Spielen
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Description
»An einem milden und bewölkten Tag im August 1969 fuhr auf einer schmalen Straße am äußeren Ende einer südnorwegischen Insel, zwischen Wiesen und Felsen, Weiden und Wäldchen, ein Bus. Er gehörte der Arendal-Dampfschifffahrtsgesellschaft und war wie alle Busse des Unternehmens hell- und dunkelbraun. Er fuhr über eine Brücke, an einer schmalen Bucht entlang, blinkte rechts und hielt. Die Tür ging auf, eine kleine Familie stieg aus. Der Vater, ein großer und schlanker Mann in einem weißen Hemd und einer hellen Polyesterhose, trug zwei Koffer. Die Mutter, in einem beigen Mantel und mit einem hellblauen Kopftuch, das um die langen Haare geschlungen war, hielt an der einen Hand einen Kinderwagen und an der anderen einen kleinen Jungen. Als der Bus weitergefahren war, hing seine dicke, graue Abgaswolke noch für einen Moment über dem Asphalt.«
Book Information
Author Description
Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als einer der wichtigsten norwegischen Autoren der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiographischen Projektes "Min Kamp" wurden weltweit zur Sensation. Sein großer »Morgenstern«-Romankosmos um das plötzliche Auftauchen eines neuen Sterns am Himmel lotet die Abgründe menschlichen Lebens aus und fasziniert mit seiner Soghaftigkeit auf ähnliche Weise. Das Essayistische ist eine treibende Kraft in Knausgårds schriftstellerischem Werk, das in 35 Sprachen übersetzt ist und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Karl Ove Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2022 nahm er in Kopenhagen den Hans-Christan-Andersen-Literaturpreis entgegen. Er lebt in London.
Posts
📖 Spielen – Karl Ove Knausgård In Spielen, dem dritten Band seines autobiografischen Projekts, erzählt Karl Ove Knausgård von seiner Kindheit in den 70er- und frühen 80er-Jahren in Norwegen. Es geht um Schule, Freundschaften, erste Unsicherheiten, das Erwachsenwerden — und um das schwierige Verhältnis zu seinem strengen Vater, dessen Wutausbrüche die Familie prägen. Gleichzeitig beschreibt Knausgård diese besondere Welt der Kindheit, in der alles riesig erscheint: Angst, Scham, Abenteuer und Freiheit. Was mich an Knausgård immer wieder beeindruckt, ist sein unglaubliches Erinnerungsvermögen. Er beschreibt selbst kleinste Momente so genau, dass sofort eigene Erinnerungen wach werden. Gerade weil wir ungefähr in derselben Zeit aufgewachsen sind, fühlte sich vieles seltsam vertraut an. Ein Satz ist mir bis heute besonders im Kopf geblieben: „Ich hasste ihn, wie man nur seinen Vater hassen kann.“ Spielen war für mich der zugänglichste und emotional direkteste Band der Reihe. Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen und habe jede Seite gerne gelesen. Besonders empfehlenswert für alle, die in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen sind und sich in diesen Erinnerungen wiederfinden können. ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Tolle Sprache. Tolle Bilder. Unglaubliche Gefühlsübermittlung. Alleine schon die Figur von Knausgårds Vater wird mit solcher Feinheit in mein Innerstes projeziert, dass ich selbst durch diesen Mann traumatisiert wurde. Ich lausche nach seinen Schritten im Treppenhaus und versuche seine Ausbrüche vorauszusehen, während ich Seite um Seite lese. Spektakulär. Auch die anderen Kindheitserinnerungen sprechen mich sehr an. So sehr, dass es mich nicht interessiert, wie viel Knausgård zu seiner Autobiographie hinzugedichtet hat, weil ich ihm jeden Moment, jedes Gefühl, jedes Wort glaube.
Der dritte Band der autobiographischen "Min Kamp"-Reihe Karl Ove Knausgårds begleitete mich jetzt seit Ende April und war ein gutes Buch, um nebenbei etwas mehr über seine Kindheit und das Leben in Tybakken ab 1969 zu erfahren. Einige Schilderungen über skrude Aktivitäten im Wald oder seine beginnende Sexualität waren etwas verstörend, aber an irgendeiner Stelle muss diese Reihe wohl ihrem 'Anspruch' gerecht werden, sehr sehr intime Details zu offenbaren. Mein Highlight war die Phase, in der Karl Ove das Lesen für sich entdeckt, da findet er wunderbare Worte für norwegische Nationalliteratur und Klassiker, die er mit viel Begeisterung las.
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»An einem milden und bewölkten Tag im August 1969 fuhr auf einer schmalen Straße am äußeren Ende einer südnorwegischen Insel, zwischen Wiesen und Felsen, Weiden und Wäldchen, ein Bus. Er gehörte der Arendal-Dampfschifffahrtsgesellschaft und war wie alle Busse des Unternehmens hell- und dunkelbraun. Er fuhr über eine Brücke, an einer schmalen Bucht entlang, blinkte rechts und hielt. Die Tür ging auf, eine kleine Familie stieg aus. Der Vater, ein großer und schlanker Mann in einem weißen Hemd und einer hellen Polyesterhose, trug zwei Koffer. Die Mutter, in einem beigen Mantel und mit einem hellblauen Kopftuch, das um die langen Haare geschlungen war, hielt an der einen Hand einen Kinderwagen und an der anderen einen kleinen Jungen. Als der Bus weitergefahren war, hing seine dicke, graue Abgaswolke noch für einen Moment über dem Asphalt.«
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Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als einer der wichtigsten norwegischen Autoren der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiographischen Projektes "Min Kamp" wurden weltweit zur Sensation. Sein großer »Morgenstern«-Romankosmos um das plötzliche Auftauchen eines neuen Sterns am Himmel lotet die Abgründe menschlichen Lebens aus und fasziniert mit seiner Soghaftigkeit auf ähnliche Weise. Das Essayistische ist eine treibende Kraft in Knausgårds schriftstellerischem Werk, das in 35 Sprachen übersetzt ist und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Karl Ove Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2022 nahm er in Kopenhagen den Hans-Christan-Andersen-Literaturpreis entgegen. Er lebt in London.
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📖 Spielen – Karl Ove Knausgård In Spielen, dem dritten Band seines autobiografischen Projekts, erzählt Karl Ove Knausgård von seiner Kindheit in den 70er- und frühen 80er-Jahren in Norwegen. Es geht um Schule, Freundschaften, erste Unsicherheiten, das Erwachsenwerden — und um das schwierige Verhältnis zu seinem strengen Vater, dessen Wutausbrüche die Familie prägen. Gleichzeitig beschreibt Knausgård diese besondere Welt der Kindheit, in der alles riesig erscheint: Angst, Scham, Abenteuer und Freiheit. Was mich an Knausgård immer wieder beeindruckt, ist sein unglaubliches Erinnerungsvermögen. Er beschreibt selbst kleinste Momente so genau, dass sofort eigene Erinnerungen wach werden. Gerade weil wir ungefähr in derselben Zeit aufgewachsen sind, fühlte sich vieles seltsam vertraut an. Ein Satz ist mir bis heute besonders im Kopf geblieben: „Ich hasste ihn, wie man nur seinen Vater hassen kann.“ Spielen war für mich der zugänglichste und emotional direkteste Band der Reihe. Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen und habe jede Seite gerne gelesen. Besonders empfehlenswert für alle, die in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen sind und sich in diesen Erinnerungen wiederfinden können. ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Tolle Sprache. Tolle Bilder. Unglaubliche Gefühlsübermittlung. Alleine schon die Figur von Knausgårds Vater wird mit solcher Feinheit in mein Innerstes projeziert, dass ich selbst durch diesen Mann traumatisiert wurde. Ich lausche nach seinen Schritten im Treppenhaus und versuche seine Ausbrüche vorauszusehen, während ich Seite um Seite lese. Spektakulär. Auch die anderen Kindheitserinnerungen sprechen mich sehr an. So sehr, dass es mich nicht interessiert, wie viel Knausgård zu seiner Autobiographie hinzugedichtet hat, weil ich ihm jeden Moment, jedes Gefühl, jedes Wort glaube.
Der dritte Band der autobiographischen "Min Kamp"-Reihe Karl Ove Knausgårds begleitete mich jetzt seit Ende April und war ein gutes Buch, um nebenbei etwas mehr über seine Kindheit und das Leben in Tybakken ab 1969 zu erfahren. Einige Schilderungen über skrude Aktivitäten im Wald oder seine beginnende Sexualität waren etwas verstörend, aber an irgendeiner Stelle muss diese Reihe wohl ihrem 'Anspruch' gerecht werden, sehr sehr intime Details zu offenbaren. Mein Highlight war die Phase, in der Karl Ove das Lesen für sich entdeckt, da findet er wunderbare Worte für norwegische Nationalliteratur und Klassiker, die er mit viel Begeisterung las.








