Evil Eye

Evil Eye

Hardcover
4.3278

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Beschreibung

Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
432
Preis
22.70 €

Autorenbeschreibung

Etaf Rum wurde in Brooklyn, New York, geboren und wuchs als Kind palästinensischer Einwanderer auf. Ihr Debütroman A WOMAN IS NO MAN war ein NEW-YORK-TIMES-Bestseller. Mit ihrem zweiten Roman EVIL EYE, der von NPR als BESTES BUCH DES JAHRES ausgezeichnet wurde, festigt Etaf Rum ihre Position als führende literarische Stimme, die sich von Herkunft und Lebensgeschichten Einzelner befreit.

Merkmale

3 Bewertungen

Stimmung

Traurig
Witzig
Gruselig
Erotisch
Spannend
Romantisch
Verstörend
Nachdenklich
Informativ
Herzerwärmend
47%
13%
N/A
3%
20%
8%
46%
67%
54%
29%

Hauptfigur(en)

Sympathisch
Glaubwürdig
Entwickelnd
Vielschichtig
39%
48%
70%
34%

Handlungsgeschwindigkeit

Schnell0%
Langsam100%
Mittel0%
Variabel0%

Schreibstil

Einfach67%
Komplex0%
Mittel33%
Poetisch (100%)

Beiträge

75
Alle
4.5

Was passiert, wenn man sich selbst verliert, weil man zu lange versucht hat, allen Erwartungen gerecht zu werden?

Yara ist eine moderne Frau: Sie stellt ihre religiösen Traditionen in Frage und möchte frei sein. Eine Frau mit Ausdruck, Kreativität (hat Kunst studiert) und Selbstbestimmung. Doch sie fühlt sich wie „ein nasser Lappen, den man zu fest auswrang“ (S.55). Von ihrer Familie und ihrem Umfeld wird sie oft bevormundet und in ein Rollenbild einer Frau aus Palästina, nach dem Koran lebend, gedrängt, obwohl sie in Amerika geboren und aufgewachsen ist. Das Umfeld gibt oft vor zu wissen, was „gut für sie ist“. Yara kämpft darum, ihre eigene Stimme zu finden. Zwischen Selbstzweifel, gesellschaftlichen Zwängen und familiären Erwartungen beginnt sie, ihre Geschichte auf Anraten ihres Psychologen aufzuschreiben - ein Akt der Selbstermächtigung. Darin verarbeitet sie auch das Trauma ihrer eigenen Mutter- Tochter- Beziehung. Der Satz ihrer Mutter „Weil meine Träume gestorben sind, als du geboren wurdest“ S.(143) hallte lange bei mir nach. 💔 Irgendwann erkennt Yara, wie sehr sie sich selbst verloren hat. Sie bricht mit ihren Mustern, beginnt neu. Dabei entdeckt sie was wahre Freundschaft und Verständnis bedeuten. 🫶🏻 🌿“Evil Eye“ : Ein starkes Buch über weibliche Selbstbestimmung, kulturelle Prägung und Heilung. Es zeigt, wie schwer es ist, sich aus dem Netz von Schuld, Erwartungen und Traumata zu befreien und wie kraftvoll es sein kann, genau das zu versuchen. Keine leichte Lektüre, welche jedoch stets auch Hoffnung mit sich bringt, trotz der Schwere der Themen. 📚 Absolute Leseempfehlung - ehrlich, roh, bewegend. Yara war sehr nahbar für mich als Lesende. Zwischendurch hätte ich sie gern an die Hand genommen… Können wir ausserdem bitte darüber reden wie wunderschön dieses Cover ist?! 🤩🫶🏻

Was passiert, wenn man sich selbst verliert, weil man zu lange versucht hat, allen Erwartungen gerecht zu werden?
5

Hörbuch. Es geht um eine palästinensisch abstammende Frau in den USA mit unverarbeiteten Traumata auf dem Weg zur Selbst

5

Muss man gelesen haben! Grandios!

5

Traumabewältigung als Weg/Möglichkeit zur selbstbestimmten Freiheit - emotional (be-)greifbar dargestellt!

4

Das Buch lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Einerseits habe ich das Buch gerne gehört und ich fand die Geschichte von gesellschaftlichen Normen und die Emanzipation und das Ausbrechen da heraus super spannend. Andererseits machte mich die Protagonistin und ihr Nicht-Handeln manchmal wirklich wahnsinnig. Ich weiß, es ist natürlich Teil ihres Charakters und der Story, aber wollte ihr so gerne helfen... Also es hat definitiv etwas ausgelöst und so sollte es ja sein

2

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Hier reiht sich Klischee an Klischee. Die Handlung wird dadurch aber nicht vorangetrieben, sondern dreht sich bis zum zuckrigen Finale nur im Kreis.

4

Lies dieses Buch, wenn dich die Zitate ansprechen und neugierig machen 🎨🧿🥘

Lies dieses Buch, wenn dich die Zitate ansprechen und neugierig machen 🎨🧿🥘
3.5

Ein Buch, bei dem ich mir die Haare vom Kopf reißen will

Man kommt sehr gut in die Geschichte rein aufgrund eines leichten Schreibstils. Es ist auch schön, etwas über eine andere Kultur zu lernen, man lernt zB auch einige arabische Rezepte. Außerdem ist es gut, sein Verständnis für die Kinder von Auswanderern, die sich zwischen zwei Kulturen fühlen und nirgendwo zuhause fühlen, zu sensibilisieren. Ich konnte aber die Protagonistin nicht immer ganz nachvollziehen, im Gegenteil: Sie leidet zwar unter Depressionen, weswegen sie sich nicht ganz normal verhält bzw. denkt, aber es ist ANSTRENGEND die ganze Zeit ihr dabei zuzuhören, was sie doch für ein schlechter Mensch ist, wie wertlos sie ist und dass sie sich die ganze Zeit unterkriegen, rumkommandieren und unterdrücken lässt und sich für alles entschuldigt und für alle Verständnis aufbringt außer für sich selbst. Ich hätte sie am liebsten geohrfeigt und gesagt: SETZ DICH DOCH MAL DURCH!! Echt traurig und anstrengend mitzuverfolgen. Was ich interessant fand ist die Geschichte rund um die Vertreibung aus Palästina und das generationsübergreifende Trauma. Allerdings echt heftige Vergangenheit der Protagonistin, also kein leichtes Buch! Mir kamen wirklich oft die Tränen. Die Triggerwarnungen sind berechtigt: häusliche Gewalt, Suizidgedanken, Therapie. Kriegt von mir leider nur 3,5 Sterne: Das Buch hat positive Aspekte, die mich auch bereichert haben, aber gerne gelesen und gehört habe ich es nicht unbedingt. War schon sehr anstrengend und zermürbend.

4.5

Eine aufwühlende und bewegende Lektüre im besten Sinne.

Evil Eye“ erzählt die traurige, aber auch ermutigende Geschichte von Yara. Der Roman hat mich sehr bewegt in seiner Intensität. Die Autorin konnte mich von Anfang an fesseln. Yaras Eltern wurden beide in Palästina geboren und sind noch vor ihrer Geburt in die USA ausgewandert, wo Yara und ihre Brüder geboren wurden. Yara führt von Außen betrachtet ein gutes Leben. Sie hat den Sprung geschafft, der ihrer Mutter verwehrt blieb, hat studiert und ist berufstätig. Mit ihrem ebenfalls palästinensisch-amerikanischen Ehemann und ihren zwei Töchtern lebt sie scheinbar ruhig dahin. Doch das Leben zwischen zwei Kulturen fordert seinen Preis. Schon von Jugend an fühlt Yara in sich so eine Unruhe, eine unbestimmte Wut, die immer wieder an ihr nagt und hin und wieder zum Ausbruch kommt. Dazu kommen Schuldgefühle und Erwartungen, die sie schier zu erdrücken drohen. Es wird ein harter Weg, bis Yara sich den Geistern ihrer Kindheit, dem transgenerationalen Trauma in ihrer Familie und der Wahrheit über ihre Ehe zu stellen vermag. „Evil Eye“ war für mich eine aufwühlende und bewegende Lektüre im besten Sinne.

5

Zwischen Schmerz, Mut und Selbstfindung ❤️‍🩹

Die Geschichte war sehr spannend und gleichzeitig sehr emotional. Das Buch zeigt auf eindrucksvolle Weise, was so viele Frauen durchmachen müssen. Ich finde, Yara ist eine unglaublich passende Figur für diese Geschichte. sie hat eine süße, super naive und gutgläubige Art, lässt sich trotz ihrer Schicksalsschläge nicht unterkriegen und entwickelt sich im Laufe des Buches immer weiter, ohne ihr gutgläubiges Herz zu verlieren. Es war schön zu lesen, wie sie für ihr eigenes Leben kämpft und endlich lernt, das Leben zu genießen, für sich selber einzustehen und ihren Träumen nach zu gehen, trotz eines so ekelhaften, narzisstischen Ehemanns und ihrem noch schlimmeren Vater, die ihr immer wieder das Gefühl geben „ihrer Rolle als Frau nicht gerecht zu werden“. (Und das Zeigt nochmal was für Assis sie sind). Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass das Buch eine deutliche Spur von Gesellschaftskritik enthält. Insbesondere in Bezug auf Alltagsrassismus und den enormen Druck, dem Frauen, vor allem Mütter, ausgesetzt sind. Dieses Buch ist ein absolutes Must-Read für alle, die sich für genau solche Themen interessieren.

4

Ein bewegendes Buch... Das Buch erzählt Yaras Geschichte. Yara ist eine Frau die das von ihr erwartete Rollenbild hinterfragt. Sie vertraut sich ihrem Psychologen an und möchte frei sein. Gar nicht so einfach in Mitten ihrer Familie. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und es war wirklich intensiv. Ein Buch welches auf jeden Fall wichtig ist und einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

5

Yara ist die Tochter palästinänsischer Einwanderer. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und führt nach außen hin das perfekte Leben. Da sieht niemand, dass die Ehe arrangiert und eine Flucht aus dem Elterhaus war. Nach einem Wutausbruch auf der Arbeit muss Yara sich mit sich selbst auseinandersetzen. Die Fassade beginnt zu bröckeln. Immer wieder verfolgen sie ihre Dämonen aus der Kindheit. Die Angst, die Schuldgefühle und die ständige Anspannung sind wieder da. Bisher hat sie diese Gefühle gut verdrängt, doch auch das wird immer schwieriger. Zweifel, Wut und Unzufriedenheit nagen an ihr und sie muss Entscheidungen treffen. Yara begleitet uns durch den Roman als Ich-Erzählerin, abgewechselt durch Tagebucheinträge von ihr. So bekommen wir einen sehr intensiven Einblick in ihre Gedanken und in ihre Vergangenheit. Der Roman hat es in sich. So lesen wir hier von den Anforderungen an arabische Frauen, die von der eigenen Familie kommen. Schon da bekommt sie ständig zu hören, dass sie sich zusammenreißen soll und sie es doch gut hat. In dem Buch geht es um Diskriminierung, Social Media, häusliche Gewalt, Aberglauben, weitergegebene Traumatas. Das alles mit authentischen Protagonisten und einem angenehmen Schreibstil, der einen das Buch kaum wieder weglegen lässt. Ein lauter, sehr bewegender Roman, der beispielhaft für viele Menschen steht. Bekommt eine ganz klare Empfehlung von mir.

Evil Eye ist ein absolutes Meisterwerk der Emotionen und ein Buch, das tief berührt. Es legt auf eindrucksvolle Weise offen, welche seelischen Kämpfe, Ängste und Belastungen Frauen erleben können – sowohl im Inneren als auch im zwischenmenschlichen Umfeld. Die Darstellung der Gefühle ist so unmittelbar und kraftvoll, dass man sich kaum entziehen kann. Jede Gefühlsnuance wirkt authentisch, jede Entscheidung nachvollziehbar, jede Verletzung spürbar. Dieses Werk zeigt mit beeindruckender Klarheit die Realität weiblicher Erfahrung und macht sie sichtbar, hörbar und fühlbar. Ein Buch, das nachhallt.

5

„Ich musste in meinem Leben auch schon oft unangenehme Arbeit erledigen. Dabei ist es so wichtig, etwas zu tun, das uns glücklich macht!“

Bewegendes Porträt über eine Frau, die in einem Mix aus Schuldgefühlen, Pflichtbewusstsein und kulturellem gesellschaftlichen Bild der Frau ‚gefangen‘ ist. Nicht nur hat das Buch ein schönes Ende, sondern auch zeigt es die veralteten Ansichten einer Gesellschaft auf und beschreibt ebenfalls, was in Falastin / dem Westjordanland bis heute noch passiert. Vertreibung, Raub, Unterdrückung und die alte, festgefahrene Kultur - Frauen haben zuhause zu bleiben & Kinder zu betreuen. Sehr toller Schreibstil, flüssig zu Lesen.🪬💙

„Ich musste in meinem Leben auch schon oft unangenehme Arbeit erledigen. Dabei ist es so wichtig, etwas zu tun, das uns glücklich macht!“
4.5

„Liebe hat mich zu einem anderen Menschen gemacht. Durch sie wird die Welt schön.“🧿❤️‍🩹

Das Buch lag definitiv außerhalb meiner gewohnten Comfort-Zone, aber ich bin so froh es gelesen zu haben.🤍 Worum gehts? Yara führt nach außen hin das perfekte Leben. Ein Ehemann, zwei gesunde Kinder, ein abgeschlossenes Studium, welches ihr einen tollen Job ermöglicht. Doch nach einem Zwischenfall auf der Arbeit, beginnt die Fassade zu bröckeln. Als Migra-Kind einer palästinensischen Familie liegen viele Traumata tief vergraben in ihrem Unterbewusstsein, welche langsam ans Tageslicht brechen. Während einer Auszeit nimmt sie psychologische Hilfe in Anspruch und beginnt ihre zunehmende Unzufriedenheit, Wut und Verzweiflung zu hinterfragen und vieles aufzuarbeiten. Dieses Buch war nicht nur schmerzhaft, sondern zeigt einem auch die brutale Realität und Gegenwart auf. Allein schon die Erzählungen von Yara‘s Oma von dem damaligen Krieg und der Flucht aus Palästina lies mich wütend, traurig und erschrocken zurück. Siehe dazu aktuelle Bilder aus dem Gaza-Streifen. Ihr seht also, das Buch bietet höchste Aktualität. Während der Geschichte lernen wir sehr viel über Yara’s Vergangenheit und können nach und nach verstehen, woher ihre Gefühle stammen. Bedingt durch diverse Traumata (über Generationen hinweg), die Wut auf das Patriarchat und die Angst, sich selbst zu verlieren stürzt Yara in ein tiefes Loch. Sie hat Angst, dass Muster nicht durchbrechen zu können, dass ihre beiden Töchter ebenso negative Erfahrungen machen müssen. Es war unheimlich ergreifend, Yara‘s Entwicklung während der Geschichte zu beobachten. Das Ende tat auf jeden Fall sehr gut zu lesen, dennoch gehe ich mit einer gewissen Traurigkeit aus dieser Story.❤️‍🩹 Die Erzählerperspektive fand ich hier sehr passend, generell der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig und gut zu verstehen. Zeitweise hat es sich nach meinem Empfinden aufgrund einiger Wiederholungen etwas gezogen. Das hat mich aber nicht weiter gestört, da ich jeden von Yara’s Gedanken wirklich aufgesogen habe. Ich habe mir SEHR viele Zitate markiert und werde definitiv noch lange über Yara's Leben (und das so vieler anderer Frauen wie sie) nachdenken. Das Buch sollte jeder gelesen haben.🇵🇸🙏🏼 „Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloß Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?“

„Liebe hat mich zu einem anderen Menschen gemacht. Durch sie wird die Welt schön.“🧿❤️‍🩹
4

Ein Buch außerhalb meiner Comfortzone -Rezensionsexemplar-

Evil Eye erzählt von Yara, die mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Amerika lebt. Ihre Wurzeln liegen in Palästina und ihre Mutter ist mit ihnen in das Land der unbegrenzten Möglichkeit gezogen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber weder sie noch ihre Tochter können frei leben oder eigenständig handeln. Ihr Leben wird von strengen Rollenbildern dominiert und von Männern, die entscheiden was sich gehört und was nicht. Ich fand schnell in die Geschichte rein, vor allem die Auseinandersetzung mit ihrer Schwiegermutter am Anfang machte mich sprachlos. Es gab Tagebucheinträge, die ich sehr gelungen fand und zeigten, wie schwer Yara es in der Kindheit hatte. Hier spielte generationsübergreifendes Trauma eine große Rolle. Ich litt mit Yara und die Geschichte ließ mich so viel fühlen, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Manchmal hätte ich sie am liebsten einfach schütteln oder in den Arm nehmen wollen. Es war rund um ein gelungenes Buch und es konnte mich aus meiner Comfortzone locken, da mir die Geschichte eine andere Kultur näher brachte, sowie deren Aberglaube und dessen negativen Seiten. 1 Stern Abzug, da sich einiges oft wiederholte, aber alles in allem klare Empfehlung!

5

„Ich musste in meinem Leben auch oft unangenehme Arbeit erledigen. Dabei ist es so wichtig, etwas zu tun, das uns glücklich macht!“

Zum Cover: Ich finde, das Buch schaut total schön aus. Zum Inhalt: In dem Buch „Evil Eye“ von Etaf Rum geht es um Yara, die nach außen hin ein perfektes Leben führt: abgeschlossenes Studium, guter Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet dann noch das Abendessen, für ihren Mann, der nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, vor. Aber warum fühlt sich all das nicht richtig an? Woher kommt all ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Nach einem Zwischenfall auf der Arbeit wird Yara gezwungen, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Dadurch kommt ein Stein ins Rollen, wodurch sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Meine Meinung: Der Schreibstil hat mich von Seite eins an sofort gecatcht, er war super flüssig. Ich bin dadurch nur so durch das Buch geflogen. Yara, unsere Hauptprotagonistin, welche uns als Ich-Erzählerin durchs Buch führt, konnte mich emotional und auch sonst einfach als Person total abholen. Die Tagebucheinträge, die immer wieder zwischen den Kapiteln waren, haben nochmal mehr Tiefe und Informationen eingebracht. In dem Buch kann man viel über Yara und ihre Vergangenheit lernen und somit auch, woher genau ihre Gefühle eigentlich stammen. Was super schön zu sehen war, war, wie sie anfängt, immer mehr für ihr Leben zu kämpfen und versucht, ihre Ängste, auch für ihre Töchter, abzubauen. Auch Yaras Oma und ihre Erzählungen über den Krieg und die anschließende Flucht aus Palästina waren total emotional und haben mich zum Teil auch wütend gemacht. Insgesamt fand ich das Buch einfach total gut. Es hat mich zum Nachdenken angeregt und mir nochmal vor Augen geführt, welchen enormen Druck Mütter und auch Frauen jeden Tag ertragen müssen. Große Leseempfehlung!

2

Hat mir leider nicht gefallen.

Die Inhaltsbeschreibung klang vielversprechend und letztendlich findet in dem Buch auch all das statt, nur eben anders und weniger radikal als erwartet. Ich hätte mir mehr Mut, mehr Konsequenz gewünscht, den einen, entscheidenden Schritt mehr zu machen. Eines meiner größten Probleme mit dem Buch ist, dass die Autorin zu viel vorwegnimmt. Bücher dieser Art lese ich hauptsächlich deshalb, weil ich es spannend finde, herauszufinden warum Menschen tun was sie tun. "Evil Eye" bietet leider kaum Raum zu analysieren oder eigene Überlegungungen anzustellen, denn die Autorin liefert Erklärungen meist mit und zum Ende hin wird auf einmal alles sehr leicht. Der Heilungsprozess ging mir zu schnell, denn dass man in so kurzer Zeit so viel Selbsterkenntnis und Werkzeuge zur Selbstheilung auf einmal erlangt ist zwar schön, aber eben auch ganz schön unrealistisch. Ja, Bücher sind Bücher und Realität ist die Realität, schon klar. Allerdings sollte man mit Themen wie der mentale Gesundheit sorgsamer umgehen, auch wenn das bedeutet, den Gipfel der Glückseligkeit nur aus der Ferne zu betrachten. Wichtig ist, dass da Licht am Ende des Tunnels ist, mehr braucht es erstmal gar nicht. Dieses "Hollywood-Ende" hat mich eher genervt..

4

Bewegend, intensiv und unglaublich kraftvoll

Evil Eye von Etaf Rum hat mich tief berührt. Es ist ein stilles, aber starkes Buch über eine Frau, die zwischen kulturellen Erwartungen, innerem Schmerz und dem Wunsch nach Selbstbestimmung ihren Weg sucht. Yara ist keine Heldin im klassischen Sinn. Sie ist komplex, verletzlich, wütend und verloren. Gerade das macht sie so greifbar. Etaf Rum gelingt es, mit leiser Sprache große Themen zu entfalten, wie intergenerationelles Trauma, mentale Gesundheit und Rollenbilder. Die psychologische Entwicklung der Protagonistin ist dabei beeindruckend authentisch erzählt, man leidet, hofft und wächst mit ihr. Besonders eindrücklich sind die Rückblenden in ihre Kindheit. Sie haben mich beim Lesen wirklich erschüttert. (Hier möchte ich nicht ins Detail gehen, um Spoiler zu vermeiden 🫣) Trotz der Schwere ist der Roman kein hoffnungsloses Buch eher im Gegenteil. Es geht um Mut, um Veränderung und darum, sich selbst Raum zu nehmen, auch wenn alles um einen herum versucht, das zu verhindern. Ich vergebe vier Sterne, weil sich das Buch stellenweise zog, vor allem durch Wiederholungen, die an einigen Stellen monoton waren. Die Innenschau war wichtig, wirkte aber an manchen Stellen eintönig und hätte mehr Abwechslung oder Tiefe vertragen. Dennoch ist es ein zutiefst menschlicher und eindringlicher Roman und erhält von mir eine Leseempfehlung.🤗⭐️

4.5

Eine schmerzhafte Geschichte, die mich sehr oft wütend gemacht hat, verzweifeln lies und es doch schaffte mich selig zurückzulassen. Auch wenn ich mit der Protagonistin und ihren Erfahrungen nicht relaten kann, konnte ich gut mitfühlen. Verständnis aufzubringen fiel mir nicht immer leicht, hätte ich mir doch oft andere Entscheidungen gewünscht. Letztendlich hat sie mich jedoch nicht enttäuscht.

4.5

Erschreckend, aufrührend, gut geschrieben und intensiv. Regt zum Nachdenken an und geht unter die Haut. Am Ende für mich etwas übereilt.

Auf den ersten Blick geht es Yara gut. Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen Job, zwei tolle Töchter und einen Mann, der ihr Freiheiten lässt. Dafür kümmert sie sich um Haushalt und Abendessen für ihre Familie. Aber wieso fühlt sich das alles so falsch an? Wieso wird sie immer häufiger wütend und verzweifelt? Nach einem Zwischenfall auf der Arbeit wird Yara schließlich gezwungen, sich mit sich selbst und ihrem Empfinden auseinanderzusetzen. Und auch wenn sie sich zu Beginn noch sträubt, fängt sie nach und nach an zu begreifen, wie ihre unbewältigte Vergangenheit und die Erwartungen anderer auf ihr lasten. Evil Eye war sehr eindrücklich, sehr bewegend, keine leichte Kost. Auf jeden Fall regt es zum Nachdenken an. Es beginnt erstmal langsam damit, Yaras Leben einzuordnen und kennenzulernen. Und auch wenn sie eine Weile braucht, um hinter ihre Gefühle zu kommen, war mir schon relativ früh klar, was da alles in ihr tobt. Ich fand die gesamte Entwicklung von ihr sehr intensiv und authentisch, Stück für Stück und nicht immer freiwillig, aber im Endeffekt heilsam. Generell war das Buch auch sehr gut geschrieben, ich mochte wie die Autorin die Situationen, die Bilder und die Gefühle dargestellt hat. Was ich besonders hierbei fand, dass die Geschichte zeigt, dass "keine gewalttätige" Ehe noch lange keine gute ist, und dass es viele andere, subtilere Manipulationen und Unterdrückungen gibt, denen Frauen ausgesetzt sein können. Und dass "aber anderen geht es noch schlechter" oder "so schlimm ist es bei mir gar nicht" nicht hilfreich oder zielführend sind. Dass man Gefühle und Leid immer ernst nehmen sollte. Yara lernt das auch erst nach und nach. Und ich fand es sehr gut ausgearbeitet, wie sehr Familientraumata weitergegeben werden, wie sehr man von Familie, von Eltern, von seinem eigenen Aufwachsen auch später noch begleitet wird. Und wie sehr das das eigene Handeln beeinflussen kann, ob man will oder nicht. Auch wenn dies eine palästinensisch-amerikanische Frau und Familie ist, mit Erfahrungen, die ich als weiße Deutsche überhaupt gar nicht nachempfinden kann, so steckt doch auch extrem viel in diesem Buch, was man auf alle Menschen übertragen kann, und was jedem noch die Augen öffnen oder man auf sich beziehen kann. Dafür, dass der Mittelteil allerdings sehr lang und langsam war, war mir das Ende ein bisschen übereilt. Viel von Yaras Aufarbeitung fand zwar vorher statt, aber gerade die großen Umbrüche sind ja nochmal wahnsinnig relevant, und die haben mir am Ende einfach zu wenig Platz bekommen im Vergleich. Das fand ich etwas schade. Ich kann das Buch insgesamt aber definitiv empfehlen! 4,5 Sterne

Erschreckend, aufrührend, gut geschrieben und intensiv. Regt zum Nachdenken an und geht unter die Haut. Am Ende für mich etwas übereilt.
5

Kein Buch, das man einfach liest – eines, das man fühlt.

Ich habe „Evil Eye“ gelesen und es hat mich so viel mehr beschäftigt, als ich gedacht hätte. Es ist kein “mal eben lesen”-Buch. Es ist ein Buch, bei dem man mitfühlt, mitdenkt, mitleidet und mitwächst. Es geht um Yara, eine palästinensisch-amerikanische Frau, die nach außen hin alles „richtig“ gemacht hat: ein abgeschlossenes Studium, verheiratet, zwei Töchter und einen guten Job. Aber innerlich ist sie zerrissen. Zwischen den familiären Erwartungen, kulturellen Prägungen und der Sehnsucht nach Freiheit, Selbstbestimmung und einem echten, erfüllten Leben. Yara ist eine unfassbar starke Protagonistin. Ihr Schmerz, ihr innerer Kampf, das Generationstrauma, das sie mit sich trägt - all das wurde so intensiv, ehrlich und greifbar erzählt. Ich habe mit ihr gelitten, gezweifelt und gehofft. Ich wollte sie einfach in den Arm nehmen und sagen: „Du schaffst das, Yara.“ Im Laufe der Geschichte wird deutlich, wie sehr sie unter den übernommenen Glaubenssätzen und traumatischen Erfahrungen aus ihrer Kindheit leidet. Besonders unter dem, was sie von ihrer Mutter mitträgt: unausgesprochen und nie verarbeitet. Was ich auch richtig stark fand: die Beziehung zu ihrem Kollegen Silas. Anfangs dachte ich, da könnte sich etwas Romantisches entwickeln, aber das passiert nicht. Und genau das mochte ich so. Er ist kein romantischer Held, der kommt und sie rettet. Silas ist einfach ein echter Freund, der für sie da ist – nicht mehr, nicht weniger. Die eigentliche Kraft kommt aus ihr. Sie fängt an, sich selbst zu hinterfragen, sich gegen alte Muster zu stellen, sich Raum zu nehmen. Und das hat die Geschichte für mich nur noch stärker gemacht. Weil Yara sich selbst rettet. Sie geht ihren Weg. Ruhig, aber mit beeindruckender Stärke. Etaf Rums Schreibstil ist ruhig, präzise und dennoch tief. Kein Wort zu viel, aber jedes Gefühl findet Platz. Genau das macht die Geschichte so greifbar und echt. Yaras Geschichte zeigt, wie wichtig psychische Gesundheit und Therapie sind. Und dass Heilung ein Prozess ist, der Zeit, Mut und Kraft braucht. „Evil Eye“ ist für mich ein Buch, das bleibt: ehrlich, emotional und tiefgründig. Ein absolutes 5 Sterne Buch und eine große Empfehlung!

Kein Buch, das man einfach liest – eines, das man fühlt.
4.5

Yara ist jung, verheiratet, hat zwei Töchter, die sie liebt, und einen Job an einer Uni. Sie müsste eigentlich glücklich und dankbar sein, redet sie sich ein…

Die Gefühle, dass etwas nicht stimmt, dass ihr etwas fehlt, dass sie mehr will - mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung, mehr Erfüllung, ... -, lässt sie nicht los und bereitet ihr Gewissensbisse. Über mehr als 2/3 des Buches verfolgen wir, in meinen Augen den sehr authentischen inneren Kampf. zwischen dem was ist und dem, was Yara sich wünschen würde - und wie dieser Bruch sie in eine Depression versetzt, die schließlich in ihrem Job zu einem Wutausbruch und dann in einer ihr nahegelegten Therapie mündet. Dank ihrem Therapeuten beginnt Yara, Tagebuch zu schreiben, und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die sie sonst tief in die Verdrängung schiebt: ihre Familiengeschichte über 3 Generationen - wie ihre Großmutter in Palästina erst aus ihrem Zuhause gewaltsam vertrieben und dann eng beieinander mit anderen Geflüchteten aus ähnlichen Lebenssituationen leben musste, wie ihre Yaras Mutter und Vater schließlich ihre Heimat hinter sich ließen, mit Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA, hin zu Yara, die das selbstbestimmteste Leben der drei Frauen lebt. Und doch. Etwas fehlt. Es ist sehr. bewegend, den inneren Kampf und die schmerzlichen Gedanken von Yara über ihr Leben, über die Lebensgeschichte ihrer Familie, und ihre gewaltvolle Beziehung zu ihren Eltern zu lesen. Die Geschichte hallt noch Tage nach dem Beenden des Buches nach. Definitiv lesens- und empfehlenswert! Das einzige, was mir weniger gefiel, ist die Tatsache, dass nachdem die Autorin sich so lange Zeit ließ, den Schmerz von Yara wiederzugeben, ihren inneren Kampf zu beschreiben, so unrealistisch schnell hat sie das Ende und die Situation aus der Depression raus abgehandelt. Dennoch nimmt es der Story und dem Schreibstil nichts an Intensität und Qualität. Vielen Dank an Netgalley.de und den pola Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Es hat meine Meinung nicht beeinflusst.

5

Große Empfehlung!

Ein Buch, das mich fasziniert und bewegt hat. Ein Buch über Kultur, Identität, Gesellschaft, Freundschaft, Liebe, Familie, Traumata, Therapie und Heilung. Ich bin froh es gelesen zu haben. Große Empfehlung!

4.5

Spannender Einblick

in das Leben einer Amerikanerin mit palästinensischen Wurzeln, die auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter reduziert wird und ausbrechen möchte. Teilweise wirklich hart zu lesen!! Es geht u.a. um Depressionen und häusliche Gewalt.

4.5

Die Wut aushalten können … ❤️‍🩹

„Wenn es nach mir ginge, dachte sie, würde ich mein Studium abschließen und einige Jahre um die Welt reisen, nur mit Rucksack, Notizbuch und Skizzenblock. Dann würde ich in jeder Stadt Museen und Bibliotheken besuchen, viel Zeit in Parks und Cafés verbringen mit einem Kaffee und einem Stift in der Hand, und meinen Platz in der Welt erforschen, indem ich mich durch diese Welt bewege und sie erlebe.“ - S. 79 🌿 Nach außen hin scheint ihr Leben perfekt, doch ihr Inneres ist aufgewühlt: Woher kommen die wiederkehrenden Wutanfälle, woher die immer größer werdende Verzweiflung? Warum fühlt sich so oft alles so falsch an? Yara war doch stets gut darin, angepasst zu sein, dankbar für ihre Privilegien und ein Leben, das sie für frei hielt - bis sie das nicht mehr konnte. 🌿 Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Buch hat mich gebrochen. @readwell.yasmin nannte es „die Wut erstmal aushalten können“ und für mich fasst das perfekt in Worte, was ich beim Lesen fühlte: Wut. Wie Yara wollte ich am liebsten etwas an die Wand werfen und es zerbrechen sehen, gleichzeitig wollte ich jeden 2. Satz in diesem Buch unterstreichen. Es war roh und echt, tragisch und heilsam, grausam und nah. Es erzählte von transgenerationalem Trauma, von Mutterschaft und Identität, von Heilung und Heimat. Und mit @etafrum lauschen wir einer Stimme Palästinas, so eindringlich, dass es wehtut; wohl wissend, dass gerade heute die Schreie Palästinas kaum gehört werden. Vielleicht tut das Buch gerade deswegen so, so weh. Wenn ihr könnt, lest es, lest es unbedingt - werft zuvor bitte einen Blick in die Triggerwarnung. ❤️‍🩹 Ich bin dankbar dafür, durch dieses Buch so viel dazugelernt zu haben. Und ich wünsche mir, dass es gesehen wird.

Die Wut aushalten können … ❤️‍🩹
4.5

»Alle Menschen machen schwierige Zeiten im Leben durch. Insbesondere Frauen.«

Yara, die Hauptfigur in Etaf Rums eindringlichem Roman Evil Eye, lebt ein scheinbar erfülltes Leben: Sie ist Mutter von zwei Töchtern, Ehefrau, Dozentin für Kunst – eine Frau mit einem sicheren Zuhause und geregeltem Alltag. Doch unter dieser Fassade brodelt eine tiefe Unruhe. Ihre Sehnsucht nach künstlerischer Freiheit, Selbstverwirklichung und innerem Frieden bleibt unerfüllt. Die Rollen, in die sie hineingeboren wurde – Tochter palästinensischer Einwanderer, Ehefrau, Mutter – scheinen sie eher zu fesseln als zu tragen. Obwohl Yara sich im Vergleich zu ihrer Mutter als privilegiert empfindet, leidet sie unter innerer Leere, emotionaler Isolation und zunehmender Gereiztheit. Sie hat keine enge Bezugsperson außerhalb ihrer Ehe, keine Freundschaften, die ihr Halt geben. Nach einem Vorfall an ihrer Arbeitsstelle wird sie zur Therapie geschickt – eine Zwangspause, die sich als notwendiger Wendepunkt entpuppt. In Gesprächen mit einer neuen Therapeutin und durch das Schreiben in einem Tagebuch beginnt sie, ihre eigene Geschichte zu hinterfragen: die Erwartungen, die an sie gestellt wurden, die stillen Verletzungen ihrer Kindheit, die unausgesprochenen Traumata, die sie über Generationen hinweg begleitet haben. Yaras Entwicklung ist berührend und glaubhaft. Erst durch Konfrontation mit ihrer Vergangenheit erkennt sie, wie stark das kulturelle Erbe ihrer Familie – insbesondere die patriarchalen Strukturen – ihr Leben mitgeprägt hat. Sie beginnt, die Rolle der „funktionierenden“ Frau, wie sie ihr von klein auf beigebracht wurde, zu hinterfragen und Stück für Stück hinter sich zu lassen. Besonders bewegend ist ihre allmähliche Annäherung an ihre Mutter – vom Vorwurf hin zum Verständnis, vom Groll zur Vergebung. Was mich besonders berührt hat, ist die authentische Darstellung von Yaras innerem Ringen. Obwohl meine eigene Lebenssituation sich von ihrer unterscheidet, konnte ich ihre Zerrissenheit, ihr Gefühl von Enge und ihr Bedürfnis nach Veränderung zutiefst nachempfinden. Ihr Wunsch, ihren Töchtern ein anderes Vorbild zu sein, ihnen eine liebevollere Zukunft zu ermöglichen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Erzählung. Ihr Ehemann Fadi bleibt dabei ambivalent: Einerseits will auch er mit alten Rollenmustern brechen, andererseits nimmt er Yaras Bedürfnisse nicht ernst genug – ein Spiegel der verinnerlichten Strukturen, gegen die sie ankämpft. Besonders gelungen fand ich die literarische Struktur: Tagebucheinträge und innere Monologe schaffen Nähe zur Figur und lassen ihre Gedankenwelt auf sehr intime Weise spürbar werden. Auch wenn das Ende vergleichsweise schnell erzählt ist, schmälert das nicht die Kraft der Geschichte. Evil Eye ist ein stiller, aber kraftvoller Roman über Selbstermächtigung, das Durchbrechen familiärer und kultureller Zwänge und den schwierigen Weg zu sich selbst. Er zeigt, dass Befreiung oft nicht laut beginnt, sondern mit einem Flüstern – einem Satz, einem Tagebuch, einem Gespräch. Eine tief bewegende Lektüre, die lange nachhallt.

»Alle Menschen machen schwierige Zeiten im Leben durch. Insbesondere Frauen.«
4.5

Tiefgründig und berührend

Das Buch erzählt die Geschichte von Yara, die zwischen den Erwartungen ihrer palästinensisch-amerikanischen Familie und ihrem eigenen Wunsch nach Freiheit gefangen ist. Etaf Rum beschreibt sehr einfühlsam, wie schwer es sein kann, alte Muster zu durchbrechen, seinen eigenen Weg zu finden und vor allem, den Mut zu haben, ihn auch zu gehen. Mich hat das Buch wirklich berührt. Die Gefühle und Konflikte der Figuren wirken unglaublich echt und nah. Man spürt die Schwere, aber auch den Mut, der in der Geschichte steckt. Ein paar Stellen waren mir etwas langsam, aber insgesamt hat mich der Roman sehr berührt und lange beschäftigt.

Tiefgründig und berührend
4

Mein erstes Buch aus dem pola Verlag und definitiv nicht das letzte. Das Buch hat mich wütend gemacht und gleichzeitig so viel gelehrt. Die Geschichte war echt, wortgewaltig und entsetzlich zugleich. Manche Charaktere hätte ich am liebsten durchgeschüttelt. Ich habe sehr viel über Palästina gelernt und kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen.

5

Freiheit, Freundschaft und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben 🧿 Manchmal ist ein Cover so treffend, dass es die ganze Geschichte einfängt. Genau so ging es mir mit Evil Eye. Yaras Traum, Künstlerin zu werden, spiegelt sich darin perfekt wider. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie Wünsche, Träume und Bedürfnisse einer Frau nicht immer mit dem Frauenbild oder den kulturellen Bedingungen zusammenpassen, in denen sie lebt. Yaras Ehemann Fadi wirkt verständnisvoll, doch unter der Oberfläche brodelt Aggression. Besonders fand ich auch, dass es hier unteranderen nicht um eine Liebesgeschichte geht, sondern um die Bedeutung von Freundschaft und wie wichtig platonische Beziehungen sein können. Es hat mich nachdenklich über Freiheit, kulturelle Unterschiede und die Rollenbilder, die Frauen immer noch einschränken, gemacht. Gleichzeitig bin ich dankbar für die Möglichkeiten, die ich selbst habe. Das Buch hat definitiv einen Platz in meinem Herzen verdient 💙

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4

„Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloss Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?“

Ich habe etwas Zeit gebraucht, in die Geschichte hineinzufinden. Häufig empfand ich beim Lesen Wut und Fassungslosigkeit. Denn dies ist nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern spiegelt die bittere Realität vieler Frauen wider. Wir begegnen unter anderem einem manipulativen Ehemann, erleben Rassismus , Kindheitstraumata und eine übergriffige, kontrollierende Schwiegermutter. Diese Themen steigern sich im Verlauf der Handlung und werden realitätsnah dargestellt. Yaras Entwicklung ist authentisch, denn sie macht nicht nur Fortschritte, sondern erlebt auch Rückschläge. Zu Beginn bleiben viele Dinge offen, doch nach und nach bringen die eingebauten Tagebucheinträge Licht ins Dunkel. Anfangs haben sie mich etwas verwirrt, aber mit jedem weiteren Eintrag wurden die Zusammenhänge klarer. Durch diese Einblicke erhalten wir ein tieferes Verständnis für Yaras Kindheit. Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der generationsübergreifenden Weitergabe von Traumata und wie Yara es nach ihrem inneren Kampf schafft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

„Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität  und Privilegien bloss Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?“
4.5

Tolles Buch über Traumata in der Familie entstanden durch Geschichte und Kultur

2 Tage und ich war durch. Durch mit dem Buch und meinem Gefühlen. Wir begleiten Yara, eine junge Frau mit palästinensischen Wurzeln und merken schnell, dass sie leidet und kämpft. Sie stellt sich selber zurück für andere und genügt sich nie. Ich mochte die Erzählweise und wie Ihre Familiengeschichte in Erinnerungen erzählt wird. Besonders die Teile welche in Palästina erlebt werden gefielen mir sehr. Man möchte eintauchen in die Farben, Gewürze und Klänge der Oud. Teilweise fiel es mir schwer zu glauben, dass solche Familienkonstrukte noch existieren, aber sind die heutigen Tradwifes so anders? Oder die Sexualisierung der Frau zum Objekt bei uns? Daher eine klare Empfehlung

4

„Unser Volk ist schon so lange heimatlos und namenlos. Doch unsere Geschichte liegt uns im Blut.“

Yara ist eine palästinensisch-amerikanische Frau, die mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebt und als Kunstdozentin arbeitet. Von außen betrachtet scheint alles stabil. Aber innerlich ist sie komplett im Zwiespalt. Sie fühlt sich stark eingeschränkt von all den Erwartungen, die andere an sie stellen: ihre Familie, ihre Herkunft, die Gesellschaft um sie herum. Sie hat vieles, was ihre Eltern nie hatten. Und trotzdem hat sie das Gefühl, dass irgendetwas nicht richtig läuft. Sie spürt, dass sie eigentlich mehr vom Leben möchte, größere Träume hat und gleichzeitig fühlt sie sich schlecht dafür. Weil sie denkt, dass sie sich nicht beschweren oder egoistisch sein darf. Yara lebt zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, den Traditionen, ihrer Herkunft und den Schuldgefühlen, die mit alldem einhergehen. Und zwischen all dem versucht sie, es allen recht zu machen – nur nicht sich selbst. Genau das bringt sie an einen Punkt, an dem sie sich mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Ich finde, dieses Buch zeigt auf ganz besondere Weise, was passiert, wenn man sich selbst immer wieder hintenanstellt. Wenn man glaubt, dass man keine eigenen Wege gehen darf. Und wie tief solche Gedanken über Generationen hinweg wirken können. Ich weiß, dass ich vieles von dem, was Yara erlebt, nicht wirklich beurteilen kann. Aber genau deshalb war es mir wichtig, dieses Buch zu lesen. Es hat mir gezeigt, wie komplex Identitäten sein können und wie schwer es sein kann, sich selbst zwischen all dem zu finden. Ich glaube, es kann Menschen helfen, die in ähnlichen Situationen sind, aber auch denen, die das nie erlebt haben. Wenn man mal einen Blick hinter die Fassade bekommt und merkt, dass vieles nicht schwarz-weiß ist. Und dass wir andere Menschen nicht verurteilen sollten, wenn wir nicht ihre Geschichte kennen.


„Unser Volk ist schon so lange heimatlos und namenlos. Doch unsere Geschichte liegt uns im Blut.“
4

Auf den ersten Blick führt Yara ein perfektes Leben. Familie, Job, Haus, Sicherheit - eigentlich hat sie alles. Sie müsste glücklich sein, zufrieden. Doch sie ist es nicht. Immer mehr beginnt sie, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, hinterfragt die Erwartungen ihrer traditionellen Familie und ihre Identität als palästinensisch-amerikanische Frau. Nach einem Vorfall fängt Yara eine Therapie an und wird mit alten Glaubenssätzen, unterdrückten Sehnsüchten und der schweren Last eines transgenerationalen Traumas konfrontiert. Schmerz, der nicht nur ihr eigener ist, sondern über Generationen hinweg weitergegeben wurde, unausgesprochen, aber tief verankert. Und mit ihm die Frage: Was davon möchte Yara an ihre eigenen Töchter weitergeben - und was will (oder muss) sie durchbrechen? Yaras innere Zerrissenheit ist spürbar, sie geht zwei Schritte vor, einen zurück. Es ist eine schmerzhafte, aber wichtige Entwicklung für sie. Und es tut weh, sie auf diesem Weg zu begleiten, denn es fühlt sich so brutal ehrlich an, so echt. Kleine Kritik: An manchen Stellen empfand ich den Roman als etwas langatmig, ein paar Straffungen hätten der Geschichte gutgetan. Auch wirkte einiges auf mich repetitiv. Und obwohl ich damit gehadert habe, frage ich mich, ob es nicht doch genau deshalb so gut passt: Sie spiegelt Yaras inneren Prozess, ihren Weg der Heilung. Mich hat‘s berührt und ich mochte »Evil Eye« trotz der genannten Punkte sehr. Wenn ihr zum Buch greifen wollt, schaut vorher bitte noch mal in die TW/CN 🩵🧿 Übersetzt von Heike Reissig. TW/CN: Depression, psychische und physische Gewalt, Trauma, Suizidgedanken

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5

Gut komponierter Text über Parallelwelten in modernen Gesellschaften

Parallelwelten in denen Frauen anderer Kulturen leben, sind oft für die Menschen einer Gesellschaft schwer greifbar und meist kein bisschen nachfühlbar. Dabei braucht es noch nicht mal einen anderen Glauben wie den Islam. Es reicht, wenn die Wurzeln in einer noch sehr patriarchalen Gesellschaft verankert sind. Ich weiß, wovon ich spreche! Dasas war mal wieder ein Roman, der mir sehr Nahe gegangen ist und bei dem es mir schwer fällt, Distanz zu meiner persönlichen Vergangenheit herzustellen. Yara ist das Kind palästinensischer Eltern, die zwar in New York leben, aber ihrer Kultur besonders im Familienleben treu sind. Yara und ihre Geschwister wachsen zwar scheinbar weltoffen und modern auf, erleben aber zu Hause eine stark autoritäre Haltung des Vaters gegenüber der Mutter, die mit großen Hoffnungen auf Freiheit und Entfaltung in die USA ausgewandert ist. Doch das Gegenteil tritt ein, und ihr Leben ist noch enger als in der Heimat. Das führt zu einer starken Wesensveränderung, die in einer Depression mündet, die sich auf ganz besondere Art und Weise äußert. Wir wissen das alles von Yaras Tagebucheinträgen, die einen Rückblick in ihre Vergangenheit bieten. Denn sie ist mittlerweile mit Fadi verheiratet, hat zwei Töchter lebt mit ihm in South Carolina. Nach einem abgeschlossenen Studium arbeitet sie an der Universität, aber weit unter dem Niveau, was sie leisten könnte. Eine Chance auf den Job, den sie sich wünscht, hat sie kaum, da ihr die komplette Verantwortung für ein gelungenes Familienleben übertragen wird und ihr es deshalb an Zeit für zusätzliches Engagement und Flexibilität mangelt. So kocht sie schmackhafte Gerichte (die wirklich köstlich klingen), kümmert sich um Haushalt und Kinder und natürlich um ihren Mann, der scheinbar überarbeitet, nach Hause kommt und für sich alleine in Anspruch nimmt, die Familie zu versorgen. Er gehört für mich zu der ganz unangenehmen Sorte Blender, die es in allen Kulturen gibt, der hier aber seine Wurzeln vor schiebt, um sich ein gutes Leben zu machen. Yara merkt allerdings, dass ihr das nicht reicht. Sie träumt davon anspruchsvolle Arbeit zu leisten, zu reisen und mit ihrem Mann Zeit zu verbringen. Ihre Interessen sind breit aufgestellt, doch es fehlt ihr die Zeit und auch der Mut, diesen nachzugehen. Sobald sie etwas für sich einfordert oder auch nur den Anschein erweckt, zu Hause kürzer zu treten, bekommt sie den Missmut ihres Mannes und manchmal auch ihres Vaters zu spüren. Daraus leitet für sich für sie ab, nicht zu genügen, nichts verdient zu haben und generell kein guter Mensch zu sein. Als eine Studienreise nach Europa angeboten wird, spielt sie mit dem Gedanken, sich dort anzumelden, doch Fadi gibt ihr zu verstehen, dass das keine Möglichkeit ist. Nach einer Provokation an der Universität reagiert sie aufgebracht und kassiert dafür eine völlig unangemessene Konsequenz, die durch Rassismus geprägt ist, doch etwas ins Rollen bringt. Yara passt nicht mehr in ihr bisheriges Leben! Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto wütender wurde ich auf Fadi und andere männlich Protagonisten in diesem Plot. Wir erleben wie Frauen, die ein scheinbar modernes Leben führen, im Haushalt immer noch die sind, die für alles die Verantwortung tragen auch wenn sie arbeiten gehen. Dass Männer ihnen in irgendeiner Form dort gleichgestellt sind, steht überhaupt nicht zur Disposition. Männer geben Ihnen die Erlaubnis zu arbeiten! Anerkennung oder Entlastung dafür gibt es keine. Es wurde sehr deutlich und meinem Empfinden nach auch realistisch dargestellt wie manipulativ Männer vorgehen, wenn sie merken, dass ihre Frauen sich verändern wollen. Ihnen wird eingeredet, wie dumm, unfähig und vor allen Dingen unnormal sie sind. Das setzt sich fest und zieht sich von Generation zu Generation weiter. Durch all diese verbalen Erniedrigungen ist auch Yara gegangen, die sich als aufgeklärte Amerikanerin sieht und oft fassungslos darüber ist, was ihr Mann von ihr erwartet. Eine Änderung scheint aber trotzdem nicht möglich. Richtig gut gefallen hat mir wie die Rückblicke Yaras mit ihrer gegenwärtigen Realität verknüpft sind. Sie will das Leben ihrer Mutter nicht leben und gerät immer tiefer hinein, bis es ausweglos erscheint, sich daraus zu befreien. Die Opfer wären mutmaßlich zu groß. Dabei ist die Angst zu versagen, größer als die Fähigkeit wirklich auf eigenen Beinen zu stehen. Ich kenne diese Mechanismen sehr gut. Der Gedanke an eine Scheidung, nur weil der Mann ungerecht ist und die ihm angestammte Position als Anführer der Familie infrage gestellt wird, verbieten sich die Frauen in der Regel selbst. Mir hat Yara so unglaublich leid getan, weil ich mich gut einfühlen konnte, wie sehr sie doch etwas anderes will und wie wenig sie doch glaubt, dass ihr das zusteht. Ich konnte die Last auf ihrer Brust förmlich spüren. Später steht eine Traumatisierung im Raum, die aus der Kindheit stammen soll, und deren Aufarbeitung Yara erst nicht ernst nimmt. Rum hat den Roman sehr geschickt aufgebaut. Die Rückblicke und die gegenwärtigen Stränge waren gut aufeinander abgestimmt. Langsam, aber sicher tasten wir uns an Familiengeheimnisse heran. Am Anfang ist noch vieles offen und es ist spannend zu entdecken, wie denn alles zusammen hängt. Auch die Nebenfiguren wie zum Beispiel die penetrant übergriffig Schwiegermutter (auch das ein Klischee, dass ich schon etliche male so in Familien wieder gefunden habe) oder der schwule Freund, der zuhört und mit dem man gemeinsam kocht, waren gut platziert und glaubwürdig. Für Abwechslung sorgten die köstlich klingenden Gerichte. Ich hätte mir im Anhang gerne Rezeptbeschreibungen gewünscht. Sprachlich ist der Roman eingängig geschrieben. Man merkt irgendwann, dass sich etwas zusammenbraut und somit ist der Spannungsbogen genau auf die richtige Länge ausgelegt. Ich fand auch gut, dass die Kinder zwar da waren und keine unwesentliche Rolle bei Yaras Gedanken spielten, aber nicht so sehr in den Vordergrund geschoben wurden. Das Fadi manchmal etwas überzeichnet wirkt, könnte man annehmen, für mich. allerdings war er der typische südländische Mann, der auf seine ihm angestammte Position pocht und Frauen nur als Erfüllungsgehilfin sieht. Es mag andere geben, aber mir sind noch nicht viele begegnet. Ein rund um gelungener Roman über Parallelwelten in einer modernen Gesellschaft, in die wir keinen Einblick erhalten und die trotzdem da sind. Große Lesempfehlung und für mich ein Highlight.

4.5

Über das Wirken und Brechen generationellen Traumas

Eindrücklich, tief und nuanciert. Interessant außerdem, wenn man sich ein bisschen in Richtung Psychologie interessiert. Unterstreicht die Kraft von Kunst und Freundschaft und die Wertigkeit professioneller psychologischer Betreuung. Hätte für mich nur noch etwas kompakter bzw anders aufgeteilt sein können. Gerade im Mittelteil wiederholt sich einiges ständig, während die heilende Phase gegen Ende ruhig noch mehr Raum hätte einnehmen können.

5

Keine leichte Story aber eine die in Erinnerung bleibt!

Eine beklemmende Geschichte über vererbte und unverarbeitete Familientraumata, Selbstverwirklichung und den Kampf um Befreiung aus den Fesseln patriarchaler Strukturen. Selten habe ich den Schmerz und die Trauer einer Protagonistin so tief empfunden. Es war unglaublich frustrierend, die ständigen Vorwürfe ihres Mannes, ihres Vaters und ihrer Schwiegermutter zu lesen, sie sei undankbar und nicht gut genug. Es ist eine ungerechte Realität, dass immer noch viele Frauen nicht die gleichen Rechte und Freiheiten wie ihre Brüder oder Ehemänner genießen. Ein intensives, bedrückendes aber zum Ende hin auch ein hoffnungsvolles Buch.

4.5

Für das eigene Glück und die eigene Gesundheit kämpfen

Im Buch begleiten wir Yara, eine palästinensisch-amerikanische Frau, die nach außen ein scheinbar perfektes Leben führt – doch innerlich von Wut, Unzufriedenheit und dem Wunsch nach Freiheit zerrissen ist. Nach einem Vorfall am Arbeitsplatz beginnt sie eine Therapie und setzt sich erstmals mit ihrer Vergangenheit, ihren Gefühlen und ihrer Rolle als Frau innerhalb ihrer Ehe und Kultur auseinander. Das Buch hat mich berührt und ich hab so viele Emotionen auf einmal gehabt – teilweise war ich so wütend, dass ich es am liebsten durch den Raum geworfen hätte. Aber genau das zeigt, wie kraftvoll und eindringlich es geschrieben ist. Im Zentrum stehen Themen wie kulturelle Identität, familiäre Traumata und feministischer Widerstand. Yara kämpft gegen traditionelle Rollenvorstellungen und versucht, sich aus generationsübergreifenden Mustern zu befreien. Dabei macht sie im Buch eine persönliche Weiterentwicklung durch, die mich persönlich sehr begeistert und berührt hat. Ein starkes, intensives Buch über Selbstfindung, kulturellen Druck und vor allem über Selbstermächtigung. Große Empfehlung!

Für das eigene Glück und die eigene Gesundheit kämpfen
4

Eine Protagonistin, die sich und ihre Familiengeschichte verstehen muss, um sich zu entwickeln.

Evil Eye hat mich beeindruckt, weil es mich dazu angeregt hat, eigene Denkmuster und Bias noch einmal zu reflektieren und mir die palästinensische Geschichte näher gebracht hat. Ich mochte es, dass sich die Geschichte nach und nach ausbreitet und zwar in dem Tempo, wie die Protagonistin lernt, sich zu öffnen. Ich habe in Rezensionen gelesen, dass einige den Mittelteil etwas zu langatmig und wiederholend empfunden haben. Das habe ich nicht so erlebt - vielmehr konnte ich nachvollziehen, dass man bei lebensverändernden Entscheidungen oder dem Aufbau von Verständnis für sich selbst oftmals mehrere Gedankenschleifen braucht. Für mich hat es die Geschichte daher authentisch wirken lassen. Das Ende habe ich dagegen als etwas zu schnell und zu sehr als gewolltes Happy End empfunden. Das gönne ich aber der Protagonistin auch sehr. :) Positiv ist mir auch der Hinweis auf die Triggerwarnung zu Beginn aufgefallen. Man kann sich selbst entscheiden ob man diese lesen möchte und sich damit relevante Themen des Buchs vorwegnehmen möchte. Das finde ich sehr wichtig, da das Buch schon einige schwere Themen in einer gewissen Tiefe behandelt, die belastend sein können.

4.5

Mitreißende Geschichte - Erinnerung an veraltete Rollenbilder aus meiner Kindheit

Ich fand das Buch sehr bewegend! Teilweise sehr aufwühlend, so dass ich das Buch immer mal wieder beiseite legen musste und nicht weiterlesen konnte. Ich konnte sehr viele Parallelen zu meiner eigenen Kindheit ziehen, da meine Familie auch dieses veraltete Rollenbild auslebt(e). Ein sehr bewegender Roman, wirklich gut geschrieben!

4

Zwischen Familie, Kultur und sich selbst 🧿

Evil Eye von Etaf Rum hat mir richtig gut gefallen und mich auch echt nachdenklich zurückgelassen. Im Mittelpunkt steht die palästinensisch-amerikanische Frau Yara, die versucht, ihren eigenen Weg zu finden, während sie gleichzeitig mit den Erwartungen ihrer Familie und Kultur kämpft. Dieses Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen, wurde so greifbar beschrieben, dass ich mich oft richtig in ihre Gedanken hineinversetzen konnte. Ich fand besonders spannend, wie das Buch zeigt, wie sich Traumata über Generationen hinweg weiterziehen. Man merkt, dass vieles, was sie belastet, nicht nur aus ihrem eigenen Leben kommt, sondern auch aus der Vergangenheit ihrer Familie. Das hat die Geschichte für mich nochmal viel intensiver gemacht. Außerdem fand ich es total interessant, in eine andere Kultur einzutauchen. Man bekommt einen Einblick in Werte, Erwartungen und Traditionen, die für die Protagonistin eine große Rolle spielen und versteht dadurch ihre Konflikte noch besser. Ich fand besonders stark, wie ehrlich und ungefiltert ihre inneren Konflikte gezeigt werden. Der Druck, eine „gute“ Tochter, Ehefrau und Mutter zu sein und dabei sich selbst nicht zu verlieren, zieht sich durch das ganze Buch. Die Beziehung zu ihrem Mann Fadi fand ich dabei teilweise echt schwierig. Man merkt, wie sehr er in bestimmten Rollenbildern feststeckt und ihre Gefühle oder Bedürfnisse nicht immer richtig sieht oder ernst nimmt. Dadurch wirkt die Ehe oft unausgeglichen und hat mich beim Lesen teilweise auch frustriert, weil man sich für sie einfach mehr Verständnis und Unterstützung wünscht. Was mir jedoch auch richtig gut gefallen hat, war die Freundschaft zwischen Yara und ihrem Kollegen. Ich fand es so schön, dass es wirklich bei einer Freundschaft geblieben ist, denn dadurch wurde es nicht so dargestellt, als wäre ein neuer Mann die Lösung für alles, sondern eher, wie wichtig ehrliche Unterstützung und Verständnis sind. Das hat gezeigt, dass nicht immer eine Liebesgeschichte die Lösung ist, sondern dass echte Freundschaft genauso wichtig sein kann.🫂🧿

4.5

»Es kam ihr vor, als wäre ihr Körper das Meer und diese Gefühle kamen und gingen wie Ebbe und Flut. Die Aufgabe bestand darin, sich nicht von der Strömung fortziehen zu lassen. Die Aufgabe bestand darin, damit zu leben, dass sie von Zeit zu Zeit innerlich aufgewühlt war, und es anzunehmen. Sich dem hinzugeben.«

Wir tauchen ein in das Leben von Yara. Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen passenden Job, erzieht die beiden Töchter, kümmert sich um den Haushalt und sorgt dafür, dass jeden Abend ein Essen auf dem Tisch steht. Doch in Yara arbeitet es. Sie spürt immer wieder starke Wut und Unzufriedenheit. Nach und nach, in kleinen Schritten, nähert sie sich ihrem Innenleben an, beginnt es zu erforschen und sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Trotz ein paar Längen und Wiederholungen habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Ich konnte mitfühlen, war irritiert, beeindruckt und berührt.

»Es kam ihr vor, als wäre ihr Körper das Meer und diese Gefühle kamen und gingen wie Ebbe und Flut. Die Aufgabe bestand darin, sich nicht von der Strömung fortziehen zu lassen. Die Aufgabe bestand darin, damit zu leben, dass sie von Zeit zu Zeit innerlich aufgewühlt war, und es anzunehmen. Sich dem hinzugeben.«
5

. Suchst du nach einem Roman der dich auf eine emotionale Fahrt mitnimmt? Der dir vor Augen führt wie tief ein Mensch fallen kann, wenn keine Hilfe da ist? Dann solltest du „Evil Eye“ auf jeden Fall lesen. Dieser Roman ist brutal ehrlich und aufwühlend! 5/5 ⭐️ . Aber worum geht es… Yara, Tochter palästinensischer Einwanderer, verheiratet mit zwei Kindern ist scheinbar in einem perfekten Leben angekommen. Doch so langsam fängt Yaras Fassade an zu bröckeln. Unzufriedenheit, Wutausbrüche und zunehmende Verzweiflung sind nun an der Tagesordnung. Wegen eines Vorfalls auf der Arbeit soll sie eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen und so kommt der Stein in Rollen und Yara fängt an alles zu hinterfragen…. So auch ihre Vergangenheit. . In „Evil Eye“ begleiten wir Yara als Ich- Erzählerin in der Gegenwart und hüpfen mit ihr ab und zu in Form von Tagebucheinträgen in die Vergangenheit. Wir lernen Yara sehr gut kennen. Dies führte bei mir dazu, dass ich sie sehr möchte als Protagonistin. Sie lebt ein scheinbar perfektes Leben, doch dem ist nicht so. Die Autorin zeigt durch Yaras Geschichte auf, wie viel Last vor allem in Arabischen Kulturen auf den Schultern einer Frau liegen. Wie unterschiedlich Jungs und Mädchen, dann Männer und Frauen behandelt werden. Im Buch wird auch der Vergleich zur westlichen Kultur gezogen und zeigt auf das es dort auch so sein kann. Social Media und seien Schatten, Alltagsdiskriminierung, Suizid, häusliche Gewalt und Unterdrückung werden hier besprochen… realistisch und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ich bin über die Seiten geflogen. Durch die tolle Darstellung von Yaras Charakter hab ich wirklich bei jeder Zeile mitgelitten. Aber auch alle anderen Charaktere waren in ihren Handlungen sehr realistisch beschrieben. „Evil Eye“ ist ein Roman, der dich mit jeder Faser einnimmt und lange nicht loslässt! Voraussetzt man hat mit den oben genannten Triggern keine Probleme.

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3.5

Eine wirklich tiefgründige Story 🫶🏼🧿

Evil Eye🧿 erzählt die bewegende Geschichte von Yara Murad, einer palästinensisch-amerikanischen Frau, die in Brooklyn aufgewachsen ist und mittlerweile mit ihrem Ehemann Fadi und zwei Töchtern in North Carolina lebt. Auf den ersten Blick führt sie ein „perfektes“ Leben, doch innerlich kämpft sie mit einer tiefliegenden Unzufriedenheit und unerklärlicher Traurigkeit🥲 Ein entscheidender Wendepunkt ist eine Auseinandersetzung am Arbeitsplatz💼Als Yara nach einem rassistischen Vorfall in Probation geschickt wird, verweist ihre Mutter auf einen vermeintlichen „Fluch“ 🔮das böse Auge, als Erklärung für Yaras aufkommende Krise. Diese kulturelle Metapher dient im Roman als tiefgründige Allegorie für intergenerationelle Traumata, über Generationen weitergegebene Ängste und kulturelle Erwartungen.... Es ist wirklich eine interessante kulturelle und psychologische Frauenliterarische Geschichte, die zum nachdenken anregt! 💙

Eine wirklich tiefgründige Story 🫶🏼🧿
5

Sehr starkes Buch

Evil Eye war mein erstes Buch von Etaf Rum und ich muss sagen: Es hat mich nicht nur berührt, es hat etwas in mir aufgewühlt. Ich habe oft Zeilen zweimal gelesen, weil sie mich auf so eine feine, schmerzliche Weise getroffen haben. Yaras Unsicherheit, ihr innerer Zwiespalt, ihre Wut, ihre Hoffnung. Man lebt und leidet mit ihr, Seite für Seite. Was Evil Eye außerdem so stark macht: Es zeigt schonungslos, wie viel Gewicht in bestimmten Kulturen auf den Schultern einer Frau lastet. Wie unterschiedlich Mädchen und Jungen aufwachsen, wie Erwartungen, Pflichten und Rollenbilder das Leben prägen. Sogar die Mokkatasse trägt ihren Teil zur Geschichte bei: Im Buch erfährt man, wie aus einem Heißgetränk plötzlich ein Tor zur Zukunft wird. Denn „Fal“, die Kunst des Wahrsagens im Kaffeesatz, gehört in vielen Kulturen zur gelebten Tradition. Evil Eye ist kein Buch, das man einfach wegliest. Es fordert dich. Es fordert deine Gedanken, deine Empathie, deine Bereitschaft, hinzusehen und auch dorthin, wo es weh tut. Vorausgesetzt, man kann sich emotional auf die behandelten Themen einlassen. Danke an die Bloggerjury und an den Pola Verlag für das Rezensionsexemplar. ❤️

Sehr starkes Buch
5

Aufwühlend, emotional, bedrückend! Aber auch einfach so gut geschrieben

Dieses Buch zählt ab jetzt definitiv zu meinen Highlights! In „Evil Eyes“ geht es um Yara. Yara träumt schon lange von einem freien Leben. Sie möchte reisen und die Welt sehen. Sie hat studiert und möchte anders als ihre Mutter und Großmutter nicht „nur“ Ehefrau und Mutter sein und in Abhängigkeit ihres Ehemannes leben. Doch in ihrem Alltag steckt sie fest zwischen einem Job, der sie nicht erfüllt und einem Ehemann, der sie nicht sieht und die meiste Zeit über klein hält. Zudem leidet Yara an Angststörungen und kann schlecht mit ihren Emotionen umgehen. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr über Yaras Kindheit und familiären Background und auch Yara wächst unglaublich an diesen Erkenntnissen. In einer Therapie lernt sie mit ihren Ängsten umzugehen und ihr wird bewusst, was der Auslöser dafür ist. Als ihr klar wird, wie isoliert sie lebt und wie abhängig sie von ihrem Mann ist, macht es bei ihr „Klick“ und es ist so schön zu lesen, wie sich Yara im Laufe des Buches entwickelt. Ich kann euch dieses Buch auf jeden Fall ans Herz legen. Bei mir ist einiges an Emotionen bei diesem Buch hochgekommen - oft war es Wut, aber auch Fassungslosigkeit, Erstaunen und Freude! Dieser Roman über Alltagsdiskriminierung, Familie, Kindheitstrauma und Lebensglück ist einfach so gut und realistisch geschrieben. Die Autorin bringt Yaras Gefühle so nah und greifbar rüber. Und spricht einfach stellvertretend für so viele Frauen, für die Geschichten, wie diese hier zur Realität gehören. Auch alles rundum die Therapie, die Yara im Laufe des Buches in Anspruch nimmt, ist so toll geschrieben.

5

Was ist das bitte für ein gutes Buch?!

Die Überschrift sagt alles. Ich habe dieses Buch nur so verschlungen. Es zeigte mir einen Einblick in eine mir bisher unbekannte Welt: die Welt einer palästinensischen Frau in der westlichen Welt, mit allem, womit sie tagtäglich konfrontiert wird: Rassismus, Unterdrückung, Gewalt, Trauma. Solche Bücher sollten Pflichtlektüre sein.

5

Das Buch hat mich komplett abgeholt 🥹

Ich hab’s so so doll gerne gehört 🫶🏻 Diese Tiefgründigen Gedanken einer Frau und Mutter. Die Einblicke nach Palästina und auch in die Lager…der Kampf mit schweren Depressionen und Traumatischen Erlebnissen, die Wut gegenüber dem Patriarchat…die Entwicklung von Yara🩵Alles in allem ein wirklich wunderbares Buch, dass ich jedem Menschen ans Herzen lege. Ein Highlight für mich

5

Ein weiteres Highlight - Traumata der Kindheit trifft auf Zerrissenheit und Wunsch auszubrechen

Yara ist Kind zweier Eltern, deren Geschichte in Palästina beginnt, wo sie ihre Kindheit im Exil verbrachten, in Lagern mit dem inneren Kampf ihre Heimat verloren zu haben. Yaras Mamas Ehe ist arrangiert und nachdem beide mit Hoffnungen nach Amerika auswandern, wird das Drama und die Kluft immer größer und mitten drin Yara - die in Mew York aufwächst, davon aber nichts wirklich sieht … Frauen, Mädchen werden beschützt und haben nur eine Bestimmung - Mutter und kümmernde Ehefrau zu sein - und das ist auch der Moment wo wir bei ihr starten, verheiratet, 2 Kinder, ein Leben bestimmt durch Pflichten für andere. Doch Yara fühlt nur Schwere in sich, kämpft mit dem Traumata ihrer Kindheit und den Zwang ihres Lebens, wo sie sich für sich selbst doch ein anderes Leben gewünscht hat … Lesen! Mehr sage ich dazu nicht :-)

4

Pageturner, thematisch toll, am Ende vergibt die Autorin mMn ein paar Punkte --> nimmt sich erst Zeit den Charakter mit Bedacht und intensiv aufzubauen, am Ende stehen aber ein paar zu einfache und schnelle Wendungen an, es wird dadurch ein wenig unglaubhaft..und das Zittern der Hände nervte mich, das war fast immer die körperliche Reaktion der Protagonistin Yara.. Ansonsten: tolles Essen 😋, hatte ständig Appetit, Befreiung einer jungen Frau aus den Zwängen ihrer Vergangenheit, authentisches psychotherapeutisches Setting, Freundschaft.. ♡

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