Blick ins Buch

Romane

Schnee, der auf Zedern fällt

3,7(71)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

1954 auf San Piedro, eine Fünftausend-Seelen-Insel vor der nördlichen Westküste der USA. Der Gerichtssaal ist voll: Auf der Anklagebank sitzt – aufrecht, stolz, beinahe unbeteiligt – Kabuo Miyamoto in weißem Hemd und Bügelfaltenhose. Der Fischer, Sohn japanischer Einwanderer, ist des Mordes angeklagt, des Mordes an seinem ehemaligen Schulfreund Carl Heine, ebenfalls Fischer, der mit einer Kopfwunde und in den eigenen Netzen verfangen aus dem Pazifik geborgen wurde. Hat Kabuo wegen eines jahrealten Streits zwischen den Familien Rache geübt? Oder wird er zum Opfer der anti-japanischen Ressentiments, die in den USA seit Pearl Harbour verstärkt grassieren? Ishmael Chambers berichtet über den Prozess und will der Wahrheit auf den Grund gehen. Doch auch der Reporter ist nicht unvoreingenommen: Mit der Frau des Angeklagten verbindet ihn eine alte Liebesgeschichte.

Editionen (15)

ISBN9783311151494
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum08.10.26
Seitenzahl592

Rezensionen & Bewertungen

71 Bewertungen

12 Rezensionen

3,7

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  • patrick2804
    patrick2804

    51 Follower

    Abbruch wegen Langeweile

    Ein Autor darf alles, nur nicht langweilen.

    6. Mai 2026

  • 4,0

    "Ich bin wie ein Reisender vom Mars, der mit Erstaunen sieht, was hier vorgeht. Und was ich sehe, das ist die immer gleiche menschliche Schwäche, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Immer und immer die gleiche traurige menschliche Schwäche. Wir hassen einander; wir sind das Opfer unvernünftiger Ängste. Und nichts im Strom der Menschheit lässt hoffen, dass wir daran etwas ändern werden." Kabuo Miyamoto wird des Mordes an dem Fischer Carl Heine angeklagt. Während man als Leser dem Geschehen und dem Prozess folgt, wird klar, dass es eigentlich nur viel damit zu tun hat, dass Kabuo Japaner ist. Obwohl er in den USA aufgewachsen ist und sogar im Krieg für das Land gekämpft hat, sprechen die Indizien und die Meinungen der Anwohner des Ortes gegen ihn. Ishmael Chambers berichtet in der Lokalzeitung über den Prozess. Dass er eine Vergangenheit mit Kabuo's Ehefrau Hatsue teilt, weiß niemand. Und am Ende hält Ishmael Kabuo's Schicksal in seiner Hand. Ich liebe ja Bücher, in denen zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt wird. Die Rückblenden erzählen so viel über die Charaktere und bilden einen Weg in die Gegenwart. Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt, unaufgeregt. Man erfährt auch sehr viel geschichtliches. Ishmael tat mir letztendlich sehr leid. Über die Trennung von Hatsue und seine Zeit im Krieg kam er nie wirklich hinweg. Nun wird es Zeit, den Film noch einmal zu sehen.

    22. Sept. 2025

  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,0

    Bedrückendes Buch mit vielen Informationen zum Konflikt zwischen Japan und den USA während des 2. Weltkrieges

    Kabuo Miyamoto ist des Mordes an seinem Fischerkollegen Carl Heine angeklagt. Ismaehl Chambers, Journalist und Jugendfreund der Frau des Angeklagten, versucht Licht in den Todesfall zu bringen. Dabei muss er sich mit seinem eigenen Leben und unerfüllten Träumen auseinandersetzen. Bis zum Ende des Buches weiß man nicht, was tatsächlich passiert ist und ob Miyamoto zum Tode verurteilt wird. In diesem Roman spielen Rassismus und Vorurteile gegenüber der japanischstämmigen amerikanischen Bevölkerung in den 1940er und 1950er Jahren eine Rolle, die durch den Angriff auf Pearl Habour noch verstärkt wurden und in Internierungslagern mündeten. Mit diesem Aspekt der amerikanischen Geschichte hatte ich mich noch nie beschäftigt, sodass ich viel neues erfahren habe. Der Autor schafft es, durch zeitliche Rückblenden das Leben der Protagonist*innen nachzuzeichnen und dabei Fragen der Herkunft und Identität sowie Diskriminierung zu thematisieren. Kein leichter Lesestoff, der durch verschiedene japanische Begriffe noch erschwert wird. Wenn man sich aber darauf einlässt, ist es tiefgreifende und nachdenklich machende Lektüre.

    22. Apr. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über David Guterson

David Guterson wurde 1956 in Seattle, Washington, geboren. Er arbeitete zunächst als Lehrer an einer Highschool und publizierte währenddessen erste Kurzgeschichten und journalistische Essays. Sein Debütroman Schnee, der auf Zedern fällt wurde 1994 veröffentlicht; seither schrieb er weitere Romane sowie Lyrik und Kurzprosa. Über seinen bislang größten Erfolg sagt Guterson heute: »Im Kern geht es in dem Roman um diese große Ungerechtigkeit in der amerikanischen Geschichte, die Zwangsumsiedlung aller Menschen japanischer Abstammung von der Westküste … Ich kann nachvollziehen, worin die Leute die Aktualität des Romans sehen, angesichts der aktuellen Einwanderungsdebatte und der Diskriminierung, die Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit erfahren.« Guterson ist verheiratet, hat drei Kinder und fünf Enkelkinder und lebt auf Bainbridge Island, einer Insel im Puget Sound im Bundesstaat Washington.

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