Blick ins Buch

Romane

Ungebetene Gäste

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Über das Buch

Ayelet Gundar-Goshen inszeniert einen inneren Konflikt, der die Figuren und Lesenden gleichermaßen in seinen Bann zieht. Und sie schafft davon ausgehend ein packendes Psychodrama über Schuld und Rache, über die Flucht vor Verantwortung und über Mitgefühl, das sich an unerwarteten Orten zeigt.
Naomi ist nicht begeistert, als sie sich allein mit ihrem einjährigen Sohn Uri und einem arabischen Handwerker in ihrer Wohnung in Tel Aviv wiederfindet. Ihr Mann Juval hat ihn mit der Renovierung ihres Balkons beauftragt, während er selbst bei der Arbeit ist. Sie fühlt sich unwohl in der Präsenz des fremden Mannes, zumal Uri eigentlich seinen Vormittagsschlaf halten sollte und allmählich quengelig wird. Während sie Kaffee zubereitet, entsteht plötzlich auf der Gasse vor dem Haus ein Aufruhr, ein Teenager ist von einem herabstürzenden Hammer erschlagen worden. Naomi wird schnell klar, dass ihr Sohn den Hammer in einem unbeaufsichtigten Moment vom Balkon gestoßen haben muss. Doch der Verdacht fällt nicht auf die israelische Familie, sondern auf den arabischen Arbeiter. Als er wenig später zum Verhör abgeführt wird, ist Naomi wie gelähmt, es gelingt ihr nicht, die Wahrheit zu sagen.
Eine Geschichte, die mit einer harmlosen Tasse Kaffee beginnt, wird zu einer gefährlichen Tour zwischen Stadt und Dorf, bei der keiner der Beteiligten so bleibt, wie er war.

Editionen (3)

ISBN9783036950631
VerlagKein & Aber
Erscheinungsdatum14.06.25
Seitenzahl320

Merkmale

6 Bewertungen

NachdenklichUngewöhnlichVerstörendMittelSpannendEntwickelnd

Rezensionen & Bewertungen

291 Bewertungen

65 Rezensionen

3,9

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  • kirstenhartje
    kirstenhartje

    63 Follower

    3,5

    Lügnerin,Löwen wecken und wo der Wolf lauert sind Bücher der Autorin, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

    Dieses Buch ist das Schwächste in dieser Reihe. Ich habe mich etwas schwer getan, der Protagonistin näher zu kommen. Ich werde auf das nächste Buch von Ayelet Gundar-Goshen warten.

    1 Tage vor

  • theagri
    theagri

    777 Follower

    4,0

    Das hat man auch selten: eine Protagonistin, die Jüdin Naomi, die so unsympathisch ist und die man gleichzeitig so gern haben kann, die gefangen ist in ihrer Prägung voller Ängste, so dass diese ein anderes Denken und Handeln blockieren. Woher kommt die Angst, die sie blockiert und in eine Art Starre fallen lässt und die sie hindert die Wahrheit zu sagen? Dann der sympathische, höfliche, arabische Arbeiter, der gleich ohne Nachfrage als Terrorist abgestempelt und für schuldig befunden wird. Wieso? Gern hätte ich noch mehr über ihn erfahren. Dann gibt es auch Juval, Naomis Eheman, der eigene Schuld auf andere projiziert und dadurch ungerecht agiert. Der es zulässt, dass das Ereignis sein Verhältnis und seine Zuneigung zu Naomi und Uri verändert und zerstört. Und so handeln beide richtig, ohne von der Richtigkeit überzeugt zu sein. Sie handeln, weil der andere es erwartet, nicht aus Überzeugung. Den ersten Teil des Romans fand ich außergewönlich stark. In den zweiten Teil hineinzufinden fiel mir etwas schwerer, da mit dem Umzug nach Nigeria noch zusätzliche Themen aufgemacht wurden, die für mich den Fokus zu sehr von dem ursprünglichen Geschehen weglenkten. Hier wäre weniger mehr gewesen. Ein psychologisch, politisches Drama, gesellschaftspolitisch und individuell tiefgehend. Mitleidlos und vorverurteilend begegnen sich Menschen. Gelebter Rassismus weltweit. Das macht betroffen und traurig. Wir erfahren aber auch was es heißt unter einer ständige Bedrohung leben zu müssen, der man als Mensch vom Beginn des Lebens an (schuldlos) ausgesetzt wird. Eine Geschichte, die in der Zerrissenheit der Protagonisten und ihrer Weltanschauung, die ihr Handeln bestimmt, die so viele Denkanstöße bietet und im Gedächtnis hängen bleibt.

    22. Juli 2025

  • tintenhain
    tintenhain

    411 Follower

    4,5

    Nachdenklicher Roman mit Sogwirkung

    Das war mein erstes Buch der Autorin und sicher nicht mein letztes. Der Roman entfaltet sofort eine Sogwirkung, die es schwer fallen lässt, das Buch beiseite zu legen. Gundar-Goshen versteht es ausgezeichnet, in die Psyche ihrer Figuren einzudringen und diese entsprechend handeln zu lassen. Spannend war für mich die Zeit in Afrika, da mir bisher nicht bewusst war, wie stark sich Israel dort einmischt. Mit dieser politischen Komponente hatte ich nicht gerechnet. Dennoch war es am Ende doch ein bisschen viel Angerissenes. (Der Aufenthalt in Angola zwar Aufen öffnend, aber zu beiläufig. Der Shitstorm auf Facebook versandet plötzlich. Die Familie mit dem schwierigen Kind nur Mittel zum Zweck.) Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen und ich kann es unbedingt weiterempfehlen. Gundar-Goshen ist eine hervorragende Erzählerin mit einem präzisen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Mich haben die Figuren allesamt berührt, auch wenn due wenigstens dabei sympathisch waren.

    31. Aug. 2025

3 von 65 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 7423%
tintenhain
tintenhain25. Aug. 2025

Ich bin völlig erschüttert.

Seite 7925%

1 Kommentar verdeckt

Seite 9229%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Ayelet Gundar-Goshen

Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982, studierte Psychologie in Tel Aviv, später Film und Drehbuch in Jerusalem. Für ihre Kurzgeschichten, Drehbücher und Kurzfilme wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet. Ihrem ersten Roman Eine Nacht, Markowitz (2013) wurde der renommierte Sapir-Preis für das beste Debüt Israels verliehen. Für ihre Bestseller Löwen wecken (2015), Lügnerin (2017) sowie Wo der Wolf lauert (2021) sind Filmadaptionen in Planung. Zuletzt erschien bei Kein & Aber Ungebetene Gäste (2025). Ayelet Gundar-Goshen lebt in Tel Aviv.

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