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Romane

Tigermilch

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Über das Buch

»Manchmal kann die Musik gar nicht laut genug sein, damit man das Leben nicht hört.«

Nini und Jameelah leben in derselben Siedlung, sie sind unzertrennlich und mit ihren vierzehn Jahren eigentlich erwachsen, finden sie. Deswegen kaufen sie sich Ringelstrümpfe, die sie bis zu den Oberschenkeln hochziehen, wenn sie ganz cool und pomade auf die Kurfürsten gehen, um für das Projekt Entjungferung zu üben.Sie mischen Milch, Mariacron und Maracujasaft auf der Schultoilette. Sie nennen das Tigermilch und streifen durch den Sommer, der ihr letzter gemeinsamer sein könnte. Die beiden Freundinnen lassen sich durch die Hitze treiben, sie treffen nicht Tom Sawyer oder Huck Finn, aber hängen mit Nico ab. Nico, der in der ganzen Stadt »Sad« an die Wände malt und Nini ein Gefühl von Zuhause gibt. Sie machen Bahnpartys, rauchen Ott in Telefonzellen und gehen mit Amir ins Schwimmbad. Amir, den sie beschützen wie einen kleinen Bruder. Und dessen großer Bruder Tarik im Dauerstreit mit seiner Schwester liegt, weil diese sich in einen Serben verliebt hat. Nini und Jameelah erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen, sie überziehen den Staub der Straße mit Glamour, die Innigkeit ihrer Freundschaft ist Familienersatz. Sie halten sich für unverwundbar, solange sie zusammen sind. Doch dann werden sie ungewollt Zeuge, wie der Konflikt in Amirs Familie eskaliert. Und alles droht zu zerbrechen.Mit einem hinreißend eigenen Sound, leichtfüßig und schonungslos, wuchtig und zart erzählt Stefanie de Velasco von zwei Mädchen, die das Leben mit beiden Händen ergreifen und lernen müssen, das eigene Dasein auszuhalten. Ein kraftvolles Debüt über Verlust und Sehnsucht. Unmittelbar, entlarvend und herzzerreißend.

Editionen (4)

ISBN9783462045734
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum15.08.13
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

66 Bewertungen

10 Rezensionen

3,9

Tippen zum Filtern

  • tinsky93
    tinsky93

    2 Follower

    4,0

    Nette Geschichte über das Aufwachsen in Berlin ohne Smartphone

    26. Juni 2026

  • sahihi1234
    sahihi1234

    100 Follower

    4,0

    Ehrlich, rau und ohne Happy End

    "Tigermilch" von Stefanie de Velasco ist ein Jugendbuch, welches eine ganz eigene Atmosphäre verbreitet und dabei sehr ernste Themen anspricht. Inhalt: Nini und Jameelah sprechen O-Sprache und sind Profis im Wörterverdrehen. Sie sind unzertrennlich und fühlen sich mit ihren vierzehn Jahren fast erwachsen. Deshalb kaufen sie sich Ringelstrümpfe, trinken Tigermilch und üben auf der Kurfürsten für ihr erstes Mal. Sie erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen und überziehen den Staub der Straße mit Glamour. Die Innigkeit ihrer Freundschaft ist Familienersatz. Doch dann werden sie Zeugen, wie der Konflikt in der Familie ihres Freundes Amir eskaliert. Und alles droht zu zerbrechen. (Klappentext) Die Charaktere: In dem Roman treffen wir auf viele unterschiedliche Teenager, die im Großstadtdschungel Berlin leben. Unsere Protagonisten sind Nini und Jameelah. Sie sind beste Freundinnen und kommen beide aus eher schwierigen Verhältnissen. Nini lebt in einer Familie, in der nichts wirklich eine Ordnung hat und man sie eher übersieht. Jameelah lebt nur mit ihrer Mutter zusammen, da ihr Vater und Bruder verstorben sind. Die beiden leben in ständiger Sorge darüber, zurück in den Irak abgeschoben zu werden. Nini und Jameelah sind eigentlich unterschiedlich, aber passen doch super zusammen. Ich fand beide richtig interessante Charaktere, die sehr vielschichtig waren. Hier wurde eine Freundschaft ehrlich dargestellt, da es nicht alles immer toll war, sondern sich die beiden auch öfter mal gestritten haben. Auch die anderen Charaktere fand ich interessant, aber sie wurden nicht so genau beleuchtet. Hier hätte ich mir gern noch mehr von Amirs Familie gewünscht, die schon irgendwie im Mittelpunkt der Geschehnisse stand. Der Schreibstil: Die Autorin hat einen Schreibstil, der mal ganz anders ist, als man ihn sonst so kennt. Hier erzählt Nini die Geschichte. Was mich zu Beginn ein wenig irritiert hat war, dass es zwar wörtliche Rede gab, diese jedoch nicht mit Anführungszeichen angezeigt wurde. Irgendwann sieht man beim Lesen darüber hinweg, jedoch frage ich mich, was die Beweggründe dafür waren. Die Sprache ist hier auch ein wenig vulgär, was sich aber ausgleicht mit teilweise auch poetischen Passagen, dass hat mir sehr gut gefallen. Themen (könnte Spoilern): In diesem Buch geht es nicht nur um eine Freundschaft zwischen zwei Teenagern, die ihre Sommerferien zusammen verbringen. Es geht um so viel mehr, wie beispielsweise, was es heißt als Migrant in Deutschland zu leben. Das Thema Ehrenmord spielt hier auch eine sehr große Rolle. Das Buch ist also definitiv nicht nur leicht und fröhlig, sondern es hat auch sehr melancholische und düstere Seiten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass manche Themen mehr ausgebaut geworden wären. Fazit: "Tigermilch"von Stefanie de Velasco ist ein Jugendbuch, welches anders ist. Es werden wichtige Themen angesprochen, die meiner Meinung nach noch mehr ausgebaut hätten werden können. Ich finde es gut, dass außerdem hier nicht nur eine völlig harmonische Freundschaft gezeigt wird, wie das oft so ist, sondern hier wird sich öfter mal gestritten und wieder vertragen. Was ich allerdings als äußerst schwierig ansehe ist, dass übermäßiger Alkoholkonsum und der Babystrich auf eine gewisse Art romantisiert werden. Die Geschichte lässt einen vieles fühlen und auch mit einem leicht angeknacksten Herz zurück, da es hier kein Happy End gibt. Letztendlich kann ich das Buch trotzdem empfehlen, auch wenn der Einstieg ein kleines bisschen schleppend verlief.

    22. Juni 2024

  • kiwisamdienstag
    kiwisamdienstag

    10 Follower

    5,0

    Nichts bereitet dich auf diese Storyline und vor allem das Ende vor. Rau und ehrlich, wahnsinnig berührend!

    4. Jan. 2026

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Stefanie de Velasco

Stefanie de Velasco, geboren 1978 im Rheinland, studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaft. Sie schreibt regelmäßig für das Berliner Stadtmagazin Zitty, für die FAS und ZEIT Online. 2013 erschien ihr Debütroman »Tigermilch«, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und für das Kino verfilmt wurde.

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