Seiten wie eine Hinführung zu einem viel zu kurzen Hauptteil (bei insgesamt 288 Seiten). Da ich jedoch Bücher ungern nur auf Basis meiner Erwartungen bewerte, spreche ich eine bedingte Empfehlung für alle aus, die sich fundiert mit den ökonomisch-gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen des Rollenmodells der Hausfrau beschäftigen möchten.

    Wertvolle Lektüre mit Schwächen

    13. Okt. 2024

3 von 7 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 4616%
bea777
bea77726. Apr. 2025

Bisher viele interessante Einblicke in die Stellung der Frau. Ich hatte keine Ahnung, welche Rolle die Reformation im Wandel der Rollenbilder hatte. Für mich ist das Buch bisher eine gute Grundlage für feministische Literatur und liefert eine Menge Hintergrundwissen. Ich hoffe, es bleibt so...

Autorin / Autor

Über Evke Rulffes

EVKE RULFFES ist Kulturwissenschaftlerin. 2018 promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit »Die angewiesene Frau. Christian Friedrich Germershausens ›Hausmutter‹«, aus der ihr Bestseller »Die Erfindung der Hausfrau« entstand. 2023 kuratierte sie gemeinsam mit Jasmin Mersmann die Ausstellung »unBinding Bodies. Lotosschuhe und Korsett‹«, die in Berlin und Hamburg zu sehen war und große Resonanz erfuhr. Evke Rulffes lebt und schreibt in Berlin.

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