Blick ins Buch

Biografien

Astrid Lindgren. Ihr Leben

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Über das Buch

»Eine Biografie, die alle bislang erschienenen in den Schatten stellt, auch weil darin eine Geschichte von Moderne und Modernisierung erzählt wird.« (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung)

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter und viele weitere – Astrid Lindgrens Figuren revolutionierten die Kinderliteratur. Schon zu Lebzeiten ließen sie die Autorin zu einer Legende werden, die als junge Frau ihren unehelichen Sohn zu Pflegeltern geben musste. Jahrzehntelang begleitete sie dieser Schmerz, sie engagierte sich bis ins hohe Alter für Frieden, Gerechtigkeit und die Rechte von Kindern und hat mit ihre Büchern Millionen Kinder glücklich gemacht.

Jens Andersen blickt in dieser ersten umfassenden Biografie nach Astrid Lindgrens Tod 2002 hinter die Fassade des weltweiten Erfolgs und erzählt das Leben der allseits geliebten Bestsellerautorin neu. Ein einfühlsam-respektvolles Buch, das uns den Menschen Astrid Lindgren zeigt, die bekannteste Geschichtenerzählerin der Welt, eine bedeutende politische Autorin und die Kämpferin für Menschenrechte.

Mit zahlreichen Abbildungen

»Ich finde, man sollte jeden Tag so behandeln, als wäre es der Einzige, den man hat. ›Dieser Tag, ein Leben.‹« Astrid Lindgren

Ausstattung: mit farbigen Abb.

Editionen (3)

ISBN9783421047038
VerlagDVA
Erscheinungsdatum28.09.15
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

47 Bewertungen

8 Rezensionen

4,2

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  • mateicee
    mateicee

    322 Follower

    4,0

    Ich bin mit Astrid Lindgren groß geworden. Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf, Madita, Ronja Räubertochter und Lotta aus der Krachmacherstraße haben mich durch meine Kindheit begleitet – und tun es ehrlich gesagt bis heute noch. Entsprechend war mein Zugang zu „Astrid Lindgren: Ihr Leben“ von Jens Andersen kein neutraler. Vieles an ihrer Geschichte war mir bereits bekannt, da ich zuvor schon eine andere Monografie über sie gelesen habe. Neue „Enthüllungen“ sollte man hier also nicht erwarten – aber genau darum geht es diesem Buch auch nicht. Es ist keine Sensationsbiografie, sondern eine Vertiefung. Eine Einordnung. Und vor allem eine Schärfung eines bereits bestehenden Bildes. Was Jens Andersen besonders gut gelingt, ist der Ton: ruhig, distanziert, für manche vielleicht kühl – für mich genau richtig. Er bewertet nicht, urteilt nicht und drängt dem Leser keine Meinung auf. Stattdessen schafft er einen Rahmen aus historischen Fakten und Kontext, in dem Astrid Lindgren selbst zu Wort kommt. Briefe, Tagebucheinträge und andere Selbstzeugnisse geben den Emotionen Raum – nicht ein Erzähler, der sie für uns einordnet. Und genau das ist die große Stärke dieses Buches. Astrid Lindgren wird hier nicht verklärt. Sie erscheint weder als makelloses Vorbild noch als unantastbares Denkmal. Stattdessen zeigt sich ein Mensch mit schwierigen Entscheidungen, inneren Konflikten und Konsequenzen, die sich nicht einfach „wegerklären“ lassen. Besonders im Umgang mit ihrem Sohn wird das deutlich – und was ich daran bemerkenswert finde: Sie wusste das. Sie hat sich nichts vorgemacht. Diese Ehrlichkeit, diese Klarheit und diese Fähigkeit zur Selbstreflexion sind für mich der Schlüssel zu ihrem Werk. Man merkt ihren Geschichten an, dass sie nicht aus einer idealisierten Vorstellung von Kindheit entstehen, sondern aus einem echten Verständnis dafür, wie komplex sie ist. Das Buch verlangt dabei auch etwas vom Leser: die Fähigkeit, Ambivalenz auszuhalten. Es erklärt nichts weg, entschuldigt nichts und verurteilt nichts. Wer damit nicht umgehen kann, läuft Gefahr, vorschnell zu urteilen – besonders ohne ein gewisses Vorwissen über Lindgrens Werk. Mit diesem Hintergrund liest sich die Biografie deutlich differenzierter. Für mich war dieses Buch keine neue Entdeckung, sondern eine intensive Vertiefung dessen, was ich bereits wusste – aber genau darin liegt seine Stärke. Es hat mein Bild von Astrid Lindgren nicht verändert, aber geschärft.

    23. Apr. 2026

  • keavmarie
    keavmarie

    28 Follower

    3,0

    Informativ, leicht geschrieben.

    15. März 2026

  • susieliest
    susieliest

    19 Follower

    4,0

    Lesenswert!

    Sehr umfangreiche, eher nüchtern aufgearbeitete Biografie über die unvergleichliche Astrid Lindgren. Der Autor gibt tiefe Einblicke in alle Phasen ihres langen Lebens und Schaffens, der Leser kann sich ein Bild von ihrer Denkweise, ihren Überzeugungen und Lebenseinstellung machen. Man lernt alle wichtigen Wegbegleiter kennen und begleitet Astrid durch ganz unterschiedlich geprägte Phasen ihres privaten, beruflichen und später auch teils politisch angehauchten Weges. Das Buch ist reich bestückt mit Zitaten, Fotos, originalen Schriftstücken sowie zahlreichen handschriftlichen Notizen. Am Ende des Buches hab ich dann doch ein kleines Tränchen verdrückt und fühle mich ganz verbunden mit dieser unfassbar starken, großartigen, unangepassten, gewollt-einsamen, immer kindgebliebenen und freiheitsliebenden Schwedin.

    29. Jan. 2025

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jens Andersen

Jens Andersen, geboren 1955, hat sein Studium der Nordistik an der Universität von Kopenhagen mit einer Promotion abgeschlossen, arbeitete viele Jahre als Literaturkritiker für große dänische Zeitungen und lebt nun als Schriftsteller in Kopenhagen. Seit 1990 veröffentlicht er Biografien skandinavischer Persönlichkeiten, u.a. 2012 über Königin Margrethe II.; 2005 erschien auf Deutsch sein viel beachtetes Buch »Hans Christian Andersen«, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde. Jens Andersen erhielt unter anderem den Georg-Brandes-Preis, den Søren-Gyldendal-Preis und den Preis des dänischen Schriftstellerverbands. »Astrid Lindgren. Ihr Leben« wurde in Dänemark 2015 zum »Sachbuch des Jahres« gekürt und erhielt den renommierten Politikens Litteraturpris; das Buch wurde auch in Deutschland zum Bestseller. Zuletzt erschien bei DVA "Die LEGO-Story" (2023).

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