The Inconvenient Indian
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Selten sitze ich an einer Rezension und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ich muss zugeben, Thomas King hat mich mit seiner Strukturierung dieses Buches ein wenig verwirrt. Oh, dass sie nicht chronologisch ist, ist nicht mein Problem, das finde ich nachvollziehbar. King erklärt dies folgendermaßen: „We do NOT know the past in chronological sequence. It may be convenient to lay it out anesthetized on the table with dates pasted on here and there, but what we know by ripples and spirals eddying out from us and from our time“. (Seite xi) Da hat er meine volle Zustimmung. Nur kann ich auch keine klare Gliederung nach Themen erkennen. Jetzt bitte nicht denken, dass ich das Buch nicht gut fand; nur weil ich nicht ganz durchsteige, was die Struktur des Buches angeht, ist es ja nicht schlecht, nein, ich mochte es wirklich. Ich gehe einfach einmal auf das ein, was ich besonders eindrücklich fand. Das fängt damit an, dass King auf einen Aspekt der Geschichte eingeht, der mir besonders wichtig ist, und zwar dass Geschichtsschreibung meistens nicht subjektiv ist und daher ausgewogen zu betrachten ist. „Most of us think that history is the past. It’s not. History is the stories we tell about the past.“ (Seite 2-3) King nennt daraufhin ein Beispiel für ein Hinweisschild auf ein angeblich von Indianern verübtes Massaker, bei dem 295 Weiße getötet worden sein sollen. Ein Massaker, das es nie gegeben hat. Jemand hat es sich ausgedacht, eine Geschichte darüber erzählt, andere haben sie weitergegeben, ein Schild wurde aufgestellt und schon wurde aus einer Lüge Geschichte. Besonders frappierend für mich ist, wie ausgeprägt der Rassismus gegenüber Indianern in der amerikanischen Geschichte war. Folgende Worte stammen von Theodore Roosevelt: „I don’t go so far as to think that the only good Indians are dead Indians, but I believe nine out of every ten are, and I shouldn’t like to inquire too closely into the case of the tenth.“ (Seite 55) An dieser Stelle schlägt King eine Brücke zur Gegenwart. Das Indianerbild scheint auch heute noch bestimmt vom „Dead Indian“, dem Indianer der Vergangenheit. Moderne Indianer, die Fernsehgeräte besitzen, will keiner, sie haben „authentisch“ zu sein, Federn zu tragen, Pferde zu reiten und Trommel zu spielen. Echte Indianer sehen nicht fern. „Live Indians are fallen Indians, modern, contemporary copies, not authentic Indians at all, Indians by biological association only“. (Seite 65) King erläutert aufschlussreich, wie Indianer noch heute wirtschaftlich und rechtlich benachteiligt werden. Dabei geht es natürlich vorrangig um die Glücksspielindustrie und die Frage des Landbesitzes, für letzteren bringt King nahezu absurde Beispiele, die in einem Fall dazu führten, dass Land in Besitz von First Nations-Indianern halb so viel wert war, als wenn dasselbe Land Weißen gehörte. Am Ende des Buches steht ein Interview mit Thomas King, in dem vieles noch klarer wird. Kings Buch ist viel mehr als ein Geschichtsbuch, es zeigt auch, womit Indianer sich noch heute in Nordamerika konfrontiert sehen. Ich hoffe, ihr seht mir diese chaotische Rezension nach. Eine Leseempfehlung spreche ich in jedem Fall aus.
The Inconvenient Indian masterfully blends dark humor with the sad realities of North American Indigenous peoples. As a Palestinian reader, I was profoundly moved by the parallels I saw with my own cultural experiences. The book delves into the history of relations between Native Americans and white settlers since the fifteenth century, revealing how Indigenous peoples have been continuously oppressed. King subverts traditional historical narratives, refashioning old stories about historical events and figures, and offering insights into film and pop culture. He also discusses two dominant themes in Indian-White relations: extermination and assimilation, critically analyzing how North America has failed to acknowledge its genocidal practices. Highly recommended for anyone interested in North American Indigenous history and the impacts of colonialism.
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Selten sitze ich an einer Rezension und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ich muss zugeben, Thomas King hat mich mit seiner Strukturierung dieses Buches ein wenig verwirrt. Oh, dass sie nicht chronologisch ist, ist nicht mein Problem, das finde ich nachvollziehbar. King erklärt dies folgendermaßen: „We do NOT know the past in chronological sequence. It may be convenient to lay it out anesthetized on the table with dates pasted on here and there, but what we know by ripples and spirals eddying out from us and from our time“. (Seite xi) Da hat er meine volle Zustimmung. Nur kann ich auch keine klare Gliederung nach Themen erkennen. Jetzt bitte nicht denken, dass ich das Buch nicht gut fand; nur weil ich nicht ganz durchsteige, was die Struktur des Buches angeht, ist es ja nicht schlecht, nein, ich mochte es wirklich. Ich gehe einfach einmal auf das ein, was ich besonders eindrücklich fand. Das fängt damit an, dass King auf einen Aspekt der Geschichte eingeht, der mir besonders wichtig ist, und zwar dass Geschichtsschreibung meistens nicht subjektiv ist und daher ausgewogen zu betrachten ist. „Most of us think that history is the past. It’s not. History is the stories we tell about the past.“ (Seite 2-3) King nennt daraufhin ein Beispiel für ein Hinweisschild auf ein angeblich von Indianern verübtes Massaker, bei dem 295 Weiße getötet worden sein sollen. Ein Massaker, das es nie gegeben hat. Jemand hat es sich ausgedacht, eine Geschichte darüber erzählt, andere haben sie weitergegeben, ein Schild wurde aufgestellt und schon wurde aus einer Lüge Geschichte. Besonders frappierend für mich ist, wie ausgeprägt der Rassismus gegenüber Indianern in der amerikanischen Geschichte war. Folgende Worte stammen von Theodore Roosevelt: „I don’t go so far as to think that the only good Indians are dead Indians, but I believe nine out of every ten are, and I shouldn’t like to inquire too closely into the case of the tenth.“ (Seite 55) An dieser Stelle schlägt King eine Brücke zur Gegenwart. Das Indianerbild scheint auch heute noch bestimmt vom „Dead Indian“, dem Indianer der Vergangenheit. Moderne Indianer, die Fernsehgeräte besitzen, will keiner, sie haben „authentisch“ zu sein, Federn zu tragen, Pferde zu reiten und Trommel zu spielen. Echte Indianer sehen nicht fern. „Live Indians are fallen Indians, modern, contemporary copies, not authentic Indians at all, Indians by biological association only“. (Seite 65) King erläutert aufschlussreich, wie Indianer noch heute wirtschaftlich und rechtlich benachteiligt werden. Dabei geht es natürlich vorrangig um die Glücksspielindustrie und die Frage des Landbesitzes, für letzteren bringt King nahezu absurde Beispiele, die in einem Fall dazu führten, dass Land in Besitz von First Nations-Indianern halb so viel wert war, als wenn dasselbe Land Weißen gehörte. Am Ende des Buches steht ein Interview mit Thomas King, in dem vieles noch klarer wird. Kings Buch ist viel mehr als ein Geschichtsbuch, es zeigt auch, womit Indianer sich noch heute in Nordamerika konfrontiert sehen. Ich hoffe, ihr seht mir diese chaotische Rezension nach. Eine Leseempfehlung spreche ich in jedem Fall aus.
The Inconvenient Indian masterfully blends dark humor with the sad realities of North American Indigenous peoples. As a Palestinian reader, I was profoundly moved by the parallels I saw with my own cultural experiences. The book delves into the history of relations between Native Americans and white settlers since the fifteenth century, revealing how Indigenous peoples have been continuously oppressed. King subverts traditional historical narratives, refashioning old stories about historical events and figures, and offering insights into film and pop culture. He also discusses two dominant themes in Indian-White relations: extermination and assimilation, critically analyzing how North America has failed to acknowledge its genocidal practices. Highly recommended for anyone interested in North American Indigenous history and the impacts of colonialism.





