Blick ins Buch

Biografien

Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

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Über das Buch

“Ein erschütterndes Buch, aber es ist eine heilsame, eine befreiende Erschütterung, eine hilfreiche, mit der man deutlich weiter kommt als mit aller wohltuenden Erträglichkeit. [...] im Kern eine Liebesgeschichte – und ein großes Zeugnis.” Sten Nadolny

Ein Schlaganfall, zehn Tage später der zweite, haben ihren Mann aus allem herauskatapultiert, was er bis dahin gelebt hatte. Und aus ihr wird die Frau des Kranken. Wie liebt und hütet man einen Mann, der an dem Tag zusammenbricht, an dem man ihm gesagt hat, man könne nicht mehr leben mit ihm? Wie schafft man die Balance, in der Krankheit zu sein und im Leben zu bleiben? Gabriele von Arnim beschreibt in diesem literarischen Text, wie schmal der Grat ist zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, Zuwendung und Herrschsucht. Wie leicht Rettungsversuche in demütigender Herabwürdigung enden. Und Aufopferung erbarmungslos wird.
"Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" ist eine leidenschaftliche, so kühle wie zärtliche Erzählung eines bedrängten Lebens.

«Bitte lesen Sie dieses Buch, das mit einer solch stillen Wucht daherkommt, dass man zunächst gar nicht merkt, wie es einen umhaut. Ganz große Kunst und so nah am Leben.» Daniel Schreiber

Editionen (3)

ISBN9783498002459
VerlagRowohlt
Erscheinungsdatum23.03.21
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

133 Bewertungen

26 Rezensionen

4,2

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  • liberlesen
    liberlesen

    192 Follower

    3,5

    Kluges Buch über Hoffnung auf Genesung, der Pflege eines schwerkranken, vom Abschied nehmen und sich dabei nicht selbst zu verlieren

    "Ausgerechnet in dem Moment, in dem es kein Wir mehr gibt, verschwindet auch das Ich. Man ist nicht länger, wer man war, und ist noch nicht, wer man sein könnte, vielleicht sein wird. Man ist nicht. Und weiß nicht, wie man sein kann ohne Wir und ohne Ich." Triggerwarnung: Tod, Sterben, Krankheit Meine Meinung: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand von Gabriele von Arnim handelt von der Hoffnung auf Genesung, der Pflege eines schwerkranken, vom Abschied nehmen und sich dabei nicht selbst zu verlieren. Es ist durch seine schwere des Themas definitiv kein Buch was man einfach so wegliest, sondern braucht seine Zeit zum verarbeiten. Doch jeder der mit der Pflege eines Verwandten oder einen Sterbeprozess begleitet hat, wird sich in vielen Situationen verstanden fühlen. Arnim schreibt mit klugen Gedanken philosophisch aber auch fast schon lyrisch, oft werden verschiedene Schriften oder Autoren zitiert die die Situation betreffend Beschreiben. Das Buch wechselt zwischen nahbar und distanziert. An machen Stellen war es mir zu sachlich, hätte mir mehr Nähe und Gefühl gewünscht.

    26. Mai 2024

  • readingjane
    readingjane

    379 Follower

    4,0

    Mir fiel es schwer, in das Buch rein zu kommen, weil die Autorin sehr viel abschweift. Gefallen hat mir die Offenheit der Autorin. Das Buch regt in Bezug auf viele existentielle Themen zum Nachdenken an und gerade die letzten Kapitel konnten mich berühren. Ich bin froh, es gelesen zu haben.

    2. März 2024

  • elena_liest
    elena_liest

    250 Follower

    5,0

    "Und ich blieb zerfleddert zurück. Zurück sagt man, als habe man die Abfahrt verpasst. Als sei der Tod das Ziel und das Leben die Wartehalle. Was ja letztlich auch so ist." An dem Tag, an dem Gabriele von Arnim ihrem Mann sagt, dass sie nicht mehr mit ihm leben kann, hat dieser einen Schlaganfall, zehn Tage später einen zweiten. Er ist danach halbseitig gelähmt und kann sich nicht mehr artikulieren. Sie beschließt, nicht zu gehen, sondern zu bleiben, baut während seiner Zeit im Krankenhaus und der Reha eine barrierefreie Wohnung in Berlin, holt ihn nach Hause und pflegt ihn, zehn Jahre lang. In ihrem Essay "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand, reflektiert Gabriele von Arnim diese zehn Jahre und die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, sie erzählt vom schmalen Grat zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, von Freund*innen, die sich abwenden, was so bezeichnend für unsere Leistungsgesellschaft ist, die Krankheit nicht sehen möchte und die Augen vor dem eigenen Tod am liebsten verschließt. Sie beschreibt aber auch die tiefe Nähe und Liebe, zu der sie und ihr Mann finden, von Menschen, die immer wieder kommen und ihm vorlesen, vom Glück des materiellen Wohlstands, der es ihnen ermöglicht, in einer barrierefreien Wohnung zu wohnen und eine Pflegekraft einstellen zu können. Und letztlich schreibt sie auch über das Schreiben selbst und wie heilsam Literatur über Tod und Abschied sein kann - genau das durfte ich durch ihr Buch "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" auch erfahren. Traurig, feinfühlig, klug - ein Buch über das Sterben und die Liebe, das man so schnell nicht vergisst.

    8. Jan. 2025

3 von 26 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Gabriele von Arnim

Gabriele von Arnim wurde 1946 in Hamburg geboren. Sie hat studiert, promoviert und zehn Jahre als freie Journalistin in New York gelebt. Danach schrieb sie u.a. für DIE ZEIT und SÜDDEUTSCHE, BR und WDR und arbeitete als Moderatorin für ARTE, SDR/SWR und SF. Ihre Bücher Das Leben ist ein vorübergehender Zustand und Der Trost der Schönheit waren SPIEGEL-Bestseller.

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