Blick ins Buch

Romane

Der gefrorene Himmel

4,4(54)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

»Richard Wagamese ist der geborene Geschichtenerzähler.« Louise Erdrich

Erstmals in deutscher Übersetzung - Richard Wagameses wegweisender Roman über das Schicksal eines kleinen Jungen, in dem die Geschichte eines ganzen Landes widerhallt.

Saul wächst in einem staatlichen Heim auf – wie so viele Kinder indigener Herkunft. Dem Zwang und der Kälte der Einrichtung kann Saul in den kostbaren Momenten entfliehen, wenn er auf Schlittschuhen über das Eishockeyfeld fliegt. Sein magisches Talent für das Spiel öffnet ihm einen Weg in die Freiheit. Und begleitet Saul auf der Suche nach der Geborgenheit einer Familie, dem kulturellen Erbe der Ojibwe-Indianer und der Versöhnung mit einer Welt, die keinen Platz für ihn vorgesehen hatte.

»Ein Roman der seltensten Art - sowohl bedeutend als auch ein Lesevergnügen, das einem das Herz bis zum Hals schlagen lässt.« Edmonton Journal

Editionen (2)

ISBN9783453427082
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum15.02.23
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

54 Bewertungen

9 Rezensionen

4,4

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  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    5,0

    Der "weisse" Sport

    Spätestens seit den Funden der namenlosen Gräber, wohl besser „Verscharrungsorte“ von Kinderleichen in Kanada vor einigen Jahren können wir zumindest erahnen, was für Verhältnisse in den staatlichen „Schulen“ für Kinder der First Nations herrschten. Die „Wilden“ umerziehen zu wollen, ihnen ihre Sprache und Kultur zu nehmen um sie zu gottesfürchtigen Hüllen zu machen und sie dann zu benutzen machte sich die katholische Kirche mit dem Segen des Staates zur Aufgabe. Saul berichte von seinem Aufwachsen an so einem Ort und wir werden hineingeworfen in eine Welt, die nur schwer zu ertragen ist. Aber Saul hat ein Talent, was ihm hilft zu überleben: Eishockey. Er schafft es aus eigener Kraft, sich diesen Sport beizubringen und sein Talent zu entwickeln, Eishockey wird seine Passion. Er schafft es fast zu einer Profikarriere. Aber er kann sich gegen den konstanten Rassismus der Gesellschaft nicht behaupten und zerbricht daran. Er muss einen langen Weg gehen, sich vor allem aber ganz erinnern, um sich heilen zu können und seine inneren Kämpfe zu befrieden. Richard Wagamese wirft uns rasant in eine dichte Geschichte, die zu grossen Teilen an seine eigene Kindheit und Jugend angelehnt ist. Ähnlich dem Tempo eines guten Eishockeyspiels präsentiert sich die Erzählung so dicht, so voller Wandlungen, dass sie zu eskalieren droht. Sie tut es nicht! Hier beweist Wagamese wieder einmal sein grosses Schreibtalent. Man sagt den Ojibwe nach, sie würden brillante Geschichtenerzähler sein, eine Aussage die Wagamese immer wieder und auch hier bewiesen hat. Ein überaus wichtiges Buch gegen das Vergessen, hier als grossartige Geschichte vermittelt.

    16. Feb. 2025

  • andrea.g
    andrea.g

    20 Follower

    4,0

    Erschreckend und bedrückend 😥 sehr berührend erzählt🥺

    10. Feb. 2026

  • stier
    stier

    246 Follower

    5,0

    "Der gefrorene Himmel“ ist die Schicksalsgeschichte des jungen Indianers Saul, gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte über ein dunkles Kapitel Kanadas. Die Historie, die der mittlerweile verstorbene Autor erzählt, trägt viele autobiographische Züge, ohne direkt eine Biografie zu sein. Ein erschütterndes Meisterwerk.

    21. Jan. 2025

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Richard Wagamese

Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.

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