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Ist Mord akzeptabel, wenn er positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft hätte?
Diese Frage hat sich Dostojewskijs Protagonist Raskolnikow fast wie im Wahn gestellt und letztendlich auch in die Tat umgesetzt. Das er daran aber psychisch zugrunde geht, hatte er weniger auf dem Schirm. Der Protagonist wird nach seiner Tat von Schuldgefühlen zerfressen, die Psyche schlägt sich (wahrlich schon 1865 so dargestellt!) auf das körperliche nieder. Er bekommt Fieber, fällt vor Erschöpfung ins Delirium, bekommt Psychosen und kapselt sich von seinesgleichen ab. Ein immer heftigerer innerer Kampf von Schuld und Unschuld – sich lieber stellen oder aushalten? Der Roman und dessen Leser suchen letztendlich in diesem Kriminalroman nicht den Täter, sondern danach, wie dieser Täter überführt wird. Da Raskolnikow dem Wahn verfallen ist, verrät er sich aufgrund seines so manischen Benehmens fast ständig selber. Immer wieder geht sein Temperament mit ihm durch, er verspricht sich, überreagiert oder sucht ständig die Nähe zum ermittelnden Staatsanwalt. Die 750 Seiten sind, durch seine alten Schreibweise, schon ein Schwergewicht. Von der Handlung her, hätte man diese auf 300 kürzen können… Was aber Dostojewskij hier geschmiedet hat, ist nicht nur ein Krimi, sondern eine gesellschaftliche, emotionale und psychologische Meistertat. Er schildert unfassbar detailverliebt die Kommunikationen zwischen den Menschen auf vielen Ebenen. Und zwar so ins kleinste gehend, dass sich eine enorm dramatische Atmosphärische aufbaut. Und diese wirkt erdrückend. St.Petersburg im Jahr 1865 wirkt so realistisch. Die Charaktere sind sehr echt beschrieben. Sie entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Es zeigen sich wunderbar die verschiedenen Gesellschaftsschichten und der Ernst der Lebensrealität im damaligen Russland vor der Revolution. Auch wenn die ewigen Konversationen nicht gerade leicht zu lesen sind und einen schnell ermüden, ist es gerade diese Detailverliebtheit im Zwischenmenschlichen, die dieses Werk zu Fjodors unsterblichen, grössten Nachlass macht.

26. Jan. 2026
Ist Mord akzeptabel, wenn er positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft hätte?
Diese Frage hat sich Dostojewskijs Protagonist Raskolnikow fast wie im Wahn gestellt und letztendlich auch in die Tat umgesetzt. Das er daran aber psychisch zugrunde geht, hatte er weniger auf dem Schirm. Der Protagonist wird nach seiner Tat von Schuldgefühlen zerfressen, die Psyche schlägt sich (wahrlich schon 1865 so dargestellt!) auf das körperliche nieder. Er bekommt Fieber, fällt vor Erschöpfung ins Delirium, bekommt Psychosen und kapselt sich von seinesgleichen ab. Ein immer heftigerer innerer Kampf von Schuld und Unschuld – sich lieber stellen oder aushalten? Der Roman und dessen Leser suchen letztendlich in diesem Kriminalroman nicht den Täter, sondern danach, wie dieser Täter überführt wird. Da Raskolnikow dem Wahn verfallen ist, verrät er sich aufgrund seines so manischen Benehmens fast ständig selber. Immer wieder geht sein Temperament mit ihm durch, er verspricht sich, überreagiert oder sucht ständig die Nähe zum ermittelnden Staatsanwalt. Die 750 Seiten sind, durch seine alten Schreibweise, schon ein Schwergewicht. Von der Handlung her, hätte man diese auf 300 kürzen können… Was aber Dostojewskij hier geschmiedet hat, ist nicht nur ein Krimi, sondern eine gesellschaftliche, emotionale und psychologische Meistertat. Er schildert unfassbar detailverliebt die Kommunikationen zwischen den Menschen auf vielen Ebenen. Und zwar so ins kleinste gehend, dass sich eine enorm dramatische Atmosphärische aufbaut. Und diese wirkt erdrückend. St.Petersburg im Jahr 1865 wirkt so realistisch. Die Charaktere sind sehr echt beschrieben. Sie entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Es zeigen sich wunderbar die verschiedenen Gesellschaftsschichten und der Ernst der Lebensrealität im damaligen Russland vor der Revolution. Auch wenn die ewigen Konversationen nicht gerade leicht zu lesen sind und einen schnell ermüden, ist es gerade diese Detailverliebtheit im Zwischenmenschlichen, die dieses Werk zu Fjodors unsterblichen, grössten Nachlass macht.
26. Jan. 2026









