Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil
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Description
Willkommen in Innen-Horner, einem Land, das so klein ist, dass darin nur eine einzelne Person Platz hat. Der Rest der Bevölkerung muss in der Kurzzeitaufenthaltszone des umliegenden Landes Außen-Horner warten, bis getauscht wird – so haben es die sonderbaren, nicht ganz menschlichen Bürgerinnen und Bürger des Landes vereinbart. Doch als Innen-Horner eines Tages plötzlich schrumpft und drei Viertel seines aktuellen Bewohners über die Grenze in das Gebiet von Außen-Horner ragen, sehen die Außen-Horneriten eine Invasion im Gange und geraten in den Bann des machthungrigen und autoritären Phil. Es ist der Beginn seiner kurzen, dafür umso schrecklicheren Regentschaft...
George Saunders erzählt mit unvergleichlichem Witz eine zutiefst seltsame und doch seltsam vertraute Geschichte über Macht und Ohnmacht und die ewig verführerische Kraft der Demagogie – ein „Animal Farm“ für unsere Zeit.
Book Information
Author Description
George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Sci-Fi Dystopie - netter Versuch , leider nicht gelungen!
"Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil" ist etwas für die Dystopie- und Science Fiction Fans unter Euch. Wie schnell kann sich eine Demokratie in eine Diktatur verwandeln?! Saunders 2005 erstmals veröffentlichte Satire ist nun stark verkürzt neu übersetzt erschienen bei Luchterhand und ist thematisch aktueller denn je. Saunders hat ein Szenario erfunden, in dem es zwei Städtchen gibt, zum einen das klitzekleine Innen-Horner, zum anderen ein sehr viel größeres Außen-Horner. In Innen-Horner gibt es immer nur Platz für einen einzigen Einwohner, die verbleibenden sechs Einwohner müssen sich in Geduld üben bis sie an der Reihe sind im eigenen Land zu leben. In Außen-Horner gibt es sogenannte „Kurzzeitaufenthaltszonen“, in denen Menschen verweilen, die in ihrer eigentlichen Heimat Innen-Horner keinen Platz finden. Tja, wie könnte man die Situation nur verbessern?! Die Außen-Horner müssten einen Teil ihres Landes an die Innen-Horner abtreten, damit diese mehr Platz hätten - doch wo kämen wir denn da hin?! Interessenskonflikte, Streitigkeiten und damit verbundene Übellaunigkeit sind also hier vorprogrammiert. Phil ist seines Zeichens Außen-Hornerit mittleren Alters und durchaus als sonderbarer Zeitgenosse zu bezeichnen, der sich als machthungriger Intrigant wie er im Buche steht entpuppen wird. Denn als das sowieso schon viel zu kleine Innen-Horner zu schrumpfen beginnt, beginnen Grenz- und Territorialkonflikte, die Phil zum Anlass nimmt seinem Machtrausch freien Lauf zu lassen. Er drangsaliert seine Nachbarn mit immer bizarreren Auflagen, Verboten und Beschränkungen und übertrifft sich dabei immer wieder selbst. Nicht zuletzt eine Kränkung, eine Zurückweisung in Liebesdingen, die ihm einst vor Jahren seitens einer Innen-Hornerin wiederfuhr, stachelt ihn zu immer größeren Abscheulichkeiten an. Rache ist süß - oder so ähnlich?! Mich hat „Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil“ sehr stark an George Orwells „Animal Farm“ erinnert. Nur dass, dort die Protagonist*innen Tiere wie das Schwein Napoleon waren, dessen Autokratie immer größere Auswüchse annahm und der Kommunismus hin zum Stalinismus thematisiert wurde. In Phil habe ich ehrlich gesagt viele Züge von Trump erkannt und wäre das Buch nicht bereits 2005 geschrieben worden, hätte ich steif und fest behauptet, George Saunders hätte ihn als Inspiration für seine Figur und Satire genommen. Aber nun gut, Wahnsinn jedenfalls, wie gut es darauf anwendbar ist. Doch ich will ehrlich mit Euch sein: Orwells „Animal Farm“ hat mir wesentlich besser gefallen und George Saunders Werk erscheint dagegen wie ein Abklatsch. Ich hatte Probleme mit dem Setting und dem Plot, das für mich mehr ausgebaut hätte sein müssen, es fehlt der Feinschliff, die Finesse. Bei Orwell verbünden sich die Tiere gegen die Menschen, die Schweine führen das Regime, aber bei Saunders (ich will Euch nicht komplett Spoilern) ist die Story für mich nicht rund. Als bekennender Saunders-Fan, bin ich traurig zu schreiben, dass es bisher sein schwächstes Buch für mich war. Aber bitte verschafft Euch Euren eigenen Eindruck und lasst mich gerne Eure Gedanken dazu wissen (gerne auch in Bezug auf Trump und Orwells „Animal Farm“). Für mich war „Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil“ ein guter Ansatz, der an seiner Umsetzung gescheitert ist, schade!
Ein wichtiges, parabelhaftes Buch. Geschrieben 2005 könnte es nicht aktueller sein. Kurz, prägnant und durchaus schräg, ob der Figuren und Verortung, was aber Saunders Grundidee ausmacht -siehe Nachwort, schafft er es, die Gefahr autoritärer Machthaber zu erzählen. Mit bildhaften Erzählungen führt Saunders die substanzlosen Redenschwinger vor.
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1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Willkommen in Innen-Horner, einem Land, das so klein ist, dass darin nur eine einzelne Person Platz hat. Der Rest der Bevölkerung muss in der Kurzzeitaufenthaltszone des umliegenden Landes Außen-Horner warten, bis getauscht wird – so haben es die sonderbaren, nicht ganz menschlichen Bürgerinnen und Bürger des Landes vereinbart. Doch als Innen-Horner eines Tages plötzlich schrumpft und drei Viertel seines aktuellen Bewohners über die Grenze in das Gebiet von Außen-Horner ragen, sehen die Außen-Horneriten eine Invasion im Gange und geraten in den Bann des machthungrigen und autoritären Phil. Es ist der Beginn seiner kurzen, dafür umso schrecklicheren Regentschaft...
George Saunders erzählt mit unvergleichlichem Witz eine zutiefst seltsame und doch seltsam vertraute Geschichte über Macht und Ohnmacht und die ewig verführerische Kraft der Demagogie – ein „Animal Farm“ für unsere Zeit.
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George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und SPIEGEL-Bestseller.
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Sci-Fi Dystopie - netter Versuch , leider nicht gelungen!
"Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil" ist etwas für die Dystopie- und Science Fiction Fans unter Euch. Wie schnell kann sich eine Demokratie in eine Diktatur verwandeln?! Saunders 2005 erstmals veröffentlichte Satire ist nun stark verkürzt neu übersetzt erschienen bei Luchterhand und ist thematisch aktueller denn je. Saunders hat ein Szenario erfunden, in dem es zwei Städtchen gibt, zum einen das klitzekleine Innen-Horner, zum anderen ein sehr viel größeres Außen-Horner. In Innen-Horner gibt es immer nur Platz für einen einzigen Einwohner, die verbleibenden sechs Einwohner müssen sich in Geduld üben bis sie an der Reihe sind im eigenen Land zu leben. In Außen-Horner gibt es sogenannte „Kurzzeitaufenthaltszonen“, in denen Menschen verweilen, die in ihrer eigentlichen Heimat Innen-Horner keinen Platz finden. Tja, wie könnte man die Situation nur verbessern?! Die Außen-Horner müssten einen Teil ihres Landes an die Innen-Horner abtreten, damit diese mehr Platz hätten - doch wo kämen wir denn da hin?! Interessenskonflikte, Streitigkeiten und damit verbundene Übellaunigkeit sind also hier vorprogrammiert. Phil ist seines Zeichens Außen-Hornerit mittleren Alters und durchaus als sonderbarer Zeitgenosse zu bezeichnen, der sich als machthungriger Intrigant wie er im Buche steht entpuppen wird. Denn als das sowieso schon viel zu kleine Innen-Horner zu schrumpfen beginnt, beginnen Grenz- und Territorialkonflikte, die Phil zum Anlass nimmt seinem Machtrausch freien Lauf zu lassen. Er drangsaliert seine Nachbarn mit immer bizarreren Auflagen, Verboten und Beschränkungen und übertrifft sich dabei immer wieder selbst. Nicht zuletzt eine Kränkung, eine Zurückweisung in Liebesdingen, die ihm einst vor Jahren seitens einer Innen-Hornerin wiederfuhr, stachelt ihn zu immer größeren Abscheulichkeiten an. Rache ist süß - oder so ähnlich?! Mich hat „Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil“ sehr stark an George Orwells „Animal Farm“ erinnert. Nur dass, dort die Protagonist*innen Tiere wie das Schwein Napoleon waren, dessen Autokratie immer größere Auswüchse annahm und der Kommunismus hin zum Stalinismus thematisiert wurde. In Phil habe ich ehrlich gesagt viele Züge von Trump erkannt und wäre das Buch nicht bereits 2005 geschrieben worden, hätte ich steif und fest behauptet, George Saunders hätte ihn als Inspiration für seine Figur und Satire genommen. Aber nun gut, Wahnsinn jedenfalls, wie gut es darauf anwendbar ist. Doch ich will ehrlich mit Euch sein: Orwells „Animal Farm“ hat mir wesentlich besser gefallen und George Saunders Werk erscheint dagegen wie ein Abklatsch. Ich hatte Probleme mit dem Setting und dem Plot, das für mich mehr ausgebaut hätte sein müssen, es fehlt der Feinschliff, die Finesse. Bei Orwell verbünden sich die Tiere gegen die Menschen, die Schweine führen das Regime, aber bei Saunders (ich will Euch nicht komplett Spoilern) ist die Story für mich nicht rund. Als bekennender Saunders-Fan, bin ich traurig zu schreiben, dass es bisher sein schwächstes Buch für mich war. Aber bitte verschafft Euch Euren eigenen Eindruck und lasst mich gerne Eure Gedanken dazu wissen (gerne auch in Bezug auf Trump und Orwells „Animal Farm“). Für mich war „Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil“ ein guter Ansatz, der an seiner Umsetzung gescheitert ist, schade!






