Vendetta
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Description
Book Information
Author Description
Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die Brunetti-Romane machten sie weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.
Posts
🎭 Ein Krimi über Macht und Ausbeutung 🌍
Mit Vendetta zeigt Donna Leon erneut, wie stark die Brunetti-Reihe darin ist, gesellschaftliche Themen mit einem Kriminalfall zu verbinden. Hinter der ruhigen Atmosphäre Venedigs steckt diesmal eine Geschichte über Macht, Ausbeutung und menschliche Abgründe, die mich deutlich mehr mitgenommen hat, als ich anfangs erwartet hätte. Der Fall entwickelt sich langsam, aber genau dadurch wirkt vieles greifbarer und unangenehmer. Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Ermittlungsarbeit, politischen Verbindungen und den moralischen Fragen, die immer wieder im Raum stehen. Manche Szenen waren wirklich hart, nicht wegen billiger Effekte, sondern weil sie zeigen, wie kalt und zerstörerisch Menschen sein können. Gleichzeitig lebt das Buch stark von Brunetti selbst, seinem Umfeld und den Gesprächen, die oft mehr aussagen als die eigentliche Handlung. Nicht jeder Abschnitt hat das gleiche Tempo, und manchmal zieht sich die Geschichte etwas. Trotzdem bleibt am Ende ein Krimi hängen, der nicht nur spannend sein will, sondern auch wütend macht und nachdenklich stimmt. Für mich ein starker Brunetti-Roman mit unangenehmer, aber wichtiger Thematik.

Ich habe Vendetta nun wieder einmal gelesen – und bin nach wie vor fasziniert von Donna Leons Schreibstil. Ihre Art, Land, Leute und Kultur zu beschreiben, ist einfach fantastisch. Dieses Buch gehört für mich innerhalb der gesamten Brunetti-Reihe zu den Fällen, die am stärksten als „reiner“ Kriminalfall durchgeht. Es ist von Anfang bis Ende sehr spannend, ja sogar beängstigend. Die Auflösung bringt keinen beruhigenden Abschluss, im Gegenteil: Sie wirkt bedrückend, weil sie so realistisch ist. Die Verstrickungen zwischen Wirtschaft, Politik und mächtigen Personen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, sind zeitlos – und leider oft unangreifbar. Gegen diese Kräfte helfen weder Recht noch Gesetz. Ich liebe diese Bücher und empfehle sie uneingeschränkt weiter. Für mich gilt: Entweder man mag Donna Leon – oder man mag sie nicht. Ich mag sie.
Brunettis vierter Fall führt ihn in eines der dunkelsten und bedrückendsten Themen der Reihe. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen, die aus verschiedenen Ländern nach Italien gelockt oder verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden. Was zunächst bereits erschütternd genug erscheint, entwickelt sich im Verlauf der Ermittlungen zu einem noch größeren Netz aus Ausbeutung, Gewalt und organisierter Kriminalität. Brunetti stößt auf Machenschaften, die weit über einzelne Täter hinausgehen. Hinter dem Leid der Opfer stehen einflussreiche Menschen, die enorme Gewinne erzielen und ihre Macht nutzen, um sich zu schützen. Je tiefer Brunetti gräbt, desto deutlicher wird, wie schwer es ist, gegen ein solches System anzukommen. Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr dieser Fall nicht nur Brunetti beschäftigt, sondern auch seine Familie. Die Gespräche mit Paola und seiner Tochter Chiara zeigen, wie sehr die Grausamkeit der Geschehnisse alle Beteiligten berührt und zum Nachdenken zwingt. Dadurch gewinnt der Roman eine emotionale Tiefe, die über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht. Vendetta ist kein leichter Krimi, aber ein eindrucksvoller. Donna Leon verbindet Spannung mit gesellschaftlicher Kritik und zeigt, dass die schlimmsten Verbrechen oft dort stattfinden, wo Macht, Geld und Gleichgültigkeit aufeinandertreffen.
Wie hängen ein LKW-Unfall, 8 tote internationale Prostituierte, ein Anwalt, ein Vermögens- und ein Steuerberater zusammen? Wobei die letzten Drei nach und nach getötet werden. Was ist das Motiv, wer hat einen Vorteil von Toden und wie hängt das Ganze zusammen? Einer der ersten Fälle des Comissario Brunetti, der sich auch hier wieder mit Signorona Elettra und Sergente Vianello auf die Lösungsfindung macht. Brunetti dringt in diesem starken Roman in die Untiefen der menschlichen Leidenschaften ab. Und während mir sehr viele der Toten anfangs sympathisch erscheinen, wird deren Tod zwar nicht gerechtfertigt, aber doch zum Schluss des Romans erklärt. Und wenn ich es recht bedenkt, spreche ich an dieser Stelle eine Warnung aus: Wer zart besaitet ist, sollte das Buch nicht lesen - zu fies und menschlich entwürdigend wird es im letzten Teil des Buches. Greife ich vor? Wer weiß..,
Brunettis vierter Fall startet brisant und endet auch so. Das Thema ist sowieso brisant: Mädchenhandel. Obwohl anfangs nur der Prolog darauf hindeutet. Ansonsten hätte es einfach ein Mord im Milieu der Mehrbesseren sein können. Doch Brunetti wird rasch eines Besseren belehrt. Donna Leon liest sich immer sehr gemütlich, sogar dann, wenn es ziemlich zur Sache geht. Manchmal zog sich die Handlung für mich etwas zu sehr, aber dann war ich plötzlich wieder voll mit dabei. Trotz des ernsten Themas musste ich ab und an etwas schmunzeln, da man dem Buch sein Alter anmerkt (an Gegebenheiten z.B., die damals noch neu waren, heute aber zum Allgemeinwissen zählen). Ja, ich gebe zu: Ab und zu lese ich sehr gerne Donna Leon, auch wenn ihre Bücher in meinem Lesejahr keine Highlights darstellen. Aber irgendwie mag ich Brunetti und ich mag Venedig, deshalb liegt es für mich immer mal wieder drin, einen Band dieser Reihe zur Hand zu nehmen.
Es beginnt tragisch mit einem LKW-Unfall und endet mit 3 Toten in der Stadt der Engel. Es beginnt spannend und die Spannung nimmt auch nicht ab während des Lesen, was ich sehr gut finde. Typisch Donna Leon lernt man viel über die Stadt Venedig, politische Beziehungen und was so für größere Ereignisse stattfanden, als das Buch spielte. Man bekommt eigentlich in jedem Buch etwas von Brunettis Familie mit, diesmal ist es aber etwas mehr, weil seine Tochter (die ich sehr gerne mag) sich in den Fall ihres Vaters reinhängt. Da ich wieder sehr gut unterhalten wurde, gibt es von mir 5 Sterne.
Reread. Der Roman ist aus dem Jahre 1995: Das Faxgerät ist Ausweis von Fortschrittlichkeit, ein Mobiltelefon ist noch kein Standard und die Menschen rauchen selbstverständlich überall. Der frühe Brunetti kommt noch ohne die gesellschaftspolitische Verbissenheit aus, die mich bei den späteren Roman mitunter stört. Zwar geht es auch hier um einen gesellschaftlich relevanten Mißstand, der den Hintergrund für das Verbrechen bildet, doch der Roman fokussiert sich auf den Fall und die Ermittlungen der Polizei. An der Wucht der Kritik ändert das keinen Deut, im Gegenteil!
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Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die Brunetti-Romane machten sie weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.
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🎭 Ein Krimi über Macht und Ausbeutung 🌍
Mit Vendetta zeigt Donna Leon erneut, wie stark die Brunetti-Reihe darin ist, gesellschaftliche Themen mit einem Kriminalfall zu verbinden. Hinter der ruhigen Atmosphäre Venedigs steckt diesmal eine Geschichte über Macht, Ausbeutung und menschliche Abgründe, die mich deutlich mehr mitgenommen hat, als ich anfangs erwartet hätte. Der Fall entwickelt sich langsam, aber genau dadurch wirkt vieles greifbarer und unangenehmer. Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Ermittlungsarbeit, politischen Verbindungen und den moralischen Fragen, die immer wieder im Raum stehen. Manche Szenen waren wirklich hart, nicht wegen billiger Effekte, sondern weil sie zeigen, wie kalt und zerstörerisch Menschen sein können. Gleichzeitig lebt das Buch stark von Brunetti selbst, seinem Umfeld und den Gesprächen, die oft mehr aussagen als die eigentliche Handlung. Nicht jeder Abschnitt hat das gleiche Tempo, und manchmal zieht sich die Geschichte etwas. Trotzdem bleibt am Ende ein Krimi hängen, der nicht nur spannend sein will, sondern auch wütend macht und nachdenklich stimmt. Für mich ein starker Brunetti-Roman mit unangenehmer, aber wichtiger Thematik.

Ich habe Vendetta nun wieder einmal gelesen – und bin nach wie vor fasziniert von Donna Leons Schreibstil. Ihre Art, Land, Leute und Kultur zu beschreiben, ist einfach fantastisch. Dieses Buch gehört für mich innerhalb der gesamten Brunetti-Reihe zu den Fällen, die am stärksten als „reiner“ Kriminalfall durchgeht. Es ist von Anfang bis Ende sehr spannend, ja sogar beängstigend. Die Auflösung bringt keinen beruhigenden Abschluss, im Gegenteil: Sie wirkt bedrückend, weil sie so realistisch ist. Die Verstrickungen zwischen Wirtschaft, Politik und mächtigen Personen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, sind zeitlos – und leider oft unangreifbar. Gegen diese Kräfte helfen weder Recht noch Gesetz. Ich liebe diese Bücher und empfehle sie uneingeschränkt weiter. Für mich gilt: Entweder man mag Donna Leon – oder man mag sie nicht. Ich mag sie.
Brunettis vierter Fall führt ihn in eines der dunkelsten und bedrückendsten Themen der Reihe. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen, die aus verschiedenen Ländern nach Italien gelockt oder verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden. Was zunächst bereits erschütternd genug erscheint, entwickelt sich im Verlauf der Ermittlungen zu einem noch größeren Netz aus Ausbeutung, Gewalt und organisierter Kriminalität. Brunetti stößt auf Machenschaften, die weit über einzelne Täter hinausgehen. Hinter dem Leid der Opfer stehen einflussreiche Menschen, die enorme Gewinne erzielen und ihre Macht nutzen, um sich zu schützen. Je tiefer Brunetti gräbt, desto deutlicher wird, wie schwer es ist, gegen ein solches System anzukommen. Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr dieser Fall nicht nur Brunetti beschäftigt, sondern auch seine Familie. Die Gespräche mit Paola und seiner Tochter Chiara zeigen, wie sehr die Grausamkeit der Geschehnisse alle Beteiligten berührt und zum Nachdenken zwingt. Dadurch gewinnt der Roman eine emotionale Tiefe, die über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht. Vendetta ist kein leichter Krimi, aber ein eindrucksvoller. Donna Leon verbindet Spannung mit gesellschaftlicher Kritik und zeigt, dass die schlimmsten Verbrechen oft dort stattfinden, wo Macht, Geld und Gleichgültigkeit aufeinandertreffen.
Wie hängen ein LKW-Unfall, 8 tote internationale Prostituierte, ein Anwalt, ein Vermögens- und ein Steuerberater zusammen? Wobei die letzten Drei nach und nach getötet werden. Was ist das Motiv, wer hat einen Vorteil von Toden und wie hängt das Ganze zusammen? Einer der ersten Fälle des Comissario Brunetti, der sich auch hier wieder mit Signorona Elettra und Sergente Vianello auf die Lösungsfindung macht. Brunetti dringt in diesem starken Roman in die Untiefen der menschlichen Leidenschaften ab. Und während mir sehr viele der Toten anfangs sympathisch erscheinen, wird deren Tod zwar nicht gerechtfertigt, aber doch zum Schluss des Romans erklärt. Und wenn ich es recht bedenkt, spreche ich an dieser Stelle eine Warnung aus: Wer zart besaitet ist, sollte das Buch nicht lesen - zu fies und menschlich entwürdigend wird es im letzten Teil des Buches. Greife ich vor? Wer weiß..,
Brunettis vierter Fall startet brisant und endet auch so. Das Thema ist sowieso brisant: Mädchenhandel. Obwohl anfangs nur der Prolog darauf hindeutet. Ansonsten hätte es einfach ein Mord im Milieu der Mehrbesseren sein können. Doch Brunetti wird rasch eines Besseren belehrt. Donna Leon liest sich immer sehr gemütlich, sogar dann, wenn es ziemlich zur Sache geht. Manchmal zog sich die Handlung für mich etwas zu sehr, aber dann war ich plötzlich wieder voll mit dabei. Trotz des ernsten Themas musste ich ab und an etwas schmunzeln, da man dem Buch sein Alter anmerkt (an Gegebenheiten z.B., die damals noch neu waren, heute aber zum Allgemeinwissen zählen). Ja, ich gebe zu: Ab und zu lese ich sehr gerne Donna Leon, auch wenn ihre Bücher in meinem Lesejahr keine Highlights darstellen. Aber irgendwie mag ich Brunetti und ich mag Venedig, deshalb liegt es für mich immer mal wieder drin, einen Band dieser Reihe zur Hand zu nehmen.
Es beginnt tragisch mit einem LKW-Unfall und endet mit 3 Toten in der Stadt der Engel. Es beginnt spannend und die Spannung nimmt auch nicht ab während des Lesen, was ich sehr gut finde. Typisch Donna Leon lernt man viel über die Stadt Venedig, politische Beziehungen und was so für größere Ereignisse stattfanden, als das Buch spielte. Man bekommt eigentlich in jedem Buch etwas von Brunettis Familie mit, diesmal ist es aber etwas mehr, weil seine Tochter (die ich sehr gerne mag) sich in den Fall ihres Vaters reinhängt. Da ich wieder sehr gut unterhalten wurde, gibt es von mir 5 Sterne.
Reread. Der Roman ist aus dem Jahre 1995: Das Faxgerät ist Ausweis von Fortschrittlichkeit, ein Mobiltelefon ist noch kein Standard und die Menschen rauchen selbstverständlich überall. Der frühe Brunetti kommt noch ohne die gesellschaftspolitische Verbissenheit aus, die mich bei den späteren Roman mitunter stört. Zwar geht es auch hier um einen gesellschaftlich relevanten Mißstand, der den Hintergrund für das Verbrechen bildet, doch der Roman fokussiert sich auf den Fall und die Ermittlungen der Polizei. An der Wucht der Kritik ändert das keinen Deut, im Gegenteil!













