Blick ins Buch

Biografien

Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

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Über das Buch

Es gibt sie, diese Sekunden, die das ganze Leben verändern, die einem jede Gewissheit rauben. Und auf einmal ist die Gegenwart eine andere. Zehn Jahre lang lebt die Journalistin Gabriele von Arnim mit ihrem Mann in seiner Krankheit. Zwei Schlaganfälle haben ihn zerstört. Er kann nicht richtig sprechen, nicht gehen, nicht lesen, nicht schreiben – und ist doch hellwach im Kopf. Ohne Effekthascherei, empathisch, aber ohne Larmoyanz, reflektiert, mit einer kühlen, doch auch zärtlichen Sprache schreibt Gabriele von Arnim über das Leben und Sterben ihres Mannes und davon, wie es ist, übrig zu bleiben. Ungekürzte Autorinnenlesung mit Gabriele von Arnim 1 mp3-CD | ca. 5 h 53 min

Editionen (3)

ISBN9783742419125
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum18.03.21

Rezensionen & Bewertungen

133 Bewertungen

26 Rezensionen

4,2

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  • liberlesen
    liberlesen

    192 Follower

    3,5

    Kluges Buch über Hoffnung auf Genesung, der Pflege eines schwerkranken, vom Abschied nehmen und sich dabei nicht selbst zu verlieren

    "Ausgerechnet in dem Moment, in dem es kein Wir mehr gibt, verschwindet auch das Ich. Man ist nicht länger, wer man war, und ist noch nicht, wer man sein könnte, vielleicht sein wird. Man ist nicht. Und weiß nicht, wie man sein kann ohne Wir und ohne Ich." Triggerwarnung: Tod, Sterben, Krankheit Meine Meinung: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand von Gabriele von Arnim handelt von der Hoffnung auf Genesung, der Pflege eines schwerkranken, vom Abschied nehmen und sich dabei nicht selbst zu verlieren. Es ist durch seine schwere des Themas definitiv kein Buch was man einfach so wegliest, sondern braucht seine Zeit zum verarbeiten. Doch jeder der mit der Pflege eines Verwandten oder einen Sterbeprozess begleitet hat, wird sich in vielen Situationen verstanden fühlen. Arnim schreibt mit klugen Gedanken philosophisch aber auch fast schon lyrisch, oft werden verschiedene Schriften oder Autoren zitiert die die Situation betreffend Beschreiben. Das Buch wechselt zwischen nahbar und distanziert. An machen Stellen war es mir zu sachlich, hätte mir mehr Nähe und Gefühl gewünscht.

    26. Mai 2024

  • readingjane
    readingjane

    379 Follower

    4,0

    Mir fiel es schwer, in das Buch rein zu kommen, weil die Autorin sehr viel abschweift. Gefallen hat mir die Offenheit der Autorin. Das Buch regt in Bezug auf viele existentielle Themen zum Nachdenken an und gerade die letzten Kapitel konnten mich berühren. Ich bin froh, es gelesen zu haben.

    2. März 2024

  • elena_liest
    elena_liest

    250 Follower

    5,0

    "Und ich blieb zerfleddert zurück. Zurück sagt man, als habe man die Abfahrt verpasst. Als sei der Tod das Ziel und das Leben die Wartehalle. Was ja letztlich auch so ist." An dem Tag, an dem Gabriele von Arnim ihrem Mann sagt, dass sie nicht mehr mit ihm leben kann, hat dieser einen Schlaganfall, zehn Tage später einen zweiten. Er ist danach halbseitig gelähmt und kann sich nicht mehr artikulieren. Sie beschließt, nicht zu gehen, sondern zu bleiben, baut während seiner Zeit im Krankenhaus und der Reha eine barrierefreie Wohnung in Berlin, holt ihn nach Hause und pflegt ihn, zehn Jahre lang. In ihrem Essay "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand, reflektiert Gabriele von Arnim diese zehn Jahre und die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, sie erzählt vom schmalen Grat zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, von Freund*innen, die sich abwenden, was so bezeichnend für unsere Leistungsgesellschaft ist, die Krankheit nicht sehen möchte und die Augen vor dem eigenen Tod am liebsten verschließt. Sie beschreibt aber auch die tiefe Nähe und Liebe, zu der sie und ihr Mann finden, von Menschen, die immer wieder kommen und ihm vorlesen, vom Glück des materiellen Wohlstands, der es ihnen ermöglicht, in einer barrierefreien Wohnung zu wohnen und eine Pflegekraft einstellen zu können. Und letztlich schreibt sie auch über das Schreiben selbst und wie heilsam Literatur über Tod und Abschied sein kann - genau das durfte ich durch ihr Buch "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" auch erfahren. Traurig, feinfühlig, klug - ein Buch über das Sterben und die Liebe, das man so schnell nicht vergisst.

    8. Jan. 2025

3 von 26 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Gabriele von Arnim

Gabriele von Arnim wurde 1946 in Hamburg geboren. Sie hat lange als freie Journalistin in New York gearbeitet. Danach schrieb sie u.a. für DIE ZEIT und die Süddeutsche Zeitung, BR und WDR und war als Moderatorin für ARTE, den SDR/SWR und den SRF tätig. Sie schreibt Rezensionen für Zeitungen und Hörfunk, moderiert Lesungen und lebt in Berlin.

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