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Kinder – Minderheit ohne Schutz

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Über das Buch

++ Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 ++ Die alternde Gesellschaft ist weder kindergerecht noch ist sie gerecht zu Kindern. Für Kinder und Jugendliche ist der Krisenzustand zum Normalzustand geworden. Die junge Generation wird politisch übersehen und gesellschaftlich vernachlässigt. Kinder müssen ins Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Denkens gerückt werden. Das Buch vereint eine umfassende Problemanalyse mit vielen Lösungsansätzen. Die Herausforderung ist so groß, dass alle einen Beitrag leisten können. Deutschland steht an einem Wendepunkt: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen ins Rentenalter und die damit einhergehenden demografischen Veränderungen stellen das Land vor ungeahnte Herausforderungen. Doch die junge Generation, die demnächst Verantwortung übernehmen soll, ist eine Minderheit, deren Lebensrealität geprägt ist von Bildungsungleichheit, Dauerkrisen und dem stetigen Gefühl, politisch und gesellschaftlich übersehen zu werden. Dieses Buch fordert ein Umdenken: Kinder müssen aus ihrer Außenseiterposition ins Zentrum gerückt werden, nicht nur als moralische Verpflichtung, sondern als essenzielle Notwendigkeit für eine lebenswerte Zukunft. Mit umfassenden Analysen zeigt es auf, welche enormen Veränderungen heute Kindheiten prägen und wie wir den Jüngsten gerecht werden können. Davon hängt auch die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft ab.

Editionen (3)

ISBN9783462313130
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum16.01.25
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

82 Bewertungen

19 Rezensionen

4,5

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  • maximus94
    maximus94

    98 Follower

    5,0

    Verständlich geschrieben, klar in den Lösungsansätzen

    Viele Bücher nehmen sich komplexe Problemstellungen vor. Wenige sind so klar in der Beschreibung und so einfach zu verstehen. Für mich selbst als Vater und Lehrer war das Thema Kinder persönlich sehr wichtig, aber eigentlich betrifft es jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft. Vor allem durch die Darstellung der Beziehungen zwischen unterschiedlichen Generationen sollte für alle etwas handfestes in diesem Buch mit dabei sein. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

    28. Juni 2025

  • madamebiscuit15
    madamebiscuit15

    160 Follower

    5,0

    Ein hoch aktuelles und wichtiges Buch für uns alle in diesem Land. Die Autoren bringen es klar und verständlich auf den Punkt, was in unserem Land schief läuft und bieten Lösungsideen, wie es besser werden kann. Kinder sind unsere Zukunft und ihre Interessen gehören ins Zentrum einer jeder gesellschaftlichen und politischen Debatte und Entscheidung.

    13. Feb. 2025

  • placetobooks_
    placetobooks_

    106 Follower

    5,0

    Kinder und Jugendliche sind eine Minderheit in der Gesellschaft, die nicht weiter ignoriert werden darf!

    Dieses Buch ist eine Bereicherung und ein ,,Muss'' für alle, die im sozialen Bereich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Ich selbst bin Sozialarbeiterin und derzeit als Schulsozialarbeiterin an einer Hauptschule tätig. Hier erlebe ich hautnah, wie stark Kinder und Jugendliche durch Faktoren wie Armut oder Herkunft benachteiligt werden. Das deutsche Bildungssystem spricht immer noch von „Chancengleichheit“, doch das ist längst ein Mythos. Die Voraussetzungen sind nicht für alle gleich – nicht jedes Kind in Deutschland hat die Möglichkeit, den höchsten Bildungsabschluss zu erreichen. Ein Kultur- und Bildungswandel ist dringend erforderlich: „Ein alterndes Land muss kinderfreundlich sein, um Wohlstand und Lebensqualität für alle zu erhalten.“ Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene tragen das größte Armutsrisiko! Immer mehr Schulabgänger verlassen die Schule ohne Abschluss. Doch nicht nur Kinder und Jugendliche bilden eine demokratische Minderheit in unserer Gesellschaft – auch ihre Erziehungsberechtigten werden oft ignoriert. Viele Erziehungsberechtigte sind beispielsweise nicht wahlberechtigt. Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit in Bildungsinstitutionen wie Kitas und Schulen. Gleichzeitig sind viele Erziehungsberechtigte gezwungen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sodass seltener ein Elternteil zu Hause bleibt, um sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern. Bildungsinstitutionen werden somit zu den wichtigsten Lebensräumen für Kinder und Jugendliche. Der ursprüngliche Gedanke, dass wesentliche Teile der Erziehung – wie Vermittlung des Humanvermögens (Vertrauen, Selbstbewusstsein, Gesundheit, Solidarität, Lernfreude und Partizipation) in der Familie vermittelt werden, geht zunehmend nicht mehr aus und ging auch in den 60er, 70er Jahren nicht auf. Die gemeinsame Zeit innerhalb der Familie wird immer kürzer. Zwar haben Kitas und Schulen gesetzlich einen Bildungs- und Erziehungsauftrag, doch in der Praxis übernehmen sie selten Erziehungsaufgaben und verlagern die Verantwortung stattdessen weiterhin auf die Familien. Wir dürfen die Bedürfnisse und das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen nicht länger ignorieren. Es ist höchste Zeit, dass sie gehört werden, dass sie deutschlandweit partizipativ an Entscheidungsprozessen beteiligt werden und dass ein neues, gerechteres System aufgebaut wird. Als Sozialarbeiterin fand ich besonders die Themen „Superdiversität“ und „Entdifferenzierung“ spannend. Ersteres beschreibt, dass es nicht mehr ausreicht, nur von Individuen und Diversität zu sprechen – denn auch innerhalb von Kulturen gibt es viele kleine, feine Unterschiede. Der Begriff „Superdiversität“ passt daher besser, da er die vielschichtigen Herausforderungen im Hinblick auf Bevölkerungsentwicklung, interdisziplinäre Forschung und Praxis in Bildungsinstitutionen, Verwaltung und Politik berücksichtigt. „Entdifferenzierung“ bedeutet, weniger defizitorientiert zu denken und stattdessen gezielte, talentorientierte Angebote zu schaffen. Derzeit sind die meisten Angebote von Jugendhilfeeinrichtungen oder freien Trägern in Stadtteilen mit der höchsten Armutsdichte angesiedelt. Leider werden sie oft nicht wahrgenommen – sei es, weil die nötigen Informationen nicht eingeholt werden können oder weil die Angebotslandschaft schlicht zu groß und unübersichtlich ist. Hier ist ein Umdenken erforderlich! Kinder und Jugendliche müssen aktiv in die Stadt- und Quartiersentwicklung einbezogen werden. Wir müssen gemeinsam mit ihnen Lebensräume gestalten – nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden. Weniger Expert*innen sollten bestimmen, was vermeintlich das „Beste“ für Kinder, Jugendliche und ihre Familien ist. Vielmehr braucht es ein gemeinsames Erschaffen und Mitwirken. Abschließend möchte ich betonen, wie froh ich über die Einwanderung in unserem Land bin! Ohne sie hätten wir bereits vor Jahren massive wirtschaftliche Probleme und einen noch gravierenderen Fachkräftemangel erlebt. Ich stehe für ein „superdiverses“ Deutschland und hoffe, dass sich in den kommenden Jahren noch vieles positiv verändern wird.

    28. Feb. 2025

3 von 19 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Aladin El-Mafaalani

Aladin El-Mafaalani, 1978 im Ruhrgebiet geboren, ist Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund. Zuvor war er u.a. Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Osnabrück, Professor für Politikwissenschaft an der Fachhochschule Münster und Abteilungsleiter im nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Preis für öffentliche Wirksamkeit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und das Bundesverdienstkreuz.

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