Blick ins Buch

Romane

1979

3,9(79)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Iran am Vorabend der islamischen Revolution. Ein junger Innenarchitekt und sein kranker Freund Christopher reisen als Angehörige einer internationalen Partyszene durch das Land. In Teheran werden die Panzer des Schahs aufgefahren. Zwischen Drogenexzessen, Schönheit und Gewalt erfasst den Ich-Erzähler der Taumel von etwas Neuem. Eine Welt ohne Zentrum, in der auf einmal alles möglich erscheint. Doch bald wird klar, dass man in einer durch Schönheit und Leid zweigeteilten Welt nicht ewig als Tourist herumreisen kann. Im besetzten Tibet, wohin es den Ich-Erzähler nach dem Tod seines Gefährten verschlägt, wird er von chinesischen Soldaten verhaftet.

Editionen (3)

ISBN9783596185306
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum01.09.10
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

79 Bewertungen

12 Rezensionen

3,9

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  • paulguel
    paulguel

    4 Follower

    4,5

    Ein grausames Meisterwerk

    Ich bin durch die ZEIT auf dieses Buch aufmerksam geworden, die das Buch zur besten Literatur des 21. Jahrhunderts zählt. 1979 erzählt die Geschichte eines dekadenten Schnösels aus Deutschland, der sich zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran befindet. Der Tod seines ehemaligen Partners lässt ihn erschreckend kalt, veranlasst ihn aber letztlich zu einer Selbstfindungsreise zum heiligen Berg Kailash in Tibet. Was anfangs anderen Entwicklungsromanen wie Der Alchimist oder Siddharta zu ähneln scheint, wird von Kapitel zu Kapitel düsterer. Es ist das genaue Gegenteil von den erwähnten Selbstfindungsreisen. Der Protagonist endet als politischer Häftling im kommunistischen China. Sein Alltag ist grausam und doch wird er ein fanatischer Maoist. Dieses Buch ist kalt, absurd und die letzten Kapitel sind kaum auszuhalten. Komischerweise beweist dieses Buch dabei auch immensen Humor. Ich habe so etwas selten aufgrund von Worten durchgemacht. Deswegen muss ich diese wirklich schlimme Geschichte trotzdem als sehr gut bewerten und der ZEIT damit recht geben.

    30. Juli 2025

  • 12drue
    12drue

    110 Follower

    4,0

    Ein namenloser Ich-Erzähler treibt sich kurz vor der iranischen Revolution mit seinem Ex-Freund in Teheran herum. Sie vertreiben ihre Zeit damit, sich gegenseitig zu verachten und sich auf dekadenten Partys zu langweilen. In der zweiten Hälfte verschlägt es den Erzähler dann noch nach Tibet und China. "1979" wirkt zunächst wie ein klassischer Entwicklungsroman, ist aber eher so etwas wie eine Parodie auf dieses Genre. Die Entwicklung, die die Figur durchmacht, ist wohl kaum als Vorbild zu verstehen. Der Erzählstil ist äußerst nüchtern, der Ich-Erzähler kommentiert kaum, konzentriert sich lieber auf die Beschreibung von Möbelstücken oder Kleidung, wodurch bspw. auch Folterszenen äußerst lakonisch beschrieben werden und dadurch fast schwarzhumorig wirken. Dem Leser bleibt es damit selbst überlassen, das Geschehen für sich einzuordnen. Wer mit diesem Stil etwas anfangen kann, dem empfehle ich diesen kurzen Roman von Christian Kracht sehr.

    9. Mai 2024

  • angel4you2you
    angel4you2you

    12 Follower

    3,0

    Hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen....

    30. Apr. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Christian Kracht

In Saanen in der Schweiz wurde Christian Kracht am 29. Dezember 1966 geboren. Nach der Schule nahm er in den USA das Studium der Filmwissenschaften auf, arbeitete bei verschiedenen Presseerzeugnissen und begann dann zu reisen – durch Asien ebenso wie durch Afrika oder den Südpazifik. Er zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Werke sind in 30 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt Christian Kracht den Wilhelm-Raabe-Preis, für den Roman »Die Toten« 2016 den Schweizer Buchpreis sowie den Hermann-Hesse-Literaturpreis; als auch 2022 den Wolfgang-Koeppen-Preis. Zuletzt erschienen die Romane »Eurotrash« und »Air«.

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