Wir holen alles nach
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Martina Borger, 1956 geboren, arbeitete als Journalistin, Dramaturgin und Filmkritikerin, bevor sie sich aufs Drehbuchschreiben verlegte. Sie hat bei mehreren Serien als Storylinerin und Chefautorin gearbeitet. Gemeinsam mit Maria Elisabeth Straub veröffentlichte sie zwischen 2001 und 2009 Romane unter dem Label ›Borger & Straub‹. Ohne Co-Autorin erschien 2007 ihr Roman ›Lieber Luca‹. Martina Borger lebt in München.
Posts
Ich hatte keine Erwartungen gehabt und wurde so positiv überrascht von dieser Lektüre. 🥰
Dieses Buch lag schon zu lange auf meinem SUB. Ich wollte es einfach nur vom SUB befreien und hatte überhaupt nicht damit gerechnet was für schöne, tiefgründige Geschichte auf mich wartet. Ich mochte den Schreibstil, die Charaktere die Themen die darin vorkommen ( aber Achtung könnte triggern). Die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Fehler die begangen wurden, hat die Autorin plausibel und authentisch dargestellt. Halber Stern Abzug wegen Ende des Buches, da hat mir etwas gefehlt. Eine klare Leseempfehlung.

Dieses Buch hat mich zu 100% abgeholt.
Diese Geschichte hat mich aus mehreren, persönlichen Gründen sehr berührt. Zum einen die alleinerziehende Sina, die versucht, ihren Job und ihren Sohn unterv einen Hund zu bekommen, was ihr nur mäßig gelingt. Dieses schlechte Gewissen ist mir sehr bekannt und auch immer wieder schwer zu ertragen. Dann die kleinen und großen Entscheidungen bei der Erziehung von Kindern (Schulwechsel, Freunde, etc). Die andere Protagonisten ist Ellen, die mit der Altersarmut konfrontiert ist und etwas dazuverdienen muss. Zwischen diesen beiden Frauen steht Elvis. Der Sohn von Sina und der Nachhilfeschüler von Ellen. Alle Themen in dieser Geschichte sind mir Privat als auch Beruflich bekannt und sind mir beim Lesen sehr nahe gegangen. Aus diesem Grund sind mir alle Rezensionen egal.... Dieses Buch gehört zu meinen Favoriten.
In der Geschichte geht es um Sina, ihren achtjährigen Sohn Elvis, Sinas Lebensgefährten Torsten und die ältere Nachbarin Ellen. Sina ist von Elvis Vater David geschieden. Dieser kümmert sich leider nicht um Elvis. Außer Geldgeschenken und ein ums andere Mal abgesagte Treffen mit seinem Sohn, erfährt man von dem Kindesvater nichts weiter. Elvis ist ein introvertierter, sehr emphatischer Junge. Da Sina im Beruf sehr eingespannt ist und ihr Sohn nicht viele Freunde hat, ergibt es sich, dass Ellen Elvis in den Ferien betreut und ihm auch unter der Woche 2x täglich Nachhilfe gibt. Damit verdient sie sich etwas zu ihrer Rente dazu und gleichzeitig fühlt sie sich gebraucht. Denn Ellens Söhne sind längst schon aus dem Haus. Ihr Ehemann Jock ist leider viel zu früh verstorben. Somit hat Ellen eigentlich nur ihren treuen, schon etwas betagten Hund an ihrer Seite. Da passt es gut, dass Elvis sich auch einen Hund wünscht und er sich also nicht nur mit Ellen sondern auch mit ihrem vierbeinigem Mitbewohner super versteht. Eines Tages macht Ellen jedoch eine Entdeckung und dies bringt etwas Bewegung in die Geschichte….. Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Es werden einige Themen angesprochen. Z.B. Einsamkeit im Alter, Vergänglichkeit, Freundschaft, Mobbing, Beziehungen, Vertrauen, die täglichen Zerreißproben von berufstätigen Müttern…….. usw. Einige Dinge haben mich sehr zum Nachdenken angeregt, manches fand ich etwas zu konstruiert . Zum Ende hin nahm die Handlung etwas Fahrt auf, wurde dann aber für mich persönlich zu oberflächlich und schnell abgehandelt. Einige Thematiken hätten für mich noch intensiver, kritischer beleuchtet werden können. Trotz alledem habe ich vor allen Dingen Elvis und Ellen sehr gerne begleitet und konnte die Figuren “ gut gehen lassen“ . Das Ende an sich, fand ich gut gewählt. Es hat sich realistisch angefühlt. Man weiß halt eben nie genau, wo es im Leben noch hingeht. Meiner Meinung nach, war es ein durchschnittlich gutes Buch.
Insgesamt eine schöne Geschichte
Dieses Buch zeigt die Geschichte von zwei Frauen. Die Verbindung zwischen ihnen ist Elvis, ein 8-jähriger Junge, der Sohn von Sina und der Nachhilfeschüler von Elma. Die Autorin erzählt einfühlsam und spannend, wie die Leben dieser beiden Frauen durch den kleinen Jungen aufeinanderprallen. Während die Geschichte viele berührende und unerwartete Wendungen bietet, gibt es Passagen, die etwas langatmig wirken und die Spannung ausbremsen. Dennoch lässt sich das Buch insgesamt sehr gut lesen, da der Stil klar und lebendig ist. Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet und regen zum Nachdenken an. Eine interessante Lektüre mit kleineren Schwächen.
Obwohl er ganz sicher nicht ahnt, was für eine Freude er ihr macht.
Ich bin durch eine Rezension auf „Wir holen alles nach“ gestoßen – jemand schrieb, dass sie ohne Erwartungen an das Buch herangegangen sei und am Ende unerwartet belohnt wurde. Genauso ging es mir. Dieses Buch zeigt das echte Leben. Den Spagat, den du als Alleinerziehende jeden Tag machst. Das Gefühl, ständig zu kurz zu kommen – für dich selbst, fürs Kind, für alles. Und dann ist da Ellen. Eine ältere Frau, still, pragmatisch, unaufgeregt. Und doch verändert sie alles. Zwischen ihr und dem kleinen Jungen entsteht etwas, das vielleicht keinen Namen braucht. Vertrauen vielleicht. Oder Geborgenheit. Es geht um Verantwortung, ums Hinsehen, ums Kümmern, aber auch um Zweifel. Und um die schwierige Frage: Wann darf man sich einmischen? Wann muss man es vielleicht sogar? Dieses Buch ist leise. Keine falsche Dramatik. Es geht um Menschen, die nicht perfekt sind – und gerade deshalb berühren. Um Mut, ums Scheitern, um Hoffnung und Zweifel. Und um das leise Glück, das entsteht, wenn Fremde plötzlich füreinander wichtig werden. Sehr lesens- (oder hörens-)wert!

Sina ist alleinerziehende Mutter des 8-jährigen Elvis und beide leben, nach der Scheidung von ihrem Mann David, in München. Sina arbeitet in einer Werbeagentur als Assistentin und ihr Job ist sehr zeitintensiv, oftmals verlangt ihr Chef sogar am WE den Einsatz seiner Mitarbeiter*innen. Daraus resultiert, dass sie immer weniger Zeit für ihren Sohn hat, der für sein Alter noch ziemlich schüchtern und introvertiert ist. Da Elvis‘ Notendurchschnitt verbessern muss, aufgrund der Qualifikation für das Gymnasium, sucht Sina für ihn eine Nachhilfelehrerin. So trifft Elvis auf Ellen und ihren Hund. Bei Ellen blüht der Junge auf, spricht viel mit Helen, baut eine intensive Beziehung mit ihrem Hund auf. Auch mit Torsten, dem neuen Freund seiner Mutter, versteht Elvis sich gut, auch wenn er an seinem Vater, der ihn immer wieder versetzt oder vertröstet, vergöttert. Als Helen auf Elvis‘ Körper blaue Flecken sieht, nimmt die Geschichte für die gesamte Familie von Elvis eine Wendung. Martina Borger ist es gelungen, auch wenn Teile des Buches etwas langatmig waren, mit Finten und Fährten auf Probleme im Alltag hinzuweisen, und zwar mit einem imaginären, fetten Zeigefinger! Es geht um Notlügen, um Vorurteile, um die Schnelligkeit des Schubladendenkens – auch ich habe das ein oder andere Mal spekuliert im Laufe des Lesens. Und da wir oft denken, etwas gut zu meinen, bedenken wir im Vorhinein oftmals nicht, was wir damit anrichten können. Wir rechtfertigen unseren eigenen Übereifer mit dem „Gutmensch-Dasein“, ohne groß alle Fakten zu kennen. Einige Male sind mir Dinge aus den letzten Jahren eingefallen, und ich bekam hier einen Spiegel vor die Nase gehalten. Auch andere Themen wie Kommunikation und der Umgang mit Konflikten wird in dem Buch gut beschrieben. Fazit: Der Roman von Martina Borger spricht durchwegs mehrere Themen des Alltags an sowie auch Situationen, in die der eine oder andere von uns schon einmal geraten ist, an. Die Autorin hat es für mich klar geschafft auf wichtige Themen hinzuweisen und uns ab und an auch an die eigene Nase zu fassen, die Ohren besser zu spitzen und uns Zeit für Dinge zu nehmen, die uns wichtig sind. Die Geschichte hat mich sehr bewegt, auch emotional an einigen Stellen mitgenommen. Mein Highlight in dem Buch sind zwei Personen: Elvis und Ellen. Sie haben mein Herz erobert. Der Schreibstil von Martina Borger ist klar, schnörkellos und „rund“. Mit war immer alles klar, auch wenn es immer wieder Perspektivenwechsel in der Geschichte gab. Ein Buch, dass auf der einen Seite etwas Leichtigkeit verströmt, auf der anderen Seite dennoch sehr in die Tiefe geht, wenn man es zulässt. Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung! 5/5 Sterne
Welche berufstätige Mama kennt ihn nicht? Den Spagat zwischen Haushalt, Job und Kindern?? Genauso geht es Sina, alleinerziehende Mama vom 8-jährigen Elvis. Sie hätte so gern mehr Zeit für all die schönen Dinge zwischen Mama und Sohnemann und doch nimmt sie der Beruf sehr in Anspruch. Elvis verbringt viel Zeit mit Ellen, einer älteren Dame aus der Nachbarschaft. Die Zeit bei ihr genießt der Junge sehr, sie hat Geduld, Empathie und dazu noch einen Hund! Eines Tages fällt Ellen auf, dass Elvis bedrückt wirkt und macht eine erschreckende Entdeckung. Ein Gespinst aus Fragen, Gerüchten und Sorge entspinnt sich. Alle meinen es doch gut mit Elvis, warum wird der Kleine immer zurückhaltender und stiller?? Ein Schreibstil der mir am Anfang etwas distanziert vor kam, dann aber immer spannender und eindringlicher wurde. Ich wollte unbedingt hinter die Fassaden schauen und erfahren, was Elvis widerfahren ist. Wie eine Schlinge die sich immer weiter zu zieht fühlte sich dieses Buch an. Toll! 4 Sterne von mir!
Sina hat ein Problem. Mal wieder springt ihr Ex-Mann kurzfristig von einem vereinbarten Termin ab und nun muss sie ihren Sohn Elvis irgendwie anders betreuen lassen. Glücklicherweise gibt es da Ellen, die ihm sonst Nachhilfe gibt und sich bereit erklärt, Elvis für zwei Wochen zu betreuen. Ellen ist Renterin und ihre Rente reicht nicht zum Überleben, so trägt sie Zeitungen aus und gibt Nachhilfe. Die Extra Betreuung von Elvis gibt ihr finanziellen Spielraum. Was für ein wunderbares Buch! Man ist von der ersten Zeile an voll mit dabei und lernt erst Ellen und dann Sina und Elvis kennen. Ellen ist eine ganz wunderbare, freundliche Frau, die es sich in ihrem Leben eingerichtet hat, wie es ihr gefällt. Schon lange ist sie verwitwet, aber sie hat gute Freunde, einige Nebenjobs und einen Hund, den sie sehr liebt. Sina ist seit geraumer Zeit alleinerziehend und reibt sich auf mit ihrem Job und ihrer Rolle als Mutter. Irgendwie hat sie das Gefühl nicht genug für Elvis da zu sein. Und Elvis erst! So ein lieber Junge. Sehr in sich gekehrt, aber wissbegierig. In den Wochen mit Ellen saugt er alles in sich auf und ist mit einfachen Ausflügen voll und ganz zufrieden. Er liebt Ellens Hund heiß und innig, ist doch auch sein größter Wunsch, einen eigenen Hund zu haben. Doch eines Tage verändert sich der eh schon ruhige Junge und wird immer stiller. Als Ellen und seine Lehrer blaue Flecken bei ihm bemerken und dies melden, verselbstständigen sich die Ereignisse plötzlich und Sina muss ihr gesamtes Leben überdenken. Die Autorin hat einen wirklich tollen Schreibstil, es macht großes Vergnügen das Buch zu lesen. Ellen ist mir schnell ans Herz gewachsen, ich mochte ihre ruhige und überlegte Art. Ihre Zeit gemeinsam mit Elvis war einfach toll zu lesen. Sina hätte ich zwischendrin gerne mal schütteln mögen, aber ich konnte ihre Handlungsweise gut nachvollziehen. Sie balanciert durch ihr Leben und jede noch so kleine Veränderung kann alles aus dem Lot bringen. Die Autorin spielt mit dem Leser, gibt gewisse Gedankengänge quasi vor, nur um dann aufzuzeigen, dass die naheliegendste Lösung nicht immer die richtige ist und man manchmal doch noch genauer hinschauen muss. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights, ein richtig tolles Wohlfühlbuch.
Zwischen Hamsterrad und “letzten Malen” Selten hat ein Titel besser zu seinem Roman gepasst, finde ich. "Wir holen alles nach" - eine oftmals leere Versprechung. Kann man im Leben überhaupt Dinge "nachholen"? Schwierig. Die beiden Protagonistinnen des Romans, aus deren Sichtweise abwechselnd erzählt wird, stehen jeweils an anderen Stationen bzw. Wendepunkten ihres Lebens. Sina ist die, die ihren achtjährigen Sohn Elvis ständig mit einem "Wir holen alles nach" vertröstet. Sie ist Mitte 30, in der Rushhour des Lebens sozusagen, und versucht Vollzeitjob (in einer Werbeagentur), Kind (sie ist alleinerziehend, der Vater lebt in einer anderen Stadt, zum Glück ist er gut situiert und zahlt seinen Beitrag) und neue Beziehung (mit Torsten, einem trockenen Alkoholiker) unter einen Hut zu bringen. Ein schwieriger Chef, die horrenden Lebenshaltungskosten in München und die vermeintlich perfekten Mütter der anderen Kinder machen ihr zusätzlich zu schaffen. Dazu kommt noch der Druck, dass Elvis es wenn möglich aufs Gymnasium schaffen sollte - doch der tut sich schwer in der Schule. Hier kommt Ellen ins Spiel. Ellen hat das, was Sina gerade durchmacht, längst hinter sich gelassen. Die beiden Söhne sind erwachsen und schon lange aus dem Haus. Ihr Mann Jock ist mit Mitte 40 verstorben - das ist mittlerweile 25 Jahre her. Sie hatte neben ihrem Hausfrauendasein noch einen Teilzeitjob in einer Buchhandlung, inzwischen ist sie seit kurzem in Rente. Mit Ende 60 wird ihr bewusst, wie viel sie bereits zum “letzten Mal” getan hat und wie viel sie nie mehr tun wird. Eine Stelle, an der ich innerlich schlucken musste. Ellen muss ihre kärgliche Rente mit einem Job als Zeitungsausträgerin und Nachhilfestunden aufbessern, damit sie sich ihre Wohnung in München und Reisen zu ihrer Freundin und zu ihren Söhnen, leisten kann. Sina wird auf Ellen aufmerksam und ihr Sohn Elvis wird deren Nachhilfeschüler. Daraus entwickelt sich eine generationenübergreifende Freundschaft, bei der auch Ellens Hund eine große Rolle spielt. Doch dann verändert sich Elvis plötzlich über Nacht… Im Roman werden gesellschaftlich brisante und relevante Themen angesprochen, die sehr realitätsnah in den Lebensgeschichten der beiden Hauptfiguren gespiegelt werden. Zum einen die anspruchsvolle Situation von Alleinerziehenden, die zwischen dem Druck von außen und innen zermürbt werden. Man selbst muss Karriere machen und Geld verdienen, das Kind muss untergebracht werden, sollte beliebt sein und natürlich aufs Gymnasium, so dass ihm alle Chancen offen stehen. Dass zwischen Büro, Schule, Nachhilfe und Hort nur wenig Familienzeit bleibt, ist traurig, aber leider für viele Menschen die harte Realität. Daneben natürlich die Sache mit der Altersarmut, die bei Ellen in einer abgemilderten Form zum tragen kommt. Sie nagt nicht am Hungertuch, aber sie muss für einen gewissen aber doch eher bescheidenen Lebensstandard nochmal ran - wo andere längst mit der Arbeitswelt abgeschlossen haben. Obwohl es es sich um eine eigentlich ganz alltägliche Geschichte handelt, die sich so in vielen deutschen Städten - vor allem aber tatsächlich in München - abspielen könnte, hat mich dieser Roman unheimlich berührt. Die zarte, menschliche Beziehung zwischen Elvis und Ellen, der stille Kampf Sinas um ein halbwegs normales, gutes Leben. Die Reflexionen Ellens über ihr Leben und über ihre Vergangenheit. Das hat alles eine ganz besondere Tiefe. Martina Borger erzählt eine intensive, schnörkellose Alltagsgeschichte, die auf eine ganz besondere Weise berührt und unter die Haut geht. Absolut lesenswert!
Description
Book Information
Author Description
Martina Borger, 1956 geboren, arbeitete als Journalistin, Dramaturgin und Filmkritikerin, bevor sie sich aufs Drehbuchschreiben verlegte. Sie hat bei mehreren Serien als Storylinerin und Chefautorin gearbeitet. Gemeinsam mit Maria Elisabeth Straub veröffentlichte sie zwischen 2001 und 2009 Romane unter dem Label ›Borger & Straub‹. Ohne Co-Autorin erschien 2007 ihr Roman ›Lieber Luca‹. Martina Borger lebt in München.
Posts
Ich hatte keine Erwartungen gehabt und wurde so positiv überrascht von dieser Lektüre. 🥰
Dieses Buch lag schon zu lange auf meinem SUB. Ich wollte es einfach nur vom SUB befreien und hatte überhaupt nicht damit gerechnet was für schöne, tiefgründige Geschichte auf mich wartet. Ich mochte den Schreibstil, die Charaktere die Themen die darin vorkommen ( aber Achtung könnte triggern). Die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Fehler die begangen wurden, hat die Autorin plausibel und authentisch dargestellt. Halber Stern Abzug wegen Ende des Buches, da hat mir etwas gefehlt. Eine klare Leseempfehlung.

Dieses Buch hat mich zu 100% abgeholt.
Diese Geschichte hat mich aus mehreren, persönlichen Gründen sehr berührt. Zum einen die alleinerziehende Sina, die versucht, ihren Job und ihren Sohn unterv einen Hund zu bekommen, was ihr nur mäßig gelingt. Dieses schlechte Gewissen ist mir sehr bekannt und auch immer wieder schwer zu ertragen. Dann die kleinen und großen Entscheidungen bei der Erziehung von Kindern (Schulwechsel, Freunde, etc). Die andere Protagonisten ist Ellen, die mit der Altersarmut konfrontiert ist und etwas dazuverdienen muss. Zwischen diesen beiden Frauen steht Elvis. Der Sohn von Sina und der Nachhilfeschüler von Ellen. Alle Themen in dieser Geschichte sind mir Privat als auch Beruflich bekannt und sind mir beim Lesen sehr nahe gegangen. Aus diesem Grund sind mir alle Rezensionen egal.... Dieses Buch gehört zu meinen Favoriten.
In der Geschichte geht es um Sina, ihren achtjährigen Sohn Elvis, Sinas Lebensgefährten Torsten und die ältere Nachbarin Ellen. Sina ist von Elvis Vater David geschieden. Dieser kümmert sich leider nicht um Elvis. Außer Geldgeschenken und ein ums andere Mal abgesagte Treffen mit seinem Sohn, erfährt man von dem Kindesvater nichts weiter. Elvis ist ein introvertierter, sehr emphatischer Junge. Da Sina im Beruf sehr eingespannt ist und ihr Sohn nicht viele Freunde hat, ergibt es sich, dass Ellen Elvis in den Ferien betreut und ihm auch unter der Woche 2x täglich Nachhilfe gibt. Damit verdient sie sich etwas zu ihrer Rente dazu und gleichzeitig fühlt sie sich gebraucht. Denn Ellens Söhne sind längst schon aus dem Haus. Ihr Ehemann Jock ist leider viel zu früh verstorben. Somit hat Ellen eigentlich nur ihren treuen, schon etwas betagten Hund an ihrer Seite. Da passt es gut, dass Elvis sich auch einen Hund wünscht und er sich also nicht nur mit Ellen sondern auch mit ihrem vierbeinigem Mitbewohner super versteht. Eines Tages macht Ellen jedoch eine Entdeckung und dies bringt etwas Bewegung in die Geschichte….. Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Es werden einige Themen angesprochen. Z.B. Einsamkeit im Alter, Vergänglichkeit, Freundschaft, Mobbing, Beziehungen, Vertrauen, die täglichen Zerreißproben von berufstätigen Müttern…….. usw. Einige Dinge haben mich sehr zum Nachdenken angeregt, manches fand ich etwas zu konstruiert . Zum Ende hin nahm die Handlung etwas Fahrt auf, wurde dann aber für mich persönlich zu oberflächlich und schnell abgehandelt. Einige Thematiken hätten für mich noch intensiver, kritischer beleuchtet werden können. Trotz alledem habe ich vor allen Dingen Elvis und Ellen sehr gerne begleitet und konnte die Figuren “ gut gehen lassen“ . Das Ende an sich, fand ich gut gewählt. Es hat sich realistisch angefühlt. Man weiß halt eben nie genau, wo es im Leben noch hingeht. Meiner Meinung nach, war es ein durchschnittlich gutes Buch.
Insgesamt eine schöne Geschichte
Dieses Buch zeigt die Geschichte von zwei Frauen. Die Verbindung zwischen ihnen ist Elvis, ein 8-jähriger Junge, der Sohn von Sina und der Nachhilfeschüler von Elma. Die Autorin erzählt einfühlsam und spannend, wie die Leben dieser beiden Frauen durch den kleinen Jungen aufeinanderprallen. Während die Geschichte viele berührende und unerwartete Wendungen bietet, gibt es Passagen, die etwas langatmig wirken und die Spannung ausbremsen. Dennoch lässt sich das Buch insgesamt sehr gut lesen, da der Stil klar und lebendig ist. Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet und regen zum Nachdenken an. Eine interessante Lektüre mit kleineren Schwächen.
Obwohl er ganz sicher nicht ahnt, was für eine Freude er ihr macht.
Ich bin durch eine Rezension auf „Wir holen alles nach“ gestoßen – jemand schrieb, dass sie ohne Erwartungen an das Buch herangegangen sei und am Ende unerwartet belohnt wurde. Genauso ging es mir. Dieses Buch zeigt das echte Leben. Den Spagat, den du als Alleinerziehende jeden Tag machst. Das Gefühl, ständig zu kurz zu kommen – für dich selbst, fürs Kind, für alles. Und dann ist da Ellen. Eine ältere Frau, still, pragmatisch, unaufgeregt. Und doch verändert sie alles. Zwischen ihr und dem kleinen Jungen entsteht etwas, das vielleicht keinen Namen braucht. Vertrauen vielleicht. Oder Geborgenheit. Es geht um Verantwortung, ums Hinsehen, ums Kümmern, aber auch um Zweifel. Und um die schwierige Frage: Wann darf man sich einmischen? Wann muss man es vielleicht sogar? Dieses Buch ist leise. Keine falsche Dramatik. Es geht um Menschen, die nicht perfekt sind – und gerade deshalb berühren. Um Mut, ums Scheitern, um Hoffnung und Zweifel. Und um das leise Glück, das entsteht, wenn Fremde plötzlich füreinander wichtig werden. Sehr lesens- (oder hörens-)wert!

Sina ist alleinerziehende Mutter des 8-jährigen Elvis und beide leben, nach der Scheidung von ihrem Mann David, in München. Sina arbeitet in einer Werbeagentur als Assistentin und ihr Job ist sehr zeitintensiv, oftmals verlangt ihr Chef sogar am WE den Einsatz seiner Mitarbeiter*innen. Daraus resultiert, dass sie immer weniger Zeit für ihren Sohn hat, der für sein Alter noch ziemlich schüchtern und introvertiert ist. Da Elvis‘ Notendurchschnitt verbessern muss, aufgrund der Qualifikation für das Gymnasium, sucht Sina für ihn eine Nachhilfelehrerin. So trifft Elvis auf Ellen und ihren Hund. Bei Ellen blüht der Junge auf, spricht viel mit Helen, baut eine intensive Beziehung mit ihrem Hund auf. Auch mit Torsten, dem neuen Freund seiner Mutter, versteht Elvis sich gut, auch wenn er an seinem Vater, der ihn immer wieder versetzt oder vertröstet, vergöttert. Als Helen auf Elvis‘ Körper blaue Flecken sieht, nimmt die Geschichte für die gesamte Familie von Elvis eine Wendung. Martina Borger ist es gelungen, auch wenn Teile des Buches etwas langatmig waren, mit Finten und Fährten auf Probleme im Alltag hinzuweisen, und zwar mit einem imaginären, fetten Zeigefinger! Es geht um Notlügen, um Vorurteile, um die Schnelligkeit des Schubladendenkens – auch ich habe das ein oder andere Mal spekuliert im Laufe des Lesens. Und da wir oft denken, etwas gut zu meinen, bedenken wir im Vorhinein oftmals nicht, was wir damit anrichten können. Wir rechtfertigen unseren eigenen Übereifer mit dem „Gutmensch-Dasein“, ohne groß alle Fakten zu kennen. Einige Male sind mir Dinge aus den letzten Jahren eingefallen, und ich bekam hier einen Spiegel vor die Nase gehalten. Auch andere Themen wie Kommunikation und der Umgang mit Konflikten wird in dem Buch gut beschrieben. Fazit: Der Roman von Martina Borger spricht durchwegs mehrere Themen des Alltags an sowie auch Situationen, in die der eine oder andere von uns schon einmal geraten ist, an. Die Autorin hat es für mich klar geschafft auf wichtige Themen hinzuweisen und uns ab und an auch an die eigene Nase zu fassen, die Ohren besser zu spitzen und uns Zeit für Dinge zu nehmen, die uns wichtig sind. Die Geschichte hat mich sehr bewegt, auch emotional an einigen Stellen mitgenommen. Mein Highlight in dem Buch sind zwei Personen: Elvis und Ellen. Sie haben mein Herz erobert. Der Schreibstil von Martina Borger ist klar, schnörkellos und „rund“. Mit war immer alles klar, auch wenn es immer wieder Perspektivenwechsel in der Geschichte gab. Ein Buch, dass auf der einen Seite etwas Leichtigkeit verströmt, auf der anderen Seite dennoch sehr in die Tiefe geht, wenn man es zulässt. Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung! 5/5 Sterne
Welche berufstätige Mama kennt ihn nicht? Den Spagat zwischen Haushalt, Job und Kindern?? Genauso geht es Sina, alleinerziehende Mama vom 8-jährigen Elvis. Sie hätte so gern mehr Zeit für all die schönen Dinge zwischen Mama und Sohnemann und doch nimmt sie der Beruf sehr in Anspruch. Elvis verbringt viel Zeit mit Ellen, einer älteren Dame aus der Nachbarschaft. Die Zeit bei ihr genießt der Junge sehr, sie hat Geduld, Empathie und dazu noch einen Hund! Eines Tages fällt Ellen auf, dass Elvis bedrückt wirkt und macht eine erschreckende Entdeckung. Ein Gespinst aus Fragen, Gerüchten und Sorge entspinnt sich. Alle meinen es doch gut mit Elvis, warum wird der Kleine immer zurückhaltender und stiller?? Ein Schreibstil der mir am Anfang etwas distanziert vor kam, dann aber immer spannender und eindringlicher wurde. Ich wollte unbedingt hinter die Fassaden schauen und erfahren, was Elvis widerfahren ist. Wie eine Schlinge die sich immer weiter zu zieht fühlte sich dieses Buch an. Toll! 4 Sterne von mir!
Sina hat ein Problem. Mal wieder springt ihr Ex-Mann kurzfristig von einem vereinbarten Termin ab und nun muss sie ihren Sohn Elvis irgendwie anders betreuen lassen. Glücklicherweise gibt es da Ellen, die ihm sonst Nachhilfe gibt und sich bereit erklärt, Elvis für zwei Wochen zu betreuen. Ellen ist Renterin und ihre Rente reicht nicht zum Überleben, so trägt sie Zeitungen aus und gibt Nachhilfe. Die Extra Betreuung von Elvis gibt ihr finanziellen Spielraum. Was für ein wunderbares Buch! Man ist von der ersten Zeile an voll mit dabei und lernt erst Ellen und dann Sina und Elvis kennen. Ellen ist eine ganz wunderbare, freundliche Frau, die es sich in ihrem Leben eingerichtet hat, wie es ihr gefällt. Schon lange ist sie verwitwet, aber sie hat gute Freunde, einige Nebenjobs und einen Hund, den sie sehr liebt. Sina ist seit geraumer Zeit alleinerziehend und reibt sich auf mit ihrem Job und ihrer Rolle als Mutter. Irgendwie hat sie das Gefühl nicht genug für Elvis da zu sein. Und Elvis erst! So ein lieber Junge. Sehr in sich gekehrt, aber wissbegierig. In den Wochen mit Ellen saugt er alles in sich auf und ist mit einfachen Ausflügen voll und ganz zufrieden. Er liebt Ellens Hund heiß und innig, ist doch auch sein größter Wunsch, einen eigenen Hund zu haben. Doch eines Tage verändert sich der eh schon ruhige Junge und wird immer stiller. Als Ellen und seine Lehrer blaue Flecken bei ihm bemerken und dies melden, verselbstständigen sich die Ereignisse plötzlich und Sina muss ihr gesamtes Leben überdenken. Die Autorin hat einen wirklich tollen Schreibstil, es macht großes Vergnügen das Buch zu lesen. Ellen ist mir schnell ans Herz gewachsen, ich mochte ihre ruhige und überlegte Art. Ihre Zeit gemeinsam mit Elvis war einfach toll zu lesen. Sina hätte ich zwischendrin gerne mal schütteln mögen, aber ich konnte ihre Handlungsweise gut nachvollziehen. Sie balanciert durch ihr Leben und jede noch so kleine Veränderung kann alles aus dem Lot bringen. Die Autorin spielt mit dem Leser, gibt gewisse Gedankengänge quasi vor, nur um dann aufzuzeigen, dass die naheliegendste Lösung nicht immer die richtige ist und man manchmal doch noch genauer hinschauen muss. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights, ein richtig tolles Wohlfühlbuch.
Zwischen Hamsterrad und “letzten Malen” Selten hat ein Titel besser zu seinem Roman gepasst, finde ich. "Wir holen alles nach" - eine oftmals leere Versprechung. Kann man im Leben überhaupt Dinge "nachholen"? Schwierig. Die beiden Protagonistinnen des Romans, aus deren Sichtweise abwechselnd erzählt wird, stehen jeweils an anderen Stationen bzw. Wendepunkten ihres Lebens. Sina ist die, die ihren achtjährigen Sohn Elvis ständig mit einem "Wir holen alles nach" vertröstet. Sie ist Mitte 30, in der Rushhour des Lebens sozusagen, und versucht Vollzeitjob (in einer Werbeagentur), Kind (sie ist alleinerziehend, der Vater lebt in einer anderen Stadt, zum Glück ist er gut situiert und zahlt seinen Beitrag) und neue Beziehung (mit Torsten, einem trockenen Alkoholiker) unter einen Hut zu bringen. Ein schwieriger Chef, die horrenden Lebenshaltungskosten in München und die vermeintlich perfekten Mütter der anderen Kinder machen ihr zusätzlich zu schaffen. Dazu kommt noch der Druck, dass Elvis es wenn möglich aufs Gymnasium schaffen sollte - doch der tut sich schwer in der Schule. Hier kommt Ellen ins Spiel. Ellen hat das, was Sina gerade durchmacht, längst hinter sich gelassen. Die beiden Söhne sind erwachsen und schon lange aus dem Haus. Ihr Mann Jock ist mit Mitte 40 verstorben - das ist mittlerweile 25 Jahre her. Sie hatte neben ihrem Hausfrauendasein noch einen Teilzeitjob in einer Buchhandlung, inzwischen ist sie seit kurzem in Rente. Mit Ende 60 wird ihr bewusst, wie viel sie bereits zum “letzten Mal” getan hat und wie viel sie nie mehr tun wird. Eine Stelle, an der ich innerlich schlucken musste. Ellen muss ihre kärgliche Rente mit einem Job als Zeitungsausträgerin und Nachhilfestunden aufbessern, damit sie sich ihre Wohnung in München und Reisen zu ihrer Freundin und zu ihren Söhnen, leisten kann. Sina wird auf Ellen aufmerksam und ihr Sohn Elvis wird deren Nachhilfeschüler. Daraus entwickelt sich eine generationenübergreifende Freundschaft, bei der auch Ellens Hund eine große Rolle spielt. Doch dann verändert sich Elvis plötzlich über Nacht… Im Roman werden gesellschaftlich brisante und relevante Themen angesprochen, die sehr realitätsnah in den Lebensgeschichten der beiden Hauptfiguren gespiegelt werden. Zum einen die anspruchsvolle Situation von Alleinerziehenden, die zwischen dem Druck von außen und innen zermürbt werden. Man selbst muss Karriere machen und Geld verdienen, das Kind muss untergebracht werden, sollte beliebt sein und natürlich aufs Gymnasium, so dass ihm alle Chancen offen stehen. Dass zwischen Büro, Schule, Nachhilfe und Hort nur wenig Familienzeit bleibt, ist traurig, aber leider für viele Menschen die harte Realität. Daneben natürlich die Sache mit der Altersarmut, die bei Ellen in einer abgemilderten Form zum tragen kommt. Sie nagt nicht am Hungertuch, aber sie muss für einen gewissen aber doch eher bescheidenen Lebensstandard nochmal ran - wo andere längst mit der Arbeitswelt abgeschlossen haben. Obwohl es es sich um eine eigentlich ganz alltägliche Geschichte handelt, die sich so in vielen deutschen Städten - vor allem aber tatsächlich in München - abspielen könnte, hat mich dieser Roman unheimlich berührt. Die zarte, menschliche Beziehung zwischen Elvis und Ellen, der stille Kampf Sinas um ein halbwegs normales, gutes Leben. Die Reflexionen Ellens über ihr Leben und über ihre Vergangenheit. Das hat alles eine ganz besondere Tiefe. Martina Borger erzählt eine intensive, schnörkellose Alltagsgeschichte, die auf eine ganz besondere Weise berührt und unter die Haut geht. Absolut lesenswert!




















