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Romane

Ein Sommerabend

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Über das Buch

An einem heißen Sommertag in Paris treffen sich zwei Paare, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Was nach einer harmlosen Essenseinladung klingt, entpuppt sich als eine aufwendige Maskerade, bei der alle versuchen, den Schein zu wahren, um ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen.
Gastgeber Étienne will Johar, die Frau seines Freundes Rémi, dazu bringen, seiner Anwaltskanzlei ein wichtiges Mandat zu verschaffen. Die jedoch hat ganz andere Sorgen und ist vollkommen mit ihren eigenen Karriereperspektiven beschäftigt, eine Entscheidung muss genau an diesem Abend gefällt werden. Unterdessen gelingt es Rémi zusehends schlechter, ein bislang wohlgehütetes Geheimnis zu bewahren. Und Claudia, die gesellschaftliche Anlässe gern meidet, setzt zu Beginn alles daran, für ihren Lebensgefährten Étienne einen gelungenen Abend vorzubereiten, überdenkt ihre Rolle als Gastgeberin und Frau aber bald vollkommen neu. Am Ende verläuft nichts wie geplant, und das Kartenhaus gerät gefährlich ins Wanken.

Editionen (2)

ISBN9783036996561
VerlagKein & Aber
Erscheinungsdatum17.05.24
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

54 Bewertungen

18 Rezensionen

3,9

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  • buecherstapel
    buecherstapel

    53 Follower

    4,0

    In diesem Buch werden zwei Paare einen Abend begleitet. Jeder mit seiner Gefühlswelt und seiner Sicht auf den anderen und seinem Leben. Dieser kurze Roman hat soviel Stimmung erzeugt und man fühlte sich als unsichtbarer Zuhörer /Zuschauer. Kurzweilige Lektüre die zum Nachdenken anregt.

    15. Sept. 2025

  • dunis.lesefutter
    dunis.lesefutter

    420 Follower

    4,5

    Das perfekte Buch für einen Sommerabend

    Es gibt Tage, an denen wacht man morgens in einer Welt auf, die am Abend eine ganz andere ist. Manchmal hängen die Parameter von einem selber ab. Manchmal liefern andere die Gründe. Ein Sommerabend in einer Wohnung am Boulevard Raspail und 4 Protagonist*innen stehen in diesem Kammerspiel auf der Bühne. Étienne, Sohn, wohlhabender Eltern, gut aussehend und erfolgreich steckt in Schwierigkeiten. Seine Kanzlei läuft nicht mehr so gut, und er braucht Protektion von Johar, einer erfolgreichen Managerin, die gleichzeitig die Frau seines besten Freundes Rémi ist. Also lädt er beide zum Essen ein, dass seine etwas unscheinbare und sehr introvertierte Freundin Claudia zubereiten wird. Es entspinnt sich ein Abend, in dem alle versuchen, ein Dinner hinter sich zu bringen und jeder mit unterschiedlichen Problemen kämpft. Die Beziehungen, die sich zur jeweils anderen Figur gestaltet, gilt, es zu entschlüsseln. Dabei wechseln wir die Positionen und lehnen uns am besten mit einer großen Tüte Popcorn zurück, um die Entwicklungen zu genießen. Man ahnt zwar schon, dass am Ende des Abends Risse tiefer und Gräben unüberwindbarer sein werden, doch der Weg ist hier, wie so oft das Ziel. Tlili bringt ganz geschickt viele Themen auf den Tisch. Die Fragilität von Männern z.B., die mit beiden Beinen im Leben zu stehen scheinen und trotzdem mit ihrem Ego hadern. Dem gegenüber steht das Verlangen nach Familie auf unterschiedlichste Weise. Auch der Gap zwischen Karriere und der Suche nach sich selbst findet seinen Platz, genauso wie die allgegenwärtigen Themen Klassismus und Rassismus. Ich finde es sehr gut, dass die Autorin sich entschieden hat, dabei nicht im Klischee verhaftet zu bleiben. Jede Figur wirkt am Anfang eher befremdlich, wenn nicht sogar unsympathisch, doch kann man sich gut in ihre Lage hinein fühlen. Am Ende habe ich für jeden eine gewisse Empathie entwickelt. Die Autorin hat die große Gabe mit wenigen Worten vielschichtige Persönlichkeiten zu gestalten. Den sinnlichen Rahmen den Tlili gewählt macht das Lesevergnügen zu einem wahren Genuss. Die Zubereitung und der Verzehr der Köstlichkeiten, lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Das Mahl bekommt zwar nicht so einen exponierten Platz, wie in Teresa Präauers „Kochen im falschen Jahrhundert“, doch fühlte ich mich das Öfteren an diesen Roman erinnert. Wie ein Film lief das Wechselspiel von Dialogen und Gefühlen vor mir ab. Ich hab das Buch verschlungen und bin überrascht, wie gut und anspruchsvoll mich dieses Debüt unterhalten hat. Ich empfehle es allen, die auf der Suche nach einem schnellen aber reichhaltigen, literarischen Kick sind und ein gutes Essen niemals ablehnen würden.

    28. Juli 2025

  • wassilkeliest
    wassilkeliest

    187 Follower

    Cécile Tlili entfaltet in ihrem beeindruckenden Debütroman „Ein Sommerabend“ eine dichte und hochspannende Atmosphäre, die einen simplen Abend unter Freunden in ein tiefgründiges Kammerspiel über Sehnsüchte, Konflikte und soziale Maskerade verwandelt. Auf knapp 200 Seiten schärft Tlili den Blick für die feinen Nuancen und unausgesprochenen Spannungen zwischen vier Menschen, die mehr verbindet, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Die Handlung des Romans konzentriert sich auf ein Abendessen in Paris, zu dem Étienne seine Frau Claudia sowie seinen alten Freund Rémi und dessen Frau Johar eingeladen hat. Was wie eine gewöhnliche Einladung wirkt, entpuppt sich bald als Bühne für unterschwellige Machtspiele und persönliche Ambitionen. Étienne, dessen Karriere in der Krise steckt, sieht in Johar, einer aufstrebenden Kraft in der Tech-Industrie, die Chance auf einen beruflichen Neustart. Seine Frau Claudia hingegen, die in ihrer Rolle als Hausfrau und Gastgeberin gefangen ist, wird nicht nur zur stillen Zeugin seines Ehrgeizes, sondern auch zur Verkörperung von Unsicherheit und dem sozialen Druck, Erwartungen zu erfüllen. Während Claudia und Rémi beide mit der Diskrepanz zwischen ihren eigenen Lebensentscheidungen und den Erfolgen ihrer Partner kämpfen, ist Johar entschlossen, sich nicht mehr den Erwartungen anderer zu beugen. Tlili gelingt es meisterhaft, die Dynamik der Beziehungen und das feine Geflecht aus Konkurrenz, Neid und unerfüllten Erwartungen offenzulegen. Die Figuren werden abwechselnd beleuchtet, und durch die wechselnden Perspektiven eröffnet sich ein immer komplexeres Bild ihrer Wünsche, Ängste und der inneren Konflikte. Besonders die Frauenfiguren stechen hervor: Claudia, die sich in den traditionellen Rollen der Gesellschaft gefangen sieht, und Johar, die als Frau in einer männerdominierten Branche erfolgreich ist, aber dafür persönliche Opfer bringt. Die Auseinandersetzung der beiden Frauen mit ihrer Identität und ihren Ambitionen spiegelt die Fragilität moderner Geschlechterrollen und bringt auf subtile Weise die Unterschiede zwischen äußerer Fassade und innerem Bedürfnis zum Ausdruck. Der Roman, der mit jedem Dialog und jeder kleinen Geste an Spannung gewinnt, führt die Figuren bis an die Grenze des emotional Erträglichen. Ohne dabei ins Klischee abzudriften, erfasst Tlili die emotionalen und gesellschaftlichen Verwerfungen, die den Abend unausweichlich eskalieren lassen. Als Leser*in wird man in das Geschehen hineingezogen, spürt die unterdrückten Konflikte und die Momente der Selbsterkenntnis der Figuren so hautnah, als säße man selbst mit am Tisch. „Ein Sommerabend“ ist ein faszinierender und kluger Debütroman, der in seinem intimen Setting große Fragen über Identität, Liebe und gesellschaftliche Erwartungen verhandelt. Tlilis präzise Sprache und die Feinfühligkeit, mit der sie ihre Figuren zeichnet, machen das Buch zu einer wahren literarischen Entdeckung! Aus dem Französischen von Norma Cassau.

    2. Jan. 2025

3 von 18 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Cécile Tlili

Cécile Tlili hat in Paris Ingenieurwesen studiert. Sie ist Mitbegründerin einer alternativen Schule für neuro-atypische Kinder. Nach ihrem Debüt Ein Sommerabend erscheint bei Kein & Aber jetzt ihr zweiter Roman Eine Frau verschwindet. Cécile Tlili lebt in Paris.

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