Blick ins Buch

Romane

Dunkelblum

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Über das Buch

Ein schaurig-komisches Epos über die Wunden der Vergangenheit und das Schweigen einer Dorfgemeinschaft. Auf den ersten Blick ist Dunkelblum eine österreichische Kleinstadt wie jede andere. Doch hinter der idyllischen Fassade verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ein Wissen, das die älteren Dunkelblumer seit Jahrzehnten verbindet – genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. In den Spätsommertagen des Jahres 1989, während hinter der nahen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein und bringt die Dinge in Bewegung: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett ausgegraben und eine junge Frau verschwindet spurlos. Wie ein Spuk tauchen plötzlich Spuren des alten Verbrechens auf und konfrontieren die Bewohner mit einer Vergangenheit, die sie längst für erledigt hielten. In ihrem Roman Dunkelblum entwirft Eva Menasse ein großes Geschichtspanorama am Beispiel einer kleinen Stadt, die immer wieder zum Schauplatz der Weltpolitik wird, und erzählt eindringlich vom Umgang der Bewohner mit einer historischen Schuld. Ein schaurig-komisches Epos über die Wunden in der Landschaft und den Seelen der Menschen, die, anders als die Erinnerung, nicht vergehen.

Editionen (5)

ISBN9783462303582
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum19.08.21
Seitenzahl528

Rezensionen & Bewertungen

137 Bewertungen

25 Rezensionen

3,9

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  • readwritesing
    readwritesing

    48 Follower

    5,0

    Ich bin aktuell daran zeitgenössische österreichische Autorinnen und Autoren zu lesen. Nun habe ich Eva Menasses „Dunkelblum“ entdeckt: unglaublich dicht komponiert, kritisch, menschlich, hart und ein unverstelltes Bild auf Österreich. Nicht schön aber ehrlich und literarisch grossartig!

    14. Apr. 2026

  • carmen86
    carmen86

    106 Follower

    4,0

    Historisches „Freilichtmuseum“ in Romanform

    Die ganze Dorfgesellschaft wird wie ein lebendiges, eher altmodisches Museum beschrieben; etwas verstaubt, etwas veraltet, viele „historische“ Dokumente, die noch nicht richtig ausgewertet sind. Zudem nicht unbedingt immer ansprechend aufbereitet; es ist interessant, es ist teilweise zäh und zieht sich. Das spannende: das „Museumsdorf“ steht in Österrrich, nicht wie üblich in diesen Fällen in Deutschland. Die Thematik ist nicht neu und beinhaltet keine neuen Fakten, die man nicht schon in einem Roman gelesen hat, aber in dem Dorfsetting ist sie gut umgesetzt. Die Geschichte zieht sich… wie es nun mal mit Geschichte per se der Fall ist. Das Buch braucht seine Längen, damit man in die ganze Dorfstruktur einsteigen kann. Die Dorfstruktur ist es, was für mich das Buch von anderen Büchern zu diesem Thema absetzt. Hier wird das Gesamtgefüge der Gesellschaft zu dieser Zeit beschreiben, zusammengesetzt aus Einzelschicksalen, die sich aber in das Gesamtbild einfügen. Gesellschaftliche Struktur geht vor Individuen. Der Bezug zur Maueröffnung ist meines Erachtens am Schluss „nett“ umgesetzt aber nicht relevant für das Buch aufgebaut. Wird auch im Verhältnis kurz abgehackt, es geht um den zweiten Weltkrieg. Wer Interesse am Buch hat: viel Spaß (und etwas Geduld) wünsch ich dir! :-)

    8. Jan. 2026

  • norinka
    norinka

    172 Follower

    4,0

    Der Roman ist keine leichte Lektüre. Es sogar bisschen kompliziert und man muss gut aufpassen und bei der Sache sein.

    Über vier Jahrzehnte haben die Bewohner von Dunkelblum über das geschehene geschwiegen. Bis ein Fremder kommt der sich für die Vergangenheit interessiert..

    9. Apr. 2024

3 von 25 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Eva Menasse

Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt »Vienna« (2005) folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay »Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne« (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

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