Blick ins Buch

Romane

Hey guten Morgen, wie geht es dir?

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Über das Buch

»Ein so trauriges und zugleich witziges Buch, so elegant und zart, wie ich es nicht nur auf Deutsch lange nicht gelesen habe, ein Roman über Krankheit und Alter und Einsamkeit und das Internet und die Schönheit der Fiktionen.« Daniel Kehlmann

Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter, den Alltag zu meistern. Außerdem ist sie Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, flüchtet sie ins Internet und chattet mit Love-Scammern. Sie spielt Spielchen mit Männern, die sie anlügen, und wird dabei selbst zur Lügnerin. Eines Tages trifft Juno auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Denn belügt man sich beim Lügen nicht zuallererst selbst? Trotz der Entfernung zwischen ihnen entsteht eine Verbindung. – Martina Hefter hat einen berührenden Roman über Bedürfnisse und Sehnsüchte im Leben geschrieben. Und darüber, wie weit man bereit ist, für die Liebe zu gehen.

Deutscher Buchpreis 2024

Großer Preis des deutschen Literaturfonds 2024

Wiesbadener Literaturpreis 2024

Nominiert für den Bayerischen Buchpreis 2024

Prix Grand Continent

Editionen (6)

ISBN9783328113447
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum28.01.26
Seitenzahl224

Merkmale

6 Bewertungen

GlaubwürdigMittelVielschichtigUngewöhnlichNachdenklichSympathisch

Rezensionen & Bewertungen

2120 Bewertungen

396 Rezensionen

3,3

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    4,0

    Nochmal eine merkwürdige Pause, in der alles, was nicht stimmte auf der Welt, zu Tage trat. Es war natürlich in erster Linie eine Gemeinheit von Juno, eine Mikroaggression, und keine Form von Rücksicht. Auf dem Weg nach Hause stand sie lange auf der Karlbrücke, machte Fotos mit dem Handy. Das glänzende, dunkle Band der Weißen Elster, darüber der Mond. Die Kamera funktionierte nicht mehr gut, auf dem Foto fuhr ein länglicher Lichtschein schräg durch den Himmelskörper. Es sah auf dem Display aus, als würde er gerade von etwas getroffen. - Zitat, Seite 114 Es kam für einige doch überraschend, dass Martina Hefter als Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2024 verkündet wurde, für ihren Roman der Gegenwartsliteratur - an dem sie laut eigenen Angaben "nur etwas länger als ein Jahr gearbeitet" hat. Während die einen Stimmen von einem "göttlichen Buch" (FAZ), welches ein "Bestseller werden" (Die Zeit) solle, Kunde geben, sehen viele Leserinnen und Leser sich mit einigen inneren Fragezeichen zur Lektüre ausgesetzt. Manche empfinden die Geschichte auch als zu öberflächlich erzählt und vermissen einen konkreten Schlusspunkt. Doch worum geht es eigentlich in "HEY GUTEN MORGEN, WIE GEHT ES DIR?" Zunächst mag man "Schlaflos in Leipzig"- Vibes empfinden, denn Juno, Anfang 50, die ihren kranken Ehemann Jupiter zu Hause pflegt, wendet sich in den Nächten den zweifelhaften Weiten männlicher Aufmerksamkeit zu. Im vollen Bewusstsein von sogenannten Love-Scammern umgeben zu sein, beantwortet sie die herzgesäumten Schmeicheleien mit provokanten Nachrichten mit fiktiven Hintergründen. Derart vor den Kopf gestoßen, blockieren die meisten Profile alsbald die Protagonistin. Doch ein junger Mann aus Nigeria lässt sich von Junos loser Internetzunge nicht abschrecken. Er enttarnt sich und bald schreiben sich Juno und Benu per WhatsApp. Juno, die ihre falsche Internetidentität beibehält, fühlt sich unsicher: wer wird hier jetzt gerade wirklich betrogen? - Spielt das überhaupt eine Rolle, denn die Frage bleibt: Gibt es überhaupt etwas Bleibendes in einer Existenz des Endlichen? Die Geschichte wird sehr stark durch ein filmisches Motiv bestimmt, welches im Roman immer wieder thematisiert und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Um also wirklich in die Lektüre eintauchen zu können, sollte man sich - zumindest oberflächlich - mit dem Film "Melancholia" auseinandersetzen. Der Film wurde von dem dänischen Regisseur Lars van Trier gedreht und im Jahr 2011 veröffentlicht. In dem Film interpretiert der Regisseur das "Tristan und Isolde"-Motiv für sich und stellt es als Todestrieb dar (konträr zum Gedanken der ewigen Liebe). Sein entsprechendes musikalisches Zitat aus der Wagner-Oper begleitet dann auch den Albtraum der jungen und depressiven Justine, in der ein wandernder Planet die Erde trifft - und alles Leben auslöscht! Später wird ihre Vision rätselhafte Wirklichkeit, denn ein Planet mit dem Namen Melancholia steuert auf die Erde zu, doch Justines Mann und auch deren rationale Schwester Claire versuchen die junge Frau zu beruhigen, denn allen Berechnungen nach, wird der Fremdkörper knapp vorbei ziehen - und so kommt es auch. Doch dann steuert Melancholia erneut auf die Erde zu ... Martina Hefter verbindet also das Medium Buch mit anderen Medien wie Film und Musik. Die Intertextualität, die sich auch in Bezügen zur klassischen Literatur zeigt, wirkt dabei nur ganz minimal aufgesetzt und belebt den Text. Die Protagonistin ist stolz auf ihre Beine, die sie wohlgeformt in Pose bringt und dieser tänzerische Schwung überträgt sich beim Lesen. Als Gegenpart ist hier das Leben mit dem Partner mit einer schweren neurologischen Erkrankung. Es ist ein kluger Schritt der Autorin, im Buch diesen Ehemann zum erfolgreichen Schriftsteller werden zu lassen. Allein für die Reisebeschreibung zur Literaturveranstaltung - inklusive der Nutzung der Deutschen Bahn - lohnt die Lektüre! Was jedoch die Geschichte mit dem möglichen Love-Scammer betrifft, bleibt die Sache seltsam weichgezeichnet und unbestimmt. Die Autorin erwähnt in der Danksagung, dass der Text von einem "Sensivity Reading" begleitet wurde. Vielleicht hat dies zu diesem Eindruck beigetragen. Außerdem ist es schade, dass wir beim Lesen trotz der auktorialen Erzählweise nur die Perspektive der Protagonistin einnehmen. Darum wirkt der Text insgesamt, trotz der vielen erwähnten positiven Aspekte, wenig komplex. FAZIT Tatsächlich war ich nach den vielen gehörten negativen Stimmen überrascht, wie gut mir die Geschichte gefiel. Besonders die Hommage an den doch recht kontrovers diskutierten Film Melancholia hat mir gefallen. Ich habe mir während des Lesens den musikalischen Ausschnitt aus dem Wikipedia Artikel angehört und auch die Rezension von Wolfgang M. Schmitt (wie jung er da aussieht!) auf dessen YouTube Kanal Die Filmanalyse angesehen (und für sehenswert gehalten). Der Film Melancholia beschreibt - meiner Meinung nach - sehr treffend einen speziellen psychischen Zustand der Gelöstheit oder Euphorie einer Person, die beschlossen hat, ihrem Leiden und damit auch sich selbst ein Ende zu setzen. Entsprechend war ich sehr gespannt auf die finale Auflösung der Geschichte im Roman. Aber - der Knall blieb aus. Insgesamt war der Buchpreisträger 2024 eine interessante Lektüre, der es persönlich an Biss gefehlt hat! Hat jemand bereits eigene Erfahrungen, die geteilt werden wollen? Oder seid ihr jetzt neugierig auf das Buch geworden?

    9. Feb. 2026

  • fruggielicious
    fruggielicious

    2739 Follower

    4,0

    Roman des Jahres 2024 💛

    ✨Rezensionsexemplar✨ Nachdem ich letztes Jahr nun auch noch (zu allem Überfluss 😂😂) meine Leidenschaft für zeitgenössische Literatur entdeckt habe, aber wenig davon auf dem SuB habe, war ich sehr glücklich, diese Geschichte zu entdecken. Das war mein erstes Buch der Autorin und ich bin beeindruckt! ✨Zitate „Eine der Frauen hatte sich das Leben genommen, mit Anfang sechzig. … Ihr Haus war verpfändet worden, sie hatte ihren Job verloren. Sie hatte über 250.000 Euro an den Love-Scammer gesendet, weil er versprach, bald nach Deutschland zu kommen, erzählte die Freundin.“ „Jupiters Rollstuhl war mindestens fünfzig Kilo schwer, ohne Hilfe bekam sie ihn nicht die Treppe vom Hochparterre runter auf den Gehweg. Man brauchte eine zweite Person, und Jupiter musste auch unterstützt werden, wenn er sich die Treppe hinunter hangelte.“ ✨Inhalt Juno und Jupiter sind glücklich, aber Jupiter ist auch schwer krank und auf Junos Hilfe und Pflege angewiesen. Juno vertreibt sich außerdem ihre wenige freie Zeit damit, Love Scammer im Internet zu entlarven… ✨Meinung Das Buch hat sich sehr angenehm lesen lassen. Trotz der Schwere und Brisanz der Themen schreibt Martina Hefter mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Gerade deshalb sind mir einige Abschnitte sehr nahe gegangen. Der respektvolle Umgang zwischen Juno und Jupiter, ihre spürbare Verbundenheit, mein Herz schmerzt immer noch, wenn ich daran denke. Hingegen die Ungerechtigkeit von Krankheit und Pflegebedürftigkeit… diese Themen betreffen alle, aber nicht alle sind so mutig, darüber einen Roman zu schreiben bzw. sich damit auseinanderzusetzen. Jupiter kämpft gesundheitlich mit vielen Problemen, das Angewiesensein auf Hilfe fällt ihm nicht leicht. Auch den Umgang Fremder mit einem Rollstuhl thematisiert die Autorin. Es wird so lange gestarrt, bis Juno zurückstarrt. Mich hat das alles sehr beschäftigt und aufgewühlt. Die Abschnitte bzgl. der Lovescammer habe ich auch gern und mit Interesse gelesen, es fiel mir da aber etwas schwerer mich reinzufühlen. Dennoch ist auch das ein wichtiges Thema, über das gesprochen werden muss. ✨Fazit Das Buch ist ein würdiger Buchpreis Sieger🥇und ich habe die Geschichte auf jeden Fall verschlungen. Meine Bewertung mit 4⭐️ bedeutet in diesem Fall lediglich, dass ich etwas Luft nach oben für weitere Werke der Autorin lasse und aktuell noch andere Bücher meine Genre Highlights sind. Juno und Jupiter habe ich aber definitiv für immer im Herzen. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

    Roman des Jahres 2024 💛

    27. Feb. 2026

  • bookstories
    bookstories

    152 Follower

    2,0

    Trocken und schwierig

    Ich habe das Buch aus zwei Gründen gelesen. Erstens, weil es diesen Preis gewonnen hat und zweitens, weil mir die Beschreibung gut gefiel. Und ganz ehrlich? Mir hat’s nicht gefallen. Vielleicht treffe ich bei einigen jetzt einen Nerv, aber ich fand die Protagonistin sehr unsympathisch. Die Krankheit ihres Mannes war eine reine Nebensächlichkeit. Das fand ich persönlich sehr schade. Und schwups, war am Ende sogar Benu einfach aus der Geschichte. Ich bin einfach nicht schlau daraus geworden, was mir dieses Buch eigentlich sagen will. Es werden tatsächlich vielen Themen angerissen aber mir war dieses Buch definitiv zu trocken und oberflächlich. Schwierig

    2. Apr. 2025

3 von 396 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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yerin
yerin12. Jan. 2025

Diesjähriger Gewinner des deutschen Buchpreises. Die Beschreibung würde mich nicht sonderlich reizen, wenn ich ehrlich bin. Aber Kritikerinnen und Leserinnen, deren Meinung ich auch sehr schätze sind durchweg begeistert von diesem Buch. Ich drück die Daumen, dass meine lokale Bibliothek sich das Buch bald zulegt. :)

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Autorin / Autor

Über Martina Hefter

Martina Hefter lebt als Autorin und Performerin in Leipzig. Ihre Texte bewegen sich zwischen Gedicht, szenischen Schreibformen und Roman. Viele ihrer Texte setzt sie in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen szenisch um. Sie veröffentlichte drei Romane und – im kookbooks-Verlag Berlin – fünf Gedichtbände. Für ihren letzten Roman, »Hey guten Morgen, wie geht es dir?«, erhielt sie 2024 den Deutschen Buchpreis.

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