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Romane

Im Prinzip ist alles okay [Ungekürzt]

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Über das Buch

Miryam ist dreißig Jahre alt und vor einigen Monaten Mutter geworden. Auf der Party einer alten Bekannten strahlt sie mit ihrem weißen T-Shirt um die Wette. Aber ist wirklich alles gut? Seit der Geburt ihres Kindes ist Miryam von Selbstzweifeln geplagt. Sie kann nicht stillen, leidet an postnatalen Depressionen und versucht trotzdem alles richtig zu machen. Getrieben von der Scham über ihre Herkunftsfamilie und aus Angst, ihre gewaltvolle Kindheit zu wiederholen, tut sie alles, um so heil zu wirken wie die Mütter aus ihrem Umfeld und Instagram-Feed. Sie postet weichgefilterte Selfies von sich und ihrem Kind, informiert sich zu bedürfnisorientierter Erziehung und gesunden Beikost-Snacks. Doch Miryam zieht sich immer mehr zurück. Auch online findet sie keinen richtigen Austausch. In den sozialen Medien wird zwar vieles besprochen, nicht aber die eigenen Familientraumata, die möglicherweise wieder auftauchen, sobald man selbst Mutter wird. Sie fühlt sich immer stärker überfordert, auch ihre Partnerschaft geht zu Bruch, doch schließlich findet sie ihren ganz eigenen Weg aus der Krise - und damit doch noch zu sich selbst. Dem Roman gelingt es, mit ironisch-humorvollem Ton die Emanzipation einer jungen Mutter von familiär erlernten, destruktiven Mustern zu erzählen und ihren Weg in die Selbstbestimmtheit aufzuzeigen. Der Roman widmet sich den wichtigen Themen Mutterschaft und familiäre Gewalt mit viel Ironie und Eindringlichkeit. Zwischen Fläschchen und Instagram-Filtern: Im Prinzip ist alles okay zeichnet ein Porträt einer jungen Mutter, die Elternrollen und ihre eigene Kindheit hinterfragt. Die gleichnamige Buchausgabe erscheint bei GOYA.

Editionen (3)

ISBN4066339847828
VerlagGOYALiT
Erscheinungsdatum14.09.23

Merkmale

1 Bewertungen

NachdenklichMittelGlaubwürdigMittelMinimalistischEntwickelnd

Rezensionen & Bewertungen

269 Bewertungen

61 Rezensionen

4,2

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  • andirot
    andirot

    168 Follower

    5,0

    "Wie sollen wir heilen, wenn wir immer nur verdrängen?"

    Puhhh, was für ein Buch... Für mich, ist es auch aufgrund der schweren Thematik schwierig zu bewerten. Diese Geschichte zu lesen tut einfach nur weh! Wir begleiten hier Miryam, die in ihrer Kindheit einfach viel zu viel erlebt hat und mitmachen musste. Als Miryam denkt, sie hat ihre Vergangenheit überwunden, wird sie Mutter einer kleinen Tochter. Doch anstatt Familienglück mit ihrem Partner und Kind, spürt sie etwas vollkommen anderes, denn die Traumata aus ihrer Vergangenheit kommen wieder hoch. Kann sie diese überwinden und eine glückliche Familie werden oder zerstört sie ihren Traum von einer heilen Familie? Die Geschichte hat mich traurig, wütend und manchmal fassungslos gemacht! Ich kann gar nicht zählen, wie oft das Buch durch die Gegend pfeffern wollte, mir vor Frustration gegen die Stirn geschlagen habe oder die Protagonisten (meistens Miryams Familie) einfach nur anschreien wollte. Das gleiche wie oben wollte ich auf bei Miryam machen, aber am meisten wollte ich einfach in die Geschichte springen und sie einfach nur umarmen und ihr sagen, dass alles gut wird und sie das alles echt toll macht. Wie sie versucht den Schmerz aus ihrer Herkunftsfamilie zu überwinden und zu heilen. Als selbstbewusster Mensch kann man manche Entscheidungen von Myriam nur schwer nachvollziehen. Das sie aber nie Selbstbewusst sein konnte, kann man durch die schwere Kindheit gut verstehen, da sie dort nur Leid erfahren hat und ihr niemand wirklich zu Hilfe kam. An einigen Stellen konnte man sich auch selbst erkennen, mit den Unsicherheiten, das Treffen der (Fehl-)Entscheidungen oder auch in den Gedanken, dass man als junge Frau in der Gesellschaft nicht genug ernst genommen wird. Denn: "Werden tut weh". Durch den tollen und flüssigen Schreibstil hat die Autorin eine Figur erschaffen, wo ich wirklich gut ihre Emotionen und Gefühle mitfühlen konnte und die in mir auch Reaktionen ausgelöst haben. Dadurch ist eine sehr realistische Protagonistin und eine tiefgehende Geschichte entstanden. Chapeau! Auch die anderen Charaktere waren dadurch sehr nahbar und realistisch. Dadurch bin ich durch die Seite geflogen. Es war als wenn eine gute Freundin mir ihre Geschichte erzählt. Durch diese Nahbarkeit wird die Geschichte noch lange in mir nachhallen. Das Buch kann ich wirklich sehr empfehlen zu lesen, ist aber nichts für schwache Nerven. Und durch die schweren Themen sollten wirklich die Triggerwarnungen beachtet werden! P.S. Wie man sieht, konnte ich viel annotieren :)

    "Wie sollen wir heilen, wenn wir immer nur verdrängen?"

    25. Mai 2026

  • nordfrau_liest
    nordfrau_liest

    123 Follower

    4,0

    Ein stilles, ehrliches und überraschend tiefgehendes Buch, das gerade durch seine Unaufgeregtheit so lange nachwirkt

    „Im Prinzip ist alles okay“ ist eines dieser Bücher, die sich leise anschleichen – und dann plötzlich mitten ins Herz treffen. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur eine Geschichte zu lesen, sondern jemandem beim ehrlichen Nachdenken über das Leben zuzuhören. Es ist kein lautes Buch, kein dramatisches Feuerwerk an Ereignissen. Stattdessen wirkt es wie ein ruhiges Gespräch an einem späten Abend, wenn die Welt draußen langsamer wird und man beginnt, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Was mich besonders berührt hat, ist diese feine, fast schmerzhafte Balance zwischen „alles ist okay“ und dem unterschwelligen Wissen, dass eben nicht alles okay ist. Genau darin liegt die große Stärke des Buches: Es zeigt die Grauzonen des Lebens. Diese Momente, in denen man funktioniert, lächelt, weitermacht – und gleichzeitig innerlich Fragen mit sich herumträgt, für die es keine einfachen Antworten gibt. Die Figuren wirken dabei unglaublich nahbar. Nicht perfekt, nicht überzeichnet, sondern echt. Man erkennt sich selbst in kleinen Gedanken wieder, in Unsicherheiten, in Entscheidungen, die man trifft oder eben nicht trifft. Es sind diese stillen Parallelen, die das Lesen so intensiv machen. Man liest – und denkt plötzlich: „Das bin ich.“ Sprachlich ist das Buch zurückhaltend, fast minimalistisch, und genau dadurch so wirkungsvoll. Kein unnötiger Ballast, keine überladenen Beschreibungen – stattdessen klare, ehrliche Sätze, die Raum lassen für eigene Gefühle. Es ist diese Art von Sprache, die nicht versucht zu beeindrucken, sondern zu erreichen. Und das gelingt. Was bleibt, ist kein klassisches „Wow, was für eine Story“, sondern eher ein leises Nachhallen. Gedanken, die einen noch Tage später begleiten. Fragen, die sich festsetzen. Und vielleicht auch ein kleines bisschen mehr Verständnis für sich selbst und andere. „Im Prinzip ist alles okay“ ist kein Buch, das man einfach konsumiert. Es ist eines, das man fühlt. Und manchmal auch eines, das einen dabei erwischt, wie man innehält und sich fragt, ob bei einem selbst wirklich alles okay ist – oder ob man es sich nur oft genug gesagt hat. Ein stilles, ehrliches und überraschend tiefgehendes Buch, das gerade durch seine Unaufgeregtheit so lange nachwirkt.

    9. Apr. 2026

  • maleur
    maleur

    100 Follower

    4,0

    Die Geschichte von Miryam wird ausschließlich von der Protagonistin erzählt. Gegenwart und Vergangenheit wechseln dabei. Die lakonisch Sprache hat mich irgendwie auf Distanz gehalten. Das Bemühen alles richtig und die Versuche sich irgendwie verständlich zu machen ist spürbar, Mirys Isolation greifbar. Ein gelungener Roman.

    7. Nov. 2025

3 von 61 Rezensionen

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