Der Klang der Zeit

Der Klang der Zeit

Softcover
3.728
MusikBrückner, ChristianJudenRassismus

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Description

Der große amerikanische Romanautor Richard Powers erzählt in »Klang der Zeit« eine Geschichte voll Anmut und Schönheit über eine Familie mit zwei Hautfarben und einer Leidenschaft: der Musik. Entstanden ist ein cinematogaphischer Roman über Amerikas jüngste Vergangenheit, über die Lüge, auf der seine Gegenwart baut, und eine einzigartige Liebeserklärung an die Musik.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
768
Price
20.60 €

Author Description

Wie kaum ein anderer ist Richard Powers der Gegenwart auf der Spur: Das Wissen unserer Zeit will er in Geschichten erfahrbar, die Verwerfungen emotional erlebbar machen. Er wurde 1957 geboren und lebt in den USA. Auf sein Romandebüt ›Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz‹ (1985) erschienen neun weitere Romane. Sie wurden Bestseller wie ›Der Klang der Zeit‹ und mehrfach preisgekrönt. 2006 erhielt er den National Book Award für ›Das Echo der Erinnerung‹, es folgte ›Das größere Glück‹. In der Reportage ›Das Buch Ich #9‹ beschreibt Richard Powers den Prozess, als neunter Mensch überhaupt sein Genom vollständig entschlüsseln zu lassen. Für seinen Roman ›Die Wurzeln des Lebens‹ (2018) wurde Richard Powers mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet. 2021 erschien sein Roman ‹Erstaunen‹, der für den Booker Prize und den National Book Award nominiert ist, Heute lebt Richard Powers in den Great Smoky Mountains der Appalachen.Literaturpreise:Pulitzer Prize 2019 für »Die Wurzeln des Lebens«National Book Award 2006 für »Das Echo der Erinnerung«

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
65%
5%
N/A
N/A
25%
15%
90%
85%
90%
15%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
35%
65%
60%
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Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate0%
Variable100%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

5
All
5

Der Fisch und der Vogel können sich verlieben

Das wohl bekannteste Werk Richard Powers, meinem bisherigen Lieblingsautoren, habe ich länger vor mir hergeschoben, da das schiere Volumen, das tatsächliche aber auch thematische Gewicht einen erschlagen könnte und sicher nicht so einfach wegzulesen ist. Der Mut, es sich doch einmal vorzunehmen, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ein Buch, in dem es um die fast unmögliche Vereinbarung von scheinbaren Gegensätzen geht, vordergründig von Schwarz und Weiss, mehr aber auch von Musik und Physik, Liebe und Hass und der Utopie der Auflösung von Separatismus. Aber es ist in keinem Fall so technisch oder verkopft, wie dies hier klingen mag. Das Buch ist vor allem voller Musik, so kompakt und detailverliebt, dass es jeden Musikliebhaber reich beschenkt, aber auch ein wenig Vorwissen für die „alte“, klassische Musikgeschichte erfordert, will man wirklich die gesamte Geschichte erfassen. Und hinzu kommt die Physik, das Konzept von „Zeit“ in Verbindung zu ihrer Relativität. Einstein zum Anfassen. Wir lernen am Beispiel der Familie Strom die Unterdrückung der Schwarzen im 20. Jahrhundert Amerikas kennen, die kontinuierliche Einteilung der Menschen in Schwarz und Weiss und damit gleichzeitig Zugehörigkeit und pauschale Ausgrenzung. Die Eltern der Hauptfiguren, sie eine begabte, schwarze Sängerin, er ein deutscher Jude, geflohen vor den Nazis nach Amerika, verlieben sich entgegen jeder Vernunft, Bindeglied hier ist ihre Liebe zur Musik. Sie müssen schon bei Gründung ihrer Ehe eine Alternative eines polarisierten Lebensentwurfs dieser Zeit finden. Spätestens bei der Geburt ihres ersten Kindes zeigen sich fast unüberwindliche Hindernisse eines Lebens „Dazwischen“. Die Musik als Basis für das familiäre Zusammenspiel bietet eine Zuflucht, das Bindeglied gegenüber einer polarisierten Gesellschaft. Powers schafft es wie gewohnt neben einer Fülle von Wissen uns die Personen derart schonungslos nahe zu bringen, dass wir mit ihnen eine extrem bewegende Zeit erleben. Die Ereignisse der Rassenunruhen, das Aufbegehren geben die unsägliche Ungerechtigkeit aber auch die Suche nach eigenständiger Identität einer ehemals versklavten, schwarzen Bevölkerung fordern eine klare Positionierung und droht die Familie zu zerreissen. „Was gehört ihnen denn, Joey? Und kannst du es ihnen geben?... du gibt ihnen ihre Musik? Ihre Identität? Womit sollen sie denn identisch sein? Das Einzige, womit man identisch ist, ist man selbst, und auch das nur in den besseren Tagen. Stereotypen, das gibst du ihnen. Aber kein Mensch ist ein anderer. Ihre Musik ist genau das, was ihnen keiner geben kann. Viel Glück beim Suchen." Mich hat das Buch sehr bewegt, herausgefordert, durchgeschüttelt, immer aber gefesselt, obwohl die Detailverliebtheit Powers dem Leser viel Zeit und Geduld abverlangt. Nichts im Erzählen bleibt wage, alles wird beschrieben und zuende geführt, was zu einer immensen Verdichtung führt. Zeit, man muss sich viel Zeit beim Lesen lassen, oft innehalten und verarbeiten. Ein Mammutwerk, ungeheuerlich in seinem Umfang und seiner Intensität aber auch die grösste Bereicherung

4

Ein wichtiges Thema, teilweise grandios gut geschrieben, aber es hatte auch seine Längen. Ausführliche Rezi folgt

„Wir verdrängen den Jungen, das Alptraumbild, das man nicht vergessen kann, zu entstellt, als dass es etwas anderes sein könnte, als eine missratene Tonfigur. Wir fragten unsere Eltern nicht, wie der Prozess ausgegangen ist, und wir sprechen nicht davon. Denn mehr noch als vor dem Verbrechen müssen wir uns vor dem Urteil schützen.“ „Der Klang der Zeit“ von Richard Powers ist ein Roman über eine Familie aus New York City, in der die Kinder Jonah, Joey und Ruth ein großes musikalisches Talent aufweisen und teilweise eine steile Karriere als Musiker hinlegen. Der Vater David ist Physiker und vor der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten nach Amerika geflohen, die Mutter Delia ist eine Afro-Amerikanerin, die Kinder nicht wirklich schwarz und schon gar nicht weiß. Die Mitglieder der Familie sind mir sehr ans Herz gewachsen, die große Liebe zwischen David und Delia war so spürbar, ohne dass es kitschig gewesen wäre. Sie wirkten echt auf mich, Menschen, wie Du und ich, die wider besseren Wissens ganz bewusst „Fehler“ machen, einfach, weil dies ihrer Überzeugung und auch ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben entspricht. Denn um was es in diesem Roman vor allem geht ist Rassismus und die Diskriminierung von People of Color in den USA. Und dies wird nicht nur anhand der Familie von Delia und David miterlebt, sondern auch über geschichtliche Ereignisse in den USA, die er Autor geschickt in seinen Roman eingewebt hat, u.a. der Lynchmord am gerade einmal 14 jährigen Emmett Till, das Konzert von Marian Anderson zu Oster 1939, der große Marsch auf Washington und die unvergesslich Rede von Martin Luther King. „Der Klang der Zeit“ ist grundsätzlich ein richtig gut erzählter Roman, ein wichtiges Buch, in dem so viel steckt, denn neben den schweren Themen Rassismus, Ausgrenzung, Judentum, Diskriminierung, Themen die einen traurig machen, entsetzt aufschreien lassen, geht es auch um Liebe, Familie und um Musik, die Brücken schlagen kann, es jedoch oft nur für den Augenblick tut. Es bietet ein großes Kaleidoskop an Gefühlen: Wut, Lachen, Liebe, Trauer, Entsetzen, mit Passagen so voll von Gewalt und Brutalität, die ich nur schwer ertragen konnte, die mir die Kehle zugeschnürt haben, die mich um Figuren, reale Menschen haben weinen lassen, von denen ich noch nie gehört hatte, die aber Teil der Geschichte des Rassismuss, der Diskriminierung in den USA geworden sind. Es ist aber auch ein Buch, das mir einiges abverlangt hat, das ich nicht an einem Stück lesen konnte und öfter unterbrochen, aber letztlich nie abgebrochen habe, auch wenn ich mit dem Gedanken 1-2 mal gespielt habe. Es hat so viel Tiefgang, ist so gut, so eindringlich geschrieben, eine Sprache, bei der ich aber auch oft genug das Gefühl hatte, dass ich hellwach sein muss, um alles greifen zu können. Und ich weiß ganz genau, dass ich nicht alles wirklich erfasst oder gar begriffen haben. Denn das Buch ist nicht nur inhaltlich mitunter schwer zu ertragen, sondern auch was die teilweise epischen Ausschweifungen des Autors betrifft, bei denen er mich oft genug verloren hat. Dies betrifft in meinem Fall vor allem die Gedanken, Monologe des Vaters bzgl. seines Berufs als Physiker, bezüglich der Wissenschaft und der Philosophie, die vermutlich einen guten, zum Nachdenken anregenden Kern enthalten, den ich aber bei all den Geschwafel wohl nicht erkannt habe. Ich kann mir allerdings genauso gut vorstellen, dass dies anderen Leser*innen bzgl. der musikalischen Ergüsse genauso geht, was ich als leidenschaftlichen Hobbymusikerin jedoch wundervoll fand. Ich habe die Brüder musizieren und singen gehört und bin ihrem musikalischen Werdegang, ihrer Entwicklung so gerne gefolgt. Aber ein gewisses Maß an Wissen in Musiktheorie, Geschichte der Musik, klassischer Musik ist da sicherlich von Vorteil gewesen. Das muss man mögen. Ich habe das Buch sowohl als Hardcover, hauptsächlich jedoch als E-Book gelesen, denn die Schrift des 765 Seiten starken Hardcovers war winzig, das Buch selbst dick, schwer und unhandlich. Es ist ein Buch, das sich sicherlich für eine Leserunde oder Buddyread eignet, viel Inhalt zur Besprechung bietet, das aber sicherlich nichts für jede Leser*in etwas ist.

2.5

Es eine Ewigkeit gedauert um in die Geschichte zu kommen. Es ging so viel um Musik und Klänge und Mozart, Bach etc. Ich hab gar nichts verstanden. Erst ab der Hälfte wurde es ein bisschen interessanter. Aber definitiv für mich viel zu langatmig.. Für Musik Fans bestimmt was schönes zum Schmökern.

5

Ein Lieblingsbuch! Ich kann die Brüder noch immer singen hören! Die Sprache! Hach

3

Überfrachtet, ermüdend, aber sprachlich auf hohem Niveau.

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