Nachts um eins in Tokio, Atsuhiro Yoshida erzählt warmherzig von Außenseitern und zufälligen Begegnungen.
»Eine zarte Ode auf unerwartete Glücksmomente des Lebens.« Frankfurter Allgemeine Zeitung
Tokio bei Nacht. Eine Filmrequisiteurin, eine Telefonseelsorgerin, ein Privatdetektiv, eine angehende Schauspielerin, ein Barkeeper. Sie treffen sich, verpassen sich, träumen und erinnern sich. Im Mondschein und dem Licht der Neonröhren wird die Nacht fast zum Tag.
In Atsuhiro Yoshidas liebevoll erzähltem Episodenroman hängt alles auf besondere Weise zusammen - und oft lenken zufällige Begegnungen das Leben in die richtige Richtung.
ISBN9783446278769
Verlaghanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Wunderschöne kleine Geschichten, deren Hauptfiguren alle irgendwie miteinander verbunden sind. Ein wenig vorhersehbar und schnulzig, aber trotzdem berührend. Mir wurde warm ums Herz. Ich liebe zudem diesen eigentümlichen Ton japanischer Autoren 🥰. Mit den Namen tat ich mich schwer - aber das ist Kritik auf hohem Niveau😉
8. Mai 2024
4,0
Wunderschöne kleine Geschichten, deren Hauptfiguren alle irgendwie miteinander verbunden sind. Ein wenig vorhersehbar und schnulzig, aber trotzdem berührend. Mir wurde warm ums Herz. Ich liebe zudem diesen eigentümlichen Ton japanischer Autoren 🥰. Mit den Namen tat ich mich schwer - aber das ist Kritik auf hohem Niveau😉
In der Millionenstadt Tokio ist Nachttaxifahrer Matsui mit seinem nachtblauen Auto unterwegs und chauffiert Fahrgäste aller Couleur. Um was für eine Art Menschen handelt es sich, die es Nachts aus ihrem Zuhause treibt? Wir lernen zum einen die Requisiteurin Mitsuki Sawatari vom Film kennen, die bis zum nahenden Morgen die skurrilsten Dinge für ein Filmset beschaffen muss und dabei auf eine Obstdiebin namens Kanako trifft, die bei der Telefonseelsorge arbeitet. Zum anderen einen nachtaktiven Händler Herrn Ibaragi mit seinem Geschäft für defektes Werkzeug oder einen Meisterdetektiv namens Shuro, der dem eigenen Vater hinterher spioniert, durch das Schauen von seinen alten Filmen und noch einige weitere liebenswürdig verschrobene Figuren.
Atsuhiro Yoshida schreibt diesen Roman in zwölf Kapiteln und jedes davon beginnt nachts um eins. Er trifft mit dem Tokioter Setting den richtigen Ton und baut gekonnt Metaphern ein. Die nächtliche Atmosphäre wird förmlich spürbar. Da das Büchlein nur 190 Seiten hat, ist es in kurzer Zeit lesbar.
Ich liebe japanische Literatur und von "Gute Nacht, Tokio" habe ich mich direkt angesprochen gefühlt: verschiedene Charaktere, deren Wege sich kreuzen, die für wenige Augenblicke, oder auch für länger, ihre Träume und Wünsche miteinander teilen. Die Figuren in diesem recht kurzen Episodenroman sind alle irgendwie speziell, sie sind Außenseiter, oft einsam, desillusioniert, haben ihre früheren Träume und Ziele aufgegeben. Fast immer sind sie auf der Suche nach etwas, ohne das unbedingt immer benennen zu können.
Der Autor führt diese Figuren auf etwas verschlungenen Pfaden zueinander. Sehr ruhig und warmherzig erzählt er ihre Geschichten, oft entbehren diese nicht einer gewissen Skurrilität. Der Schreibstil wirkt an manchen Stellen etwas unrund (der einzige Grund für meinen Sterneabzug), ob es an der Übersetzung liegen mag, wage ich nicht zu beurteilen. Die verschiedenen Episoden springen in der Zeit und zwischen den Figuren, so dass es manchmal kurz stockt, weil man erstmal wieder den Anschluss finden muss.
Atsuhiro Yoshida entwirft Schicksale, die sich perfekt in die Kulisse der Millionenmetropole Tokio einfügen. Sie sind anonyme Gestalten, die unerkannt an einem vorbeihuschen. Doch sie machen Tokios Vibe als pulsierende Stadt aus. Ohne sie würde etwas fehlen. Der Autor verbindet die einzelnen Figuren und ihre Geschichten miteinander, ihre sich kreuzenden Wege und ihre dadurch entstehende Weiterentwicklung. Sie verändern sich und zum Teil sogar ihr Leben - aus anfangs unzusammengehörenden Einzelteilen wird ein Ganzes, dass sich dem Leser erst zum Ende des Buches erschliesst. Alles steht letztlich miteinander in Verbindung.
Fazit: Wenn man nachts unterwegs ist, kann man einiges erleben und eine Begegnung mit Fremden kann völlig neue Perspektiven eröffnen.
18. Juni 2024
4,0
Die Magie der Begegnung im Tokioter Setting ✨
In der Millionenstadt Tokio ist Nachttaxifahrer Matsui mit seinem nachtblauen Auto unterwegs und chauffiert Fahrgäste aller Couleur. Um was für eine Art Menschen handelt es sich, die es Nachts aus ihrem Zuhause treibt? Wir lernen zum einen die Requisiteurin Mitsuki Sawatari vom Film kennen, die bis zum nahenden Morgen die skurrilsten Dinge für ein Filmset beschaffen muss und dabei auf eine Obstdiebin namens Kanako trifft, die bei der Telefonseelsorge arbeitet. Zum anderen einen nachtaktiven Händler Herrn Ibaragi mit seinem Geschäft für defektes Werkzeug oder einen Meisterdetektiv namens Shuro, der dem eigenen Vater hinterher spioniert, durch das Schauen von seinen alten Filmen und noch einige weitere liebenswürdig verschrobene Figuren.
Atsuhiro Yoshida schreibt diesen Roman in zwölf Kapiteln und jedes davon beginnt nachts um eins. Er trifft mit dem Tokioter Setting den richtigen Ton und baut gekonnt Metaphern ein. Die nächtliche Atmosphäre wird förmlich spürbar. Da das Büchlein nur 190 Seiten hat, ist es in kurzer Zeit lesbar.
Ich liebe japanische Literatur und von "Gute Nacht, Tokio" habe ich mich direkt angesprochen gefühlt: verschiedene Charaktere, deren Wege sich kreuzen, die für wenige Augenblicke, oder auch für länger, ihre Träume und Wünsche miteinander teilen. Die Figuren in diesem recht kurzen Episodenroman sind alle irgendwie speziell, sie sind Außenseiter, oft einsam, desillusioniert, haben ihre früheren Träume und Ziele aufgegeben. Fast immer sind sie auf der Suche nach etwas, ohne das unbedingt immer benennen zu können.
Der Autor führt diese Figuren auf etwas verschlungenen Pfaden zueinander. Sehr ruhig und warmherzig erzählt er ihre Geschichten, oft entbehren diese nicht einer gewissen Skurrilität. Der Schreibstil wirkt an manchen Stellen etwas unrund (der einzige Grund für meinen Sterneabzug), ob es an der Übersetzung liegen mag, wage ich nicht zu beurteilen. Die verschiedenen Episoden springen in der Zeit und zwischen den Figuren, so dass es manchmal kurz stockt, weil man erstmal wieder den Anschluss finden muss.
Atsuhiro Yoshida entwirft Schicksale, die sich perfekt in die Kulisse der Millionenmetropole Tokio einfügen. Sie sind anonyme Gestalten, die unerkannt an einem vorbeihuschen. Doch sie machen Tokios Vibe als pulsierende Stadt aus. Ohne sie würde etwas fehlen. Der Autor verbindet die einzelnen Figuren und ihre Geschichten miteinander, ihre sich kreuzenden Wege und ihre dadurch entstehende Weiterentwicklung. Sie verändern sich und zum Teil sogar ihr Leben - aus anfangs unzusammengehörenden Einzelteilen wird ein Ganzes, dass sich dem Leser erst zum Ende des Buches erschliesst. Alles steht letztlich miteinander in Verbindung.
Fazit: Wenn man nachts unterwegs ist, kann man einiges erleben und eine Begegnung mit Fremden kann völlig neue Perspektiven eröffnen.
Ich weiß nicht so genau, wie mich dieses Buch zurück lässt. Einerseits bin ich froh, es durch zu haben, andererseits könnte ich weitere Nachtgeschichten lesen. Vielleicht war es mir zu viel anderes und zu wenig Tokyo.
11. Jan. 2026
3,5
Leise und gefühlvoll
Ich weiß nicht so genau, wie mich dieses Buch zurück lässt. Einerseits bin ich froh, es durch zu haben, andererseits könnte ich weitere Nachtgeschichten lesen. Vielleicht war es mir zu viel anderes und zu wenig Tokyo.
Ich weiß gar nicht, welche Personen ich am Liebsten mag. Sie sind alle so unterschiedlich und dennoch interessant. Mitsui ist wie das Zentrum eines Spinnennetzes, von dem alle Episoden ausgehen. Gefällt mir gut 👍
Autorin / Autor
Über Atsuhiro Yoshida
Atsuhiro Yoshida, geboren 1962 in Tokio, ist Schriftsteller und preisgekrönter Coverdesigner, der in seinen Büchern mit leichter Hand den kleinen Dingen nachspürt, die das Leben lebenswert machen und die zu suchen sich in jedem Fall lohnt.