Wir werden fliegen
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Description
Book Information
Author Description
Susanne Gregor, 1981 in Žilina (Tschechoslowakei) geboren, zog 1990 mit ihrer Familie nach Oberösterreich, seit 2005 wohnt die Autorin in Wien. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem exil-literaturpreis und dem Förderpreis der Stadt Wien. Zuletzt erschien ihr Roman Das letzte rote Jahr (FVA 2019).
Posts
Als Miša erfährt, dass ihr Bruder Alan verschwunden ist, ist sie nicht sonderlich überrascht. Schon einmal hat er die Familie Hals über Kopf verlassen und ist aus dem tschechoslowakischen Žilina in den Westen geflohen. Erst nach der Wende hat die ganze Familie in Wien wieder zusammengefunden. Während Alan Medizin studiert hat, leidenschaftlicher Klinikarzt ist und mit der Diplomatentochter Nora zusammenlebt, sucht Miša nach einem abgebrochenen Studium immer noch nach dem richtigen Platz im Leben. Alan und Miša haben sich verändert und die einstige Vertrautheit zwischen den Geschwistern ist verlorengegangen. Werden sich die beiden in der neuen Umgebung wieder annähern? In Rückblenden und aus unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt „Wir werden fliegen“ von der Suche nach Heimat, Zugehörigkeit, Identität und den richtigen Platz im Leben. Melancholisch und trotzdem hoffnungsvoll zeigt Susanne Gregor die Verloren- und Zerrissenheit der beiden Geschwister auf, die unter anderen gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen aufgewachsen sind und nun unter ganz neuen Voraussetzungen klarkommen müssen. Susanne Gregor, die selbst als Kind in der damaligen Tschechoslowakei aufgewachsen und nach Österreich emigriert ist, weiß, wovon sie schreibt. Mit ihrer leisen, feinen und so poetischen Erzählweise zeichnet sie ein authentisches Familienporträt, lässt ihre Leser*innen an der komplizierten Geschwisterbeziehung teilhaben und vermittelt dabei durchweg dieses spürbare Gefühl des Fremdseins. Ein feinfühliger zeitgeschichtlicher Familien- und Migrationsroman, den ich unheimlich gern gelesen habe.

Wow, was war das denn bitte? Ich habe das Buch inhaliert und innerhalb von drei Tagen durchgelesen, ich habe eine Nacht fast durchgemacht, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen. Und dann war es einfach so zu Ende… „Wir werden fliegen“ ist teilweise ein Coming of Age-Roman und teilweise ein Familienroman. Die Geschichte handelt von den beiden Geschwistern Miša und Alan, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die in ihrem Leben auch ganz eigene Wege gehen. Und trotzdem können sie auch nicht ohne einander. Susanne Gregor erzählt in ihrem neuesten Roman von den kleinen Sachen im Leben, aber auch von den ganz großen. Es geht um die Frage nach einem Zuhause und was man Zuhause nennen kann, wie schafft man sich ein Zuhause - ist es ein Ort, ein Gefühl, einfach nur eine Vorstellung? Und wie kommt man dorthin? Es geht aber auch um Zugehörigkeit - in der Familie, im Freundeskreis und in dem Land, in das die Familie ausgewandert ist. Es geht um das Suchen und um das Finden, und manchmal geht es auch darum, sich selbst zu verlieren. Auf der Suche nach sich selbst darf man nicht vergessen zu fragen, wer denn da eigentlich sucht. Können sich Miša und Alan wieder finden, können sie zu sich selbst finden? Können sie dabei den jeweils anderen im Blick behalten? Es geht um so viel, um ganz viel. Es geht um Liebe, um den Tod, um Heimat und Ängste. Und dabei ist nichts zu viel, jedes Wort aus der Feder von Susanne Gregor sitzt und passt und reiht sich nahtlos in diese wunderschöne Geschichte ein. „Wir werden fliegen“ ist ein Buch voll trauriger Hoffnung und heiterer Melancholie. Es liest sich wie ein Mosaik und am Ende erkennt man die komplette Tragweite, mich hat es mitten ins Herz getroffen. Ich möchte nicht, dass es endet. Und trotzdem habe ich das Ende erreicht. Euch allen möchte ich „Wir werden fliegen“ von Susanne Gregor wärmstens empfehlen und wenn ihr es gelesen habt, könnt ihr vielleicht auch das fühlen, was ich gefühlt habe. Ein wahnsinnig schönes Buch. (Nur Rufus kommt mir ein bisschen zu kurz, aber das ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau.)

Viele gemischte Gefühle hinterlässt „Wir werden fliegen“ von Susanne Gregor bei mir, ein wildes Durcheinander an Eindrücken und Erwartungen. Die Geschwister Alan und Miša wachsen im tschechoslowakischen Žilina auf. Die Zeiten sind grau, wirr und unsicher. Die Familie hat so einige Meinungsverschiedenheiten, was die damalige Zeit und die danach nicht leichter macht. Vater Milan würde am liebsten sofort in den Westen, Mutter Nini ist sich unsicher, fürchtet sich vor der Fremde und lässt ungern ihre Heimat und ihre restliche Familie zurück. Kurz vor der Wende ist plötzlich Alan weg und das, was mal Familie war, reisst Stück für Stück auseinander. Später treffen sie sich wieder in Wien. Aber es bleibt nicht bei diesem einen Verschwinden. Er geht ein weiteres Mal fort. Alan und Miša bewegen sich immer und immer wieder voneinander fort und auch wieder aufeinander zu. Die Geschwister haben ihr persönliches Ziel noch nicht erreicht. Rast- und uferlos wie die beiden wandere auch ich irgendwann durch die Seiten. Alan scheint ein einigermaßen strukturiertes Leben als Arzt zu führen, wohingegen Miša umherzieht und ein berufliches Ziel noch nicht so wirklich in Sicht ist. Beide wollen dazugehören, wollen mit sich im Reinen sein. Nachdenklichkeit macht sich breit. „Miša konnte kaum schwimmen, folgte ihm aber und hielt sich tapfer über Wasser, während Alan sich auf dem Rücken treiben ließ, in die Sterne hinaufsah und das Gefühl hatte, zu schweben. Für einen Moment war ihm, als wäre alles, wirklich alles möglich, über Grenzen zu laufen, im Ozean zu schwimmen, durch den Nachthimmel zu fliegen.“ Susanne Gregor hat ein bedrückendes und einnehmendes Familienporträt entworfen. Besonders gefallen haben mir dabei die eingestreuten und teilweise detaillierten Erinnerungen an die Kindheit, die Herausarbeitung der einzelnen Familienmitglieder und Wegbegleiter und all die täglichen Herausforderungen. Ich hab es gerne gelesen, jedoch wurde ich mit den Figuren nicht so warm, wie ich es gerne gehabt hätte. Die spürbare Zerrissenheit hat mir weniger Nähe gewährt. Einen roten Faden habe ich in der Geschichte vermisst, jedoch spiegelt dies die Situation der Familie hervorragend wider.

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Susanne Gregor, 1981 in Žilina (Tschechoslowakei) geboren, zog 1990 mit ihrer Familie nach Oberösterreich, seit 2005 wohnt die Autorin in Wien. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem exil-literaturpreis und dem Förderpreis der Stadt Wien. Zuletzt erschien ihr Roman Das letzte rote Jahr (FVA 2019).
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Als Miša erfährt, dass ihr Bruder Alan verschwunden ist, ist sie nicht sonderlich überrascht. Schon einmal hat er die Familie Hals über Kopf verlassen und ist aus dem tschechoslowakischen Žilina in den Westen geflohen. Erst nach der Wende hat die ganze Familie in Wien wieder zusammengefunden. Während Alan Medizin studiert hat, leidenschaftlicher Klinikarzt ist und mit der Diplomatentochter Nora zusammenlebt, sucht Miša nach einem abgebrochenen Studium immer noch nach dem richtigen Platz im Leben. Alan und Miša haben sich verändert und die einstige Vertrautheit zwischen den Geschwistern ist verlorengegangen. Werden sich die beiden in der neuen Umgebung wieder annähern? In Rückblenden und aus unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt „Wir werden fliegen“ von der Suche nach Heimat, Zugehörigkeit, Identität und den richtigen Platz im Leben. Melancholisch und trotzdem hoffnungsvoll zeigt Susanne Gregor die Verloren- und Zerrissenheit der beiden Geschwister auf, die unter anderen gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen aufgewachsen sind und nun unter ganz neuen Voraussetzungen klarkommen müssen. Susanne Gregor, die selbst als Kind in der damaligen Tschechoslowakei aufgewachsen und nach Österreich emigriert ist, weiß, wovon sie schreibt. Mit ihrer leisen, feinen und so poetischen Erzählweise zeichnet sie ein authentisches Familienporträt, lässt ihre Leser*innen an der komplizierten Geschwisterbeziehung teilhaben und vermittelt dabei durchweg dieses spürbare Gefühl des Fremdseins. Ein feinfühliger zeitgeschichtlicher Familien- und Migrationsroman, den ich unheimlich gern gelesen habe.

Wow, was war das denn bitte? Ich habe das Buch inhaliert und innerhalb von drei Tagen durchgelesen, ich habe eine Nacht fast durchgemacht, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen. Und dann war es einfach so zu Ende… „Wir werden fliegen“ ist teilweise ein Coming of Age-Roman und teilweise ein Familienroman. Die Geschichte handelt von den beiden Geschwistern Miša und Alan, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die in ihrem Leben auch ganz eigene Wege gehen. Und trotzdem können sie auch nicht ohne einander. Susanne Gregor erzählt in ihrem neuesten Roman von den kleinen Sachen im Leben, aber auch von den ganz großen. Es geht um die Frage nach einem Zuhause und was man Zuhause nennen kann, wie schafft man sich ein Zuhause - ist es ein Ort, ein Gefühl, einfach nur eine Vorstellung? Und wie kommt man dorthin? Es geht aber auch um Zugehörigkeit - in der Familie, im Freundeskreis und in dem Land, in das die Familie ausgewandert ist. Es geht um das Suchen und um das Finden, und manchmal geht es auch darum, sich selbst zu verlieren. Auf der Suche nach sich selbst darf man nicht vergessen zu fragen, wer denn da eigentlich sucht. Können sich Miša und Alan wieder finden, können sie zu sich selbst finden? Können sie dabei den jeweils anderen im Blick behalten? Es geht um so viel, um ganz viel. Es geht um Liebe, um den Tod, um Heimat und Ängste. Und dabei ist nichts zu viel, jedes Wort aus der Feder von Susanne Gregor sitzt und passt und reiht sich nahtlos in diese wunderschöne Geschichte ein. „Wir werden fliegen“ ist ein Buch voll trauriger Hoffnung und heiterer Melancholie. Es liest sich wie ein Mosaik und am Ende erkennt man die komplette Tragweite, mich hat es mitten ins Herz getroffen. Ich möchte nicht, dass es endet. Und trotzdem habe ich das Ende erreicht. Euch allen möchte ich „Wir werden fliegen“ von Susanne Gregor wärmstens empfehlen und wenn ihr es gelesen habt, könnt ihr vielleicht auch das fühlen, was ich gefühlt habe. Ein wahnsinnig schönes Buch. (Nur Rufus kommt mir ein bisschen zu kurz, aber das ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau.)

Viele gemischte Gefühle hinterlässt „Wir werden fliegen“ von Susanne Gregor bei mir, ein wildes Durcheinander an Eindrücken und Erwartungen. Die Geschwister Alan und Miša wachsen im tschechoslowakischen Žilina auf. Die Zeiten sind grau, wirr und unsicher. Die Familie hat so einige Meinungsverschiedenheiten, was die damalige Zeit und die danach nicht leichter macht. Vater Milan würde am liebsten sofort in den Westen, Mutter Nini ist sich unsicher, fürchtet sich vor der Fremde und lässt ungern ihre Heimat und ihre restliche Familie zurück. Kurz vor der Wende ist plötzlich Alan weg und das, was mal Familie war, reisst Stück für Stück auseinander. Später treffen sie sich wieder in Wien. Aber es bleibt nicht bei diesem einen Verschwinden. Er geht ein weiteres Mal fort. Alan und Miša bewegen sich immer und immer wieder voneinander fort und auch wieder aufeinander zu. Die Geschwister haben ihr persönliches Ziel noch nicht erreicht. Rast- und uferlos wie die beiden wandere auch ich irgendwann durch die Seiten. Alan scheint ein einigermaßen strukturiertes Leben als Arzt zu führen, wohingegen Miša umherzieht und ein berufliches Ziel noch nicht so wirklich in Sicht ist. Beide wollen dazugehören, wollen mit sich im Reinen sein. Nachdenklichkeit macht sich breit. „Miša konnte kaum schwimmen, folgte ihm aber und hielt sich tapfer über Wasser, während Alan sich auf dem Rücken treiben ließ, in die Sterne hinaufsah und das Gefühl hatte, zu schweben. Für einen Moment war ihm, als wäre alles, wirklich alles möglich, über Grenzen zu laufen, im Ozean zu schwimmen, durch den Nachthimmel zu fliegen.“ Susanne Gregor hat ein bedrückendes und einnehmendes Familienporträt entworfen. Besonders gefallen haben mir dabei die eingestreuten und teilweise detaillierten Erinnerungen an die Kindheit, die Herausarbeitung der einzelnen Familienmitglieder und Wegbegleiter und all die täglichen Herausforderungen. Ich hab es gerne gelesen, jedoch wurde ich mit den Figuren nicht so warm, wie ich es gerne gehabt hätte. Die spürbare Zerrissenheit hat mir weniger Nähe gewährt. Einen roten Faden habe ich in der Geschichte vermisst, jedoch spiegelt dies die Situation der Familie hervorragend wider.







