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Romane

Ein Ort, der bleibt

4,3(67)
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Über das Buch

Drei Frauen, drei Generationen − ein Garten am Meer. Ein Hörbuch über Vergänglichkeit, Neubeginn und Hoffnung. Und darüber, was es heißt, in der Fremde Wurzeln zu schlagen. Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag: Ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, weil er Jude ist. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer. Im fernen Istanbul lockt ein überraschendes Angebot: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Also verstaut Magda im Gepäck auch Samen aus der westfälischen Heimat. Aber wird sie selbst in der Fremde neue Wurzeln schlagen? Wenige Jahre später ist der Garten in der Altstadt von Istanbul ein blühender Ort der Wissenschaft. Die talentierte Botanikerin Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser. So vieles lässt sich in der Welt sammeln und erforschen - nur Mehpares Gefühle bleiben unentdecktes Terrain. Bis sie nach einem tragischen Unglück den Boden unter den Füßen verliert. Jahrzehnte später verschlägt es die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen - und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden. Sandra Lüpkes, Bestseller-Autorin von Die Schule am Meer, erschafft aus historischen Begebenheiten große Unterhaltung − bewegend und hervorragend recherchiert.

Editionen (1)

ISBN9783732422227
Verlagargon
Erscheinungsdatum17.04.26

Rezensionen & Bewertungen

67 Bewertungen

23 Rezensionen

4,3

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    5,0

    Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes ist der dritte historische Roman, den ich von der Autorin gelesen habe. Auch mit dieser Geschichte, die auf zwei Zeitebenen in Istanbul spielt, konnte sie mich überzeugen. Münster, 1933: Alfred Heilbronn ist Botaniker und Genetik-Dozent. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verliert er aufgrund seiner jüdischen Abstammung seine Professorenstelle. Da erreicht ihn ein verlockendes Stellenangebot aus Istanbul: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Professor Heilbronn wandert mit Frau Magda und den Kindern Hans, 18, und Agnes, 13, in die Türkei aus. Die junge Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser. Alfred unterstützt sie bei ihrer Promotion, sie bringt seiner Frau Magda Türkisch bei. Familie Heilbronn wird Teil der deutschen Kolonie B und lebt sich schnell in der neuen Heimat ein. Gegenwart: Die Münsteraner Stadtplanerin Imke soll ein denkmalschutzrechtliches Guthaben über den Zustand des Botanischen Gartens in Istanbul erstellen. Schon bald kommt es zu Differenzen mit ihrem deutschen Vorgesetzten, der im gleichen Hotel untergebracht ist. Imke sucht sich eine neue Unterkunft außerhalb seiner Reichweite und lernt die herzliche und gutmütige Petek kennen, die alles in ihrer Macht Stehende tut, damit ihre politisch engagierte Tochter Yaran aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und viel über Botanik und Genetik gelernt, sehr interessant fand ich die Beschreibungen des damaligen und heutigen Istanbul und den Input zur türkischen Sprache und Kultur. Für mich war es neu, dass 1933 etwa hundertfünfzig deutschsprachige Wissenschaftler jüdischer Abstammung in die Türkei emigriert sind, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Alfred und Magda Heilbronn sowie Mehpare Başarman sind historische Persönlichkeiten. Die Autorin hat für die Recherche zu ihrem Roman mehrere Wochen in Istanbul verbracht und Gespräche mit den Nachkommen der Heilbronns geführt. Sehr gerne empfehle ich diesen Roman über den Verlust der Heimat und eine erfolgreiche Integration in der Türkei.

    8. Mai 2026

  • hasirasi2
    hasirasi2

    218 Follower

    5,0

    Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt „Zusammen mit ihren Familien, ihren Assistenten, ihren Lieblingsschülern waren es wohl fast eintausend Menschen, die den Holocaust dank Atatürks Hochschulreform überlebten. Die Türkei als Exilland, zumindest für die akademische Elite.“ (S. 262/263) Hinter diesem nüchtern klingenden Satzverbirgt sich eine zutiefst bewegende Geschichte, die Sandra Lübkes eindrucksvoll und farbenfroh erzählt. Als der jüdische Botaniker Prof. Afred Heilbronn 1933 aufgrund seiner Herkunft seine Stelle in Münster verliert, drängt ihn seine Frau Magda, ein Angebot aus der Türkei anzunehmen. Unter Atatürks soll er in Istanbul ein Botanisches Institut samt Garten aufbauen. Vor Ort wird ihm die junge Botanikerin Mehpare als Assistentin zugeteilt, eine der ersten türkischen Frauen, die ein Mädchengymnasium besucht und studiert haben. „Manchmal schaue ich mir einfach nur die Bilder an – Menschen in meinem Alter … Sie blicken in die Kamera. Doch ich habe das Gefühl, sie schauen mich an. Wollen mir zu verstehen geben, wie wichtig diese Ort für sie gewesen ist. Dass seine Geschichte nicht in Vergessenheit geraten darf, sondern erzählt werden muss. Damit man versteht, was heute passiert.“ (S. 263) Fast ein Jahrhundert später wird die Städteplanerin Imke nach Istanbul geschickt, um an einem Gutachten über das alte Institutsgebäude mitzuarbeiten. Schon bei der ersten Besichtigung ist ihr klar, dass dieser Ort unbedingt erhalten werden muss, doch ihr Chef sieht das anders. Seiner Meinung nach lässt sie sich zu sehr von Dr. Ekici, dem letzten Angestellten des Instituts, und dessen Erzählungen über die Heilbronns beeinflussen. Die Geschichte wird überwiegend aus weiblicher Perspektive erzählt. Mephare widmet sich ganz der Botanik und lehnt eine Heirat, wie sie von ihrer Familie erwartet wird, entschieden ab. Magda ist auch Botanikerin, darf aber weder in Deutschland noch der Türkei lehren und bleibt auf die Rolle der Assistentin ihres Mannes beschränkt. Sie ist stellt ihre eigenen Bedürfnisse stets hinter Alfreds Arbeit – eines Mannes, der ganz Wissenschaftler ist und ohne sie vermutlich kaum überlebt hätte. Imke wiederum hat ihr ganzes Leben um ihre Mutter herumgebaut, die ohne sie kaum lebensfähig scheint. Erst in Istanbul erkennt sie, dass ihre Mutter sehr wohl allein zurechtkommt – und dass sie selbst ihren Beruf nicht weiter ausüben möchte, wenn sie dafür ihre eigenen Überzeugungen verleugnen muss. Mich hat schon lange kein biographischer Roman mehr so beeindruckt, wie „Ein Ort, der bleibt“. Besonders faszinierend fand ich die Frauenfiguren, die unterschiedlichen Zeitebenen und die kunstvolle Verknüpfung ihrer Geschichten. Trotz der oft schweren Thematik gelingt es der Autorin, eine Atmosphäre zu schaffen, in die man sich ganz fallen lassen kann. Die detailreichen Beschreibungen der Pflanzenwelt und das umfangreiche Wissen, das so mühelos vermittelt wird, machen das Lesen zu einem besonderen Erlebnis. Dabei wirkt das Buch nie trocken oder überladen, sondern weckt Neugier und schärft das Bewusstsein für weniger bekannte kulturelle Zusammenhänge und historische Entwicklungen. Es zeigt eindrücklich, wie eine zufällig zusammengewürfelte Gemeinschaft entwurzelter Menschen zu einer neuen Einheit zusammenwächst, wie sie gezwungen sind, sich eine neue Heimat aufzubauen und dabei Nationalsozialismus und Krieg zu überstehen, trotz aller Ängste, Zweifel und Bedrohungen. Ein zutiefst bewegendes Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

    6. Mai 2026

  • kathleensbuecher
    kathleensbuecher

    88 Follower

    5,0

    Eine Geschichte, die bleibt! 💚

    Mit historischen Begebenheiten und realen Personen zeichnet die Autorin die Geschichte von drei Frauen und deren schicksalhafte Leben, die eng mit dem Botanischen Garten 🪴 in Istanbul verbunden ist und auf der Flucht des jüdischen Botanikers Alfred Heilbronn 1933 und dem Leben im Exil basieren. Sie bedient sich dabei auch fiktiver Elemente. Das Zusammenspiel von wahren Begebenheiten und Fiktion fand ich beeindruckend, ebenso ihre bildhafte und unaufgeregte Schreibweise 🥹📖👏💚 ~ Dass die Autorin für ihre Geschichte intensiv recherchiert hat, spürte ich in ihren Beschreibungen. Die Geschichte fühlte sich so atmosphärisch und berührend an. Die Buchcharaktere wirkten auf mich authentisch, interessant und stark. Mit einer Sensibilität für die Geschichte sowie für die Figuren und deren Schicksale fesselte die Autorin mich an dieses Buch. Die Beschreibungen der Pflanzenweilt, die sehr detailliert dargeboten wurden, habe ich regelrecht aufgesaugt 📖🤗💚🪴❤️ ~ Eine atmosphärische und ergreifende Geschichte, die von Mut, Veränderung, Suche nach Heimat, von Fremde und Freiheit handelt ❤️

    9. Mai 2026

3 von 23 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 11423%
bookbutterflies
bookbutterflies11. Mai 2026

Wow, gestern begonnen und ich kann das Buch kaum weglegen. Alle Perspektiven interessieren mich. Ich liebe es durch die Augen der Autorin sowohl Istanbul als auch die Schönheit des Botanischen Gartens zu erleben 🌱 Der Schreibstil ist wunderbar und ich bin allen Frauen jetzt schon sehr nah ❤️ Die Lobesstimmen zu dem Buch scheinen absolut gerechtfertigt zu sein!

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