Das Urheberrecht an bibliographischen und produktbeschreibenden Daten und an den bereitgestellten Bildern liegt bei Informazioni Editoriali, I.E. S.r.l., oder beim Herausgeber oder demjenigen, der die Genehmigung erteilt hat. Alle Rechte vorbehalten.
Genauso wie sich Tesson und der Tierfotograf Munier in Geduld üben müssen bei der Suche nach dem Schneeleopard; sich auf das wesentliche des Seins konzentrieren und sich der Faszination der Natur Tibets hingeben, so ergeht es auch dem Leser. Tessons Beschreibungen und Gedanken entschleunigen und berühren das Herz.
13. Okt. 2024
3,5
Genauso wie sich Tesson und der Tierfotograf Munier in Geduld üben müssen bei der Suche nach dem Schneeleopard; sich auf das wesentliche des Seins konzentrieren und sich der Faszination der Natur Tibets hingeben, so ergeht es auch dem Leser. Tessons Beschreibungen und Gedanken entschleunigen und berühren das Herz.
Ich hatte einen recht locker-spannenden Bericht über die Entdeckung der Schneeleoparden erwartet.
Der Autor versteht es, ohne Zweifel, wortgewandt zu schreiben - leider erscheint sein Werk mir sehr nüchtern, sachlich und wenig packend. Vielleicht lohnt sich hier eher die filmische Umsetzung zu betrachten…
30. Okt. 2023
3,0
Nicht wie erwartet, schade!
Ich hatte einen recht locker-spannenden Bericht über die Entdeckung der Schneeleoparden erwartet.
Der Autor versteht es, ohne Zweifel, wortgewandt zu schreiben - leider erscheint sein Werk mir sehr nüchtern, sachlich und wenig packend. Vielleicht lohnt sich hier eher die filmische Umsetzung zu betrachten…
„Die Erde war einst ein überwältigendes Museum. Leider war der Mensch kein Konservator.“
„Schneeleopard“ von Sylvain Tesson ist ein Buch, das mich auf eine besondere Weise gefordert und zum Nachdenken gebracht hat. Es ist selten, dass ich mir beim Lesen so viele schöne oder einfach ausdrucksstarke Stellen markiere, doch am Ende konnte ich dem Buch nur zwei von fünf Sternen geben.
Tessons literarische Monologe über Natur, Lebenssinn und Gott sind sicherlich tiefgründig und ambitioniert. Seine Schilderungen der Natur und insbesondere seine Beobachtungen des Fotografen Munier, wie er mit der Natur eins wird, sind faszinierend und poetisch. Diese Passagen zählen zu den Stärken des Buches. Leider wird dieses Erlebnis durch die geringe Anzahl von nur zwei Schwarz-Weiß-Fotos in der von mir gelesenen Büchergilde-Ausgabe geschmälert.
Ein großes Hindernis beim Lesen waren für mich die vielen ungewöhnlichen Wörter, die Tesson verwendet. Begriffe wie präraffaelitisch, Nihilismus, albuminös, Ikonostase, Diffraktion, paläolithisch, Enzephalogram, präadamistisch und Viatikum gehören nicht zu meinem alltäglichen Wortschatz. Diese speziellen Wörter bremsten meinen Lesefluss, da ich sie nicht ständig nachschlagen wollte und mich deshalb oft dumm fühlte.
Die Beschreibungen des Lauerns und Umherziehens in der Wildnis waren gut und spannend, aber die zahlreichen literarischen Ergüsse über Tessons eigenes Leben, Lieben, Philosophie und mehr führten dazu, dass meine Gedanken immer wieder abschweiften. Diese Passagen setzten ein Wissen über Kunst, Philosophie, Frankreich, Religion und Geschichte voraus, das ich nicht habe. Sie ermüdeten mich und erschwerten das Verweilen bei der Sache.
Ein weiteres wiederkehrendes Thema im Buch ist Tessons Ablehnung der Zivilisation. Ironischerweise ist es genau diese Zivilisation, die seine Bücher kauft und somit sein (Reise-)Leben finanziert. Diesen Widerspruch fand ich während des Lesens schwer zu ignorieren.
Am Ende dreht sich das Buch für meinen Geschmack zu sehr um den Autor selbst. Ich hatte eine andere Erwartung an das Buch und erhoffte mir mehr über den Schneeleoparden zu erfahren ohne die ständige Selbstreflexion des Autors. Letztendlich hätten sie auch jede andere vom Aussterben bedrohte Tierart suchen & fotografieren können. Und davon gibt es ja leider genug! Der Schneeleopard kam mir viel zu kurz.
Zusammenfassend bietet „Schneeleopard“ von Sylvain Tesson zwar schöne Naturbeschreibungen und interessante Beobachtungen, verliert sich aber in zu vielen philosophischen und literarischen Monologen, die für mich oft schwer nachvollziehbar und ermüdend waren. Daher kann ich dem Buch nur zwei von fünf Sternen geben.
4. Aug. 2024
2,0
„Die Erde war einst ein überwältigendes Museum. Leider war der Mensch kein Konservator.“
„Schneeleopard“ von Sylvain Tesson ist ein Buch, das mich auf eine besondere Weise gefordert und zum Nachdenken gebracht hat. Es ist selten, dass ich mir beim Lesen so viele schöne oder einfach ausdrucksstarke Stellen markiere, doch am Ende konnte ich dem Buch nur zwei von fünf Sternen geben.
Tessons literarische Monologe über Natur, Lebenssinn und Gott sind sicherlich tiefgründig und ambitioniert. Seine Schilderungen der Natur und insbesondere seine Beobachtungen des Fotografen Munier, wie er mit der Natur eins wird, sind faszinierend und poetisch. Diese Passagen zählen zu den Stärken des Buches. Leider wird dieses Erlebnis durch die geringe Anzahl von nur zwei Schwarz-Weiß-Fotos in der von mir gelesenen Büchergilde-Ausgabe geschmälert.
Ein großes Hindernis beim Lesen waren für mich die vielen ungewöhnlichen Wörter, die Tesson verwendet. Begriffe wie präraffaelitisch, Nihilismus, albuminös, Ikonostase, Diffraktion, paläolithisch, Enzephalogram, präadamistisch und Viatikum gehören nicht zu meinem alltäglichen Wortschatz. Diese speziellen Wörter bremsten meinen Lesefluss, da ich sie nicht ständig nachschlagen wollte und mich deshalb oft dumm fühlte.
Die Beschreibungen des Lauerns und Umherziehens in der Wildnis waren gut und spannend, aber die zahlreichen literarischen Ergüsse über Tessons eigenes Leben, Lieben, Philosophie und mehr führten dazu, dass meine Gedanken immer wieder abschweiften. Diese Passagen setzten ein Wissen über Kunst, Philosophie, Frankreich, Religion und Geschichte voraus, das ich nicht habe. Sie ermüdeten mich und erschwerten das Verweilen bei der Sache.
Ein weiteres wiederkehrendes Thema im Buch ist Tessons Ablehnung der Zivilisation. Ironischerweise ist es genau diese Zivilisation, die seine Bücher kauft und somit sein (Reise-)Leben finanziert. Diesen Widerspruch fand ich während des Lesens schwer zu ignorieren.
Am Ende dreht sich das Buch für meinen Geschmack zu sehr um den Autor selbst. Ich hatte eine andere Erwartung an das Buch und erhoffte mir mehr über den Schneeleoparden zu erfahren ohne die ständige Selbstreflexion des Autors. Letztendlich hätten sie auch jede andere vom Aussterben bedrohte Tierart suchen & fotografieren können. Und davon gibt es ja leider genug! Der Schneeleopard kam mir viel zu kurz.
Zusammenfassend bietet „Schneeleopard“ von Sylvain Tesson zwar schöne Naturbeschreibungen und interessante Beobachtungen, verliert sich aber in zu vielen philosophischen und literarischen Monologen, die für mich oft schwer nachvollziehbar und ermüdend waren. Daher kann ich dem Buch nur zwei von fünf Sternen geben.