Blick ins Buch

Romane

Olga

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Über das Buch

Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.

Editionen (4)

ISBN9783257608762
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum12.01.18
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

148 Bewertungen

30 Rezensionen

3,9

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  • wolkenwehe
    wolkenwehe

    66 Follower

    5,0

    Mal wieder ein Schlink. Immer wieder beeindruckend, wie dieser Autor in nüchterner, distanzierter Sprache, oft mit trockenem Humor, teilweise hochbewegende Schicksale geradezu seziert. Sicher nicht jedermanns Sache - aber meine, jedenfalls in der genialen, von Burghart Klaußner eingelesenen Hörbuchfassung! Das Schicksal, das Schlink in diesem Buch darstellt, ist das der titelgebenden Olga, einer klugen wie charakterstarken Frau mit einem gefestigten Wertesystem, die im Sommer 1971 im Alter von 88 Jahren bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Bismarck-Denkmal verstarb. Olga kämpfte sich nicht nur durch ganz schwere Zeiten, sie (ver)zweifelte auch zeitlebens an Männern, die sich durch den Kampf für falsche oder fragliche Ideale selbst beweisen wollten. Genannt seien hier nur ihre "Wald-und-Wiesen-Liebe", der so grundverschiedenene Herbert (anglehnt an den realen Polarforscher Herbert Schröder-Stranz), ein menschenscheuer Eigenbrötler, der vor den Menschen ungeachtet der Liebe zu Olga durch Reisen und Expeditionen in die Einsamkeit flüchtete, bis er 1912 nicht mehr von einer schlecht vorbereiteten "Nordostland"-Expedition zurückkehrte. Olga nannte Herbert in ihren Briefen übrigens selbst einen "Ritter der traurigen Gestalt". Und da ist ihr Sohn Eik (von dem der Erzeuger Herbert übrigens nichts wusste, weil er immer unterwegs war), der den Nazis hinterher rannte und von dem sie sich deshalb lossagte. Das sind nur zwei der Männer, die Olga mit ihrem Männlichkeitswahn zur Verzweiflung trieben. Heute kennt man sie als "alte weiße Männer". Schlink rekonstruiert Olgas Leben bis hin zum überraschenden Finale in drei Teilen: teils als Erzähler, teils aus Erinnerungen von Olgas Vertrautem Ferdinand, teils aus Briefen, die Olga in ihrer Verzweiflung über vier Jahre Richtung Norden geschickt hat, ohne jemals eine Antwort zu erhalten. Und immer baut er elegant Bezüge zur Zeitgeschichte ein. Ich habe nun schon einige Bücher von Bernhard Schlink gelesen, gehört und genossen. Das ist für mich - mit dem "Vorleser" zusammen - sein bestes!

    11. Okt. 2025

  • buecherdrache29
    buecherdrache29

    161 Follower

    5,0

    Was für eine Geschichte! Ich habe es geliebt von der 1 .ten bis zur letzten Seite 😃! Und freu mich jetzt schon auf das nächste Buch von Herrn Schlink 👍🏻

    17. Mai 2024

  • lostsoul
    lostsoul

    49 Follower

    Eine schöne, langsame und melancholische Erzählung. Hatte eigentlich Potenzial zu einem 4- oder 5-Sterne-Buch, aber zum einen finde ich es verwerflich, dass zwei Mal ein sehr abwertender Begriff für die afrikanische Bevölkerung verwendet wurde und zum anderen habe ich mir vom Ende noch etwas mehr erhofft.

    1. Apr. 2025

3 von 30 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Bernhard Schlink

Bernhard Schlink, 1944, Jurist, lebt in Berlin und New York. Sein erster Roman ›Selbs Justiz‹ erschien 1987; sein 1995 veröffentlichter Roman ›Der Vorleser‹, in über 50 Sprachen übersetzt, mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und 2009 von Stephen Daldry mit Kate Winslet unter dem Titel ›The Reader‹ verfilmt, machte ihn weltweit bekannt. Zuletzt erschien von ihm der Roman ›Das späte Leben‹ (2023).

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