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Der Historiker

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Über das Buch

Editionen (4)

ISBN9783827005908
VerlagBerlin Verlag
Erscheinungsdatum31.08.05
Seitenzahl832

Rezensionen & Bewertungen

52 Bewertungen

14 Rezensionen

4,2

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  • mateicee
    mateicee

    322 Follower

    5,0

    Der Historiker ist ein Roman, der mich vollständig überwältigt hat. Was zunächst wie eine literarische Reise durch alte Archive und europäische Städte wirkt, entfaltet sich rasch zu einer dichten, düsteren Erzählung, in der Geschichte, Mythos und persönliche Schicksale untrennbar miteinander verwoben sind. Elizabeth Kostova gelingt hier etwas Außergewöhnliches: Sie erschafft einen Dracula, der nicht bloß ein Monster ist, sondern ein Prinzip — die Verkörperung des Bösen in all seinen Facetten. Geduldig, strategisch, intellektuell und beunruhigend unsterblich wirkt er weniger wie eine Figur als wie ein Schatten, der sich durch Jahrhunderte und Blutlinien zieht. Im Zentrum der Geschichte stehen jedoch nicht die Schrecken, sondern die Menschen, die ihnen begegnen. Besonders Helen hat mich tief beeindruckt. Geformt von einer schweren Vergangenheit, geprägt von Trauma, Herkunft und politischer Unterdrückung, ist sie keine klassische Heldin, sondern eine Frau, deren Stärke im Realismus, in ihrer Schärfe, Intelligenz und unerschütterlichen Loyalität liegt. Sie ist Beschützerin, nicht Mörderin — jemand, der seine eigenen Emotionen zügelt, um andere zu retten. Ihre Beziehung zu Paul, die sich unter extremen Bedingungen formt, ist eine Verbindung von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und intellektueller Ergänzung. Sie sind einander verfallen, ohne zu begehren; zwei Menschen, die außerhalb dieser außergewöhnlichen Ereignisse niemals zueinander gefunden hätten und doch unausweichlich zusammengehören. Auch die Nebenfiguren — von Rossi über Bora bis zu den zahlreichen Archivaren, Mönchen und Gelehrten — tragen zur gewaltigen Atmosphäre des Romans bei. Jede Begegnung wirkt bedeutungsvoll, jeder Ort atmet Geschichte und Geheimnis. Besonders faszinierend ist Kostovas Fähigkeit, reale europäische Vergangenheit mit der Spannung eines Thrillers zu verweben, ohne jemals ins Plakative abzurutschen. Die Bedrohung ist subtil, ungreifbar und dadurch umso beklemmender. Was Der Historiker so gelungen macht, ist seine Ambivalenz: Er ist zugleich Abenteuergeschichte, Liebeserzählung, historischer Roman und metaphysische Betrachtung über das Böse. Kostovas Dracula ist kein Gegner, den man endgültig besiegen kann — er ist ein Zustand, ein Echo der dunkelsten Seiten menschlicher Geschichte. Doch gerade deshalb leuchten Mut, Loyalität und Menschlichkeit der Figuren umso heller. Für mich ist Der Historiker ein Werk, das lange nachhallt. Es ist tiefgründig, emotional, atmosphärisch dicht und voller Figuren, die sich wie echte Menschen anfühlen. Ein Buch, das mich gleichermaßen zum Denken, Fühlen und Staunen gebracht hat. Fünf Sterne — und eigentlich noch mehr.

    11. Dez. 2025

  • 4,0

    Vlad der Pfähler

    Ein Buch auf den Fährten Vlad Draculas. Anhand von Briefen und Dokumenten taucht unsere Protagonistin immer tiefer in ihre eigene Vergangenheit und in die Geschichte Vlad Draculas ein. Einerseits liest es sich wie ein Reisebericht, in dem immer wieder Briefe und historische Dokumente eingestreut werden, um am Ende wie ein Mosaik als ganze Geschichte zusammengesetzt zu werden. Teils erinnerte es mich, des Stils wegen, an „Die neun Pforten“ aber auch an „Der Name der Rose“. Überaus atmosphärisch tauchen wir immer tiefer in die verwobene Geschichte ein. Sie wird eher ruhig und ohne Action, aber dafür mit Tiefgang und historischen Fakten erzählt. Das Buch hatte durchaus seine Längen, aber für alle, die gern tief eintauchen, sich Zeit lassen und das Gefühl lieben, alte Geheimnisse zu entschlüsseln – absolut empfehlenswert.

    26. Okt. 2025

  • leseratte69
    leseratte69

    45 Follower

    4,0

    Sehr ungewöhnliche Vampirgeschichte

    Das Buch ist ein richtiger Klopper mit über 800 Seiten! Aber ich fand jede einzelne Seite lesenswert. Wir begleiten ein namenloses Mädchen, das durch einen Zufallsfund auf das Geheimnis ihrer Familie trifft. Sie löchert ihren Vater so lange, bis er ihr die ganze Geschichte enthüllt. Die Erzählweise fand ich außergewöhnlich, der Vater erzählt am Anfang, dann geht es in Briefen weiter. Gleichzeitig erfahren wir in dem Vergangenheitsstrang von noch einem Vergangenheitsstrang. Die Ereignisse führen uns quer durch Europa. Die Beschreibungen der Städte und Landschaften hatte für mich einen besonderen Reiz, das unterstrich die Stimmung des Romans. Obwohl er sehr ruhig und sehr ausführlich geschrieben ist, war er an keiner Stelle langweilig. Die Personen fand ich toll geschildert, keine Übermenschen, sondern sehr nachvollziehbar. Der Schluss hat sich an die Geschichte hervorragend angefügt, ohne einen großen Showdown. Hat mir sehr gut gefallen!

    2. Apr. 2026

3 von 14 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 13716%
mateicee
mateicee9. Dez. 2025

Diese Dunkle Gestalt im Hintergrund, die mal zu sehen ist und mal nicht... spooky...

Seite 20725%

1 Kommentar verdeckt

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