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Berührender und intensiver Einblick in das Schicksal einer türkischen Gastfamilie zwischen Tradition und Moderne
Fast dreißig Jahre hat sich der Hüseyin in Deutschland kaputtgearbeitet, die meiste Zeit am Schmelzofen einer Metallfabrik. Nachdem seine Kinder aus dem gröbsten heraus sind, will der Familienvater mit seiner Frau Emine Deutschland verlassen, "dieses kalte, herzlose Land", das seit der Wiedervereinigung nur noch mit sich selbst beschäftigt ist. Dann möchte er nach Istanbul in die frisch renovierte Wohnung ziehen, die er von seinen Ersparnissen gekauft hat. Doch eine Woche vor seinem sechzigsten Geburtstag stirbt Hüseyin an einem Herzinfarkt, knapp vor der Frührente. Sein Tod wird zum Anlass, dass sich die Familie in Rekordzeit einfindet. Nach dem islamischen Ritus muss er spätestens nach achtundvierzig Stunden beerdigt sein. Und so werden seine Kinder aus ihrem Alltag gerissen, müssen Flüge buchen, Fahrten unternehmen, Vorhaben abbrechen. Der Leser lernt in einzelnen Kapiteln die Kinder Hüseyin, ihre Kindheitstraumata, ihre schwierigen Lebenssituationen kennen. Insbesondere die intensive und tragische Lebensgeschichte der Töchter und der Ehefrau haben mich überzeugt und fasziniert, die Geschichte der Brüder bleibt dagegen ein bisschen blass. Auch die Fülle der behandelten Themen, wie sexuelle Identität, Liebe, Gewalt in der Ehe, Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, Rassismus, Gewalt in der Ehe, Alkoholismus usw. führt dazu, dass wichtige Themen nur angerissen werden, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Trotzdem bekommt man einen berührenden und intensiven Einblick in das Schicksal einer türkischen Gastfamilie zwischen Tradition und Moderne. Empfehlenswert!
6. Apr. 2025
Berührender und intensiver Einblick in das Schicksal einer türkischen Gastfamilie zwischen Tradition und Moderne
Fast dreißig Jahre hat sich der Hüseyin in Deutschland kaputtgearbeitet, die meiste Zeit am Schmelzofen einer Metallfabrik. Nachdem seine Kinder aus dem gröbsten heraus sind, will der Familienvater mit seiner Frau Emine Deutschland verlassen, "dieses kalte, herzlose Land", das seit der Wiedervereinigung nur noch mit sich selbst beschäftigt ist. Dann möchte er nach Istanbul in die frisch renovierte Wohnung ziehen, die er von seinen Ersparnissen gekauft hat. Doch eine Woche vor seinem sechzigsten Geburtstag stirbt Hüseyin an einem Herzinfarkt, knapp vor der Frührente. Sein Tod wird zum Anlass, dass sich die Familie in Rekordzeit einfindet. Nach dem islamischen Ritus muss er spätestens nach achtundvierzig Stunden beerdigt sein. Und so werden seine Kinder aus ihrem Alltag gerissen, müssen Flüge buchen, Fahrten unternehmen, Vorhaben abbrechen. Der Leser lernt in einzelnen Kapiteln die Kinder Hüseyin, ihre Kindheitstraumata, ihre schwierigen Lebenssituationen kennen. Insbesondere die intensive und tragische Lebensgeschichte der Töchter und der Ehefrau haben mich überzeugt und fasziniert, die Geschichte der Brüder bleibt dagegen ein bisschen blass. Auch die Fülle der behandelten Themen, wie sexuelle Identität, Liebe, Gewalt in der Ehe, Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, Rassismus, Gewalt in der Ehe, Alkoholismus usw. führt dazu, dass wichtige Themen nur angerissen werden, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Trotzdem bekommt man einen berührenden und intensiven Einblick in das Schicksal einer türkischen Gastfamilie zwischen Tradition und Moderne. Empfehlenswert!
6. Apr. 2025







