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Biografien

Anna oder: Was von einem Leben bleibt

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Über das Buch

Eine Frau vor ihrer Zeit - die berührende Suche nach dem Leben der eigenen Urgroßmutter Tief im Sauerland, 1887. Eine junge Frau kommt den Weg hinauf ins Dorf Cobbenrode. Dort soll Anna Kalthoff die neue Lehrerin werden. Doch sie wird es nicht bleiben. Denn Anna widersetzt sich bald den Erwartungen des Ortes und den Regeln ihrer Zeit. Sie entscheidet selbst, was sie zu tun und zu lassen hat, wie sie leben und wen sie lieben will. Und es wird ihr nicht schaden. Zwei Jahrhunderte später ist diese inspirierende Frau schon fast gänzlich in der Vergangenheit versunken. Einige Fotos, Poesiealben, Postkarten, ein Kaffeeservice, ein Verlobungsring: Viel mehr stand Henning Sußebach nicht zur Verfügung, als er sich auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna begab. Nach einem Jahr der Suche verfestigte sich das Bild: Da hat eine scheinbar gewöhnliche Frau ein außergewöhnliches Leben geführt, gegen allerlei Widerstände. Anna nahm sich, was sie vom Leben wollte. Männer, Arbeit, Freiheit! Diesem Willen hat der Autor seine Existenz zu verdanken. Sein Maßstäbe setzendes Hörbuch ist der Versuch, eine schon fast gänzlich verblasste Erinnerung zu retten. Es ist eine zauberhafte Annäherung an die Vorfahren, ohne deren Entscheidungen und Mut es uns nicht gäbe. Und es ermuntert, nach den Annas zu suchen, die es in jeder Familiengeschichte gibt.

Editionen (2)

ISBN9783732483914
Verlagargon Sachhörbuch
Erscheinungsdatum10.07.25

Rezensionen & Bewertungen

149 Bewertungen

39 Rezensionen

4,2

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  • eselsohr0815
    eselsohr0815

    164 Follower

    5,0

    Was für ein wertvolles Buch

    Eine Zeitreise und eine Familiengeschichte. Wie liebevoll recherchiert. Eine tolle Frau , die sich durch schwere Zeiten kämpfte und eine Geschichte die aufzeigt, wie gut es wir jetzt haben, aber es leider für selbstverständlich halten und wie dankbar wir unseren Großmüttern, Müttern sein müssen!, dass wir Frauen so leben können wie wir es jetzt tun! Doch viele wissen das nicht zu schätzen. Auch frage ich mich, was bleibt von mir?

    20. Apr. 2026

  • bavaria123
    bavaria123

    111 Follower

    4,5

    Das Cover, ein Gemälde von Leon Giran-Max (1867 - 1927), hat mich zunächst an die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbst erinnert. Es trägt jedoch den Namen:" Frau im Mohnfeld", wobei ich die Frau nicht entdecken konnte. Trotzdem ist das Bild sehr passend, denn die Urgroßmutter von Henning Sußebach von der das Buch erzählt, lebte in einem ähnlichen Zeitraum von 1866 bis 1932. Jene Urgroßmutter wurde als Anna Kalthoff geboren und kam mit 20 Jahren als Lehrerin in das Dorf Cobbenrode. Ein kleiner Ort mit 83 Häusern und 507 Einwohnern die, aber mit Post, Kirche und Gaststätte. Und mit einem großen Haus, in dem Clemens Vogelheim lebte, der vier Jahre jünger als Anna war und der ihr Mann werden sollte, denn Lehrerinnen hatten ledig zu sein und zu bleiben. Jeder Mensch stirbt zweimal sinniert der Autor. Einmal biologisch beim letzten Atemzug und einmal sozial, wenn er auch in den Erinnerungen der Mitmenschen nicht mehr vorkommt. Diese Gedanken habe ich auch des öfteren, denn aus meiner Familie sind bereits einige mir sehr nahestehende Personen zumindest den ersten Tod gestorben. An dem zweiten hindern sie noch meine Erinnerungen, die ich auch meinen Töchtern weiter gebe. Henning Sußebach hat das Gedenken an seine Uhr mit einem Schreibstil zwischen Klarheit und Poesie verfasst. Dadurch ist das Buch sehr angenehm zu lesen. Die Dokumente und Fotos unterstreichen dieses. Da es nicht so viele direkte Niederschriften über Anna Kalthoff, später Vogelheim und noch später Raesfeld gibt, füllt der Autor die Lebensjahre zwischen dem Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts mit Daten der Weltgeschichte wie dem 1. Weltkrieg, der Spanischen Grippe und den Beginn des Nazitums. Oder mit Geschehnissen an Annas Wohnort. Und auch die Entwicklung der Emanzipation spielt eine Rolle. Mir hat das Buch gut gefallen, es ist ein persönliches Geschichtsbuch. Da meine Großmutter von 1900 bis 1994 gelebt hat, war gerade auch die Anfangszeit von Anna sehr interessant für mich. Ich empfehle "Anna oder: Was vom Leben bleibt" für alle, die sich für persönliche und allgemeine Geschichte begeistern können.

    23. Nov. 2025

  • fruggielicious
    fruggielicious

    2596 Follower

    5,0

    „Dieses Buch ist der Versuch, eine Erinnerung zu retten.“

    Das Buch hat mich berührt und ich finde es sehr lesenswert! Habe gar nicht damit gerechnet, dass es mich so mitreißen würde. Der Autor macht sich auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna. Er hat nicht sehr viele Quellen zur Verfügung, einiges überlegt er sich, wie es gewesen sein könnte, anhand der gesellschaftlichen und politischen Situation in Deutschland rund um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert. „Anna war dabei, als die Welt sich weitete, die Räume für eine Frau wie sie aber eng blieben.“ Aber nicht mit Anna, sie ist ihren Weg gegangen und hat sich nicht unterkriegen lassen. Zweimal heiratete sie aus Liebe (jeweils einen jüngeren Mann, damals undenkbar 🤭), leitete die örtliche Poststelle und lebte ein volles Leben. Ich habe das große Glück, meine Urgroßeltern mütterlicherseits gut gekannt zu haben 🫶🏻, vielleicht hat das Buch deshalb so mit mir räsoniert. Früher oder später werden wir alle eine Generation sein, die viele Generationen zurückliegt. Der Autor kämpft mit seinem Werk gegen die Zweidimensionalität, die länger verstorbenen Menschen oft anhaftet. Was hat sie angetrieben? Was haben sie gefühlt? Wer waren sie außerhalb von politischen Umbrüchen? Es geht nicht immer um die großen geschichtlichen Ereignisse, sondern um die kleinen Dinge des Alltags. Sehr tolles, berührendes und emphatisches Buch! Macht Euch gern ein eigenes Bild! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

    „Dieses Buch ist der Versuch, eine Erinnerung zu retten.“

    23. Sept. 2025

3 von 39 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 179%
lizz_wunderwelt
lizz_wunderwelt20. Jan. 2026

Der Anfang hat mir schon sehr gefallen. Ich finde diese Gedanken zum Vergessen werden und was eigentlich von einem Leben bleibt sehr interessant!

Seite 6230%

1 Kommentar verdeckt

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