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Romane

Der Idiot

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Über das Buch

Fürst Myschkin, von Epilepsie geplagt und für seine Naivität bekannt, wird von allen »der Idiot« genannt. Als er nach einem langen Sanatoriumsaufenthalt nach St. Petersburg zurückkehrt, wird der großmütige junge Fürst in eine Dreiecksgeschichte hineingezogen, aus der er nicht mehr herausfindet: Von nun an bestimmen ihn die Liebe zu Aglaja und das tiefe Mitleid mit Nastassja, in der er als Einziger nicht die Frau von zweifelhaftem Ruf, sondern den leidenden Menschen sieht. Myschkin ist Narr und Heiliger zugleich, ein Don Quijote der Liebe.

Editionen (30)

ISBN9783690430999
VerlagNikol
Erscheinungsdatum15.10.26
Seitenzahl832

Rezensionen & Bewertungen

117 Bewertungen

25 Rezensionen

4,1

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  • readzilla
    readzilla

    146 Follower

    5,0

    Zwischen Reinheit und Abgrund 😮‍💨

    Mit "Der Idiot" hat Fjodor Dostojewski einen Roman geschaffen, der weniger erzählt als seziert. Dieses Buch liest man nicht – man durchlebt es. Im Zentrum steht Fürst Myschkin, dessen beinahe schmerzhafte Güte in einer Welt voller Eitelkeit, Stolz und Machtspiele wie ein Fremdkörper wirkt. Genau darin liegt die Tragik: Was geschieht mit einem wirklich guten Menschen in einer Gesellschaft, die Härte mit Stärke verwechselt? Dostojewski legt jede Emotion frei – Liebe wird zur Besessenheit, Mitgefühl zur Schwäche, Hoffnung zur Zerreißprobe. Jede Begegnung trägt Spannung in sich, jede Beziehung ist aufgeladen, als würde sie unweigerlich auf einen Abgrund zusteuern. Beim Lesen schwankt man zwischen Mitgefühl, Frustration und tiefer Beklemmung. Und am Ende bleibt dieses schwere Gefühl von Tragik – als hätte man dabei zugesehen, wie Unschuld langsam zerbricht. Eine klare Empfehlung. Dieser Klassiker ist fordernd, intensiv und emotional erschütternd – aber genau deshalb so bedeutend. Man sollte ihn lesen. Und sich auf die seelische Achterbahnfahrt einlassen, die er auslöst.

    Zwischen Reinheit und Abgrund 😮‍💨

    25. Feb. 2026

  • wortschatzkiste
    wortschatzkiste

    217 Follower

    4,5

    Liebesdreieck wie im Fiebertraum

    Als der angebliche “Idiot“ First Myschkin aus der Schweiz nach Russland fährt, hat er sicherlich nicht gedacht, was für ein Skandal er in gleich zwei Familien verursachen wird. Wieder mal treffen starke Charaktere auf eine Wahnwitzige Geschichte voller Tragödie und Witz. Psychologisch spielt Dostojewski mit den Figuren und lässt auch die sozialen Umstände Russlands nicht außer Acht. Tatsächlich ist es mein bisher liebstes Buch von Dostojewski. Es könnte an der Übersetzung meiner alten Ausgabe liegen, irgendwie ging die Geschichte flotter und direkter von statten als sonst. Das Ende war großartig inszeniert Tipp von mir: Besser eine neuere Ausgabe mit Namensregister kaufen. Ich war häufig verwirrt und musste mit viel Mühe ein eigenes erstellen und klar zu kommen 😅

    Liebesdreieck wie im Fiebertraum

    10. Mai 2024

  • 4,5

    Ein fesselndes Meisterwerk der klassischen Literatur

    Ein kraftvolles Werk voller lebendiger Charaktere, einer fesselnden Handlung und einer berührenden Liebesgeschichte. Der Roman fängt tiefgründige Gedanken ein: Güte, die an Naivität grenzt; eine Krankheit, die Momente der Harmonie und Erleuchtung ermöglicht; die Offenbarung der oft anzutreffenden „Unverfrorenheit der Naivität“. Alle Charaktere sind wie wir selbst, mit all unseren Eigenschaften. Wie treffend erfasst der Autor die Laster und Tugenden eines Menschen aller Zeiten, eines unveränderlichen Wesens. Fürst Myschkin verkörpert das gütige Selbst in uns allen, allvergebend, allverständnisvoll. Aglaja ist der Funke, der unseren Charakter offenbart – mal ein strahlendes Lachen, mal ein flüchtiger Zorn, mal ein lodernder Groll. Lebedew enthüllt einen Hauch von Intrige in unseren Seelen; er will uns nicht direkt schaden, sondern beteiligt sich am Gerede. Rogoschin ist unser dunkelster Teil, geheimnisvoll, aggressiv, das genaue Gegenteil des Fürsten. Doch alles verschmilzt miteinander. Wir sind eins. Myschkin und Rogoschin gehen Hand in Hand, und nur sie können einander verstehen und brauchen einander in ihren dunkelsten Stunden.

    20. Apr. 2026

3 von 25 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fjodor M. Dostojewski

Fjodor Dostojewski (1821–1881) wurde in Moskau als Sohn eines Militärarztes und einer Kaufmannstochter geboren. Er studierte an der Petersburger Ingenieurschule und widmete sich seit 1845 ganz dem Schreiben. 1849 wurde er als Mitglied eines frühsozialistischen Zirkels verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor der Erschießung wandelte man das Urteil in vier Jahre Zwangsarbeit mit anschließendem Militärdienst als Gemeiner in Sibirien um. 1859 kehrte Dostojewski nach Petersburg zurück, wo er sich als Schriftsteller und verstärkt auch als Publizist neu positionierte.

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