Blick ins Buch

Romane

Elternhaus

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Über das Buch

Sanne, die nur ein paar Straßen von ihren Eltern entfernt lebt, bekommt deren Alltag hautnah mit. Immer häufiger muss sie helfen, den Eltern wächst das Haus über den Kopf. Und so beschließt sie, dass die beiden umziehen müssen. Als ihre Schwester Petra von den Plänen erfährt, ist sie entsetzt. Wie kann Sanne die Eltern entwurzeln? Das angespannte Schwesternverhältnis wird auf eine existentielle Probe gestellt. Und beide müssen sich die Frage stellen, wann sie sich so unglaublich fremd geworden sind? Und wie es sich anfühlt, plötzlich kein Elternhaus mehr zu haben? Klug beobachtend und mit liebevollem Blick auf ihre Figuren erzählt Ute Mank von alten Eltern, entfremdeten Schwestern und von einem Haus, das so viel mehr ist, als vier Wände und ein Dach.

Editionen (3)

ISBN9783742428806
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum13.07.23

Rezensionen & Bewertungen

93 Bewertungen

26 Rezensionen

3,7

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  • 4,0

    "Wie lange im Leben braucht man ein Elternhaus?" Sanne, als Älteste, soll das Haus, welches die Eltern mit eigenen Händen gebaut haben, mal erben. Überhaupt ist es Sanne die sich um alles kümmert. Um das Elternhaus, um die Eltern um das eigene Haus und die eigenen, schon erwachsenen Kinder. In diesem Kümmern fühlt sie sich gebraucht und nützlich und sie will auch nicht, dass andere sich darin einmischen. Besonders nicht ihre beiden Schwestern, glaubt sie doch, dass sie weiß, was für die alten Eltern am Besten ist und verpflanzt diese in eine Wohnung ohne Treppen, altersgerecht eben. Aber auch die Eltern werden scheinbar in diese Entscheidung nicht mit eingebunden. Denn in diesem Buch wird nicht miteinander gesprochen. Keine der Schwestern weiß wie und mit wem die andere lebt, was sie so macht, geschweige denn, was sie denkt. Auch von Sannes Mann wissen wir nichts und sie wissen scheinbar auch schon lange nichts mehr voneinander. Das nicht miteinander sprechen hat mich irgendwann genervt, ich verstehe es einfach nicht. Die einfachste Kommunikation findet nicht statt. Auch nicht bei Petra, der mittleren der Schwestern, die einem ganz anderen Lebensentwurf folgt als ihre große Schwester. Aber auch sie weiß fast nichts von ihrem Partner, den sie seit 12 Jahren hat. Wie ist das eigentlich mit diesen Strukturen innerhalb einer Familie? Hat von Anfang an jede-r eine zugedachte Rolle? "Eine Familie wie auf diesen alten Fotos, wo jeder auf dem ihm zugewiesenen Platz stand. Sonntags waren sie eine Fotoalbumfamilie gewesen." Und die anderen Tage? Es werden aber auch Fragen aufgeworfen, die mich beschäftigen. Wie lange braucht man ein Elternhaus? Was macht ein zu Hause einmalig? Wie schwer wird es mir mal fallen, das Haus meiner Eltern wegzugeben und was werden meine Kinder mal mit ihrem Elternhaus machen? Viele Fragen, auf die es nicht leicht wird Antworten zu finden.

    1. Juni 2024

  • leselicht78
    leselicht78

    201 Follower

    4,0

    Familiäres Beziehungsgeflecht

    Ein Leben lang haben die Eltern für das Haus geschuftet, sich aus einfachen Verhältnissen heraus gearbeitet und durch Sparsamkeit und Selbstbau den Traum vom eigenen Häuschen wahr werden lassen. Nun sind sie alt und gebrechlich und können den großen Garten und das Haus nicht mehr richtig versorgen. Tochter Sanne ergreift Eigenintiative und sucht den Eltern eine neue Bleibe, ohne ihren beiden Schwestern, ihrer eigenen Familie oder sogar den Eltern ein Mitsprachrecht einzuräumen. Das Buch beleuchtet was es mit einem macht, die eigenen Wurzeln auszureißen und setzt sich auch damit auseinander wie es ist, eine ganz andere oder genau die gleiche Lebensform wie die Eltern anzunehmen. Die Eltern sind sehr passiv dargestellt. Ich konnte beim Lesen nicht nachvollziehen, dass sie ihre Verpflanzung in eine altersgerechte Wohnung so einfach hingenommen haben, da sie ja noch geistig fit waren und man erfährt auch nicht genau, was denn die Probleme bei der Alltagsbewältigung sein sollen. Tochter Sanne ist die Älteste. Sie ist gefangen in der Rolle das Lebensmodell der Mutter zu wiederholen. Wenn ihre Fassade Risse bekommt, verfällt sie in Geschäftigkeit, um ja nicht über sich nachdenken zu müssen und um weiter den Schein des perfekten Lebens aufrechterhalten zu können. Die mittlere Tochter Petra wirkt nahbarer, aber auch sie hat Probleme ihren Platz im Leben zu finden, hat Angst sich zu binden und bleibt auf Abstand zu den Eltern. Trotzdem scheint sie empathischer zu sein als Sanne. Beider Schwestern zieht es jedoch heimlich in das leerstehenden Elternhaus, ebenso kommt der Vater dorthin zurück. Das Buch hat bei mir sehr gemischte Gefühle ausgelöst. Sanne hat mich geärgert, dennoch finde ich die Charakterdarstellung von Ute Mank sehr gut gelungen. Das Familienkonstrukt ist kränklich, nach Außen wird aber eine Saubermann- Fassade aufrechterhalten. Das Buch hat mich aufgewühlt. Ich glaube, ich brauche mal eine Pause von Romanen, die destruktive Familiengeflechte erzählen. Trotzdem kann ich den Roman empfehlen. Es ist nicht die Schuld der Schriftstellerin, dass mich ihre Geschichte traurig macht. Ute Mank erzählt gut und hat es nicht nötig Sympathieträger zu schaffen um ihre Geschichte zu transportieren. Ich als Leserin habe geschwankt zwischen Kopfschütteln, Aufregung und Mitleid.

    12. Nov. 2023

  • madamebiscuit15
    madamebiscuit15

    159 Follower

    3,5

    Starker Beginn, der mich schnell in die Geschichte eintauchen ließ. Allerdings wurde es mit zunehmendem Lesen leider langweilig und die Charaktere nicht sehr sympathisch.

    31. Mai 2024

3 von 26 Rezensionen

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