
95 Follower
J. H. hat ihren ganz eigenen Stil, der mir sehr gut gefällt
12. Apr. 2025
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12. Apr. 2025
Blick ins Buch
55 Bewertungen
8 Rezensionen
3,4
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95 Follower
12. Apr. 2025
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3 Follower
"Das ganze Leben ist ein Abgrund, und je weniger Sie sich fürchten, je länger Sie hineinschauen, desto mehr haben Sie davon."(S.200) Ein Roman über die Zumutungen der Liebe und die Schutzlosigkeit des Lebens. Inhalt: Stella lernt Jason im Flugzeug kennen, später heiraten sie, bekommen eine Tochter und ziehen in eine Stadtrandsiedlung. Jason ist beruflich viel unterwegs, Stella mit dem Kind allein. Nur ihre Arbeit als Krankenpflegerin, wo sie drei Patienten stundenweise in deren Zuhause betreut, holen sie ein bisschen aus der Lethargie heraus. Als eines Tages ein Fremder klingelt und einfach mit ihr reden will, beginnt ein Albtraum. Das Buch lässt mich mit Gefühlen zurück, die ich nicht ganz einordnen kann. Begeistert der Roman "Aller Liebe Anfang" mich jetzt, oder war er zu "blass"? Ich kann es nicht genau sagen. Die Autorin des Buches würde ich als eine Künstlerin der Worte beschreiben. Sie beschreibt das einfach, gewöhnliche Umfeld der Protagonisten mit simplen Worten perfekt. Es entsteht nicht nur ein genaues Bild im Kopf, sondern auch ein Gefühl, dass den Worten passend erscheint. Die Energie in den unscheinbaren Sätzen ist für mich geradezu greifbar. Immer wieder lässt Hermann durch ihre Protagonistin Stella Fragen in den Raum werfen, die mich persönlich auch nach dem Lesen des Buches noch beschäftigen. Die Erzählung entwickelt sich chronologisch, übersichtlich und wirkt sehr reduziert. Zwischen den Sätzen scheinen die unausgesprochenen Bedeutungen zu "schweben", die jeder Leser für sich selbst bilden kann. Durch dieses Maximum an Schlichtheit entsteht eine Spannung, die sich bis zum Ende des Romans hält. Neben diesem erschreckenden Szenario der Stalkings entwirft die Autorin ganz subtil das Bild einer Ehe, die auf Grund der Umstände ihre wahren Schwächen offenbart: Entfremdung und Beklemmung So bringt Judith Hermanns die bedrückende Stimmung näher, je mehr Seiten vergehen und lässt das Geschehen langsam aber sicher eskalieren. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Besonders überzeugt hat mich der Schreibstil der Autorin, der immer wieder zwischen Poesie und Prosa schwankt.
25. Juni 2022
"Das ganze Leben ist ein Abgrund, und je weniger Sie sich fürchten, je länger Sie hineinschauen, desto mehr haben Sie davon."(S.200) Ein Roman über die Zumutungen der Liebe und die Schutzlosigkeit des Lebens. Inhalt: Stella lernt Jason im Flugzeug kennen, später heiraten sie, bekommen eine Tochter und ziehen in eine Stadtrandsiedlung. Jason ist beruflich viel unterwegs, Stella mit dem Kind allein. Nur ihre Arbeit als Krankenpflegerin, wo sie drei Patienten stundenweise in deren Zuhause betreut, holen sie ein bisschen aus der Lethargie heraus. Als eines Tages ein Fremder klingelt und einfach mit ihr reden will, beginnt ein Albtraum. Das Buch lässt mich mit Gefühlen zurück, die ich nicht ganz einordnen kann. Begeistert der Roman "Aller Liebe Anfang" mich jetzt, oder war er zu "blass"? Ich kann es nicht genau sagen. Die Autorin des Buches würde ich als eine Künstlerin der Worte beschreiben. Sie beschreibt das einfach, gewöhnliche Umfeld der Protagonisten mit simplen Worten perfekt. Es entsteht nicht nur ein genaues Bild im Kopf, sondern auch ein Gefühl, dass den Worten passend erscheint. Die Energie in den unscheinbaren Sätzen ist für mich geradezu greifbar. Immer wieder lässt Hermann durch ihre Protagonistin Stella Fragen in den Raum werfen, die mich persönlich auch nach dem Lesen des Buches noch beschäftigen. Die Erzählung entwickelt sich chronologisch, übersichtlich und wirkt sehr reduziert. Zwischen den Sätzen scheinen die unausgesprochenen Bedeutungen zu "schweben", die jeder Leser für sich selbst bilden kann. Durch dieses Maximum an Schlichtheit entsteht eine Spannung, die sich bis zum Ende des Romans hält. Neben diesem erschreckenden Szenario der Stalkings entwirft die Autorin ganz subtil das Bild einer Ehe, die auf Grund der Umstände ihre wahren Schwächen offenbart: Entfremdung und Beklemmung So bringt Judith Hermanns die bedrückende Stimmung näher, je mehr Seiten vergehen und lässt das Geschehen langsam aber sicher eskalieren. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Besonders überzeugt hat mich der Schreibstil der Autorin, der immer wieder zwischen Poesie und Prosa schwankt.
25. Juni 2022

12 Follower
14. Nov. 2025
14. Nov. 2025
3 von 8 Rezensionen
Autorin / Autor
Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. Ihrem Debüt »Sommerhaus, später« (1998) wurde eine außerordentliche Resonanz zuteil. 2003 folgte der Erzählungsband »Nichts als Gespenster«. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das Kino verfilmt. 2009 erschien »Alice«, fünf Erzählungen, die international gefeiert wurden. 2014 veröffentlichte Judith Hermann ihren ersten Roman, »Aller Liebe Anfang«. 2016 folgten die Erzählungen »Lettipark«, die mit dem dänischen Blixen-Preis für Kurzgeschichten ausgezeichnet wurden. Für ihr Werk wurde Judith Hermann mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. 2021 erschien der Roman »Daheim«, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde, und für den Judith Hermann mit dem Bremer Literaturpreis 2022 ausgezeichnet wurde. 2023 erschien »Wir hätten uns alles gesagt«, basierend auf den Frankfurter Poetikvorlesungen, die Judith Hermann im Frühjahr 2022 hielt. Dafür erhielt sie den Wilhelm Raabe-Literaturpreis. Zuletzt erschien 2026 »Ich möchte zurückgehen in der Zeit«. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin. Literaturpreise: Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2023 Preis der LiteraTour Nord 2022 Bremer Literaturpreis 2022 Rheingau Literatur Preis 2021 Blixenprisen 2018 für »Lettipark« Erich-Fried-Preis 2014 Friedrich-Hölderlin-Preis 2009 Kleist-Preis 2001 Hugo-Ball-Förderpreis 1999 Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 1999
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