Blick ins Buch

Romane

Die geheimste Erinnerung der Menschen

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Über das Buch

»Ein spannender wie ein Krimi geschriebener Roman, den man wegen seines frechen, frischen, respektlosen Tons atemlos bis zum Ende verschlingt.« Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur

Mohamed Mbougar Sarr erzählt in diesem funkelnden Roman von der Suche nach einem verschollenen Autor: Als dem jungen Senegalesen Diégane ein verloren geglaubtes Kultbuch in die Hände fällt, folgt er fieberhaft der Spur des rätselhaften Verfassers T.C. Elimane. Dieser wurde in den dreißiger Jahren als »schwarzer Rimbaud« gefeiert, nach rassistischen Anfeindungen und einem Skandal tauchte er jedoch unter. Wer war er? Voll Suchtpotenzial und unnachahmlicher Ironie erzählt Sarr von einer labyrinthischen Reise, die drei Kontinente umspannt. Ein meisterhafter Bildungsroman, eine radikal aktuelle Auseinandersetzung mit dem komplexen Erbe des Kolonialismus und eine soghafte Kriminalgeschichte. Ein Buch, das viel wagt – und triumphiert.

Mohamed Mbougar Sarr und die Übersetzer:innen Holger Fock und Sabine Müller wurden mit dem Internationalen Literaturpreis 2023 des Hauses der Kulturen der Welt und der Stiftung Elementarteilchen ausgezeichnet. Zudem erhielten die Übersetzer:innen den Paul Celan Preis.

Editionen (3)

ISBN9783328110323
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum15.05.24
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

76 Bewertungen

11 Rezensionen

3,9

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  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,0

    Mal etwas anderes, obwohl ich anfangs noch keine konkrete Meinung zum Inhalt (Metaebene über das Schreiben) hatte, denn: Was ist der Inhalt? Im Grunde ist es eine Familiengeschichte und auch die Geschichte der Figuren, die sehr lebhaft gezeichnet wurden. Die Sprache ist poetisch, gehoben, philosophisch angehaucht und das gefällt mir. Die angesprochenen Themen und Gedanken verfolgt man gern. Was mich stört: Der Blick auf Frauen und Sexualität, denn hier werden oft nur überflüssige Klischees bedient. Insgesamt handelt es sich um eine relativ klassische Geschichte, die aber durch ihren Aufbau neuen Schwung erhält. Gelungen!

    2. Jan. 2023

  • lukesky
    lukesky

    5 Follower

    5,0

    „Wir dachten keinesfalls, dass Bücher die Welt retten könnten; hingegen hielten wir sie für das einzige Mittel, um nicht vor ihr davonzulaufen.“ Durch einen Zufall und eine schicksalshafte Begegnung fällt dem jungen senegalesischen Studenten und angehendem Autor Diégane ein legendenumwobenes Buch in die Hände. Ein Werk, dass bei seinem Erscheinen sowohl für Begeisterung als auch breite Ablehnung gesorgt hat und schließlich – wie der Schöpfer des Werks - verschwand. Den jungen Diègane lassen die offenen Fragen um den Autor und die Wirkung der Zeilen nicht mehr los und er begibt sich auf eine Suche, die ihn über einen Zeitraum von mehr hundert Jahre in die Vergangenheit und über drei Kontinente führt. Mohamed Sarr hat hier ein faszinierendes Meisterwerk geschaffen, das bei all der Fülle an Figuren und Orten vom Anfang bis zum Schluss fesselt. Geschickt wechseln die Erzählperspektiven, Einschübe mit Betrachtungen längst verstorbener Personen ermöglichen der Leserin eine Antwort auf Fragen, die die Protagonist:innen noch suchen. Es gibt lustige Anekdoten und tragische Schilderungen, tiefgehende Reflexionen und einfache Unterhaltung. Alles in allem eine spannende, sehr unterhaltsame Lektüre, die Lust auf Literatur macht. Nicht umsonst mit vielen Preisen und Lob überhäuft.

    8. Feb. 2023

  • 1,0

    Zwar hübsch, aber auch sehr hochgestochen. Ehrlich gesagt habe ich nur etwa 80 Seiten gelesen. Der Stil hat mich überhaupt nicht abgeholt. Der Autor schreibt mitunter wirklich schöne Sätze, poetisch und einfach hübsch, aber überwiegend sind die Sätze bis zur Unkenntlichkeit verschachtelt. Die Sprache scheint zwanghaft gebildet wirken zu müssen, sodass auch Menschen, die über einen recht passablen Wortschatz verfügen, alle drei Seiten mindestens ein Wort nachschlagen müssen. Zudem kommt keine noch so banale Handlung wie der Anruf bei den Eltern ohne schwere Schwelgerei und die großen Fragen des Lebens über Tod und Verderben aus. Nee sorry, wollte ich Philosophie studieren, würde ich das eben tun.

    16. März 2024

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Mohamed Mbougar Sarr

Mohamed Mbougar Sarr, geboren 1990 in Dakar, wuchs im Senegal auf und studierte in Frankreich Literatur und Philosophie. Er hat bereits drei Romane veröffentlicht, für die er u.a. mit dem Prix Stéphane Hessel und Grand prix du roman métis ausgezeichnet wurde. Für »Die geheimste Erinnerung der Menschen«, seinem ersten Werk, das auf Deutsch erschien, erhielt er 2021 den Prix Goncourt und 2023 den Internationalen Literaturpreis.

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