Wurfschatten
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Description
Book Information
Author Description
Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Mit ihrem Debütroman ›Wurfschatten‹ stand sie auf der Shortlist des ZDF-aspekte-Preises, ihr Roman ›Der Sprung‹ war für den Schweizer Buchpreis nominiert. Für ihre Lyrik wurde sie mit dem Heinz-Weder-Preis und einem Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur Basel ausgezeichnet. Sie ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und war Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt ›Babelsprech.International‹. Sie lebt in Zürich.
Posts
Zwischen Angstzustand und Beziehungsaufbau
4.25 ⭐️ Der Roman ist recht kurz und zeigt meines Erachtens eher eine Bestandsaufnahme der Situation der Protagonistin. Er behandelt das Thema der Angst nur soweit, dass er beschreibt. Es wird kein „Lösungsansatz“ geliefert. Dafür entwickelt sich ein zarter Strang einer möglichen Liebesgeschichte, aber auch deren Entwicklung bleibt offen. Am Ende kann alles sich ändern, aber auch alles bleiben wie es ist. Es kann sich was entwickeln in den Protgonisten muss aber nicht. Wir sagen ihnen in dem Buch eher kurz „Hallo“ und gehen bald wieder getrennte Wege… doch den Funken Hoffnung auf eine „Weiterentwicklung“ nehmen wir mit. Sprachlich hat mir das Buch sehr gefallen.
Wackelkontakt zur Welt .
„Etwas, dass man für sich behielt, konnte man nicht gleichzeitig los werden.“ Dieses Buch erzählt über das Leben mit Angst und das Bedürfnis nach Kontrolle in einer Welt, die nie ganz sicher ist. Ada kämpft jeden Tag aufs Neue. Als Juri bei ihr einzieht, gerät ihr ganzes System ins Wanken. Am Anfang fiel es mir schwer, den Zugang zu finden, doch am Ende hat mich die Geschichte ganz fest gehalten. Adas Gedankenwelt hat mich sehr berührt. Eine Liebesgeschichte die Hoffnung gibt.

Ada hat Angst.
Ada ist eine junge Schauspielerin. Ihr Leben wird von Ängsten beherrscht. Sie kommt nur mit aufwendigen Ritualen zur Ruhe und traut sich kaum aus ihrer Wohnung. Die Miete ist sie deshalb seit Monaten schuldig und so lässt ihr Vermieter seinen Enkel Juri als Mitbewohner bei ihr einziehen. Die Welt von Ada wird nun zusätzlich auf den Kopf gestellt. Dieser Debütroman von Simone Lappert vermochte mich zu faszinieren. Es gelingt ihr das Thema Panikattacken und Angstzustände schildern. Diese Geschichte vermochte mich emotional zu berühren und sensibilisierte mich für dieses Thema, dem ich in meinem bisherigen Leben wohl noch zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Es war mir beispielsweise nicht bewusst wie viel Angst Betroffene davon haben mit jemandem über ihre Probleme zu sprechen. Der Roman zeichnet sich zudem durch die schöne, stellenweise poetische Sprache aus. Die Protagonistin betrachtet man dadurch nicht nur mitleidvoll sondern sie wächst einem ans Herzen. Mein Lieblingszitat aus diesem Buch: “Es gibt auch ein Halbwissen zu jeder Person, die einem begegent, dachte Ada, eine Hälfte gehört immer den anderen.”

Die erste Hälfte hat mich gelangweilt und ich hab mich bisschen durchgequält. Ich habe es aber trotzdem nicht weggelegt, weil mir die Idee so gefallen hat, weil ich nicht wollte, dass es mir nicht gefällt. Jetzt bin ich froh, denn die zweite Hälfte hat Spaß gemacht und mich fürs Durchhalten belohnt. Bin nun auch auf Ihr zweites Buch gespannt!
Nachdem ich letztes Jahr das Buch „Der Sprung“ von Simone Lappert gelesen habe, war ich nun gespannt auf „Wurfschatten“ - ihr Erstlingswerk. Dieses ist im Diogenes Verlag nun erschienen und ich habe mich schon darauf gefreut. Ich habe hier Ada kennen gelernt, eine junge Frau die zerfressen von ihren Ängsten ist. Egal ob es um Krankheiten jeder Art, um Panikattacken oder einfach nur um Angst zum Leben geht, Ada hat scheinbar alle Ängste. Und das macht für sie das Leben nicht einfacher. Denn eigentlich träumt die Schauspielerin von der großen Bühne. Da sie sich allerdings selbst im Weg steht, ist es nur ein kleines Provinztheater wo sie spielt. Mittlerweile mit den Mietzahlungen im Rückstand, quartiert ihr Vermieter seinen Enkel Juri als WG Bewohner mit bei Ada ein. Anfangs fand ich die Vorstellung erschreckend, man kommt in seine Wohnung und plötzlich hat man einen Mitbewohner. Genauso ging es auch Ada, sie war verstört von der Tatsache, dass da jetzt ein anderer Mensch in ihrer Wohnung ist, der alles angreift, der ihre Rituale um zur Ruhe zu kommen bemerken könnte, der einfach bemerken könnte, wie schlecht es ihr geht. Denn nach außen hin ist sie die schräge Schauspielerin, die gesellig ist und Spaß hat. Keiner scheint zu bemerken, was für Ängste Ada jeden Tag durchlebt. Das Buch hat mich fasziniert, es wird aus Sicht von Ada erzählt und so kann man in ihr wirres Gefühlsleben Einblick nehmen, in ihre diversen Ängste, die sie versucht zu überspielen und mit Ritualen versucht zu überbrücken. In Gesellschaft ist sie das quirlige Mädchen das Spaß hat, sind aber die Freunde weg, braucht sie Licht um überhaupt zu schlafen. Und wie bereits in „Der Sprung“ fand ich auch in „Wurfschatten“ die Sprache der Autorin einfach nur grandios. Der flüssige Schreibstil und die Erwartung, wie es weiter geht, lies mich das Buch auch nicht so schnell aus der Hand legen. Von mir auch für das Buch eine klare Leseempfehlung!
Adas Gedanken waren mir teilweise zu verworren.
"Liebe ist etwas für Leute, die nicht allein sein können." (S. 134) Als Ada mit 3 Monatsmieten im Rückstand ist, setzt ihr Vermieter ihr seinen Enkel Juri vor die Nase. So entsteht eine ZwangsWG. Juri bringt Adas von Ängsten und Panikattacken dominiertes Leben gehörig durcheinander; toleriert keine Fische in der Wanne, aber Ada neben sich im Bett. Und ein wenig Zuwendung hat noch keinem geschadet und tut irgendwie auch Ada gut. Für mich war das leider nichts. Sprachlich mochte ich es zwar ganz gern, aber Adas Gedankengänge waren mir zu verworren, da konnte mich auch die zarte Liebesgeschichte nicht begeistern.

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Author Description
Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Mit ihrem Debütroman ›Wurfschatten‹ stand sie auf der Shortlist des ZDF-aspekte-Preises, ihr Roman ›Der Sprung‹ war für den Schweizer Buchpreis nominiert. Für ihre Lyrik wurde sie mit dem Heinz-Weder-Preis und einem Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur Basel ausgezeichnet. Sie ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und war Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt ›Babelsprech.International‹. Sie lebt in Zürich.
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Zwischen Angstzustand und Beziehungsaufbau
4.25 ⭐️ Der Roman ist recht kurz und zeigt meines Erachtens eher eine Bestandsaufnahme der Situation der Protagonistin. Er behandelt das Thema der Angst nur soweit, dass er beschreibt. Es wird kein „Lösungsansatz“ geliefert. Dafür entwickelt sich ein zarter Strang einer möglichen Liebesgeschichte, aber auch deren Entwicklung bleibt offen. Am Ende kann alles sich ändern, aber auch alles bleiben wie es ist. Es kann sich was entwickeln in den Protgonisten muss aber nicht. Wir sagen ihnen in dem Buch eher kurz „Hallo“ und gehen bald wieder getrennte Wege… doch den Funken Hoffnung auf eine „Weiterentwicklung“ nehmen wir mit. Sprachlich hat mir das Buch sehr gefallen.
Wackelkontakt zur Welt .
„Etwas, dass man für sich behielt, konnte man nicht gleichzeitig los werden.“ Dieses Buch erzählt über das Leben mit Angst und das Bedürfnis nach Kontrolle in einer Welt, die nie ganz sicher ist. Ada kämpft jeden Tag aufs Neue. Als Juri bei ihr einzieht, gerät ihr ganzes System ins Wanken. Am Anfang fiel es mir schwer, den Zugang zu finden, doch am Ende hat mich die Geschichte ganz fest gehalten. Adas Gedankenwelt hat mich sehr berührt. Eine Liebesgeschichte die Hoffnung gibt.

Ada hat Angst.
Ada ist eine junge Schauspielerin. Ihr Leben wird von Ängsten beherrscht. Sie kommt nur mit aufwendigen Ritualen zur Ruhe und traut sich kaum aus ihrer Wohnung. Die Miete ist sie deshalb seit Monaten schuldig und so lässt ihr Vermieter seinen Enkel Juri als Mitbewohner bei ihr einziehen. Die Welt von Ada wird nun zusätzlich auf den Kopf gestellt. Dieser Debütroman von Simone Lappert vermochte mich zu faszinieren. Es gelingt ihr das Thema Panikattacken und Angstzustände schildern. Diese Geschichte vermochte mich emotional zu berühren und sensibilisierte mich für dieses Thema, dem ich in meinem bisherigen Leben wohl noch zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Es war mir beispielsweise nicht bewusst wie viel Angst Betroffene davon haben mit jemandem über ihre Probleme zu sprechen. Der Roman zeichnet sich zudem durch die schöne, stellenweise poetische Sprache aus. Die Protagonistin betrachtet man dadurch nicht nur mitleidvoll sondern sie wächst einem ans Herzen. Mein Lieblingszitat aus diesem Buch: “Es gibt auch ein Halbwissen zu jeder Person, die einem begegent, dachte Ada, eine Hälfte gehört immer den anderen.”

Die erste Hälfte hat mich gelangweilt und ich hab mich bisschen durchgequält. Ich habe es aber trotzdem nicht weggelegt, weil mir die Idee so gefallen hat, weil ich nicht wollte, dass es mir nicht gefällt. Jetzt bin ich froh, denn die zweite Hälfte hat Spaß gemacht und mich fürs Durchhalten belohnt. Bin nun auch auf Ihr zweites Buch gespannt!
Nachdem ich letztes Jahr das Buch „Der Sprung“ von Simone Lappert gelesen habe, war ich nun gespannt auf „Wurfschatten“ - ihr Erstlingswerk. Dieses ist im Diogenes Verlag nun erschienen und ich habe mich schon darauf gefreut. Ich habe hier Ada kennen gelernt, eine junge Frau die zerfressen von ihren Ängsten ist. Egal ob es um Krankheiten jeder Art, um Panikattacken oder einfach nur um Angst zum Leben geht, Ada hat scheinbar alle Ängste. Und das macht für sie das Leben nicht einfacher. Denn eigentlich träumt die Schauspielerin von der großen Bühne. Da sie sich allerdings selbst im Weg steht, ist es nur ein kleines Provinztheater wo sie spielt. Mittlerweile mit den Mietzahlungen im Rückstand, quartiert ihr Vermieter seinen Enkel Juri als WG Bewohner mit bei Ada ein. Anfangs fand ich die Vorstellung erschreckend, man kommt in seine Wohnung und plötzlich hat man einen Mitbewohner. Genauso ging es auch Ada, sie war verstört von der Tatsache, dass da jetzt ein anderer Mensch in ihrer Wohnung ist, der alles angreift, der ihre Rituale um zur Ruhe zu kommen bemerken könnte, der einfach bemerken könnte, wie schlecht es ihr geht. Denn nach außen hin ist sie die schräge Schauspielerin, die gesellig ist und Spaß hat. Keiner scheint zu bemerken, was für Ängste Ada jeden Tag durchlebt. Das Buch hat mich fasziniert, es wird aus Sicht von Ada erzählt und so kann man in ihr wirres Gefühlsleben Einblick nehmen, in ihre diversen Ängste, die sie versucht zu überspielen und mit Ritualen versucht zu überbrücken. In Gesellschaft ist sie das quirlige Mädchen das Spaß hat, sind aber die Freunde weg, braucht sie Licht um überhaupt zu schlafen. Und wie bereits in „Der Sprung“ fand ich auch in „Wurfschatten“ die Sprache der Autorin einfach nur grandios. Der flüssige Schreibstil und die Erwartung, wie es weiter geht, lies mich das Buch auch nicht so schnell aus der Hand legen. Von mir auch für das Buch eine klare Leseempfehlung!
Adas Gedanken waren mir teilweise zu verworren.
"Liebe ist etwas für Leute, die nicht allein sein können." (S. 134) Als Ada mit 3 Monatsmieten im Rückstand ist, setzt ihr Vermieter ihr seinen Enkel Juri vor die Nase. So entsteht eine ZwangsWG. Juri bringt Adas von Ängsten und Panikattacken dominiertes Leben gehörig durcheinander; toleriert keine Fische in der Wanne, aber Ada neben sich im Bett. Und ein wenig Zuwendung hat noch keinem geschadet und tut irgendwie auch Ada gut. Für mich war das leider nichts. Sprachlich mochte ich es zwar ganz gern, aber Adas Gedankengänge waren mir zu verworren, da konnte mich auch die zarte Liebesgeschichte nicht begeistern.


















