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Romane

Was wir wissen können

3,8(120)
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Über das Buch

Im Jahr 2119: Die Welt ist überschwemmt, Europa eine Insellandschaft, Freiheit und Reichtum unserer Gegenwart – ein ferner Traum. Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe sucht ein verschollenes Gedicht von Weltrang. Der Dichter Francis Blundy hat es 2014 seiner Frau Vivien gewidmet und nur ein einziges Mal vorgetragen. In all den Spuren, die das berühmte Paar hinterlassen hat, stößt Thomas auf eine geheime Liebe, aber auch auf ein Verbrechen. Ian McEwan entwirft meisterhaft eine zukünftige Welt, in der nicht alles verloren ist.

Editionen (3)

ISBN9783257804621
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum22.10.25
Seitenzahl8

Rezensionen & Bewertungen

120 Bewertungen

30 Rezensionen

3,8

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  • monsieurschaernee
    monsieurschaernee

    158 Follower

    4,0

    Ein Blick zurück aus der Zukunft.

    Ian McEwans „Was wir wissen können“ ist ein irritierendes, stellenweise durchaus auch sperriges Buch, das weniger unterhält als beunruhigt. Ich habe locker 120-150 Seiten gebraucht, um „reinzukommen“. Die Geschichte wird zunächst aus der Perspektive des Literaturwissenschaftlers Tom Jahr 2120 erzählt: er ist spezialisiert auf die Literatur unserer heutigen Zeit und blickt auf unsere Gegenwart zurück, rekonstruiert das Leben der damals handelnden Literaten und Figuren aus Fragmenten und Quellen – und macht dabei deutlich, wie sehr Geschichte immer Konstruktion und manchmal auch Verklärung ist (Florian Illies macht übrigens genau dasselbe nur von uns aus gesehen zurückblickend…). In der zweiten Hälfte des Buches kommt „die Gegenwart“ (Vivian Blundy - die Frau eines Lyrikers und Toms fiktiver „Schwarm“) zu Wort und es wird noch deutlicher, was es bedeutet Geschichte zu erforschen, zu interpretieren und nachzuvollziehen. Die entworfene Zukunft wirkt dabei aber erschreckend „vertraut“, beziehungsweise deutlich zu antizipieren und realistisch. Politische Macht bleibt elitär und teils autokratisch, Krisen eskalier(t)en, doch echtes Handeln wurde immer wieder aufgeschoben. Die Alzheimer-Krankheit spielt in der Erzählung eine große Rolle und steht meines Erachtens als Metapher für unseren Umgang mit dem Klimawandel. Alzheimer und Vergessen stehen dabei für die menschliche Bequemlichkeit: wir wissen, was zu tun wäre, nehmen es uns vor – und vergessen es wieder, weil wir am Gewohnten und Bequemen hängen - und darin gefangen sind. Die Figuren spiegeln diese Spannung wieder. Vivian bleibt trotz Einsicht passiv und vermeintlich leicht lenkbar, bzw. gibt sich Ihren Leidenschaften hin, umsorgt aber ebenso liebevoll ihren Partner; Francis (Lyriker und Forschungsgebiet von Tom) handelt – radikal, aber vielleicht notwendig und zum richtigen Zeitpunkt? Ist er Sinnbild für Protest und (ein)-geforderte Konsequenz, etwas in Bezug auf den Klimawandel? Die Parallelen zwischen Tom und Rose sowie Francis und Vivian zeigen, wie Ideen gesät, Menschen benutzt und dadurch Geschichte geformt wird. Ein besonderes, kühles Buch, das nicht viel Identifikation mit den Protagonisten zulässt, dafür aber durchaus zum Nachdenken anregt - allein schon aufgrund der ungewöhnlich konstruierten Erzählungsweise mit Blick aus der Zukunft in unsere Gegenwart. Sicher aber keine Alltags-Lektüre.

    Ein Blick zurück aus der Zukunft.

    6. Jan. 2026

  • domi1012
    domi1012

    615 Follower

    3,0

    Mein erster McEwan. Muss gestehen er war interessant jedoch hat er auch etwas zu langatmige Sequenzen. Es gibt mehrere Teile in diesem Buch und der letzte muss ich sagen war mit Abstand der beste. Für Fans von ihm sicher ein muss. Für solche die seine Bücher nicht kennen weiss ich nicht ob genau dieses das Beste zum starten ist. Da er ja sehr beliebt ist, will ich gerne noch ein anderes von ihm lesen und vergleichen.

    5. Jan. 2026

  • alpinereads
    alpinereads

    83 Follower

    1,5

    Das war eine Qual. Hätte ich nicht die Besprechung im Literaturclub und etliche Rezensionen dazu gelesen, hätte ich spätestens nach 70 Seiten abgebrochen. Sprunghaft, undurchsichtig, langweilig ist der erste Teil. Doch überall hiess es, dass der zweite Teil des Buches dafür entlöhne. Na gut, nach über 280 Seiten beginnt zum Glück endlich der 2. Teil und ja, der war lesbar, unterhaltend, spannend. Das hätte aber auch ein eigenes Buch sein können. Zu wenig Bezug zum ersten Teil (oder umgekehrt, da wir von der Zukunft in die Vergangenheit springen) und fehlende Charaktertiefe. Um Weiten besser als der erste Teil. Die vielen Lobeshymnen auf das Buch kann ich trotzdem nicht nachvollziehen.

    7. Mai 2026

3 von 30 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 8317%
bpanda
bpanda29. Jan. 2026

Was für eine großartige Idee, dass man die Figuren nacheinander besser kennenlernt, weil keiner dem Gedicht zuhört, sondern in seine eigenen Gedanken versunken ist! Lässt mich diese ganze Passage mit einem Schmunzeln lesen.

Seite 33069%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Ian McEwan

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

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