Tag der Befreiung

Tag der Befreiung

Hardback
3.48

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Description

George Saunders, der "König der Kurzgeschichte" (NZZ), erzählt einfühlsam und virtuos von den Gefängnissen, in denen wir stecken - den realen wie den eingebildeten.

"Tag der Befreiung" versammelt so virtuose wie einfühlsame Erzählungen über die Gefängnisse, in denen wir stecken, die ganz realen und die eingebildeten. Sie handeln von Macht und Moral, Liebe und Verlust, von der Sehnsucht nach menschlicher Verbindung und dem Versuch, sich von allem zu befreien. Und davon, dass die Befreiung manchmal die noch größere Katastrophe ist.

George Saunders erzählt mir großer Klarsicht von einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft: Da ist der Großvater, der in einer nicht allzu fernen dystopischen Zukunft einen Brief mit einer zärtlichen Warnung an seinen Enkel schreibt. Oder die Mutter, die ein Unrecht an ihrem Sohn sühnen möchte, dabei jedoch nur noch größeres Unrecht verursacht. Oder der Obdachlose, der sich zu einer Gehirnwäsche bereiterklärt und doch eingeholt wird von seinem früheren Leben. Oder der unterirdische Vergnügungspark, in dem Hölle gespielt wird und der alles auf die Probe stellt, was wir für die Wirklichkeit halten...

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
320
Price
25.70 €

Author Description

George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.

Posts

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Abstruse Kurzgeschichtensammlung

„Der Tag der Befreiung“ ist eine Sammlung von neun Kurzgeschichten, die unterschiedliche Themen erkunden. Drei dieser Geschichten spielen in einer dystopischen Zukunft („Tag der Befreiung“, „Ghul“ und „Elliot Spencer“), während die anderen ebenfalls der spekulativen Fiktion zuzuordnen sind, auch wenn sie nicht dystopisch sind. Jede Geschichte ist auf ihre eigene Weise einzigartig, da George Saunders komplexe Themen wie Macht, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Revolution und Moral beleuchtet. Durch diese neun Kurzgeschichten demonstriert Saunders seine intellektuelle Tiefe. Meine Erwartungen waren hoch, insbesondere nachdem ich Kritiken gelesen hatte, die Saunders als „besten Kurzgeschichtenautor in Amerika“ lobten. Doch nach der Lektüre bin ich unschlüssig, da es meiner Meinung nach stärkere Kurzgeschichtensammlungen gibt. Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, meine Lieblingsgeschichten aus dieser Sammlung zu benennen. Vielleicht würde ich die drei dystopischen Geschichten als Favoriten wählen. „Der Tag der Befreiung“ spielt in einer Gesellschaft, in der Ausgestoßene freiwillig ihre Erinnerungen löschen lassen und als Sprecher, oder eher als Unterhaltung für die Reichen, dienen. „Ghul“ ist in einem unterirdischen Vergnügungspark angesiedelt, wo Mitarbeiter ständig auf Besucher warten und für das Aussprechen einer Lüge von anderen Mitarbeitern zu Tode getreten werden. „Elliot Spencer“ handelt von einer Gesellschaft, in der die Erinnerungen schutzbedürftiger Menschen gelöscht werden, um sie als politische Demonstranten zu reprogrammieren. Obwohl mich die originelle dystopische Atmosphäre dieser drei Geschichten beeindruckt hat, bin ich unsicher, ob der Weltenbau und die Umsetzung der Konzepte wirklich gelungen sind. Möglicherweise könnten diese Geschichten besser als vollwertige Romane ausgearbeitet werden. Die anderen Kurzgeschichten konnten mich nicht überzeugen, obwohl ich auf einige beeindruckende Zitate gestoßen bin. Insgesamt bietet die Sammlung zwar einige humorvolle Momente und effektive satirische Kommentare über die heutige amerikanische Gesellschaft, doch bleibt sie für mich weder schlecht noch besonders beeindruckend

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„ George Saunders erzählt mit großer Klarsicht von einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft: […] »Tag der Befreiung« versammelt so virtuose wie einfühlsame Erzählungen über die Gefängnisse, in denen wir stecken, die realen wie die eingebildeten. Sie handeln von Liebe und Verlust, von der Sehnsucht nach menschlicher Verbindung und dem Versuch, sich von allem zu befreien. Und davon, dass die Befreiung manchmal die noch größere Katastrophe ist. „ (Teile des Klappentextes) Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich mir: Das klingt super und nach etwas, was ich unbedingt lesen muss. Oder was meint ihr? Nun ja, die Realität war dann eine ganz andere… George Saunders schreibt von Gefangensein durch andere oder in sich selbst. Er schreibt von Befreiung, von Abhängigkeit, von Gehorsam. Außerdem schreibt er von Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt, aber auch von Verrat, Einsamkeit, dem Verlust des Selbstbildes. Er schreibt vom Wollen und davon etwas nicht zu bekommen. Eine tiefe Resignation schwingt in allen Texten mit. Prinzipiell mag ich sowas sehr. Ich hab mir ein tiefes eintauchen in die Gefühlwelt der Protagonist*innen gewünscht, ein Einfühlen und Verstehen. Leider schreibt Saunders sehr abstrakt, teilweise kryptisch und den Geschichten gelingt es nicht mich zu erreichen. Da es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt, habe ich nach jeder Geschichte gehofft, dass es besser wird, jedoch zur Hälfte des Buches hin war relativ klar, dass sich der Stil genau so durchzieht. Die meisten Erzählungen liegen irgendwo im Bereich des Sci-Fi, bei vielen hab ich das Gefühl, dass sich an der ein oder anderen Verschwörungstheorie bedient wurde. Es war aber nicht nur der Inhalt der Geschichten, der es mir schwer gemacht hat, auch die gewählte Sprache konnte mich nicht überzeugen. Zwar wechselt diese immer mal, im Großen und Ganzen hab ich es aber als sehr mühsam empfunden die Geschichten zu lesen. Um es kurz zu machen: Der Autor wird nicht umsonst ein Spiegel-Bestseller-Autor sein und auch die begeisterten Pressestimmen haben sicherlich ihre Berechtigung, aber meins war es absolut gar nicht. Wäre es kein Buddyread gewesen, hätte ich es wahrscheinlich nicht beendet. Macht euch wie immer gern selbst ein Bild.

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Absolut kein Wohlfühlbuch

Absolut kein Wohlfühlbuch
3.5

Interesting reading experience. I think, everyone should at least give it a try.

My personal opinion: Love Letter - ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ This one still haunts me and hits too close for home given the current political climate (almost everywhere), which makes it so chilling. And important. The Mom of Bold Action, Liberation Day, Elliot Spencer - ⭐️⭐️⭐️⭐️ The first is a great example why acting in the height of your emotional turmoil isn't the best idea. The others show a creepy version of the future, where some humans aren't treated as humans anymore, how their essence gets erased. All told from those humans' point of view. Ghoul, A Thing at Work - ⭐️⭐️⭐️ The first is a dystopian world with a big secret that leaves you just as lost as the main character. And the second is about a workplace feud that escalates and left me frustrated with every character. Mother's Day, My House - ⭐️⭐️ The inner world of two mothers who loved the same man and are both bitter about the other, which mostly annoyed me, to be honest. And the second is about a house to be sold and the most interested buyer. This one was just sad and frustrating to me. Sparrow - ⭐️ A woman with no interests or opinion of her own finds a man who like that she always agrees with him. Sorry, but this one was at once boring and infuriating.

2

Eine Anthologie mit Geschichten über Gefängnisse (real oder in der menschlichen Vorstellung). Meins war dieses Buch absolut nicht. Weder die Sprache, noch der Inhalt konnten mich überzeugen. Alles war mir zu kryptisch, zu wirr, zu unklar... Für mich ein Flop. Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe

George Saunders beweist mit seiner neuesten Sammlung von Kurzgeschichten "Tag der Befreiung" erneut, warum er als einer der talentiertesten zeitgenössischen Autoren gilt. Diese Sammlung, bestehend aus neun Geschichten, bietet eine tiefgründige und oft verstörende Erforschung der menschlichen Natur und gesellschaftlicher Strukturen. Thematische Vielfalt und stilistische Brillanz Saunders greift in seinen Geschichten eine breite Palette von Themen auf, darunter Armut, Ungleichheit, Macht, Klasse, Ausbeutung, Rache, Liebe und Enttäuschung. Mit seiner charakteristischen Mischung aus Scharfsinn, Humor und Satire führt er uns in dystopische Welten und fantasievolle Szenarien, die oft erschreckend nahe an unserer Realität liegen. In der Titelerzählung "Tag der Befreiung" etwa erleben wir eine Welt, in der die Armen als Unterhaltung für die Reichen versklavt werden, während in "Ghul" die bedrückende Existenz von Arbeitern in einem höllischen Vergnügungspark thematisiert wird. Unverwechselbare Charaktere und fesselnde Erzählweisen Ein zentrales Element in Saunders' Geschichten ist die präzise und empathische Darstellung seiner Charaktere. Ob es die unsichtbare Liebe eines unauffälligen Paares in "Spatz" oder die verzweifelten Rachegelüste einer überfürsorglichen Mutter in "Die Mom der kühnen Tat" sind – Saunders gelingt es meisterhaft, die Gedankenwelt und Handlungen seiner Figuren glaubhaft und berührend zu gestalten. Besonders hervorzuheben ist "Liebesbrief", eine politisch aufgeladene Geschichte, in der ein Großvater seinem Enkel von den Versäumnissen seiner Generation berichtet und zur Vorsicht mahnt. Ein Wechselspiel von Hoffnung und Desillusionierung Trotz der oft düsteren Thematik bleibt in Saunders' Geschichten immer ein Funken Hoffnung. Dies zeigt sich in der subtilen Menschlichkeit seiner Figuren und den gelegentlichen Momenten der Erlösung und Selbsterkenntnis. "Muttertag" beispielsweise schildert die bewegende Begegnung zweier rivalisierender Frauen, die trotz ihrer Unterschiede zu einem neuen Verständnis gelangen. Ein literarisches Meisterwerk "Tag der Befreiung" ist eine eindrucksvolle Demonstration von Saunders' Fähigkeit, komplexe moralische und soziale Fragen in packende und zugängliche Geschichten zu verpacken. Obwohl nicht jede Geschichte gleich stark ist, bietet die Sammlung insgesamt eine lohnende Lektüre. Sie fordert uns heraus, über unsere eigenen Werte und Überzeugungen nachzudenken und zeigt die Abgründe und Hoffnungen der menschlichen Existenz auf eine einzigartige Weise. Fazit George Saunders' "Tag der Befreiung" ist eine brillante Sammlung von Kurzgeschichten, die mit Tiefgang, Witz und literarischer Virtuosität überzeugt. Saunders gelingt es, die Leser zu berühren, zu beunruhigen und zum Nachdenken anzuregen. Für Fans von anspruchsvoller Literatur und sozialkritischen Erzählungen ist dieses Buch ein absolutes Muss.

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