Blick ins Buch

Romane

1979

3,9(79)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Sechs Jahre nach Faserland - Der lang erwartete zweite Roman von Christian Kracht

Teheran 1979: Die Stadt liegt in einem schwer durchschaubaren Taumel, es ist der Vorabend der islamischen Revolution – des Aufstandes der Anhänger Ajatollah Khomeinis gegen den Schah und sein westliches Regime.

Der Erzähler, ein junger deutscher Innenarchitekt, und sein hoch gebildeter, zynischer, gesundheitlich zerstörter Freund Christopher reisen zu der Musik von Devo und Blondie durch den Iran bis nach Teheran. Panzer stehen an den Straßenkreuzungen, doch die beiden Protagonisten sehen dies nicht. Sie unterhalten sich lieber über Herrensandalen und Bezüge von Sofakissen. Und deshalb kommen beide in die Hölle.

In seinem Roman 1979 inszeniert der Autor in staubtrockenem Ton eine postmoderne Groteske, die seltsam verstörende Bilder hinterlässt. Vor allem aber ist es ein großartiges Stück deutschsprachiger Literatur, dessen Klang völlig eigenständig ist, bisher ungehört. In einer extrem disziplinierten, betörenden Sprache saugt Christian Kracht den Leser in eine Geschichte über das Ende der Zivilisation hinein. Es gibt kein Entkommen.

Editionen (3)

ISBN9783462030242
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum24.09.01
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

12 Rezensionen

3,9

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  • paulguel
    paulguel

    4 Follower

    4,5

    Ein grausames Meisterwerk

    Ich bin durch die ZEIT auf dieses Buch aufmerksam geworden, die das Buch zur besten Literatur des 21. Jahrhunderts zählt. 1979 erzählt die Geschichte eines dekadenten Schnösels aus Deutschland, der sich zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran befindet. Der Tod seines ehemaligen Partners lässt ihn erschreckend kalt, veranlasst ihn aber letztlich zu einer Selbstfindungsreise zum heiligen Berg Kailash in Tibet. Was anfangs anderen Entwicklungsromanen wie Der Alchimist oder Siddharta zu ähneln scheint, wird von Kapitel zu Kapitel düsterer. Es ist das genaue Gegenteil von den erwähnten Selbstfindungsreisen. Der Protagonist endet als politischer Häftling im kommunistischen China. Sein Alltag ist grausam und doch wird er ein fanatischer Maoist. Dieses Buch ist kalt, absurd und die letzten Kapitel sind kaum auszuhalten. Komischerweise beweist dieses Buch dabei auch immensen Humor. Ich habe so etwas selten aufgrund von Worten durchgemacht. Deswegen muss ich diese wirklich schlimme Geschichte trotzdem als sehr gut bewerten und der ZEIT damit recht geben.

    30. Juli 2025

  • 12drue
    12drue

    110 Follower

    4,0

    Ein namenloser Ich-Erzähler treibt sich kurz vor der iranischen Revolution mit seinem Ex-Freund in Teheran herum. Sie vertreiben ihre Zeit damit, sich gegenseitig zu verachten und sich auf dekadenten Partys zu langweilen. In der zweiten Hälfte verschlägt es den Erzähler dann noch nach Tibet und China. "1979" wirkt zunächst wie ein klassischer Entwicklungsroman, ist aber eher so etwas wie eine Parodie auf dieses Genre. Die Entwicklung, die die Figur durchmacht, ist wohl kaum als Vorbild zu verstehen. Der Erzählstil ist äußerst nüchtern, der Ich-Erzähler kommentiert kaum, konzentriert sich lieber auf die Beschreibung von Möbelstücken oder Kleidung, wodurch bspw. auch Folterszenen äußerst lakonisch beschrieben werden und dadurch fast schwarzhumorig wirken. Dem Leser bleibt es damit selbst überlassen, das Geschehen für sich einzuordnen. Wer mit diesem Stil etwas anfangen kann, dem empfehle ich diesen kurzen Roman von Christian Kracht sehr.

    9. Mai 2024

  • angel4you2you
    angel4you2you

    12 Follower

    3,0

    Hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen....

    30. Apr. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Christian Kracht

Christian Kracht, Schweizer, zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Romane »Faserland«, »1979«, »Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten«, »Imperium«, »Die Toten«, »Eurotrash« und »Air« sind in über 35 Sprachen übersetzt. Er lebt in Zürich.

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