"Eine ergreifende Geschichte über Distanz und Begierde." Brigitte Woman
Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre: Drei junge Ethnologen die schon berühmte und faszinierende Amerikanerin Nell Stone, ihr Mann Fen und der Brite Andrew Bankson entwickeln eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung. Von realen Ereignissen im Leben der Ethnologin Margaret Mead inspiriert, erzählt Lily King in diesem grandiosen, spannenden und sinnlichen Roman von Begierde, Liebe, unterschiedlichen Lebensformen und Herrschaft.
Erschöpft von den Versuchen, etwas Verwertbares über die Stämme am Sepikfluss herauszufinden, gelangen die drei Forscher zu den Tam, einem weiblich dominierten Stamm mit ungewohnten Ritualen. Während sie immer tiefer in das Leben der Tam eindringen, werden auch ihre unterschiedlichen Wünsche und Interessen immer deutlicher, die erotische Anziehung zwischen Nell Stone und Andrew Bankson immer intensiver. Schließlich schreitet Fen zu einer dramatischen Aktion mit tragischem Ausgang für alle.
"Ein phänomenal gutes, emotional überwältigendes Buch!" Magazin 5 plus
Eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Klappentext und Cover haben mich nicht interessiert, aber bereits die ersten Sätze haben mich gefesselt und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es hat sich wie eine Reise in eine Welt, die man so heute nicht mehr erleben kann, angefühlt.
3 Tage vor
5,0
Eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Klappentext und Cover haben mich nicht interessiert, aber bereits die ersten Sätze haben mich gefesselt und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es hat sich wie eine Reise in eine Welt, die man so heute nicht mehr erleben kann, angefühlt.
Euphoria lässt einen wirklich euphorisch, aber auch nachdenklich zurück. Die erfolgreiche Anthropologin Nell Stone reist gemeinsam mit ihrem Ehemann Fen durch Neuguinea, um indigene Völker zu studieren. Ihre Beziehung ist angespannt: Fen ist neidisch auf Nells wissenschaftlichen Erfolg und fühlt sich von ihr unterlegen.
Als sie den britischen Anthropologen Andrew Bankson treffen, ändert sich die Dynamik.Bankson, der selbst unter Einsamkeit und Depression leidet, fühlt sich sofort zu Nell hingezogen - intellektuell wie emotional. Zwischen den Dreien entsteht eine enge, zunehmend komplizierte Beziehung, die durch wissenschaftlichen Ehrgeiz, immer weiter eskaliert. Ich war hingerissen von der Welt, dieser Völker und konnte die flirrende Natur regelrecht spüren, aber auch die Liebe zwischen Nell und Bankson, die Leidenschaft die zwischen ihnen brodelt. Wirklich ein euphorisches Buch.
▪️Wissenschaft ▪️Tam ▪️ Kolonialismus und kulturelle Missverständnisse ▪️ Eifersucht, Liebe und Macht ▪️ Vulva ▪️ Du bist in meinem Bauch ▪️ heimliche Liebe ▪️ blaues Kleid
13. Juli 2025
4,0
Euphoria lässt einen wirklich euphorisch, aber auch nachdenklich zurück. Die erfolgreiche Anthropologin Nell Stone reist gemeinsam mit ihrem Ehemann Fen durch Neuguinea, um indigene Völker zu studieren. Ihre Beziehung ist angespannt: Fen ist neidisch auf Nells wissenschaftlichen Erfolg und fühlt sich von ihr unterlegen.
Als sie den britischen Anthropologen Andrew Bankson treffen, ändert sich die Dynamik.Bankson, der selbst unter Einsamkeit und Depression leidet, fühlt sich sofort zu Nell hingezogen - intellektuell wie emotional. Zwischen den Dreien entsteht eine enge, zunehmend komplizierte Beziehung, die durch wissenschaftlichen Ehrgeiz, immer weiter eskaliert. Ich war hingerissen von der Welt, dieser Völker und konnte die flirrende Natur regelrecht spüren, aber auch die Liebe zwischen Nell und Bankson, die Leidenschaft die zwischen ihnen brodelt. Wirklich ein euphorisches Buch.
▪️Wissenschaft ▪️Tam ▪️ Kolonialismus und kulturelle Missverständnisse ▪️ Eifersucht, Liebe und Macht ▪️ Vulva ▪️ Du bist in meinem Bauch ▪️ heimliche Liebe ▪️ blaues Kleid
Unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne
„Spannend... intensiv, verführerisch, erotisch…“, so überschlagen sich
Literaturkritiker diverser renommierter Medien bei ihren Rezensionen zu
Euphoria. Kombiniert mit dem Wortklang des Titels und dem nach einem fiktiven
Pseudonym klingenden Namen der Autorin verführen spätestens Keywords aus der
Inhaltsangabe wie „Dreiecksbeziehung in exotischem Setting“ zu völlig
unzutreffender Kategorisierung. Also Vorsicht vor voreiligen Schnellschlüssen,
denn das Buch bietet aus diesem Genre relativ wenig, aber dafür viel mehr
Höherkarätiges.
So wenig wie Euphoria auch nur im Geringsten in die Sparte Fifty Shades of Grey
gehört, so wenig ist Lily King eine E.L. James. Lily King ist amerikanische
Hochschullehrerin für Literatur, die mit ihren Büchern bereits diverse
Literaturpreise gewonnen hat und mit Euphoria von der New York Times unter die
fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt wurde.
Der Roman selbst hat viele Ebenen und Facetten, die jede für sich einen
Spannungsbogen garantiert und im gemeinsamen Einklang die Qualität des
Romans ausmachen.
Die Handlung. Lily King lehnt sich an die reale Forschung von Margaret Mead in
Papua-Neuguinea an, diesem landschaftlich und kulturell wilden Inselkonglomerat
zwischen Indonesien und Australien. Die Autorin erschafft für ihren Roman die
Figuren von drei Ethnologen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts
in den Tiefen des kaum erschlossenen Regenwaldes kennenlernen und ihre
Forschungen teilweise in Konkurrenz mißtrauisch beäugen, aber teilweise auch in
ungestümer Fusion ihrer gemeinsamen wissenschaftlichen Leidenschaft fast schon
zur ekstatischen Euphorie vorantreiben.
Das Zwischenmenschliche. Nell und ihr Mann Fen sind mehr Konkurrenten als
Ehepaar. Hier Nell, die strukturierte, engagierte und schon deutlich berühmtere
Wissenschaftlerin, die für neue Erkenntnisse und Erfahrungen alles gibt. Da Fen,
der Maskuline und eher Raubeinige, dem es im Schatten seiner Frau mehr um den
schnellen Erfolg geht, sei es sogar durch Diebstahl von Kulturgütern heiliger
Zeremonien. Und dann taucht da der sensible Konterpart Andrew auf, ein
Wissenschaftler mit Empathie, wobei sich sein Einfühlungsvermögen nicht nur auf
die Sitten und Riten der Ureinwohner beschränkt, sondern sich auch auf Nell
auswirkt. Soweit, so gut oder so klischeehaft in der Kürze, aber ehrlicherweise
gekonnt ins Buch eingewoben.
Die Erzählperspektive. Davon gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei. Zum
Einstieg und immer wieder sporadisch im Verlauf des Buches übernimmt der
auktorial-neutrale Erzähler. Danach wechseln sich Andrew und Nell als Ich-
Erzähler ab, wobei Nells Part als Tagebuch präsentiert wird. Ein am Anfang leicht
irritierender Wechsel der Erzählstile, nach kurzer Einlese-Zeit aber sehr
interessant und auflockernd.
Die Rolle der Ethnologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das ist die mit
Abstand bedrückendste Ebene des Romans. King gelingt es hervorragend
darzustellen, wie falsch und fehlerhaft der Ansatz der ethnologischen
Wissenschaft dieser drei Forscher ist, die aber nur repräsentativ für die gesamte
Anthropologie der damaligen Zeit stehen. Und ich hoffe inständig, dass das
Präteritum an dieser Stelle gerechtfertigt ist. Die drei Vertreter eines ganz
anderen Kulturkreises betreten ein fast unberührtes Land, um die Ureinwohner zu
studieren, verändern aber alleine durch ihre Anwesenheit mit ihrem Eintreffen
alle Abläufe und jegliches Verhalten. Sie lassen sich eigene Hütten und Häuser
bauen, greifen in uralte Riten ein und leiten aus all den fehlgesteuerten und
verfälschten Beobachtungen schliesslich auch noch unzulässig verallgemeinernde
Schlüsse ab. Sie schaffen schliesslich Menschentypen und Rassenkategorien, die
wenige Jahre später in nationalsozialistische Strömungen rund um die Welt, aber
bekannterweise vor allem in einem Staat in der Mitte Europas begeisterten
Widerhall finden.
In Summe also kein Erotikroman, aber auch kein Abenteuerroman, natürlich auch
kein ethnologisch-anthroposophisches Sachbuch, sondern einfach sehr
unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne..
8. Mai 2026
5,0
Unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne
„Spannend... intensiv, verführerisch, erotisch…“, so überschlagen sich
Literaturkritiker diverser renommierter Medien bei ihren Rezensionen zu
Euphoria. Kombiniert mit dem Wortklang des Titels und dem nach einem fiktiven
Pseudonym klingenden Namen der Autorin verführen spätestens Keywords aus der
Inhaltsangabe wie „Dreiecksbeziehung in exotischem Setting“ zu völlig
unzutreffender Kategorisierung. Also Vorsicht vor voreiligen Schnellschlüssen,
denn das Buch bietet aus diesem Genre relativ wenig, aber dafür viel mehr
Höherkarätiges.
So wenig wie Euphoria auch nur im Geringsten in die Sparte Fifty Shades of Grey
gehört, so wenig ist Lily King eine E.L. James. Lily King ist amerikanische
Hochschullehrerin für Literatur, die mit ihren Büchern bereits diverse
Literaturpreise gewonnen hat und mit Euphoria von der New York Times unter die
fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt wurde.
Der Roman selbst hat viele Ebenen und Facetten, die jede für sich einen
Spannungsbogen garantiert und im gemeinsamen Einklang die Qualität des
Romans ausmachen.
Die Handlung. Lily King lehnt sich an die reale Forschung von Margaret Mead in
Papua-Neuguinea an, diesem landschaftlich und kulturell wilden Inselkonglomerat
zwischen Indonesien und Australien. Die Autorin erschafft für ihren Roman die
Figuren von drei Ethnologen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts
in den Tiefen des kaum erschlossenen Regenwaldes kennenlernen und ihre
Forschungen teilweise in Konkurrenz mißtrauisch beäugen, aber teilweise auch in
ungestümer Fusion ihrer gemeinsamen wissenschaftlichen Leidenschaft fast schon
zur ekstatischen Euphorie vorantreiben.
Das Zwischenmenschliche. Nell und ihr Mann Fen sind mehr Konkurrenten als
Ehepaar. Hier Nell, die strukturierte, engagierte und schon deutlich berühmtere
Wissenschaftlerin, die für neue Erkenntnisse und Erfahrungen alles gibt. Da Fen,
der Maskuline und eher Raubeinige, dem es im Schatten seiner Frau mehr um den
schnellen Erfolg geht, sei es sogar durch Diebstahl von Kulturgütern heiliger
Zeremonien. Und dann taucht da der sensible Konterpart Andrew auf, ein
Wissenschaftler mit Empathie, wobei sich sein Einfühlungsvermögen nicht nur auf
die Sitten und Riten der Ureinwohner beschränkt, sondern sich auch auf Nell
auswirkt. Soweit, so gut oder so klischeehaft in der Kürze, aber ehrlicherweise
gekonnt ins Buch eingewoben.
Die Erzählperspektive. Davon gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei. Zum
Einstieg und immer wieder sporadisch im Verlauf des Buches übernimmt der
auktorial-neutrale Erzähler. Danach wechseln sich Andrew und Nell als Ich-
Erzähler ab, wobei Nells Part als Tagebuch präsentiert wird. Ein am Anfang leicht
irritierender Wechsel der Erzählstile, nach kurzer Einlese-Zeit aber sehr
interessant und auflockernd.
Die Rolle der Ethnologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das ist die mit
Abstand bedrückendste Ebene des Romans. King gelingt es hervorragend
darzustellen, wie falsch und fehlerhaft der Ansatz der ethnologischen
Wissenschaft dieser drei Forscher ist, die aber nur repräsentativ für die gesamte
Anthropologie der damaligen Zeit stehen. Und ich hoffe inständig, dass das
Präteritum an dieser Stelle gerechtfertigt ist. Die drei Vertreter eines ganz
anderen Kulturkreises betreten ein fast unberührtes Land, um die Ureinwohner zu
studieren, verändern aber alleine durch ihre Anwesenheit mit ihrem Eintreffen
alle Abläufe und jegliches Verhalten. Sie lassen sich eigene Hütten und Häuser
bauen, greifen in uralte Riten ein und leiten aus all den fehlgesteuerten und
verfälschten Beobachtungen schliesslich auch noch unzulässig verallgemeinernde
Schlüsse ab. Sie schaffen schliesslich Menschentypen und Rassenkategorien, die
wenige Jahre später in nationalsozialistische Strömungen rund um die Welt, aber
bekannterweise vor allem in einem Staat in der Mitte Europas begeisterten
Widerhall finden.
In Summe also kein Erotikroman, aber auch kein Abenteuerroman, natürlich auch
kein ethnologisch-anthroposophisches Sachbuch, sondern einfach sehr
unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne..
8. Mai 2026
3 von 14 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Lily King
Lily King, geboren 1963, wuchs in Massachusetts auf und lebt heute mit ihrer Familie in Maine. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Preise. Ihr Roman "Euphoria" (C.H.Beck 2015) wurde mit dem Kirkus Prize ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung wurde zu einem Bestseller. Sabine Roth ist seit 1991 als Übersetzerin tätig. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Jane Austen, Henry James, Agatha Christie, John le Carré, V.S. Naipaul, Elizabeth Strout, Richard Osman und Lemony Snicket. Für C.H.Beck übersetzte sie "Writers & Lovers" von Lily King und "Mr Thundermug" von Cornelius Medvei.