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Jugendbücher

Gittersee

3,8(494)
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Über das Buch

Editionen (5)

ISBN9783126667203
VerlagKlett Sprachen GmbH
Erscheinungsdatum30.04.26
Seitenzahl245

Rezensionen & Bewertungen

494 Bewertungen

85 Rezensionen

3,8

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  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    4,5

    25 Frauen 2025 - Buch 11: Eins ist klar: ich werde definitiv weitere Romane von Charlotte Gneuß lesen! In ihrem Debütroman "Gittersee" begleiten wir Karin, eine Jugendliche, die in Paul verliebt und mit ihm zusammen ist. Die Handlung spielt in den 1970ern in der DDR. Paul will einen Wochenendausflug machen und Karin mitnehmen, aber sie muss auf ihre kleine Schwester aufpassen. Als Paul nicht nach Hause zurückkehrt, kommt die Handlung ins Rollen. Obwohl vordergründig gar nicht so viel passiert, tut sich in Karins Leben doch so einiges. Gneuß gelingt es, den Alltag in der DDR zu zeigen, ohne explizit zu bewerten. Stattdessen nutzt sie unser Wissen über die DDR und die Methoden der Stasi, um eine permanente bedrohliche Stimmung zu schaffen. Zudem schafft sie durch die erste Seite eine Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht und bis zum Ende aufrechterhalten wird. Mir hat auch der Stil von Gneuß gefallen. Ihr gelingt es, die Dialoge nach realer Alltagssprache klingen zu lassen. Karins Tendenz, immer wieder über Paul und die Geschehnisse nachzudenken, bildet sie passend über einen assoziativen Stil ab. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir Karin nicht so richtig warm geworden bin. Allerdings habe ich persönlich immer Probleme damit, wenn Hauptfiguren eher blass - also ohne besondere Charaktereigenschaften - bleiben bzw. oft unentschlossen oder passiv sind. Am Ende des Romans wird dies teilweise aufgehoben, aber das war für mein Leseerlebnis etwas zu spät. Insgesamt kann ich den Roman nur empfehlen!

    7. Apr. 2025

  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    4,0

    Teenagerdasein im DDR-Regime - der etwas andere Adoleszenzroman

    1976, DDR: Karin ist 16, lebt im Dresdener Vorort Gittersee und verbringt ihre Tage zwischen Schule, der Pflege ihrer kleinen Schwester und den Alltagsdramen einer zerrütteten Familie. Ihre Großmutter trauert der NS-Vergangenheit nach, die Mutter träumt von einem anderen Leben, und der Vater versucht, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken. Karins Anker ist ihre Freundin Marie, die als erste Frau auf den Mond will, und ihre erste Liebe, Paul. Doch Paul verschwindet nach einem vermeintlich harmlosen Ausflug spurlos, und plötzlich steht die Stasi vor Karins Tür. Im Fokus der Ermittlungen gerät Karins Welt aus den Fugen: Sie wird verhört, manipuliert und schließlich als inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit angeworben. Mit der Unschuld eines Teenagers wird sie Teil eines Systems, das keinen Raum für Individualität lässt. Doch was ist mit Paul passiert, und wie wird Karins Rolle ihre Familie und Freundschaften beeinflussen? Charlotte Gneuß’ Debüt „Gittersee“ entführt die Leser in eine Welt, die heute oft verklärt oder missverstanden wird. Die Stärke des Romans liegt in der detailreichen Schilderung des DDR-Alltags, der durch Karins naive, aber präzise Wahrnehmung lebendig wird. Fahneneide, Planwirtschaft und die allgegenwärtige Gefahr, überwacht zu werden, wirken bedrückend authentisch – zumindest für jemanden, der selbst keinen direkten Bezug zur DDR hatte. Dass Gneuß als „Wessi“ dieses Thema aufgreift, halte ich für völlig legitim (auch wenn sie dafür häufig kritisiert wurde), denn ihre akribischen Recherchen und der sensible Umgang mit dem Stoff sprechen für sich. Wer solche Kritik anführt, sollte sich fragen, ob dann auch Romane über das Mittelalter oder Science-Fiction von „Unbeteiligten“ geschrieben werden dürften. Gute Literatur lebt davon, dass sie Welten erschafft oder nachvollziehbar macht, die der Autor oder die Autorin nicht zwingend selbst erlebt haben muss. Wichtig ist, dass sie das authentisch und respektvoll tut – und das gelingt Gneuß meiner Meinung nach. Stilistisch fällt der Roman durch seine sprachliche Reduktion und die knappen Dialoge auf, die sich wie echte Gespräche anfühlen. Dennoch kann der fragmentarische Stil stellenweise anstrengend wirken, insbesondere durch fehlende Anführungszeichen oder plötzliche Wechsel zur wörtlichen Rede mitten im Satz. Das erzeugt eine gewisse Authentizität, kann aber den Lesefluss hemmen. Mich hat es nicht gestört, aber ich kann verstehen, wenn das nicht für jeden funktioniert. Karin selbst ist eine faszinierende, aber nicht immer greifbare Figur. Ihre Naivität steht oft im Kontrast zu den perfiden Mechanismen der Stasi, die sie mit unterschwelligen Drohungen und subtiler Manipulation immer weiter in ihren Bann zieht. Gleichzeitig bleibt vieles bei ihr vage: Ihre Motive, ihre Gefühle für Paul, ihre Entscheidung, sich als IM verpflichten zu lassen – das bleibt alles bewusst unscharf. Diese Unklarheit ist Teil des Reizes, macht es aber auch schwieriger, eine echte Bindung zu ihr aufzubauen. Ich hätte mir gewünscht, sie einfach noch viel besser kennenlernen zu dürfen – gerne auch auf weiteren 200 Seiten. Was „Gittersee“ für mich allerdings besonders auszeichnet, ist die Atmosphäre: Der Roman schafft es, ein Gefühl der ständigen Bedrohung zu erzeugen, ohne übertrieben dramatisch zu werden. Es sind die leisen, subtilen Momente, die am meisten beeindrucken – etwa wenn Karin merkt, dass selbst banale Gespräche zum Verhängnis werden können. Dennoch: Das Ende wirkte auf mich zu abrupt und ließ einige Fragen unbeantwortet. Besonders die Auflösung um Paul und Karins Umgang mit ihrer Rolle bei der Stasi hätten mehr Tiefe vertragen. Am Ende bleibt „Gittersee“ ein lesenswerter Roman. Er wirft ein ungeschöntes Licht auf das Leben als Jugendliche in der DDR und bringt ein Kapitel deutscher Geschichte auf berührende und nachdenkliche Weise näher. Für mich haben die starke Atmosphäre und der authentische Stil es definitiv zu einer lohnenden Lektüre gemacht. ⭐️⭐️⭐️⭐️

    16. Nov. 2024

  • seitenoscar
    seitenoscar

    134 Follower

    4,0

    📝 „Aber es geht vorüber. Alles geht vorüber. Man muss nur atmen, immer weiteratmen.“ (S. 87) 📝 „ […] wenn man aber für die Liebe offen ist, kann sie dich immer treffen […].“ (S.99) 📝 „Ich kam mir falsch vor. Doch wie sollte man etwas Richtiges tun, wenn drum rum alles falsch war.“ (S.139) 📖 Die 16-jährige Karin liebt Paul. Dieser flüchtet aus der DDR. Somit wird sie für die Stasi zur Mitwissenden, eine damals schwere Straftat. Vom Staatsapparat verfolgt und unter Druck gesetzt, versucht sie, ihn zu schützen. Außerdem steht sie vor einer Entscheidung, die ihr weiteres Leben grundlegend bestimmen dürfte. 💭 Toll, wie die Autorin die intensive Gefühlswelt des Mädchens darstellt. Ich spüre die Last auf den Schultern des jungen Teenagers. Marie‘s Ratschläge an Karin, die die Liebe betreffen, haben mir gefallen. Der Schreibstil ist grundsätzlich nicht so meins und verlangt mir persönlich mehr Konzentration ab. In dieser Handlung empfinde ich ihn jedoch als hilfreich, die Gedanken und Beweggründe der Hauptfigur authentisch zu vermitteln. Dadurch kam ich beim Lesen der Figur Karin nahe. Vielleicht ist der Schreibstil auch eine Rebellion und ermöglicht es der Autorin, sich von den Daumenschrauben dieses perfide akribischen Regimes zu lösen. Jedenfalls ist es ein gelungenes Buch und ein tolles Debüt, welches mich in eine mir zum Glück ferne Welt entführte - und so etwas liebe ich!

    30. März 2025

3 von 85 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 5925%
bea777
bea7773 Tage vor

Ich tue mich noch etwas schwer mit dem Erzählstil. Das Thema interessiert mich aber sehr.

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