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Was wäre, wenn wir mutig sind?

4,2(254)
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Über das Buch

Wie wächst Mut in harten Zeiten?

Seit Jahren kämpfen Menschen um die künftige Bewohnbarkeit unseres Planeten. Luisa Neubauer ist eine von ihnen. Doch bis heute scheitert die Welt daran, den notwendigen Klimaschutz demokratisch zu organisieren. Warum passiert nicht mehr, obwohl die wissenschaftlichen Fakten schon lange bekannt sind? Woher kommt die Anti-Klima-Aggression der Rechten? Warum sorgen selbst die sichtbaren Klimakatastrophen nicht für ein gesellschaftliches Umdenken? Luisa Neubauer analysiert die Machtkämpfe hinter der Klimakrise, sie legt die fossilen Wurzeln unserer Demokratie frei und zeigt, wie eine realistische Utopie auf unserem Planeten aussehen kann.

Dieses Buch ist ein Aufruf, zu intervenieren und unsere ökologischen Grenzen zu verteidigen. Eine Einladung, den Krisen in die Augen zu schauen. Und ein Plädoyer für die Hoffnung.

Editionen (1)

ISBN9783499014963
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum28.01.25
Seitenzahl144

Merkmale

4 Bewertungen

MittelSympathischGlaubwürdigNachdenklichInformativVerstörend

Rezensionen & Bewertungen

254 Bewertungen

42 Rezensionen

4,2

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  • booksandspezi
    booksandspezi

    1099 Follower

    4,0

    [...] es gibt auch keinen Ort mehr auf der Welt, der nicht von der Klimakrise verändert wird. Sich nach einer Welt zu sehnen in der wir das ungeschehen machen können, ist sinnlos. Aber wir können mitreden und mitentscheiden, [...] wie wir eine versehrte Welt neu beleben. (S. 133-134)

    Luisa Neubauer dürfte den meisten ein Begriff sein, wo sie doch sicherlich eine der bekanntesten Klimaaktivistinnen und u.a. Host des Klimapodcast "1,5 Grad" ist. Jetzt hat sie ein neues Buch veröffentlicht, in dem sich alles um die Frage dreht, wo Mut in harten Zeiten wächst. Ich habe das Buch seit gestern Nachmittag etappenweise verschlungen und dabei vieles mitgenommen. So bekommt man gerade im 1, aber ebenso im 2. Teil des Buches ein Gefühl von Beklemmnis, wenn man so ungeschönt von der "Hoffnung in der Krise" und der "Fossilität" liest. Neubauer schreibt recht ergreifend, obwohl zumeist auch sehr sachlich. So fließen u.a. auch hier Eindrücke und Erfahrungen ihrer Großmutter ein, mit welcher sie bereits zuvor ein gemeinsames Buch veröffentlicht hat. Am vielen Stellen wird jedoch zitiert, ausgeführt und ganz klar benannt, samt ordentlicher Quellenangabe am Ende. Dabei geht es zu keiner Zeit darum, dass das Buch besonders "angenehm" und "schön" zu lesen sei. Es geht um ein Thema, das uns Menschen alle mehr oder minder beschäftigt, jedoch alle gleichermaßen betrifft: Der Klimawandel, die Symptome die dieser mit sich bringt und die Gefahr, die daraus hervorgeht. So bringt sie auch die folgende Erkenntnis an, die uns alle als Betroffenen anspricht: "Wir sind nie Teil nur einer, wir sind Teil vieler Geschichten, wir stehen gleichzeitig auf beiden Seiten der kleinen und großen Konfliktlinien in der Klimakrise. Wir sind niemals nur eine Identität oder eine Überzeugung, [...] niemals nur klimaängstlich oder -unbedeutend, nie nur fossil oder klimagerecht, niemals nur Teil der Lösung oder des Problems." (S. 105-106) Das Buch ist ein aufzeigen von Krisen, die real existieren und noch auf uns zukommen werden, von der Bedeutung der Hoffnung und der Gefahr der Gleichgültigkeit. Die gelesenen Seiten werden noch eine Weile Nachklang finden, haben vieles in mir berührt und weitere Gedanken hervorgerufen. Es geht hier nicht darum etwas zu beschönigen, es geht hier um uns alle. Ich habe mir viele Seiten und Zitate markiert, zum Immer-wieder-nachlesen. Gerne hätte ich allerdings noch mehr Seiten gehabt, bedenkt man jedoch die Konfrontation, die dieses Buch mit sich bringt, mag die Seitenzahl vielleicht reichen und verhindern, dass Leute sich dem Buch abwenden, weil es ihnen zu viel scheint. Die Realität ist nicht immer schön. Das zeigt dieses Werk eindrucksvoll auf, ohne dabei mögliche Ideen und Ansätze dem entgegenzuwirken, außer Acht zu lassen, die gerade im 3. und letzten Teil angeführt werden.

    [...] es gibt auch keinen Ort mehr auf der Welt, der nicht von der Klimakrise verändert wird. Sich nach einer Welt zu sehnen in der wir das ungeschehen machen können, ist sinnlos.
Aber wir können mitreden und mitentscheiden, [...] wie wir eine versehrte Welt neu beleben.
(S. 133-134)

    9. Juni 2025

  • antonio995
    antonio995

    621 Follower

    4,5

    "Es braucht Mut, um für Gewissheiten zu kämpfen, und Mut, den Zweifel zuzulassen. Mut ist nicht die Abwesenheit der Angst, es ist das Loslegen trotz der Angst. [...] Dies ist ein Aufruf in harten Zeiten. Manche sagen, wir haben doch alles versucht. Ich sage, wir fangen gerade erst an."

    Mit diesen Worten beendete Luisa Neubauer ihre Eröffnungsrede zum Literaturfest München 2025 – ein echter Gänsehautmoment. Ich selbst war im Livestream dabei, als sie diese rhetorisch und inhaltlich bemerkenswert vielschichtige Rede hielt. Am selben Abend habe ich dann zum ersten Mal von ihrem Buch "Was wäre, wenn wir mutig sind?" erfahren. Zunächst dachte ich, die Eröffnungsrede sei ein Auszug aus dem Buch oder zumindest stilistisch ähnlich. Doch das Buch ist deutlich sachlicher und informativer. Es zitiert zahlreiche Expertinnen und Experten und geht Fragen nach wie: „Warum passiert im Klimaschutz nicht mehr, obwohl die wissenschaftlichen Fakten schon lange bekannt sind?“ oder „Woher kommt die Anti-Klima-Aggression der Rechten?“. Diese Themen verbindet Luisa mit vielen Anekdoten aus ihrem eigenen Leben, was dem Werk eine erfrischend persönliche Note verleiht. Außerdem lernt man mit dem neu eingeführten Begriff der „Fosstilität“, die Klimakrise aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten. Insgesamt wurde ich positiv überrascht. Mit Sätzen wie „Denn jede Weinrebe, jeder Salbeistrauch, jeder Apfelbaum erzählt eine Geschichte von Widerstand, gegen den Boden, der sich nach Jahrzehnten der Überdüngung nur langsam erholt, gegen den Wind, der immer öfter zum Sturm wird, gegen den Regen, der immer öfter zur Flut wird“ malt die Autorin eindrucksvolle Bilder in unsere Köpfe. Und mit dem Zitat von Rafik Schami „Es gibt kaum eine Menschengruppe, die so viel Einfluss auf die Weltgeschichte hat wie die Gleichgültigen“ zeigt sie, dass Veränderung nur dann geschieht, wenn wir „nicht länger auf den perfekten Öko warten, sondern Millionen ganz normale Menschen sich trauen, einen kleinen Schritt aus der Komfortzone zu gehen – und dann vielleicht noch einen“. Damit konnte sie auch mich motivieren, noch mehr in Sachen Klimaschutz zu tun. Trotz kleiner sprachlicher Hürden kann ich das Buch jedem empfehlen, denn es ist mit seinen 144 Seiten schnell gelesen und bietet viel Stoff zum Nachdenken. Besonders für alle, die einen kompakten und persönlichen Einstieg in das Thema Klimaschutz suchen, ist es eine klare Empfehlung. Und wer sich zusätzlich inspirieren lassen möchte, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Keynote von Luisa Neubauer auf der Website des Literaturfestes München nachlesen: https://www.literaturfest-muenchen.de/aktuelles/keynote-luisa-neubauer.

    26. Aug. 2025

  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    579 Follower

    3,0

    Ich habe relativ lange für ein so seitenarmes Buch benötigt. Dies ergibt sich für mich aus den ersten beiden Teilen, die mehr nach einer wissenschaftlichen Arbeit für eine Universität klingen, als nach einem für das breite Publikum publiziertes Buch. Paradoxerweise wird der dritte Teil damit eingeleitet, dass gefühlte Wahrnehmungen und das Lebensgefühl in der Klimakrise den nackten Fakten überwiegen. Wäre diese Erkenntnis früher im Buch platziert worden und die gesamte Geschichte auf dem Gefühl aufgebaut worden, wäre das Buch meiner Meinung nach noch besser gewesen. Da retten nur zeitweise Lichtblicke über sympathische Anekdoten zu Luisa Neubauers Großmutter über die sturen Fakten und Historie der Klimakrise hinweg. Das Thema ist eigentlich nicht brandaktuell, aber umso länger die Klimakrise nicht flächendeckend angepackt wird und ein Umdenken in den Köpfen der Gesellschaft, aber auch in denen der Wählerinnen und Wählern bei jeder politischen Wahl stattfinden, desto wichtiger wird der Fingerzeig darauf. Deswegen ist es ein wichtiges Buch, es ist aber nicht sonderlich gesellschaftsfähig. Bei dem Gedanken, wem ich dieses Buch empfehlen konnte, wurde es leider schwierig, da die sehr stark akademisch ausgeprägte Sprache nicht gerade barrierefrei für bestimmte Gesellschaftsschichten oder Altersgruppen ist. Um größere Erfolge zu erzielen, muss sich glaube ich das Sprachformat anpassen. Aber nichtsdestotrotz spricht dieses Buch einen sprichwörtlichen Elefanten im Raum an und kann uns im letzten Teil den Mut geben, gesamtgesellschaftlich etwas zu verändern und stärker dem Klimawandel entgegenzutreten.

    8. März 2025

3 von 42 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 86%
clarabee
clarabee3. März 2026

Den Vergleich mit dem Werbefernsehen finde ich so gut und passend 🙏🏼

Seite 10674%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Luisa Neubauer

Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der weltweit bekanntesten Klimaaktivistinnen. Zuletzt erschienen von ihr «Gegen die Ohnmacht» (2022), zusammen mit ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma, sowie «Der Klima-Atlas» (2024), zusammen mit Christian Endt und Ole Häntzschel. Seit 2020 hostet sie den Klimapodcast 1,5 Grad. 2023 wurde sie mit dem Ökumenischen Predigtpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Geografin lebt in Berlin und studiert in Göttingen.

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