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Romane

Die Hochhausspringerin

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Über das Buch

»Ein strahlender Roman über die fürsorgliche Umzingelung, in die sich die ganze Welt verwandelt hat.« Clemens J. Setz

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Denn Riva soll wieder gefügig gemacht werden, sonst droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne die Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen...

Editionen (2)

ISBN9783442719730
Verlagbtb
Erscheinungsdatum13.04.21
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

58 Bewertungen

10 Rezensionen

3,2

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  • maric82
    maric82

    119 Follower

    3,0

    Eine erschreckende Zukunftsvision In dieser Geschichte geht es um Riva, die titelgebende Hochhausspringerin, und Hitomi, eine Psychologin, die Riva beobachtet und bewertet. Riva ist mit ihrem Sport eine sehr bekannte Persönlichkeit und seit kurzem streikt sie, entzieht sich komplett der Öffentlichkeit, die in einer nahen Zukunft einer Dystopie gleicht. Überall sind Kameras und Mikrofone, jede Geste, jedes Wort wird in die eine oder andere Richtung bewertet. Die Gesellschaft ist über eine Art Creditsystem auf Belohnung getrimmt und wer da nicht mitmacht kann nur noch in den Peripherien der Großstädte leben. Da Riva umfassende Sponsorenverträge hat wird Hitomi angestellt, Riva wieder dazu zu bringen, ihren Sport auszuüben und ihre Verträge zu erfüllen. Dazu beobachtet Hitomi Riva rund um die Uhr und versucht mit allen Mitteln, ihren Auftrag zu erfüllen. Doch nach und nach zersetzt der Leistungsdruck, der diese Aufgabe mit sich bringt, Hitomis eisern festgelegten Tagesablauf bis sie sich nicht mehr unter Kontrolle hat und alles um sie herum aus dem Ruder läuft. Dieses Buch ist ein wahrer Zwitter. Inhaltlich ist es eine sehr erschreckend realistische Dystopie, denn viele Elemente, die darin vorkommen, erscheinen schon sehr realistisch (ständige digitale Verfügbarkeit, Bonussystem für ein besseres und erfolgreicheres Leben, eine ständige Öffentlichkeit ohne Rückzugsmöglichkeit, ständige Überwachung an allen Ecken und vieles mehr) und die Autorin überspitzt an einigen Stellen das Ganze. Aber in groben Zügen bewegen wir uns als gesamte Gesellschaft in diese Richtung. In dieser Geschichte ist es jedenfalls ein etabliertes System und alle machen mit. Selbst der Aufstieg im Job hängt an ständiger und täglicher Bewertung, die oftmals jeglicher Grundlage entbehrt. Das alles ist wahnsinnig gut erdacht und raubt einem den Verstand. Jedoch ist die sprachliche Umsetzung der Geschichte meiner Meinung nach grauenhaft gestaltet. Obwohl wir nur aus der Perspektive von Hitomi lesen und alles, was die Geschichte ausmacht über ihre Beobachtungen erleben, ist es genau diese Art des Erzählens, die sich problematisch auf den Fluss der Geschichte auswirkt. Es wirkt dadurch oftmals sehr bruchstückhaft. Auch die tändige Erwähnung von irgendwelchen Marken erfüllt keinen Zweck, obwohl die Logik innerhalb des gesteckten Rahmens eindeutig erscheint, so lenken diese kleinen Details immer wieder den Fokus weg vom eigentlichen Geschehen und das ohne erkennbaren Grund. Insgesamt eine gute erdachte Grundidee, die leider zu vielen Teilen durch die Erzählstruktur in den Sand gesetzt ist. Die Figuren wirken den Umständen entsprechend wie Schablonen, die sich in dieser Welt präsentieren müssen und wie Aussätzige behandelt werden, wenn sie es nicht tun. Ein Buch, das viel mehr hätte bewirken können, aber so leider nicht im Gedächtnis bleibt.

    25. Apr. 2025

  • zeilenlichtung
    zeilenlichtung

    58 Follower

    4,0

    Die Hochhausspringerin Riva ist der perfekte Star, in einer perfektionierten Welt, bis sie sich weigert zu trainieren und mit anderen in Kontakt zu treten.  Psychologin Hitomi bekommt den Auftrag, Rivas Leistungsbereitschaft wieder zu wecken. Dafür beobachtet sie Riva mit Kameras und sucht auf Basis ihrer Beobachtungen Mittel und Wege, Riva wieder zu einer motivierten Hochhausspringerin zu machen.  Auch Hitomi gerät zunehmend unter Leistungsdruck. Moral und Ethik rücken zunehmend in den Hintergrund und der Abstieg an den Rand der Gesellschaft, in die Peripherie, steht beiden kurz bevor.  ‘Die Hochausspringerin’ ist eine Dystopie, die den Kern unserer Zeit trifft und damit reale Entwicklungen in unserer Gesellschaft kritisiert.  So wurde der Roman für mich eine interessante Gesellschaftsanalyse, die mich zunehmend fassungslos gemacht hat. Das Ende hat mich etwas konfus zurückgelassen.

    30. Juni 2024

  • katiiisbooks
    katiiisbooks

    29 Follower

    3,5

    Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, aber nicht durchgehend fesselt.

    Julia von Lucadous "Die Hochhausspringerin" entführt die Leser:innen in eine dystopische Zukunft, in der die Grenzen zwischen Individuum und System verschwimmen. Es geht um Leistung, um das System der Credit Points (Sozialkredit-Punkte), um permanente Überwachung und Öffentlichkeit und um gesellschaftlichen Auf- bzw. Abstieg. Trotz dieser starken Grundlage wirkt die Erzählung stellenweise langatmig. Es fehlt der Handlung ein wenig an Dynamik. Die Idee, die Geschichte von Riva durch eine Beobachterin erzählen zu lassen, gefiehl mir zwar, allerdings war mir deren Einstellung und Perspektive so fremd, dass es mir den Zugang zur Geschichte erschwert hat. Insgesamt ist "Die Hochhausspringerin" ein durchaus faszinierendes Werk, das gesellschaftlich relevante Fragen aufwirft. Doch der Erzählstil und die repetitiven Passagen könnten dazu führen, dass manche Leser:innen nicht vollständig in die Welt des Buches eintauchen können.

    23. Jan. 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Julia von von Lucadou

Julia von Lucadou wurde 1982 in Heidelberg geboren und ist promovierte Filmwissenschaftlerin. Sie arbeitete als Regieassistentin, Redakteurin beim Fernsehen und als Simulationspatientin; sie lebt in Biel, New York und Köln. "Die Hochhauspringerin" ist ihr erster Roman.

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