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Romane

Schuld und Sühne

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Über das Buch

»Der ganze psychologische Prozess eines Verbrechens.« Fjodor Dostojewski

Der Student Rodion Raskolnikow begeht den perfekten Mord. Doch dann scheitert er an seinen Schuldgefühlen. Raskolnikow ist der große Neurotiker des 19. Jahrhunderts. Der Roman stand Woody Allens »Match Point« und Alfred Hitchcocks »Cocktail für eine Leiche« Pate.

»Bei Dostojewki geht es immer um das große Ganze.« Wladimir Kaminer

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ISBN9783746638751
VerlagAufbau TB
Erscheinungsdatum20.09.21
Seitenzahl726

Rezensionen & Bewertungen

494 Bewertungen

63 Rezensionen

4,2

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  • readingjane
    readingjane

    380 Follower

    3,5

    Der Plot ist schnell erzählt: Der junge ehemalige Student Raskolnikow bringt eine alte Pfandleiherin und deren Schwester um und verzweifelt dann an seiner Tat. Raskolnikow ist sich sicher, richtig gehandelt zu haben, da die Pfandleiherin ein böser Mensch war, und er hat nicht vor zu gestehen. Doch dann kommen Zweifel auf und plötzlich hat er mit Gewissensbissen und Paranoia zu kämpfen. Einerseits gefällt er sich darin, ein schreckliches Geheimnis zu haben, andererseits befürchtet er ständig, entlarvt zu werden und verrät sich dadurch fast selbst. Das Buch ist, wie es damals modern war, extrem ausschweifend und mit viel Dramatik geschrieben und teilweise war das wirklich ermüdend. Für mich hat das Buch auf ca. Seite 700 seinen Höhepunkt erreicht, wo Raskolnikows Tat eine tiefere psychologische Ebene erhält, die auf vieles übertragbar ist und sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich bedeutsam ist. Aber an der Stelle darf man halt noch nicht eingeschlafen sein. Dann folgten weitere 250 Seiten. Ich konnte hier drei Übersetzungen ausprobieren und möchte darauf gerne eingehen, denn bei Klassikern finde ich das entscheidend und hier hat man ja oft die Wahl. Ich hatte mich letztlich dafür entschieden, das Buch in der Übersetzung von Werner Bergengruen in der kleinformatigen Ausgabe aus dem Manesse Verlag zu lesen, hier sind noch Zeichnungen, ein Nachwort und ein Personenregister (sehr hilfreich!) enthalten. Diese Übersetzung war für mich am flüssigsten, atmosphärischsten und auch am verständlichsten. Die Taschenbuchausgabe aus dem Aufbau-Verlag, übersetzt von Margit und Rolf Bräuer, klang für mich moderner, etwas flapsig und irgendwie holprig, also nicht ganz stimmig. Die Übersetzung von Hermann Röhl gibt es auf jeden Fall in verschiedenen Ausgaben, ich habe die aus dem Schuber von Anaconda. Die empfand ich als etwas steril. Es gibt noch eine Übersetzung von Swetlana Geier unter dem Titel "Verbrechen und Strafe". " Schuld und Sühne" war weder inhaltlich noch sprachlich ein wirklicher Lesegenuss. Dennoch denke ich, dass ich es mit einem weiteren großen Roman von Dostojewski versuchen werde. Habt ihr "Schuld und Sühne" schon gelesen oder es noch vor? Habt ihr eines seiner anderen Werke gelesen? Wie ging es euch damit? Was würdet ihr empfehlen?

    26. Nov. 2025

  • karandi
    karandi

    244 Follower

    3,5

    Schwierige Moralvorstellung

    Auch wenn Schuld und Sühne mit eines seiner bekanntesten Werke ist oder vielleicht sogar das bekannteste Werk muss ich persönlich sagen, finde ich die Moralvorstellung in diesem Buch äußerst schwierig. Ein Doppelmord aus Habgier. Egal wie verzweifelt man auch sein mag, sollte es nie eine Rechtfertigung sein, auch wenn das Opfer sozusagen das Wort gebrochen hat und eine nicht geltenden Schuldschein gültig machen wollte. Hinzukommt natürlich, wie es sich für ein Kriminalroman gehört ein Katz und Mausspiel mit der Polizei, welcher sich meiner Meinung nach aber über zu viele Seiten hinweg bewegt. Dennoch endet dieses Buch mit einem Teil Happy End. Die gefundene Liebe des Protagonisten steht loyal zu ihm und ist bereit, auf ihn zu warten, bis er seine Strafe verbüßt hat. Es ist natürlich bei Klassikern immer zu bedenken sie wurden in einer anderen Zeit in einem anderen Jahrhundert geschrieben. Von daher gelten auch andere Werte. Meine Meinung über Schuld und Sühne ist, dass es ein Werk ist, was man nicht unbedingt in seinem Leben gelesen haben muss, aber gelesen haben kann.

    25. März 2026

  • benjamin.devitt
    benjamin.devitt

    30 Follower

    5,0

    Aufwühlend, fordernd, hinterfragend, FANTASTISCH

    Der Roman hat mich sofort verschlungen in die Welt und in die psychologischen Gedankenströme. Wie Dostojewski mit den Perspektiven Gut und Böse, Verbrechen und Heldentat spielt, ist unbeschreiblich meisterlich. Er hinterfragt die Grenzen von Gesetz, Moral und Verstand. Ein Mensch ist nicht „mehr“ böse, nur weil er ein Verbrechen begangen hat. Ein Mensch der nichts verbrochen hat, kann ein weitaus „böserer“ Mensch sein, oder nicht? Der Titel ist Programm. Dieses Buch muss man gelesen haben!

    11. März 2026

3 von 63 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fjodor Dostojewski

Fjodor Dostojewski (1821–1881) wurde in Moskau als Sohn eines Militärarztes und einer Kaufmannstochter geboren. Er studierte an der Petersburger Ingenieurschule und widmete sich seit 1845 ganz dem Schreiben. 1849 wurde er als Mitglied eines frühsozialistischen Zirkels verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor der Erschießung wandelte man das Urteil in vier Jahre Zwangsarbeit mit anschließendem Militärdienst als Gemeiner in Sibirien um. 1859 kehrte Dostojewski nach Petersburg zurück, wo er sich als Schriftsteller und verstärkt auch als Publizist neu positionierte.Wichtigste Werke: »Arme Leute« (1846), »Der Doppelgänger« (1846), »Erniedrigte und Beleidigte« (1861), »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1862), »Schuld und Sühne« (1866), »Der Spieler« (1866), »Der Idiot« (1869), »Die Dämonen« (1873), »Der Jüngling« (1875), »Die Brüder Karamasow« (1880).

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