Spiegelland
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Description
Wie tief musst du graben, um die Wahrheit zu finden?
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt ...
Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist wirklich sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.
Berührende Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Book Information
Author Description
Rebekka Frank wurde 1988 in Kassel geboren und wuchs auf dem Land auf, zwischen weiten Wiesen und Wäldern. Obwohl sie für ihr Studium in die Großstadt ging und dort nicht nur Theaterwissenschaft und Germanistik, sondern auch Menschen studierte, ließ die Natur sie niemals los. Bis heute ist sie ihr Inspiration und Rückzugsort, wenn sie mit ihrem Hund durch Küsten-, Marsch- oder Flusslandschaften streift. In ihren Romanen sucht sie stets nach der Verbindung zwischen der Kraft der Natur und unserem Leben. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen die kleinen und vor allem die großen Geheimnisse, die wir alle in uns tragen, die uns voneinander fernhalten oder uns auch zusammenbringen können. Heute lebt sie mit ihrer Familie wieder in Nordhessen. Ihr Generationenroman »Stromlinien« wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 in der Sparte »Jugendbuch« nominiert. Auf Instagram ist sie unter @rebekka.mit.k zu finden.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Da mir Stromlinien sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf den neuen Roman von Rebekka Frank gefreut und wurde nicht enttäuscht. Spiegelland spielt auf drei Zeitebenen, im Mittelpunkt steht Aletta im Moorland im 18. Jahrhundert, ihre Urururenkelin Cato im Jahr 1999 und der 14jährige Elias im Jahr 2025. Der Erzählstrang im 18. Jahrhundert hätte etwas straffer sein können, am meisten hat mich Catos Geschichte gefesselt. Ihr Ehemann ist gewalttätig, er misshandelt sie psychisch und körperlich. Als sie das Haus ihrer Großmutter in Teufelsmoor erbt, beschließt sie eines Nachts, dort mit ihrer Tochter Zuflucht zu suchen. Sie findet einen Job als Reporterin bei der Lokalzeitung, doch ihr Mann ist ihr stets auf den Fersen. Elias ist Catos Enkel, er besucht seine Oma, nachdem bei ihm auf dem Sportplatz alle Sicherungen durchgebrannt sind. Er hat Angst, dass er die gewalttätige Veranlagung seines Großvaters geerbt hatte. Bei Cato findet er Zuflucht und Hilfe. Ich habe das Buch gelesen und gehört, leider enthält das Hörbuch nicht das Nachwort, das Informationen zur Recherche liefert und viele Hintergrundinformationen, unter anderem zum Rechtssystem Ende des 20. Jahrhunderts, als lächerlich geringe Strafen an gewalttätige Ehemänner verhängt wurden. Sowohl das Buch als auch das Hörbuch kann ich sehr empfehlen, sehr gerne vergebe ich fünf Sterne.
3 Zeitstränge, ein Thema das sich durch die Jahrhunderte zieht
Ein ergreifendes Buch über Frauen, die sich gegen Männer wehren. Die sich ihr Leben erkämpfen bzw. zurück erkämpfen. Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite abgeholt und tief berührt. Auch wenn ich den dritten Zeitstrang im Vergleich zu den anderen beiden doch ehr schwach fand. Ein Buch das ich ohne Frage jedem weiter empfehlen würde, der gerne Geschichten über starke Frauen lesen möchte
Sehr gelungen - Lieblingsbuchpotential Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe Bremen und des Künstlerstädtchen Worpswede, welches ebenfalls eine Rolle spielen wird in dem Buch. In der Gegenwart von 2025 wächst Elias auf und nachdem er einen großen Fehler gemacht hat, flieht er zu seiner Oma Catherina (Cato), die ein Haus in Teufelsmoor besitzt. In dieses Haus ist ihre Oma viele Jahre zuvor selbst geflohen zusammen mit Elias‘s Mutter Kira. Sie wollte das Zusammenleben mit einem gewalttätigen Ehemann nicht länger ertragen, und da bot ihr das Haus, dass sie überraschenderweise geerbt hatte eine Zuflucht und war der Start für einen Neuanfang. Ein weiterer Erzählstrang führt weit zurück in die Vergangenheit zum Beginn der Besiedlungsgeschichte des Moors 1976. Hier lebt Aletta, die als Frau außer Heirat oder das Leben als Tante auf dem Hof ihres Bruders keine Möglichkeiten hatte zu überleben. Auch sie erlebte Gewalt als sie sich nämlich gegen die Heirat mit einem einflußreichen Bauern entschied. Eindrücklich erzählt Rebecca Frank über die Folgen des Patriarchiats auf nachfolgende Generationen. Ich liebe Mehrgenerationen-Romane und kann nur staunen, wie einfühlsam und kunstvoll die Autorin die verschiedenen Geschichten hier miteinander verwebt. Mir hat das Buch große Freude gemacht. Ich hatte es als Hörbuch vorliegen und mochte auch die Vertonung durch Verena Wolfen, Jana Kozewa und Marian Funk sehr.
Ein herausragendes Buch! Zuerst ein Mal ist der Schreibstil der Autorin super. Die Wortwahl, die Kapitelaufteilung und Länge ist top. Es ist emotional und spannend geschrieben. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und aus drei unterschiedlichen Zeiten. Am Anfang war es für mich verwirrend, aber sobald ich da den Durchblick hatte, fand ich’s prima. Die Art des Umgangs mit der WICHTIGEN Thematik ist großartig. Es wird nicht nur „angekratzt“, sondern wirklich detailliert auseinandergenommen! Sachen werden kritisiert, beim Namen genannt, mögliche Auswirkungen und Ergebnisse aufgezeigt und vor allem werden auch Wege vermittelt, die das Ganze besser machen können. Ich bin begeistert!
Letztes Jahr hat Rebekka Frank mich mit "Stromlinien" umgehauen. Es war mein erster Roman nach sehr vielen Jahren, und ich habe ihn GELIEBT! Sie hat einen so anschaulichen Schreibstil und verwebt gekonnt einzelne Handlungsstränge. Deswegen habe ich auch dem Erscheinungstermin von "Spiegelland" entgegengefiebert. Spiegelland handelt von Elias, der 2025 nach einer schlimmen Aktion zu seiner Oma Catharina ins Moor flieht. Quasi "zeitgleich" gibt es Zeitsprünge ins Jahr 1999 wo Catharina mit ihrer Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und in ein Haus im Moor unterkommt. Dort versucht sie sich vor ihm zu verstecken und ein neues Leben aufzubauen. Doch im Haus stößt sie auf einen alten Teppich, der wie eine Schatzkarte zu lesen ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter versucht sie herauszufinden, was die Zeichen zu bedeuten haben. In einem weiteren Erzählstrang aus der Zeit um 1756 lernen wir dann weitere Personen kennen, die auch was damit zutun haben. Mir haben die Zeitsprünge in die unterschiedlichen Jahre sehr gefallen. Der Autorin sind die Übergänge der Kapitel unheimlich gut gelungen, denn obwohl viele Jahre zwischen den Handlungssträngen liegen, knüpfen sie beinahe nahtlos aneinander an. Befinden sich Catharina und Kira gerade im Moor und schauen auf ein Grab, so steht Elias 2025 mit der älteren Catharina an genau der gleichen Stelle. Das Thema Gewalt gegen Frauen war in diesem Werk sehr präsent, und zeigt wie es sich durch eine Familie ziehen kann. Der Strang um 1756 war für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig, sodass ich manches mal mit den Gedanken abgedriftet bin. Wenn es nur zwei Zeitebenen gegeben hätte, wäre es in meinen Augen einfach perfekt gewesen. Trotzdem war das Hintergrund Wissen natürlich sehr nützlich für die Geschichte. Insgesamt ein starkes Buch, mit tollen Charakteren, einem sehr anschaulichen und plastischen Schreibstil sowie einem wichtigen Thema.

Was für ein schönes Buch. Im Rahmen eines Buddyreads, auf Empfehlung entdeckt. Sicher nicht mein letztes Buch von Rebekka Frank. Mitreißend erzählt wird die Geschichte auf 3 Zeitebenen von 1756 bis zur Gegenwart. Die Geschichte spielt im Teufelsmoor und ist eine Geschichte von starken Frauen die mit verschiedenen Widrigkeiten ihrer Zeit zurecht kommen müssen.
Spannend, atmosphärisch und berührend!
„Spiegelland“ von Rebekka Frank ist ein vielschichtiger Familienroman, der auf drei Zeitebenen spielt. Wir lernen Elias kennen, der nach einem schlimmen Vorfall von zu Hause abhaut und Zuflucht bei seiner Oma sucht. Diese weiht ihren Enkel in die Familiengeschichte ein, insbesondere in die Ereignisse um das Jahr 1999 als sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen musste und sich in einem Haus im Moor niederließ. Die dritte Zeitebene gibt der Geschichte den historischen Kontext und spielt im Jahr 1756, genau in der gleichen Moor-Gegend. All die Geschichten werden fein und stimmig miteinander verwoben, wie die Fäden des alten, geheimnisvollen Webteppichs, der im Buch eine zentrale Rolle einnimmt und dessen Symbolik wir mit der Zeit entschlüsseln dürfen. Die Handlungsstränge gehen glatt ineinander über, teilweise überlagern sie sich sogar, sodass man das Gefühl bekommt, dass sich bestimmte Ereignisse wiederholen. Dem Leser wird auf diese Weise vor die Augen geführt, dass die Themen wie Gewalt, Männlichkeitsbilder und Unterdrückung von Frauen seit ehe und je existieren. Nur die Protagonisten und die Kulisse ändern sich. Das Besondere an dem Buch von Rebekka Frank ist, dass die Frauenschicksale so nah und emotional gezeichnet werden, dass man als Leser innerlich aufschreien muss und sich fragt: „Wieso immer noch?“ und „Wie lange noch?“ Mit der Figur von Elias sucht die Autorin nach einer Lösung, wie die Umkehr vom jahrhundertlangen Patriarchat bis hin zur bewusster Sozialisierung gelingen könnte. Der Roman ist keine leichte Kost. Die angegebenen Trigger-Warnungen sind unbedingt nötig. Dennoch hatte diese Geschichte eine unglaubliche Sogwirkung, natürlich wegen der spannenden Story, aber auch wegen der sehr gut eingebauten Cliffhanger und der kurzen Kapitel, die zum Weiterlesen einladen. Ein wenig wie bei einer Serie, wo man denkt „Ach, auf die 20-30 Minuten kommt es ja nicht an.“ Ich habe das Buch so gern gelesen, dass mir jetzt nichts übrigbleibt, als die Lektüre von „Stromlinien“ nachzuholen, um noch einmal in eine Geschichte von Rebekka Frank eintauchen zu können.
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension 📚 Rezensionsexemplar / Roman #RebekkaFrank #Fischerverlag #Spiegelland #Teufelsmoor #Patriarchat #Jahreshighlight ❓️Warum wollte ich das Buch lesen? Mit Stromlinien hat mich Rebekka Frank damals vollkommen überwältigt. Es war mein erstes Buch der Autorin, landete 2025 auf meiner Jahreshighlightsliste und wurde mit meinem persönlichen Prädikat „Lieblingsbuch“ ausgezeichnet. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Spiegelland, das ohnehin schon lange auf meiner Wunschliste stand. Als ich gefragt wurde, ob ich es lesen möchte, dachte ich, wenn es auch nur ansatzweise so gut wird wie Stromlinien, bin ich glücklich. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht ahnte, wie sehr mich diese Geschichte begeistern und gleichzeitig erschüttern und nachhaltig beschäftigten wird . 🧠 Meine Meinung: Ich bin wieder einmal vollkommen beeindruckt vom Schreibstil von Rebekka Frank. Schon bei Stromlinien hat mich ihre Sprache gefesselt, aber hier hatte ich das Gefühl, noch tiefer einzutauchen. Atmosphärisch dicht, bildgewaltig und gleichzeitig so feinfühlig erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die verschiedenen Zeitebenen, von 2025, 1995 und das 18. Jahrhundert, sind klug miteinander verwoben. Jeder Perspektivwechsel bringt neue Fragen mit sich: Was genau hat Elias getan? Warum hat Cato das Haus im Moor geerbt? Welche Botschaft verbirgt sich im gewebten Wandteppich? Und vor allem, was geschah 1756, das bis heute Spuren hinterlässt? Obwohl das Buch über 500 Seiten umfasst, gab es für mich keinen einzigen Moment der Langeweile. Im Gegenteil, der Spannungsbogen zieht sich stetig an, bis sich die Ereignisse in der Vergangenheit dramatisch zuspitzen. Besonders die Kapitel im Jahr 1756 haben mich irgendwann regelrecht atemlos zurückgelassen. Ich wollte unbedingt weiterlesen und hatte gleichzeitig Angst vor dem, was kommen könnte. Die historischen Passagen zeigen schonungslos, wie hart das Leben im Moor war, geprägt von Witterung, harter körperlicher Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen. Das Patriarchat ist nicht nur ein Hintergrundrauschen, sondern ein zentrales Thema, damals wie heute. Die Zeitreise offenbart Entwicklungen, aber auch Beständigkeit. Und genau das macht die Geschichte so wichtig. Wir befinden uns immer noch in einem Lernprozess und Bücher wie dieses halten uns den Spiegel vor. Meine persönliche Heldin ist Cato. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit, ihr Mut, sie hat mich tief berührt. Und ich ertappte mich bei dem Gedanken, wie schön es gewesen wäre, hätten Cato und Aletta sich begegnen können. Jede Figur ist so lebendig gezeichnet, dass sie weit über die Seiten hinaus nachwirkt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen ist so klug gesetzt, dass ich mich in jeder einzelnen zuhause fühlte. Es gab keine „Lieblingszeit“, es fühlte sich an, als würde ich einem roten Faden folgen, einer langen, emotionalen Zeitreise, bei der alles unaufhaltsam auf einen gemeinsamen Ursprung zuläuft. Auch das Nachwort hat mich noch einmal tief berührt. Die spürbare, intensive Recherche verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und Authentizität. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Herzblut in diesem Roman steckt. Ob es daran liegt, dass ich diese Geschichte gerade erst beendet habe, ich weiß es nicht, aber ich würde behaupten, Spiegelland war noch intensiver als Stromlinien. Nicht besser, nicht spannender, einfach intensiver. ✅️ Fazit: Ein atmosphärischer, klug konstruierter und emotional tiefgehender Roman über Schuld, Herkunft, weibliche Stärke und die langen Schatten der Vergangenheit. Für mich erneut ein Jahreshighlight und wieder mit meinem höchsten Prädikat ausgezeichnet: Lieblingsbuch! Wer Geschichten liebt, die unter die Haut gehen und noch lange nachhallen, sollte unbedingt ins Moor reisen und tief graben. 🔎 Worum geht’s? Elias flieht nach einem schweren Fehler zu seiner Großmutter ins Moor – doch auch sie hütet ein Geheimnis. Während sie Jahre zuvor dort einen Neuanfang wagte, reichen die Wurzeln der Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurück. Was 1756 geschah, wirft bis heute lange Schatten und verbindet die Schicksale über Generationen hinweg.

Highlight ❤️
In diesem Buch wird über 3 Zeitebenen (2025, 1999 und 1756) eine über Generationen hinweg zusammenhängende und so tiefgründige Geschichte erzählt, die mich von der ersten bis zur letzten Seite so gefesselt und tief bewegt hat 😍📖🙏 ~ Jede Zeitebene hatte seine ganz eigene Atmosphäre und Intensität. Die Autorin gibt diesen Zeitebenen so viel Handlungsstoff und ergreifende Geschehnisse und Entwicklungen, die anhand ihrer starken und liebenswerten Buchfiguren eine so fesselnde und beeindruckende Bildhaftigkeit erfahren. Der permanente Wechsel der Zeitstränge fügt sich so schön zu einem spannenden und gleichzeitig ergreifenden Gesamtbild. Das zentrale Thema Patriarchat in dieser Geschichte spielte eine große Rolle. Viele Geschehnisse haben mich erschüttert und wütend gemacht. Alette wie auch Cato haben als so starke Frauen meinen Respekt und meine Bewunderung verdient. Mich hat es zutiefst berührt, wie sie ihr Schicksal gemeistert haben 🥹❤️ ~ Rebekka Frank hat mich wieder einmal mit ihrer Schreibweise, mit dieser schicksalhaften Familiengeschichte, mit ihren Buchfiguren und allem „drum und dran“ begeistern können. Auch diese Geschichte wird mir in Erinnerung bleiben und noch lange nachklingen ❤️ Absolutes Highlight ❤️🙏📖🥇
Für mich steht fest: Rebekka Frank ist noch immer viel zu underrated. Nach Stromlinien (das ich bereits geliebt habe) geht sie hier noch einen Schritt weiter. Tiefer. Radikaler. Zärtlicher. Frank erzählt diese Geschichte nicht reißerisch, sondern atmosphärisch dicht. Und darunter: die tektonischen Platten jahrtausendealter Gewaltverhältnisse. Femizide. Häusliche Gewalt. Das Schweigen der Dörfer. Die Weitergabe von Angst über Generationen hinweg. Was mich so beeindruckt: Dieser Roman ist wütend – aber nie platt. Er ist traurig – aber nie hoffnungslos. „Spiegelland“ verhandelt Gewalt gegen Frauen als strukturelles Problem, ohne in einfache Feindbilder zu verfallen. Männer sind hier nicht per se die Gegner. Sie können Verbündete sein. Gegen andere Männer. Gegen Schweigen. Gegen Gewalt. Und genau darin erkenne ich einen Feminismus wieder, der mir selbst wichtig ist: einen, der Machtverhältnisse analysiert, ohne Menschen essentialistisch festzuschreiben. Der Verantwortung benennt, ohne Solidarität auszuschließen. Frank zeigt, dass patriarchale Gewalt kein individuelles „Ausrutschen“ ist, sondern Teil eines Systems – eines Systems, das sich über Generationen hält, wenn es nicht durchbrochen wird. Catharinas Flucht ist deshalb mehr als eine private Entscheidung. Sie ist ein Akt der Selbstermächtigung. Ein Bruch mit einem Erbe. Das Moor wird zur zentralen Metapher: Es konserviert. Es verschluckt. Es gibt frei. Wer im Moor gräbt, findet nicht nur Knochen, sondern Geschichten. Und ich musste beim Lesen immer wieder daran denken, wie besonders diese Landschaft ist. Ein kleiner, persönlicher Funfact: Breddorf ist einer der Handlungsorte und die Großtante meines Partners lebt dort. Ich war einmal zwischen diesen Wiesen unterwegs, habe die Weite gespürt, diese eigentümliche Stille. Schon damals lag etwas Unheimliches und zugleich Tröstliches in der Luft. Frank fängt genau das ein. Dieses Gefühl, dass Landschaft Erinnerung speichert. Wie erzählen wir Gewalt, ohne sie zu reproduzieren? Frank gelingt hier etwas Entscheidendes: Sie schreibt solidarisch. Die Perspektive gehört den Betroffenen. Ihre Würde bleibt unangetastet. Ihre Wut ist legitim. Ihre Hoffnung ist real. Mich hat dieses Buch gleichzeitig umarmt und aufgerüttelt. Es hat mich traurig gemacht und wütend. Und genau diese Ambivalenz macht große Literatur aus. Für mich ist „Spiegelland“ eines der stärksten Bücher der letzten Zeit. Danke, Rebekka!
Ein toller Roman, dessen Thematik Jahrhunderte und Generationen überdauert und direkt ins Herz trifft.
Dies ist eine Geschichte - nein, eigentlich sind es drei Geschichten, die verwoben sind wie ein Wandteppich, der lang verborgene Familiengeheimnisse offenbart. Die Geschichte von Cato und ihrer Tochter Kira hat mich gefesselt und mitgerissen... ich habe den Regen in der Nacht der Flucht beim Lesen gespürt und konnte mir die Landschaft rund um das Teufelsmoor sehr gut vorstellen. Nach und nach erfährt man immer mehr, was Cato während ihrer Ehe alles erlebt und erlitten hat. In der Zeitebene rund um Aletta reist man zurück ins Jahr 1756 und erfährt währen des Lesens einiges über das Leben im Moor, wie Familien damals zusammen und auch gegeneinander arbeiteten, dass Frauen nichts weiter waren als das Eigentum des Mannes. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto mehr offebaren sich die verschiedenen und zum Teil auch erschreckenden Charaktereigenschaften der Protagonisten. Und immer wieder ziehen sich patriarchale Strukturen quer durch das gesamte Buch und zeigen dem bzw. der Lesenden auf, dass sich im Wandel der Zeit doch nicht so viel im Bezug auf Gewalt und narzistisches Verhalten von Männern gegenüber Frauen geändert hat. Es geht es um Liebe, Leben und verletzten Stolz. Ich bin stolz auf Aletta, die sich nicht alles gefallen lassen wollte... auf Cato, die mutig für sich eingestanden und gekämpft hat. Die dritte Zeitebene rund um Elias war für mich etwas schwächer, aber dennoch interessant um den Bogen zur Vergangenheit zu spannen und eine weitere Sichtweise zu verdeutlichen. Spätestens als ich die Haupt-Charaktere zuordnen konnte und die verschiedenen Verbindungen gesehen habe bin ich immer tiefer in die Geschichte eingetaucht und brauchte zwischendurch Pausen zum durchatmen. Dank der kleinen Cliffhanger zu den Kapitelenden habe ich gleichzeitig immer mehr den Sog gespürt, unbedingt weiterlesen zu wollen. Gerade aktuell ist dieses Buch ein mahnendes Beispiel zu Themen wie Patriarchat und Unterdrückung der Frau, Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, vererbter Frauenhass oder "verletzte" Männerehre und auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ich bin zum Teil erschrocken darüber, wie wenig sich in vielen Köpfen und Denkweisen im Verlauf der Zeiten verändert hat und man unbedingt immer wieder darauf hinweisen muss, dass noch ganz viel zu tun ist. Spiegelland von Rebekka Frank hat mich absolut mitgerissen und begeistert und dank bzw. trotz der nervenaufreibenden Ereignisse im Storyverlauf, der atmosphärischen Beschreibungen und der emotionalen Erlebnisse der Protagonistinnen ist dieses Buch ein JAHRESHIGHLIGHT für mich. Bereits mit Stromlinien konnte die Autorin mich begeistern und dank des eindringlichen Schreibstils hat sich Rebekka Frank erneut in mein Herz geschrieben. Dieses Buch war das März Buch vom #buchclubbaunatal und ich bin schon sehr traurig, dass ich zum Treffen nicht da war. LESELIEBE STROMLINIEN REBEKKA FRANK ZEITEBENEN ROMAN BUCHCLUB

Ach, ich mag Familiengeschichten, die in mehren Zeitsträngen spielen und gleichzeitig spannend und interessant sind. Diesmal im Teufelsmoor bei Bremen. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und freute mich auf Lesezeit - ein gutes Zeichen. Wenn ich meckern müsste, würde ich sagen das die Sprache im 18. Jahrhundert eine andere war, als heute, aber schließlich bin ich keine Historikerin und dem Lesespaß hat es keinen Abbruch getan. Gelungen fand ich die Darstellung/Einbindung der Rolle der Frau in den verschiedenen Zeitsträngen und wie wenig sich eigentlich bis heute verändert hat. Alles in allem ein leicht zu lesender Roman, der dennoch auch ernste Themen behandelt und unaufdringlich aufrüttelt. Leseempfehlung von mir.
Eine spannende, schicksalhafte Familiengeschichte auf drei Zeitebenen
Spiegelland ist ein Roman, der auf drei verschiedenen Zeitebenen spielt. Alle drei Handlungsstränge sind am selben Ort angesiedelt, in der Nähe von Worpswede im Moor. Besonders spannend fand ich die Geschichte aus dem Jahr 1756, in der die Menschen hart im Moor arbeiten mussten und ums Überleben kämpften. Zwischen den Orten Breddorf und Heudorf herrscht große Feindschaft. Armut, Überfälle, Kämpfe, Diebstahl, Neid und sogar Mord erschweren den Bewohnern das Leben. Im Zentrum der Machtkämpfe der Dörfer steht dabei Aletta. 1999 geht es um Catharina, die mit ihrer zwölfjährigen Tochter vor ihrem Mann in ein altes Haus im Moor flieht. Im Jahr 2025 steht Elias im Mittelpunkt, der, weil er großen Mist gebaut hat, von zu Hause wegläuft und sich zu seiner Oma Cato flüchtet. Der Autorin gelingt es gekonnt, Parallelen zwischen den Zeitebenen herzustellen. Der Schreibstil ist gut lesbar, und besonders die meist kurzen Kapitel haben mir sehr gefallen. Durch die immer wiederkehrenden Cliffhanger bleibt die Spannung konstant erhalten. Zudem gibt es einige Geheimnisse, die zum Miträtseln und Spekulieren einladen. Gleichzeitig wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich die Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen durch verschiedene Epochen zieht. Es ist ein atmosphärischer, emotionaler Roman mit bildhaften Beschreibungen, der zu keiner Zeit langweilig wird. Diese durchgehend spannende, vielschichtige und schicksalhafte Familiengeschichte hat mich sehr begeistert. Gerne empfehle ich diesen Roman weiter.

Rebekka Frank hat es wieder geschafft: ich habe vor Wut geflucht, ich habe vor Rührung geweint und möchte am liebsten mit jedem in meinem Umfeld über das Gelesene reden. Die Kombination dreier Zeitenenen und der Frage, was für eine Macht das Patriarchat seit Jahrhunden hat ist einzigartig auserzählt und hat mich zutiefst berührt. Die Atmosphäre und der Handlungsort machen diesen Roman perfekt für mich.
„Es kann nicht allein Aufgabe der Mütter sein, dass ihre Söhne nicht gewalttätig werden, das weißt du. Dann sind am Ende ja doch wieder die Frauen schuld, wenn es nicht klappt. Wie oft denn noch? Es ist größer. Es geht uns alle an. Es geht um die Geschichten, die wir uns erzählen, die Figuren, die wir erfinden, die Blickwinkel, die wir einnehmen, das große Ganze. Und dazu muss jeder einen Beitrag leisten.“ 🚺 Manchmal gibt es Bücher, die liest man – und dann gibt es Bücher, die erlebt man. „Spiegelland“ ist für mich ganz klar Letzteres. ✨📖 Ich bin völlig in dieser Geschichte versunken, habe alles um mich herum vergessen und Seite für Seite verschlungen. Die Atmosphäre ist so dicht, so eindringlich, dass ich das Gefühl hatte, selbst Teil dieser geheimnisvollen Welt zu sein. Jede Wendung hat mich noch tiefer hineingezogen, jedes Detail hat sich in mein Herz eingebrannt und das auf allen drei Zeitebenen gleichermaßen. Rebekka Frank erschafft hier etwas ganz Besonderes: eine Geschichte, die leise beginnt, aber eine unglaubliche Wucht entfaltet. Es ist poetisch, melancholisch und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ich habe mitgefühlt, mitgefiebert und konnte mich dem Sog dieser Erzählung einfach nicht entziehen. Das Spiel zwischen den Zeiten und die Verwebung von immer noch sehr aktuellen wichtigen Themen bis zurück ins 18. Jahrhundert beherrscht Rebekka Frank einfach perfekt. Und jetzt, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe? Bin ich noch lange nicht bereit, dieses Buch loszulassen. Es hallt nach, es bleibt – in Gedanken, im Gefühl, irgendwo tief drin. 💔✨ „Spiegelland“ ist für mich ein echtes Highlight und wird mich noch sehr, sehr lange begleiten. Absolute Leseempfehlung! 🤍

Monatshighlight!!!
Die Geschichte wird anhand von drei Erzählsträngen aufgebaut, die sich abwechseln, sodass jedes Kapitel in einer anderen Zeitebenen als das vorherige spielt. Dabei hat Rebekka Frank es geschafft, dass fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger geendet hat, anschließend ging es dann in einer anderen Zeitebene weiter, wodurch ich mich wirklich kaum stoppen kannte und der Spannungsbogen unfassbar hoch war! Ich bin total fasziniert von der Art und Weise wie das Buch aufgebaut ist, weil die drei Erzählstränge, die zunächst unabhängig voneinander verliefen so perfekt zu einem großen Komplex zusammengefügt wurden, bei welchem absolut alles stimmig war! Auch die handelnden Personen waren unfassbar greifbar und ihre Gedanken und Gefühle total nachvollziehbar und realistisch beschrieben. Ja, das Buch behandelt grässliche Themen, aber diese Themen gehören zur Realität und wurden in dieser Geschichte so toll aus- und aufgearbeitet, dass das Buch mich einerseits emotional berührt und aufgewühlt hat und andererseits einen Blickwinkel auf das Thema offenbart hat, den ich so bisher noch nicht kannte. Die drei Geschichten waren, jede für sich, ergreifend und erschreckend zugleich. Auch wenn das Buch insgesamt sehr düster ist und uns nur bedingt mit einem Happy-End zurücklässt, hat mich die Familiengeschichte und die Einbettung in das besondere Setting total berührt und kalt erwischt. Einzige Schwachstelle: durch das dicke Buch und die Hardcover-Version konnte ich eigentlich nur im Sitzen lesen, das hat mich in meinem „Leseerlebnis“ gestört. Trotzdem konnte ich total in der Geschichte versinken, daher gibt’s auch keinen Punkt-Abzug, denn die Gestaltung des Buches ist, wie auch schon bei Stromlinien, perfekt gelungen und wirklich ein absoluter Hingucker in jedem Regal 😍✨ ⭐️ F A Z I T Wow, wow, wow! Ich habe alles daran geliebt. Das Setting, die Erzählstruktur, die handelnden Personen. Es war wirklich ein rundum wunderbares mit einer leisen und eher düsteren Atmosphäre, dass die Augen öffnet und einem vorhält wie sehr die Vergangenheit nachwirkt. Ein Buch, das ich jederzeit empfehlen werde! Von mir gibt’s 5 ⭐️ - absolutes Highlight! Ich bin mir sicher, dass die Geschichte und die Protagonisten noch lange in mir nachhallen werden 🫶

Darum geht es: Elias weiß, dass er einen schweren Fehler begangen hat. Um Abstand zu gewinnen, verbringt er den Sommer bei seiner Großmutter Catharina in einem abgelegenen Haus im Moor. Dort merkt er bald, dass auch sie etwas verschweigt, ein Geheimnis, das vieles infrage stellt, was er bisher über seine Familie zu wissen glaubte. Fünfundzwanzig Jahre zuvor hatte Catharina selbst Zuflucht an diesem Ort gesucht. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter war sie vor ihrem Ehemann geflohen und versuchte, sich als freie Journalistin ein neues Leben aufzubauen. Bei ihren Recherchen stößt sie auf die Spur eines alten Verbrechens und einer Liebe, die die Zeit überdauert hat. Diese Entdeckung könnte alles verändern, ihre Zukunft, ihre Vergangenheit und das Leben ihrer Familie. Mein Leseeindruck: Ich liebe Romane, die auf mehreren Zeitebenen erzählt werden. Spiegelland geht sogar noch einen Schritt weiter und entfaltet seine Geschichte über drei verschiedene Zeiten. Für mich war das ein reiner Lesegenuss. Es hat etwas Besonderes, zwischen den Jahren und Jahrhunderten hin und her zu wechseln. Man folgt nicht nur einer Handlung, sondern mehreren Geschichten, die sich nach und nach berühren. Rebekka Frank gelingt es, die Jahre 2025 und 1995 ebenso lebendig einzufangen wie die ferne Welt des 18. Jahrhunderts. Besonders die historischen Passagen haben mich beeindruckt. Dort spielt die Moorlandschaft eine große Rolle. Auch das Leben rund um das Moor und die Arbeit im Moorgraben werden eindrücklich beschrieben. Die Autorin lässt einen die Zeit so lebendig spüren, dass man sich mühelos dorthin versetzt fühlt. Zwischen den persönlichen Schicksalen schwingt zudem ein ernstes Thema mit. Es geht um Beziehungen, in denen Macht, Angst und Schweigen eine Rolle spielen. Die Autorin deutet diese schwierigen Dynamiken behutsam an und verwebt sie sensibel mit der Handlung. Gerade dadurch gewinnt die Geschichte an Tiefe und Aktualität. Trotz seines Umfangs von über fünfhundert Seiten verliert der Roman nie an Spannung. Keine Seite wirkt überflüssig. Die verschiedenen Zeitebenen greifen immer stärker ineinander. Nach und nach entsteht ein großes, vielschichtiges Bild. Ich habe das Buch mit einem Lächeln zugeklappt und freue mich schon auf viele weitere Geschichten der Autorin. Für mich war es ein wahrer Lesegenuss. Fazit: 5/5⭐️ Atmosphärisch, spannend, vielschichtig, emotional, meisterhaft erzählt.

Wichtige Themen gut umgesetzt, wenn auch mit ein paar Längen
Nachdem "Stromlinien" letztes Jahr zu einem meiner Jahreshighlights wurde, zog natürlich auch "Spiegelland" von Rebekka Frank, erschienen im Fischer Verlag, bei mir ein. Durch den bildgewaltigen und einnehmenden Schreibstil zog mich die Autorin sofort in den Bann der Geschichte, die auf drei Zeitebenen erzählt wird: 1999, als Cato zusammen mit ihrer Tochter Kira ihrem gewalttätigen Ehemann entflieht; 2025, einem Sommer, in dem Elias, Catos Enkel, nach einem wirklich schlimmen Fehler zu seiner Großmutter flieht; und 1756, wo eine junge Frau versucht, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Am Anfang ist nicht offensichtlich, wie diese drei Erzählstränge zusammenpassen, aber nach und nach verbindet Rebekka Frank sie zu einem stimmigen Gesamtbild. Die Figuren sind tief und umfassend ausgearbeitet, und der Grundtenor des Buches behandelt ein wirklich wichtiges Thema. Dieses Buch ist sehr komplex und keine Lektüre für zwischendurch. Ich musste konzentriert lesen, und leider gab es hin und wieder auch Längen im Storytelling. Da hätte ich mir mehr Zug in der Geschichte gewünscht, denn an diesen Stellen trat die Handlung auf der Stelle. Trotzdem ist dies ein starker Familienroman, auch wenn ich die Sprache im Jahr 1756 als zu modern empfand. Das passte nicht zu dem Leben und den Protagonisten. Das Ende war mir ebenfalls zu rund und passte für mich nicht zu den wichtigen Themen, die der Roman beleuchtet. "Spiegelland" ist ein klassischer Familienroman, der das Patriarchat, häusliche Gewalt und die Rolle der Frau in verschiedenen Epochen beleuchtet. Genau deshalb hätte ich mir hier ein raueres und nicht so weichgespültes Ende gewünscht. Mit 3,5 von 5 Sternen habe ich die Lesezeit trotz dieser Kritikpunkte genossen, auch wenn dieser Roman nicht an "Stromlinien" heranreicht.

Eine tolle Geschichte über zwei Frauen über Jahrhunderte miteinander verbunden. Es hat riesen Spaß gemacht in die Tiefe des Moors einzutauchen und zu sehen wie alles ineinander läuft. Aber Vorsicht, das Buch ist stellenweise keine leichte Kost. Es geht um Gewalt in der Ehe, Suizid und die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin.
Bildungsauftrag erfüllt und mehr
Mich hat das Buch restlos überzeugt: - sprachlich hervorragend mit Kapitelübergängen die mich im siebten Himmel schweben ließen (ich kann's nicht anders sagen 😂), dazu bildlich und atmosphärisch - Überthema patriarchale Gewalt über die Generationen hinweg; Kontinuitäten werden auf den Punkt sichtbar (im Nachwort steht, dass die Autorin vom Sachbuch "gegen Frauenhass" inspiriert war, das ich auch schon gelesen habe und woran ich während dieses Romans auch ständig denken musste!) - eine Menge cooler + authentischer Charaktere - bisschen Bildung nebenbei finde ich extrem geil, über die Geschichte der Moore in Norddeutschland wusste ich vorher nämlich gar nichts - allgemein ist merklich Recherche eingeflossen, man hat das Gefühl wirklich klüger aus dem Buch rauszugehen - eine Sache fand ich ein bisschen unnötig grausam und hätte sie lieber nicht gelesen, hätte man auch in die CN einbinden können, aber ändert nichts am positiven Gesamtbild!
Wie auch bei den beiden Vorgängerbänden hat Rebekka Frank wieder einen spannenden Roman mit stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen auf mehreren Zeitebenen geschaffen, die sich nach und nach miteinander verknüpfen. In diesem Buch steht das Thema häusliche Gewalt und die Macht des Patriarchats im Fokus. Von Anfang an war ich von der Geschichte gefesselt. Die Personen waren authentisch und ihre Schicksale oft grausam. Trotz der oft düsteren Stimmung habe ich mit Cato im Jahr 1999 und Aletta im Jahr 1756 mitgefiebert und nie die Hoffnung verloren. Der Übergang zwischen den Zeitebenen ist in diesem Buch besonders gut gelungen! Ein kleiner Kritikpunkt war für mich die etwas sachbuchartige, belehrende Art im Jahr 2025, wobei ich den Umgang und die Thematik im Bezug auf junge Männer in der heutigen Zeit sehr wichtig finde. Alles in allem wieder ein tolles Buch der Autorin!

SPIEGELLAND Rebekka Frank ET: 25.02.26 1999: Nach dreizehn Jahren Ehe flieht Cato mitten in der Nacht vor ihrem gewalttätigen Mann Sven. Gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter Kia sucht sie Zuflucht im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, verborgen im Moor. Sven kennt diesen Ort nicht, weiß nichts von der Erbschaft, die Cato erst vor Kurzem angetreten hat. Lange schon wollte sie ihn verlassen, doch ohne eigenes Einkommen, ohne Rücklagen, schien es keinen Ausweg zu geben. Erst die Angst, einen weiteren Wutanfall nicht zu überleben, treibt sie zur Entscheidung. Im Moor kehrt zunächst Ruhe ein. Cato findet Arbeit als freie Journalistin, Mutter und Tochter kommen an, und sie stoßen auf ein Geheimnis, das tiefer reicht als gedacht. Doch die Sicherheit ist trügerisch – eines Nachts steht Sven vor der Tür. 2025: Elias hat alles verspielt. Er hat eine Fußballkollegin angegriffen und brutal zusammengeschlagen – aus gekränkter Eitelkeit, aus verletztem Stolz. Sie hatte gelacht, ihn verspottet, und seine Freunde haben zugesehen. Reue empfindet er nicht. Warum auch? In seiner Logik ist sie schuld. Nun ist er unterwegs zu seiner Großmutter Cato. Sie, so glaubt er, wird ihn verstehen. Seine Mutter Kira tat es nicht. 1756: Breddorf, ein altes Geestdorf, hat sich über Generationen Land im Moor gesichert und vom Torfabbau gelebt. Als die Regierung beschließt, Moorflächen im benachbarten Heudorf für nachgeborene Söhne freizugeben, fühlt sich Breddorf um sein angestammtes Recht betrogen. Der Konflikt eskaliert, als im Heudorfer Moor zwei Moorleichen gefunden und gewinnbringend verkauft werden. Aus Rivalität wird Hass, aus Streit ein erbitterter Kampf zwischen den Dörfern. Rebekka Frank verwebt in ihrem Roman drei Zeitebenen zu einem dichten Geflecht aus Geschichte und Fiktion. Im Zentrum stehen gewalttätige Männer, Machtstrukturen und die Mechanismen der Unterdrückung, die sich über Jahrhunderte fortschreiben. Der Roman lebt von seiner starken Atmosphäre: In allen Erzählsträngen entstehen eindringliche Bilder, die Landschaft wird greifbar, der feuchte Modergeruch des Moores scheint förmlich aus den Seiten zu steigen. An wenigen Stellen wirkt die Handlung vorhersehbar und leicht kitschig, doch die Spannung trägt zuverlässig bis zum Schluss. Fazit: Spannend, facettenreich und atmosphärisch vom Anfang bis zum Ende. 5/5

Rebekka Frank enttäuscht wieder nicht (enthält kleine Spoiler)
Nachdem Stromlinien zu meinen Lielingsbüchern gehört, konnte ich hier natürlich nicht nein sagen. Auch hier werden wir mitgenommen ins moorig-schaurige Norddeutschland und tauchen tief ein in einer Familiengeschichte, die sogar bis ins18. Jahrhundert zurückreicht. Es geht um patriarchische Machtstrukturen und das Alltagsleben damals und wie es sich in Teilen bis ins Jetzt auswirkt. Zu Beginn fand ich es schwer, bei Elias im Jetzt reinzukommen. Es war irgendwie klar, dass Elias was verbrochen hat und wir das erst im laufe der Geschichte erfahren. Aber so richtig Lust dranzubleiben hatte ich aufgrund der super kurzen Abschnitte mit ihm nicht. Ich muss auch sagen, dass seine Art zu denken und zu reden für einen 14-jährigen schon sehr sehr erwachsen und daher etwas unglaubwürdig war🙈 Bei Aletta in 1756 das gleiche. Die Kabbeleien mit ihrem Bruder und manche der Gespräche waren mir zu modern. Sonst waren ihre Kapitel aber, nachdem man mal die ganzen norddeutschen Begrifflichkeiten durchschaut hat, super informativ und interessant. Und zuletzt haben wir ja Cato, die Gewalt durch ihren Ehemann erfährt und sich nach langem Kampf von ihm befreit. Ihr Mut und ihre Entwicklung motivieren ungemein und sind sicher gerade für Frauen sehr rührend und emotional zu lesen. Was für eine starke Frau 🤌🏼 Alles in allem war mir das Ende aber ehrlich gesagt zu kitschig. Daher auch ein Stern Abzug. Aufgrund der Schwere des Themas und der vielen situationsbedingten Facetten fand ich die Lösung, dass alle Männer automatisch immer alles falsch machen, etwas pauschal. Das war gerade als Abschluss schade. Trotzdem eine große Leseempfehlung!
Wirklich großartig geschrieben. Atmosphärisch und spannend . Drei Erzählstränge ranken sich um ein Thema: Gewalt gegen Frauen. Fabelhaft miteinander in drei Zeitebenen erzählt. Mir persönlich hat die Geschichte um 1756 am besten gefallen - allerdings wäre sie natürlich ohne die anderen beiden nicht so gut gewesen!
„Spiegelland“ von Rebekka Frank ist nach „Stromlinien“ mein zweites Buch der Autorin und auch dieses konnte mich vollends überzeugen. Ich bin in die 3 Zeitebenen eingetaucht, haben mich allesamt gleich fesseln können. Die Geschichte wird in 3 Zeitebenen erzählt, zwischen jeden Ebenen entstehen Cliffhanger, so dass man quasi gezwungen ist weiterzulesen, auch wenn man eigentlich keine Zeit hätte. Elias (Jahr 2025) hat Mist gebaut und flüchtet zu seiner Großmutter ins Moor. Dort setzt er sich mit dem auseinander was er getan hat und erfährt einige Familiengeheimnisse. Cato, Elias Großmutter, ist ca. 25 Jahre zuvor ins Moor mit ihrer Tochter Kira geflohen, abgehauen von ihrem gewalttätigen Ehemann. 250 Jahre früher, flieht Aletta vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu ihrem Bruder ins Moor. Für mich mal wieder ein wunderschön geschriebenes Buch, mit tollen Naturbeschreibungen und sehr viel Spannung! Große Leseempfehlung. Buchdetails: erschienen am 25.02.2026 im Fischer Verlag • 560 Seiten • gelesen als Hardcover (24,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Ich bin tief beeindruckt von dem Talent der Autorin! Ich bin so mitgerissen worden, dass ich mir an manchen Stellen vor Augen führen musste, dass es nur eine Geschichte ist. Ich habe vorallem mit Cato mitgefiebert und wollte sie an machen Stellen am liebsten nur in den Arm nehmen. Der wunderschöne, auf den Punkt gebrachte Feminismus hat mich sprachlos gemacht!! Danke an Rebekka Frank❤️
Spannender Roman über mehrere Zeitebenen, regt zum Nachdenken und Mitfiebern an
Selten konnte ich einen Roman so schwer zur Seite legen. Durch die verschiedenen Zeitebenen erlebt man immer wieder einen Cliffhanger. Anfangs noch im langsamen Erzähltempo fügt sich am Ende alles zusammen und hinterlässt eine Botschaft, der man sich nur schwer entziehen kann und hoffentlich zum Nachdenken und gerne auch Umdenken anregt. Diesen Roman sollte sich jede Frau zu Gemüte führen und gerne auch die Männer und Söhne! Ich habe geweint, gelacht und die Charaktere lieben gelernt. Bitte lesen!
Eine Mischung aus Spannung, Familiengeheimnis und tiefem gesellschaftlichem Nachdenken ✨
Spiegelland von Rebekka Frank hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Drei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick kaum zusammenzupassen scheinen, verweben sich zu einem vielschichtigen, düsteren Kaleidoskop menschlicher Abgründe und Hoffnung. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin das Teufelsmoor nicht nur als Kulisse, sondern als lebendigen Charakter nutzt – jede Moornebel-Schwade, jeder Sonnentau wirkt spürbar, fast greifbar. Cato, Kira und Elias sind Figuren, die unter die Haut gehen. Catos Kampf um Unabhängigkeit und ihr mutiger Versuch, ihrem Enkel ein anderes Frauenbild zu vermitteln, hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Gleichzeitig zeigt Frank eindrücklich, wie Besitzansprüche und Gewalt sich über Jahrhunderte hinweg fortsetzen können, und dass Mut oft klein beginnt – in einer Entscheidung, einer Flucht, einem Schritt ins Ungewisse. Die historischen Passagen um Aletta und die rivalisierenden Dörfer geben dem Roman zusätzlich Tiefe. Die Härten des Lebens im Moor im 18. Jahrhundert werden ebenso spürbar wie die Bedrohung durch patriarchale Gewalt in jüngerer Zeit. Es ist spannend, beklemmend, manchmal schockierend – und dabei nie sensationsheischend. Was mich besonders fasziniert hat: die Mischung aus realistischen historischen Details, familiären Geheimnissen und der langsamen, aber kraftvollen Entwicklung der Figuren. Die Cliffhanger am Ende jedes Kapitels haben mich buchstäblich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Kurz: „Spiegelland“ ist fesselnd, beklemmend und wunderschön erzählt. Eine Mischung aus Spannung, Familiengeheimnis und tiefem gesellschaftlichem Nachdenken – genau die Art von Buch, die man schwer aus der Hand legen kann.

3 Zeitebenen, 1 (gewaltiger) roter Faden
Wenn Rebekka Frank etwas kann, dann komplexe Familiengeschichten auf verschiedenen Zeitebenen erzählen und vor allem miteinander verknüpfen. Und auch bei “Spiegelland” wird man direkt in die Geschichte reingeworfen: mit Charakteren, die auf 3 Zeitsträngen alle eine Verbindung zum Teufelsmoor bei Bremen haben. Und nicht nur das – es gibt auch einen thematischen roten Faden, der sich durch alle Ebenen zieht und Auswirkungen hat. Auch, wenn sich nicht jede Zeitebene sofort erschließt, am Ende ergibt alles einen Sinn. Und somit auch wieder eine Geschichte, in die man wunderbar eintauchen kann. Für mich kommt “Spiegelland” aber trotzdem nicht an “Stromlinien” heran.

Schauermärchen im Moor
Zwei Frauen, ein Teenager, drei Zeitebenen, davon erzählt Rebekka Frank in ihrem neuen Roman „Spiegelland“. 1756, 1999 und 2025 stehen hier die Frauen (direkt oder indirekt) im Mittelpunkt, deren Leben besonders von zwei Dingen geprägt ist: von Gewalt durch Männer und dem Moor, das Zufluchtsort und Grauen in sich vereint. Ich stehe dem Buch sehr ambivalent gegenüber. Zuallererst ist das Thema Gewalt gegen Frauen unheimlich wichtig und kann nicht genug thematisiert werden. Außerdem ist das Buch (bis auf ein paar Längen) spannend und atmosphärisch. Das Setting im „Moor“ gibt es zwar schon in einigen Büchern, mich fesselt es aber immer wieder. Das Buch liest sich trotz des schweren Themas also leicht und schnell. Mit der Umsetzung hatte ich jedoch ein paar Probleme: - Der Erzählstrang im Jahr 2025 um den Teenager Elias war für mich unheimlich schwach. Unterm Strich hatte er keine Funktion, außer dem Leser das Patriarchat und das Buch zu erklären, die Ausführung der Figur klang zum Teil wie ein Vortrag. Die Autorin sollte doch lieber die Geschichte sprechen lassen und dem Leser das selbstständige Denken zutrauen. Hier wurde viel Potenzial für eine echte Auseinandersetzung mit Männlichkeit in der Gegenwart und zwischen Mutter und Sohn verschenkt. - Der Erzählstrang im Jahr 1999 war mir etwas zu märchenhaft (natürlich wohnt zufällig ein Polizist nebenan…), vieles hat sich doch relativ leicht aufgelöst. Trotz des schweren Themas blieb vieles nur an der Oberfläche. - Sprache und Konstruktion waren für mich manchmal zu plump, z.B. bei der Verbindung oder sprachlichen Gestaltung der Zeitebenen. Verloren hatte mich das Buch bei den gefundenen Tagebüchern, die absolut unauthentisch klangen. Da ich schon mit dem Ende von „Stromlinien“ so meine Probleme hatte, ist es vielleicht nicht meine Autorin, obwohl ich die spannungsreiche Atmosphäre ihrer Bücher schätze.

Drei Geschichten werden zu einer
Spiegelland“ von Rebekka Frank verbindet drei Zeitebenen – 1756, 1999 und 2025 – zu einer vielschichtigen, atmosphärischen Geschichte. 1999 findet Cato den Mut, ihren gewalttätigen Ehemann zu verlassen. Mit ihrer Tochter Kira flieht sie ins Teufelsmoor in das Haus ihrer Großmutter., welches sie gerade erst geerbt hat. Dort entdecken sie einen alten gewebten Wandteppich – geheimnisvoll und voller Geschichte. Stück für Stück versuchen sie, sein Rätsel zu entschlüsseln. 2025 sucht Elias nach einem Eklat beim Fußballtraining Zuflucht bei seiner Oma Cato. Seine Gedanken und Gefühle erleben wir direkt aus seiner Perspektive – verletzlich, suchend, ehrlich; ein Teenager, der seinen Platz im Leben noch sucht. In langen Gesprächen erzählt Oma Cato ihm von ihrer Flucht und dem Wandteppich und bringt so langsam alle drei Zeitstränge zusammen. Am meisten berührt hat mich jedoch der Handlungsstrang 1756: Aletta verlässt ihren Verlobten, um sich ein eigenes Leben aufzubauen – ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der Frauen kaum Selbstbestimmung hatten. Als Tante unterstützt sie ihren Bruder Carsta und dessen Frau Becke dabei, sich als Moorbauern eine Existenz zu errichten. In dieser rauen, lebensfeindlichen Landschaft begegnet sie dem Nachbarn Krischan und findet zwei Moorleichen – und genau hier entfaltet sich eine besonders intensive, atmosphärisch dichte Geschichte. Erzählt wird in kurzen Kapiteln mit häufigen Zeitenwechseln, was bei mir anfangs etwas Geduld gebraucht hat. Gewalttätige Männer ziehen sich durch alle Zeitebenen. Richtig interessant fand ich die Hintergrundinformationen zur Besiedelung der Moore. Ich wohne selbst im Moor und habe mich schon oft gefragt , wie die Menschen früher auf die Idee gekommen sind, ausgerechnet hier zu leben. „Spiegelland“ ist ein Roman über Generationen, über Mut, Herkunft und die Spuren, die Vergangenheit in der Gegenwart hinterlässt. Ein eindrucksvolles Lesevergnügen!
Ein starkes Setting, eine bedrohte Frau, ein Ende, das sitzt.
Ich gebe dem Roman 4,5 von 5 Sternen. Rebecca Frank schreibt klar, lebendig und mit einem Stil, der sofort hineinzieht. Die verschiedenen Handlungsstränge besitzen jeweils ihre eigene Dynamik. Keiner wirkt wie ein bloßer Lückenfüller. Man merkt, dass hier sauber konstruiert wurde. Die Perspektivwechsel erhöhen die Spannung, ohne zu verwirren. Das ist handwerklich stark. Besonders gelungen finde ich die Einbindung der Moorlandschaft. Sie wirkt nicht wie dekoratives Beiwerk, sondern wie ein natürlicher Bestandteil der Handlung. Das Moor steht für Bedrohung, für Vergessen, für Verschlucktes. Und genau das spiegelt die Geschichte wider. Trotzdem wird es nie überstrapaziert. Die Atmosphäre entsteht organisch aus dem Geschehen. Cato ist eine Figur, mit der man sofort mitgeht. Ihre Gefährdung ist greifbar. Man spürt ihre Angst, ihre Entschlossenheit, ihre Verletzlichkeit. Die Bedrohung wirkt real, nicht konstruiert. Gerade in den Szenen, in denen sie isoliert ist, entsteht ein Sog. Ich habe mitgefiebert und wollte wissen, wie sie da wieder herauskommt. Zum Ende hin gibt es eine kräftige Überraschung. Die Wendung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern vorbereitet. Im Rückblick ergibt vieles Sinn. Genau so muss ein Twist funktionieren. Thematisch wird deutlich Stellung bezogen. Die Kritik an patriarchalen Machtstrukturen ist klar erkennbar und grundsätzlich nachvollziehbar entwickelt. An manchen Stellen wird das Motiv jedoch sehr deutlich betont. Da hatte ich kurz das Gefühl, hier soll wirklich jeder verstehen, worum es geht. Etwas mehr Zurückhaltung hätte der Geschichte gutgetan. Die Botschaft trägt sich eigentlich selbst. Weniger überzeugt hat mich die kursiv gesetzte Nebenhandlung. Sie wirkte für mich wie ein zusätzlicher Erklärstrang, der dem Roman keinen echten Mehrwert bringt. Statt Spannung zu erhöhen, hat sie den Lesefluss eher gebremst. Ohne sie wäre das Buch für mich noch runder gewesen. Und das Cover? Erstklassig. Es greift zentrale Motive der Geschichte auf und setzt sie visuell stark um. Man sieht sofort, dass hier Inhalt und Gestaltung zusammen gedacht wurden. Unterm Strich ist Spiegelland ein klug konstruierter Roman mit starker Atmosphäre, glaubwürdigen Figuren und einem packenden Spannungsbogen. Kleine Abzüge gibt es für die etwas zu deutliche Botschaft und die entbehrliche Nebenhandlung. Aber das Gesamtbild überzeugt. Und zwar deutlich.

Ich glaub ich hab ein neues Lieblingsbuch
Mich hat schon Stromlinien komplett begeistert und bin dem ebook Sale super dankbar, dass ich dadurch auf die Autorin aufmerksam wurde. Ich glaube, Spiegelland finde ich sogar noch besser und bin wirklich noch etwas sprachlos. Mich hat die Geschichte so gefesselt und ich bin noch gar nicht bereit, Cato, Kira, und alle anderen gehen zu lassen.
Erstaunlich wie gesellschaftliche Strukturen die Zeiten überdauern.
Die Geschichte um Cato, Elias und Aletta wird auf drei Zeitebenen in diesem Buch erzählt. Cato eine junge Frau die Ende 1999 ihrem gewalttätigen Ehemann entflieht und versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Hier erfährt man wie schwer es sein kann sich etwas Neues aufzubauen, wenn einem von den äußeren Umständen Steine in den Weg gelegt werden. Elias rastet bei einem Fußballtraining aus und wird einer Mitspielerin gegenüber gewalttätig und flüchtet zu seiner Oma um mit sich selbst klarzukommen. Aletta kämpft in 1756 um das blanke Überleben in einem feindseligen Moor, das zu der Zeit wohnbar gemacht wird. Letztendlich versucht das Buch auf alte Strukturen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen und wie diese das Handeln zu unterschiedlichen Zeiten beeinflusst. Das Buch ist gut geschrieben und die Zeitebenen haben jede ihre eigene, aber jedoch irgendwie miteinander verwobene Geschichte. Man hat das Gefühl, dass es genauso passiert sein könnte und fiebert mit den Beteiligten mit.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Wie tief musst du graben, um die Wahrheit zu finden?
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt ...
Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist wirklich sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.
Berührende Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Book Information
Author Description
Rebekka Frank wurde 1988 in Kassel geboren und wuchs auf dem Land auf, zwischen weiten Wiesen und Wäldern. Obwohl sie für ihr Studium in die Großstadt ging und dort nicht nur Theaterwissenschaft und Germanistik, sondern auch Menschen studierte, ließ die Natur sie niemals los. Bis heute ist sie ihr Inspiration und Rückzugsort, wenn sie mit ihrem Hund durch Küsten-, Marsch- oder Flusslandschaften streift. In ihren Romanen sucht sie stets nach der Verbindung zwischen der Kraft der Natur und unserem Leben. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen die kleinen und vor allem die großen Geheimnisse, die wir alle in uns tragen, die uns voneinander fernhalten oder uns auch zusammenbringen können. Heute lebt sie mit ihrer Familie wieder in Nordhessen. Ihr Generationenroman »Stromlinien« wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 in der Sparte »Jugendbuch« nominiert. Auf Instagram ist sie unter @rebekka.mit.k zu finden.
Posts
Da mir Stromlinien sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf den neuen Roman von Rebekka Frank gefreut und wurde nicht enttäuscht. Spiegelland spielt auf drei Zeitebenen, im Mittelpunkt steht Aletta im Moorland im 18. Jahrhundert, ihre Urururenkelin Cato im Jahr 1999 und der 14jährige Elias im Jahr 2025. Der Erzählstrang im 18. Jahrhundert hätte etwas straffer sein können, am meisten hat mich Catos Geschichte gefesselt. Ihr Ehemann ist gewalttätig, er misshandelt sie psychisch und körperlich. Als sie das Haus ihrer Großmutter in Teufelsmoor erbt, beschließt sie eines Nachts, dort mit ihrer Tochter Zuflucht zu suchen. Sie findet einen Job als Reporterin bei der Lokalzeitung, doch ihr Mann ist ihr stets auf den Fersen. Elias ist Catos Enkel, er besucht seine Oma, nachdem bei ihm auf dem Sportplatz alle Sicherungen durchgebrannt sind. Er hat Angst, dass er die gewalttätige Veranlagung seines Großvaters geerbt hatte. Bei Cato findet er Zuflucht und Hilfe. Ich habe das Buch gelesen und gehört, leider enthält das Hörbuch nicht das Nachwort, das Informationen zur Recherche liefert und viele Hintergrundinformationen, unter anderem zum Rechtssystem Ende des 20. Jahrhunderts, als lächerlich geringe Strafen an gewalttätige Ehemänner verhängt wurden. Sowohl das Buch als auch das Hörbuch kann ich sehr empfehlen, sehr gerne vergebe ich fünf Sterne.
3 Zeitstränge, ein Thema das sich durch die Jahrhunderte zieht
Ein ergreifendes Buch über Frauen, die sich gegen Männer wehren. Die sich ihr Leben erkämpfen bzw. zurück erkämpfen. Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite abgeholt und tief berührt. Auch wenn ich den dritten Zeitstrang im Vergleich zu den anderen beiden doch ehr schwach fand. Ein Buch das ich ohne Frage jedem weiter empfehlen würde, der gerne Geschichten über starke Frauen lesen möchte
Sehr gelungen - Lieblingsbuchpotential Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe Bremen und des Künstlerstädtchen Worpswede, welches ebenfalls eine Rolle spielen wird in dem Buch. In der Gegenwart von 2025 wächst Elias auf und nachdem er einen großen Fehler gemacht hat, flieht er zu seiner Oma Catherina (Cato), die ein Haus in Teufelsmoor besitzt. In dieses Haus ist ihre Oma viele Jahre zuvor selbst geflohen zusammen mit Elias‘s Mutter Kira. Sie wollte das Zusammenleben mit einem gewalttätigen Ehemann nicht länger ertragen, und da bot ihr das Haus, dass sie überraschenderweise geerbt hatte eine Zuflucht und war der Start für einen Neuanfang. Ein weiterer Erzählstrang führt weit zurück in die Vergangenheit zum Beginn der Besiedlungsgeschichte des Moors 1976. Hier lebt Aletta, die als Frau außer Heirat oder das Leben als Tante auf dem Hof ihres Bruders keine Möglichkeiten hatte zu überleben. Auch sie erlebte Gewalt als sie sich nämlich gegen die Heirat mit einem einflußreichen Bauern entschied. Eindrücklich erzählt Rebecca Frank über die Folgen des Patriarchiats auf nachfolgende Generationen. Ich liebe Mehrgenerationen-Romane und kann nur staunen, wie einfühlsam und kunstvoll die Autorin die verschiedenen Geschichten hier miteinander verwebt. Mir hat das Buch große Freude gemacht. Ich hatte es als Hörbuch vorliegen und mochte auch die Vertonung durch Verena Wolfen, Jana Kozewa und Marian Funk sehr.
Ein herausragendes Buch! Zuerst ein Mal ist der Schreibstil der Autorin super. Die Wortwahl, die Kapitelaufteilung und Länge ist top. Es ist emotional und spannend geschrieben. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und aus drei unterschiedlichen Zeiten. Am Anfang war es für mich verwirrend, aber sobald ich da den Durchblick hatte, fand ich’s prima. Die Art des Umgangs mit der WICHTIGEN Thematik ist großartig. Es wird nicht nur „angekratzt“, sondern wirklich detailliert auseinandergenommen! Sachen werden kritisiert, beim Namen genannt, mögliche Auswirkungen und Ergebnisse aufgezeigt und vor allem werden auch Wege vermittelt, die das Ganze besser machen können. Ich bin begeistert!
Letztes Jahr hat Rebekka Frank mich mit "Stromlinien" umgehauen. Es war mein erster Roman nach sehr vielen Jahren, und ich habe ihn GELIEBT! Sie hat einen so anschaulichen Schreibstil und verwebt gekonnt einzelne Handlungsstränge. Deswegen habe ich auch dem Erscheinungstermin von "Spiegelland" entgegengefiebert. Spiegelland handelt von Elias, der 2025 nach einer schlimmen Aktion zu seiner Oma Catharina ins Moor flieht. Quasi "zeitgleich" gibt es Zeitsprünge ins Jahr 1999 wo Catharina mit ihrer Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und in ein Haus im Moor unterkommt. Dort versucht sie sich vor ihm zu verstecken und ein neues Leben aufzubauen. Doch im Haus stößt sie auf einen alten Teppich, der wie eine Schatzkarte zu lesen ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter versucht sie herauszufinden, was die Zeichen zu bedeuten haben. In einem weiteren Erzählstrang aus der Zeit um 1756 lernen wir dann weitere Personen kennen, die auch was damit zutun haben. Mir haben die Zeitsprünge in die unterschiedlichen Jahre sehr gefallen. Der Autorin sind die Übergänge der Kapitel unheimlich gut gelungen, denn obwohl viele Jahre zwischen den Handlungssträngen liegen, knüpfen sie beinahe nahtlos aneinander an. Befinden sich Catharina und Kira gerade im Moor und schauen auf ein Grab, so steht Elias 2025 mit der älteren Catharina an genau der gleichen Stelle. Das Thema Gewalt gegen Frauen war in diesem Werk sehr präsent, und zeigt wie es sich durch eine Familie ziehen kann. Der Strang um 1756 war für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig, sodass ich manches mal mit den Gedanken abgedriftet bin. Wenn es nur zwei Zeitebenen gegeben hätte, wäre es in meinen Augen einfach perfekt gewesen. Trotzdem war das Hintergrund Wissen natürlich sehr nützlich für die Geschichte. Insgesamt ein starkes Buch, mit tollen Charakteren, einem sehr anschaulichen und plastischen Schreibstil sowie einem wichtigen Thema.

Was für ein schönes Buch. Im Rahmen eines Buddyreads, auf Empfehlung entdeckt. Sicher nicht mein letztes Buch von Rebekka Frank. Mitreißend erzählt wird die Geschichte auf 3 Zeitebenen von 1756 bis zur Gegenwart. Die Geschichte spielt im Teufelsmoor und ist eine Geschichte von starken Frauen die mit verschiedenen Widrigkeiten ihrer Zeit zurecht kommen müssen.
Spannend, atmosphärisch und berührend!
„Spiegelland“ von Rebekka Frank ist ein vielschichtiger Familienroman, der auf drei Zeitebenen spielt. Wir lernen Elias kennen, der nach einem schlimmen Vorfall von zu Hause abhaut und Zuflucht bei seiner Oma sucht. Diese weiht ihren Enkel in die Familiengeschichte ein, insbesondere in die Ereignisse um das Jahr 1999 als sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen musste und sich in einem Haus im Moor niederließ. Die dritte Zeitebene gibt der Geschichte den historischen Kontext und spielt im Jahr 1756, genau in der gleichen Moor-Gegend. All die Geschichten werden fein und stimmig miteinander verwoben, wie die Fäden des alten, geheimnisvollen Webteppichs, der im Buch eine zentrale Rolle einnimmt und dessen Symbolik wir mit der Zeit entschlüsseln dürfen. Die Handlungsstränge gehen glatt ineinander über, teilweise überlagern sie sich sogar, sodass man das Gefühl bekommt, dass sich bestimmte Ereignisse wiederholen. Dem Leser wird auf diese Weise vor die Augen geführt, dass die Themen wie Gewalt, Männlichkeitsbilder und Unterdrückung von Frauen seit ehe und je existieren. Nur die Protagonisten und die Kulisse ändern sich. Das Besondere an dem Buch von Rebekka Frank ist, dass die Frauenschicksale so nah und emotional gezeichnet werden, dass man als Leser innerlich aufschreien muss und sich fragt: „Wieso immer noch?“ und „Wie lange noch?“ Mit der Figur von Elias sucht die Autorin nach einer Lösung, wie die Umkehr vom jahrhundertlangen Patriarchat bis hin zur bewusster Sozialisierung gelingen könnte. Der Roman ist keine leichte Kost. Die angegebenen Trigger-Warnungen sind unbedingt nötig. Dennoch hatte diese Geschichte eine unglaubliche Sogwirkung, natürlich wegen der spannenden Story, aber auch wegen der sehr gut eingebauten Cliffhanger und der kurzen Kapitel, die zum Weiterlesen einladen. Ein wenig wie bei einer Serie, wo man denkt „Ach, auf die 20-30 Minuten kommt es ja nicht an.“ Ich habe das Buch so gern gelesen, dass mir jetzt nichts übrigbleibt, als die Lektüre von „Stromlinien“ nachzuholen, um noch einmal in eine Geschichte von Rebekka Frank eintauchen zu können.
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension 📚 Rezensionsexemplar / Roman #RebekkaFrank #Fischerverlag #Spiegelland #Teufelsmoor #Patriarchat #Jahreshighlight ❓️Warum wollte ich das Buch lesen? Mit Stromlinien hat mich Rebekka Frank damals vollkommen überwältigt. Es war mein erstes Buch der Autorin, landete 2025 auf meiner Jahreshighlightsliste und wurde mit meinem persönlichen Prädikat „Lieblingsbuch“ ausgezeichnet. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Spiegelland, das ohnehin schon lange auf meiner Wunschliste stand. Als ich gefragt wurde, ob ich es lesen möchte, dachte ich, wenn es auch nur ansatzweise so gut wird wie Stromlinien, bin ich glücklich. Was ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht ahnte, wie sehr mich diese Geschichte begeistern und gleichzeitig erschüttern und nachhaltig beschäftigten wird . 🧠 Meine Meinung: Ich bin wieder einmal vollkommen beeindruckt vom Schreibstil von Rebekka Frank. Schon bei Stromlinien hat mich ihre Sprache gefesselt, aber hier hatte ich das Gefühl, noch tiefer einzutauchen. Atmosphärisch dicht, bildgewaltig und gleichzeitig so feinfühlig erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die verschiedenen Zeitebenen, von 2025, 1995 und das 18. Jahrhundert, sind klug miteinander verwoben. Jeder Perspektivwechsel bringt neue Fragen mit sich: Was genau hat Elias getan? Warum hat Cato das Haus im Moor geerbt? Welche Botschaft verbirgt sich im gewebten Wandteppich? Und vor allem, was geschah 1756, das bis heute Spuren hinterlässt? Obwohl das Buch über 500 Seiten umfasst, gab es für mich keinen einzigen Moment der Langeweile. Im Gegenteil, der Spannungsbogen zieht sich stetig an, bis sich die Ereignisse in der Vergangenheit dramatisch zuspitzen. Besonders die Kapitel im Jahr 1756 haben mich irgendwann regelrecht atemlos zurückgelassen. Ich wollte unbedingt weiterlesen und hatte gleichzeitig Angst vor dem, was kommen könnte. Die historischen Passagen zeigen schonungslos, wie hart das Leben im Moor war, geprägt von Witterung, harter körperlicher Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen. Das Patriarchat ist nicht nur ein Hintergrundrauschen, sondern ein zentrales Thema, damals wie heute. Die Zeitreise offenbart Entwicklungen, aber auch Beständigkeit. Und genau das macht die Geschichte so wichtig. Wir befinden uns immer noch in einem Lernprozess und Bücher wie dieses halten uns den Spiegel vor. Meine persönliche Heldin ist Cato. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit, ihr Mut, sie hat mich tief berührt. Und ich ertappte mich bei dem Gedanken, wie schön es gewesen wäre, hätten Cato und Aletta sich begegnen können. Jede Figur ist so lebendig gezeichnet, dass sie weit über die Seiten hinaus nachwirkt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen ist so klug gesetzt, dass ich mich in jeder einzelnen zuhause fühlte. Es gab keine „Lieblingszeit“, es fühlte sich an, als würde ich einem roten Faden folgen, einer langen, emotionalen Zeitreise, bei der alles unaufhaltsam auf einen gemeinsamen Ursprung zuläuft. Auch das Nachwort hat mich noch einmal tief berührt. Die spürbare, intensive Recherche verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und Authentizität. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Herzblut in diesem Roman steckt. Ob es daran liegt, dass ich diese Geschichte gerade erst beendet habe, ich weiß es nicht, aber ich würde behaupten, Spiegelland war noch intensiver als Stromlinien. Nicht besser, nicht spannender, einfach intensiver. ✅️ Fazit: Ein atmosphärischer, klug konstruierter und emotional tiefgehender Roman über Schuld, Herkunft, weibliche Stärke und die langen Schatten der Vergangenheit. Für mich erneut ein Jahreshighlight und wieder mit meinem höchsten Prädikat ausgezeichnet: Lieblingsbuch! Wer Geschichten liebt, die unter die Haut gehen und noch lange nachhallen, sollte unbedingt ins Moor reisen und tief graben. 🔎 Worum geht’s? Elias flieht nach einem schweren Fehler zu seiner Großmutter ins Moor – doch auch sie hütet ein Geheimnis. Während sie Jahre zuvor dort einen Neuanfang wagte, reichen die Wurzeln der Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurück. Was 1756 geschah, wirft bis heute lange Schatten und verbindet die Schicksale über Generationen hinweg.

Highlight ❤️
In diesem Buch wird über 3 Zeitebenen (2025, 1999 und 1756) eine über Generationen hinweg zusammenhängende und so tiefgründige Geschichte erzählt, die mich von der ersten bis zur letzten Seite so gefesselt und tief bewegt hat 😍📖🙏 ~ Jede Zeitebene hatte seine ganz eigene Atmosphäre und Intensität. Die Autorin gibt diesen Zeitebenen so viel Handlungsstoff und ergreifende Geschehnisse und Entwicklungen, die anhand ihrer starken und liebenswerten Buchfiguren eine so fesselnde und beeindruckende Bildhaftigkeit erfahren. Der permanente Wechsel der Zeitstränge fügt sich so schön zu einem spannenden und gleichzeitig ergreifenden Gesamtbild. Das zentrale Thema Patriarchat in dieser Geschichte spielte eine große Rolle. Viele Geschehnisse haben mich erschüttert und wütend gemacht. Alette wie auch Cato haben als so starke Frauen meinen Respekt und meine Bewunderung verdient. Mich hat es zutiefst berührt, wie sie ihr Schicksal gemeistert haben 🥹❤️ ~ Rebekka Frank hat mich wieder einmal mit ihrer Schreibweise, mit dieser schicksalhaften Familiengeschichte, mit ihren Buchfiguren und allem „drum und dran“ begeistern können. Auch diese Geschichte wird mir in Erinnerung bleiben und noch lange nachklingen ❤️ Absolutes Highlight ❤️🙏📖🥇
Für mich steht fest: Rebekka Frank ist noch immer viel zu underrated. Nach Stromlinien (das ich bereits geliebt habe) geht sie hier noch einen Schritt weiter. Tiefer. Radikaler. Zärtlicher. Frank erzählt diese Geschichte nicht reißerisch, sondern atmosphärisch dicht. Und darunter: die tektonischen Platten jahrtausendealter Gewaltverhältnisse. Femizide. Häusliche Gewalt. Das Schweigen der Dörfer. Die Weitergabe von Angst über Generationen hinweg. Was mich so beeindruckt: Dieser Roman ist wütend – aber nie platt. Er ist traurig – aber nie hoffnungslos. „Spiegelland“ verhandelt Gewalt gegen Frauen als strukturelles Problem, ohne in einfache Feindbilder zu verfallen. Männer sind hier nicht per se die Gegner. Sie können Verbündete sein. Gegen andere Männer. Gegen Schweigen. Gegen Gewalt. Und genau darin erkenne ich einen Feminismus wieder, der mir selbst wichtig ist: einen, der Machtverhältnisse analysiert, ohne Menschen essentialistisch festzuschreiben. Der Verantwortung benennt, ohne Solidarität auszuschließen. Frank zeigt, dass patriarchale Gewalt kein individuelles „Ausrutschen“ ist, sondern Teil eines Systems – eines Systems, das sich über Generationen hält, wenn es nicht durchbrochen wird. Catharinas Flucht ist deshalb mehr als eine private Entscheidung. Sie ist ein Akt der Selbstermächtigung. Ein Bruch mit einem Erbe. Das Moor wird zur zentralen Metapher: Es konserviert. Es verschluckt. Es gibt frei. Wer im Moor gräbt, findet nicht nur Knochen, sondern Geschichten. Und ich musste beim Lesen immer wieder daran denken, wie besonders diese Landschaft ist. Ein kleiner, persönlicher Funfact: Breddorf ist einer der Handlungsorte und die Großtante meines Partners lebt dort. Ich war einmal zwischen diesen Wiesen unterwegs, habe die Weite gespürt, diese eigentümliche Stille. Schon damals lag etwas Unheimliches und zugleich Tröstliches in der Luft. Frank fängt genau das ein. Dieses Gefühl, dass Landschaft Erinnerung speichert. Wie erzählen wir Gewalt, ohne sie zu reproduzieren? Frank gelingt hier etwas Entscheidendes: Sie schreibt solidarisch. Die Perspektive gehört den Betroffenen. Ihre Würde bleibt unangetastet. Ihre Wut ist legitim. Ihre Hoffnung ist real. Mich hat dieses Buch gleichzeitig umarmt und aufgerüttelt. Es hat mich traurig gemacht und wütend. Und genau diese Ambivalenz macht große Literatur aus. Für mich ist „Spiegelland“ eines der stärksten Bücher der letzten Zeit. Danke, Rebekka!
Ein toller Roman, dessen Thematik Jahrhunderte und Generationen überdauert und direkt ins Herz trifft.
Dies ist eine Geschichte - nein, eigentlich sind es drei Geschichten, die verwoben sind wie ein Wandteppich, der lang verborgene Familiengeheimnisse offenbart. Die Geschichte von Cato und ihrer Tochter Kira hat mich gefesselt und mitgerissen... ich habe den Regen in der Nacht der Flucht beim Lesen gespürt und konnte mir die Landschaft rund um das Teufelsmoor sehr gut vorstellen. Nach und nach erfährt man immer mehr, was Cato während ihrer Ehe alles erlebt und erlitten hat. In der Zeitebene rund um Aletta reist man zurück ins Jahr 1756 und erfährt währen des Lesens einiges über das Leben im Moor, wie Familien damals zusammen und auch gegeneinander arbeiteten, dass Frauen nichts weiter waren als das Eigentum des Mannes. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto mehr offebaren sich die verschiedenen und zum Teil auch erschreckenden Charaktereigenschaften der Protagonisten. Und immer wieder ziehen sich patriarchale Strukturen quer durch das gesamte Buch und zeigen dem bzw. der Lesenden auf, dass sich im Wandel der Zeit doch nicht so viel im Bezug auf Gewalt und narzistisches Verhalten von Männern gegenüber Frauen geändert hat. Es geht es um Liebe, Leben und verletzten Stolz. Ich bin stolz auf Aletta, die sich nicht alles gefallen lassen wollte... auf Cato, die mutig für sich eingestanden und gekämpft hat. Die dritte Zeitebene rund um Elias war für mich etwas schwächer, aber dennoch interessant um den Bogen zur Vergangenheit zu spannen und eine weitere Sichtweise zu verdeutlichen. Spätestens als ich die Haupt-Charaktere zuordnen konnte und die verschiedenen Verbindungen gesehen habe bin ich immer tiefer in die Geschichte eingetaucht und brauchte zwischendurch Pausen zum durchatmen. Dank der kleinen Cliffhanger zu den Kapitelenden habe ich gleichzeitig immer mehr den Sog gespürt, unbedingt weiterlesen zu wollen. Gerade aktuell ist dieses Buch ein mahnendes Beispiel zu Themen wie Patriarchat und Unterdrückung der Frau, Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, vererbter Frauenhass oder "verletzte" Männerehre und auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ich bin zum Teil erschrocken darüber, wie wenig sich in vielen Köpfen und Denkweisen im Verlauf der Zeiten verändert hat und man unbedingt immer wieder darauf hinweisen muss, dass noch ganz viel zu tun ist. Spiegelland von Rebekka Frank hat mich absolut mitgerissen und begeistert und dank bzw. trotz der nervenaufreibenden Ereignisse im Storyverlauf, der atmosphärischen Beschreibungen und der emotionalen Erlebnisse der Protagonistinnen ist dieses Buch ein JAHRESHIGHLIGHT für mich. Bereits mit Stromlinien konnte die Autorin mich begeistern und dank des eindringlichen Schreibstils hat sich Rebekka Frank erneut in mein Herz geschrieben. Dieses Buch war das März Buch vom #buchclubbaunatal und ich bin schon sehr traurig, dass ich zum Treffen nicht da war. LESELIEBE STROMLINIEN REBEKKA FRANK ZEITEBENEN ROMAN BUCHCLUB

Ach, ich mag Familiengeschichten, die in mehren Zeitsträngen spielen und gleichzeitig spannend und interessant sind. Diesmal im Teufelsmoor bei Bremen. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und freute mich auf Lesezeit - ein gutes Zeichen. Wenn ich meckern müsste, würde ich sagen das die Sprache im 18. Jahrhundert eine andere war, als heute, aber schließlich bin ich keine Historikerin und dem Lesespaß hat es keinen Abbruch getan. Gelungen fand ich die Darstellung/Einbindung der Rolle der Frau in den verschiedenen Zeitsträngen und wie wenig sich eigentlich bis heute verändert hat. Alles in allem ein leicht zu lesender Roman, der dennoch auch ernste Themen behandelt und unaufdringlich aufrüttelt. Leseempfehlung von mir.
Eine spannende, schicksalhafte Familiengeschichte auf drei Zeitebenen
Spiegelland ist ein Roman, der auf drei verschiedenen Zeitebenen spielt. Alle drei Handlungsstränge sind am selben Ort angesiedelt, in der Nähe von Worpswede im Moor. Besonders spannend fand ich die Geschichte aus dem Jahr 1756, in der die Menschen hart im Moor arbeiten mussten und ums Überleben kämpften. Zwischen den Orten Breddorf und Heudorf herrscht große Feindschaft. Armut, Überfälle, Kämpfe, Diebstahl, Neid und sogar Mord erschweren den Bewohnern das Leben. Im Zentrum der Machtkämpfe der Dörfer steht dabei Aletta. 1999 geht es um Catharina, die mit ihrer zwölfjährigen Tochter vor ihrem Mann in ein altes Haus im Moor flieht. Im Jahr 2025 steht Elias im Mittelpunkt, der, weil er großen Mist gebaut hat, von zu Hause wegläuft und sich zu seiner Oma Cato flüchtet. Der Autorin gelingt es gekonnt, Parallelen zwischen den Zeitebenen herzustellen. Der Schreibstil ist gut lesbar, und besonders die meist kurzen Kapitel haben mir sehr gefallen. Durch die immer wiederkehrenden Cliffhanger bleibt die Spannung konstant erhalten. Zudem gibt es einige Geheimnisse, die zum Miträtseln und Spekulieren einladen. Gleichzeitig wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich die Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen durch verschiedene Epochen zieht. Es ist ein atmosphärischer, emotionaler Roman mit bildhaften Beschreibungen, der zu keiner Zeit langweilig wird. Diese durchgehend spannende, vielschichtige und schicksalhafte Familiengeschichte hat mich sehr begeistert. Gerne empfehle ich diesen Roman weiter.

Rebekka Frank hat es wieder geschafft: ich habe vor Wut geflucht, ich habe vor Rührung geweint und möchte am liebsten mit jedem in meinem Umfeld über das Gelesene reden. Die Kombination dreier Zeitenenen und der Frage, was für eine Macht das Patriarchat seit Jahrhunden hat ist einzigartig auserzählt und hat mich zutiefst berührt. Die Atmosphäre und der Handlungsort machen diesen Roman perfekt für mich.
„Es kann nicht allein Aufgabe der Mütter sein, dass ihre Söhne nicht gewalttätig werden, das weißt du. Dann sind am Ende ja doch wieder die Frauen schuld, wenn es nicht klappt. Wie oft denn noch? Es ist größer. Es geht uns alle an. Es geht um die Geschichten, die wir uns erzählen, die Figuren, die wir erfinden, die Blickwinkel, die wir einnehmen, das große Ganze. Und dazu muss jeder einen Beitrag leisten.“ 🚺 Manchmal gibt es Bücher, die liest man – und dann gibt es Bücher, die erlebt man. „Spiegelland“ ist für mich ganz klar Letzteres. ✨📖 Ich bin völlig in dieser Geschichte versunken, habe alles um mich herum vergessen und Seite für Seite verschlungen. Die Atmosphäre ist so dicht, so eindringlich, dass ich das Gefühl hatte, selbst Teil dieser geheimnisvollen Welt zu sein. Jede Wendung hat mich noch tiefer hineingezogen, jedes Detail hat sich in mein Herz eingebrannt und das auf allen drei Zeitebenen gleichermaßen. Rebekka Frank erschafft hier etwas ganz Besonderes: eine Geschichte, die leise beginnt, aber eine unglaubliche Wucht entfaltet. Es ist poetisch, melancholisch und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ich habe mitgefühlt, mitgefiebert und konnte mich dem Sog dieser Erzählung einfach nicht entziehen. Das Spiel zwischen den Zeiten und die Verwebung von immer noch sehr aktuellen wichtigen Themen bis zurück ins 18. Jahrhundert beherrscht Rebekka Frank einfach perfekt. Und jetzt, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe? Bin ich noch lange nicht bereit, dieses Buch loszulassen. Es hallt nach, es bleibt – in Gedanken, im Gefühl, irgendwo tief drin. 💔✨ „Spiegelland“ ist für mich ein echtes Highlight und wird mich noch sehr, sehr lange begleiten. Absolute Leseempfehlung! 🤍

Monatshighlight!!!
Die Geschichte wird anhand von drei Erzählsträngen aufgebaut, die sich abwechseln, sodass jedes Kapitel in einer anderen Zeitebenen als das vorherige spielt. Dabei hat Rebekka Frank es geschafft, dass fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger geendet hat, anschließend ging es dann in einer anderen Zeitebene weiter, wodurch ich mich wirklich kaum stoppen kannte und der Spannungsbogen unfassbar hoch war! Ich bin total fasziniert von der Art und Weise wie das Buch aufgebaut ist, weil die drei Erzählstränge, die zunächst unabhängig voneinander verliefen so perfekt zu einem großen Komplex zusammengefügt wurden, bei welchem absolut alles stimmig war! Auch die handelnden Personen waren unfassbar greifbar und ihre Gedanken und Gefühle total nachvollziehbar und realistisch beschrieben. Ja, das Buch behandelt grässliche Themen, aber diese Themen gehören zur Realität und wurden in dieser Geschichte so toll aus- und aufgearbeitet, dass das Buch mich einerseits emotional berührt und aufgewühlt hat und andererseits einen Blickwinkel auf das Thema offenbart hat, den ich so bisher noch nicht kannte. Die drei Geschichten waren, jede für sich, ergreifend und erschreckend zugleich. Auch wenn das Buch insgesamt sehr düster ist und uns nur bedingt mit einem Happy-End zurücklässt, hat mich die Familiengeschichte und die Einbettung in das besondere Setting total berührt und kalt erwischt. Einzige Schwachstelle: durch das dicke Buch und die Hardcover-Version konnte ich eigentlich nur im Sitzen lesen, das hat mich in meinem „Leseerlebnis“ gestört. Trotzdem konnte ich total in der Geschichte versinken, daher gibt’s auch keinen Punkt-Abzug, denn die Gestaltung des Buches ist, wie auch schon bei Stromlinien, perfekt gelungen und wirklich ein absoluter Hingucker in jedem Regal 😍✨ ⭐️ F A Z I T Wow, wow, wow! Ich habe alles daran geliebt. Das Setting, die Erzählstruktur, die handelnden Personen. Es war wirklich ein rundum wunderbares mit einer leisen und eher düsteren Atmosphäre, dass die Augen öffnet und einem vorhält wie sehr die Vergangenheit nachwirkt. Ein Buch, das ich jederzeit empfehlen werde! Von mir gibt’s 5 ⭐️ - absolutes Highlight! Ich bin mir sicher, dass die Geschichte und die Protagonisten noch lange in mir nachhallen werden 🫶

Darum geht es: Elias weiß, dass er einen schweren Fehler begangen hat. Um Abstand zu gewinnen, verbringt er den Sommer bei seiner Großmutter Catharina in einem abgelegenen Haus im Moor. Dort merkt er bald, dass auch sie etwas verschweigt, ein Geheimnis, das vieles infrage stellt, was er bisher über seine Familie zu wissen glaubte. Fünfundzwanzig Jahre zuvor hatte Catharina selbst Zuflucht an diesem Ort gesucht. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter war sie vor ihrem Ehemann geflohen und versuchte, sich als freie Journalistin ein neues Leben aufzubauen. Bei ihren Recherchen stößt sie auf die Spur eines alten Verbrechens und einer Liebe, die die Zeit überdauert hat. Diese Entdeckung könnte alles verändern, ihre Zukunft, ihre Vergangenheit und das Leben ihrer Familie. Mein Leseeindruck: Ich liebe Romane, die auf mehreren Zeitebenen erzählt werden. Spiegelland geht sogar noch einen Schritt weiter und entfaltet seine Geschichte über drei verschiedene Zeiten. Für mich war das ein reiner Lesegenuss. Es hat etwas Besonderes, zwischen den Jahren und Jahrhunderten hin und her zu wechseln. Man folgt nicht nur einer Handlung, sondern mehreren Geschichten, die sich nach und nach berühren. Rebekka Frank gelingt es, die Jahre 2025 und 1995 ebenso lebendig einzufangen wie die ferne Welt des 18. Jahrhunderts. Besonders die historischen Passagen haben mich beeindruckt. Dort spielt die Moorlandschaft eine große Rolle. Auch das Leben rund um das Moor und die Arbeit im Moorgraben werden eindrücklich beschrieben. Die Autorin lässt einen die Zeit so lebendig spüren, dass man sich mühelos dorthin versetzt fühlt. Zwischen den persönlichen Schicksalen schwingt zudem ein ernstes Thema mit. Es geht um Beziehungen, in denen Macht, Angst und Schweigen eine Rolle spielen. Die Autorin deutet diese schwierigen Dynamiken behutsam an und verwebt sie sensibel mit der Handlung. Gerade dadurch gewinnt die Geschichte an Tiefe und Aktualität. Trotz seines Umfangs von über fünfhundert Seiten verliert der Roman nie an Spannung. Keine Seite wirkt überflüssig. Die verschiedenen Zeitebenen greifen immer stärker ineinander. Nach und nach entsteht ein großes, vielschichtiges Bild. Ich habe das Buch mit einem Lächeln zugeklappt und freue mich schon auf viele weitere Geschichten der Autorin. Für mich war es ein wahrer Lesegenuss. Fazit: 5/5⭐️ Atmosphärisch, spannend, vielschichtig, emotional, meisterhaft erzählt.

Wichtige Themen gut umgesetzt, wenn auch mit ein paar Längen
Nachdem "Stromlinien" letztes Jahr zu einem meiner Jahreshighlights wurde, zog natürlich auch "Spiegelland" von Rebekka Frank, erschienen im Fischer Verlag, bei mir ein. Durch den bildgewaltigen und einnehmenden Schreibstil zog mich die Autorin sofort in den Bann der Geschichte, die auf drei Zeitebenen erzählt wird: 1999, als Cato zusammen mit ihrer Tochter Kira ihrem gewalttätigen Ehemann entflieht; 2025, einem Sommer, in dem Elias, Catos Enkel, nach einem wirklich schlimmen Fehler zu seiner Großmutter flieht; und 1756, wo eine junge Frau versucht, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Am Anfang ist nicht offensichtlich, wie diese drei Erzählstränge zusammenpassen, aber nach und nach verbindet Rebekka Frank sie zu einem stimmigen Gesamtbild. Die Figuren sind tief und umfassend ausgearbeitet, und der Grundtenor des Buches behandelt ein wirklich wichtiges Thema. Dieses Buch ist sehr komplex und keine Lektüre für zwischendurch. Ich musste konzentriert lesen, und leider gab es hin und wieder auch Längen im Storytelling. Da hätte ich mir mehr Zug in der Geschichte gewünscht, denn an diesen Stellen trat die Handlung auf der Stelle. Trotzdem ist dies ein starker Familienroman, auch wenn ich die Sprache im Jahr 1756 als zu modern empfand. Das passte nicht zu dem Leben und den Protagonisten. Das Ende war mir ebenfalls zu rund und passte für mich nicht zu den wichtigen Themen, die der Roman beleuchtet. "Spiegelland" ist ein klassischer Familienroman, der das Patriarchat, häusliche Gewalt und die Rolle der Frau in verschiedenen Epochen beleuchtet. Genau deshalb hätte ich mir hier ein raueres und nicht so weichgespültes Ende gewünscht. Mit 3,5 von 5 Sternen habe ich die Lesezeit trotz dieser Kritikpunkte genossen, auch wenn dieser Roman nicht an "Stromlinien" heranreicht.

Eine tolle Geschichte über zwei Frauen über Jahrhunderte miteinander verbunden. Es hat riesen Spaß gemacht in die Tiefe des Moors einzutauchen und zu sehen wie alles ineinander läuft. Aber Vorsicht, das Buch ist stellenweise keine leichte Kost. Es geht um Gewalt in der Ehe, Suizid und die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin.
Bildungsauftrag erfüllt und mehr
Mich hat das Buch restlos überzeugt: - sprachlich hervorragend mit Kapitelübergängen die mich im siebten Himmel schweben ließen (ich kann's nicht anders sagen 😂), dazu bildlich und atmosphärisch - Überthema patriarchale Gewalt über die Generationen hinweg; Kontinuitäten werden auf den Punkt sichtbar (im Nachwort steht, dass die Autorin vom Sachbuch "gegen Frauenhass" inspiriert war, das ich auch schon gelesen habe und woran ich während dieses Romans auch ständig denken musste!) - eine Menge cooler + authentischer Charaktere - bisschen Bildung nebenbei finde ich extrem geil, über die Geschichte der Moore in Norddeutschland wusste ich vorher nämlich gar nichts - allgemein ist merklich Recherche eingeflossen, man hat das Gefühl wirklich klüger aus dem Buch rauszugehen - eine Sache fand ich ein bisschen unnötig grausam und hätte sie lieber nicht gelesen, hätte man auch in die CN einbinden können, aber ändert nichts am positiven Gesamtbild!
Wie auch bei den beiden Vorgängerbänden hat Rebekka Frank wieder einen spannenden Roman mit stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen auf mehreren Zeitebenen geschaffen, die sich nach und nach miteinander verknüpfen. In diesem Buch steht das Thema häusliche Gewalt und die Macht des Patriarchats im Fokus. Von Anfang an war ich von der Geschichte gefesselt. Die Personen waren authentisch und ihre Schicksale oft grausam. Trotz der oft düsteren Stimmung habe ich mit Cato im Jahr 1999 und Aletta im Jahr 1756 mitgefiebert und nie die Hoffnung verloren. Der Übergang zwischen den Zeitebenen ist in diesem Buch besonders gut gelungen! Ein kleiner Kritikpunkt war für mich die etwas sachbuchartige, belehrende Art im Jahr 2025, wobei ich den Umgang und die Thematik im Bezug auf junge Männer in der heutigen Zeit sehr wichtig finde. Alles in allem wieder ein tolles Buch der Autorin!

SPIEGELLAND Rebekka Frank ET: 25.02.26 1999: Nach dreizehn Jahren Ehe flieht Cato mitten in der Nacht vor ihrem gewalttätigen Mann Sven. Gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter Kia sucht sie Zuflucht im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, verborgen im Moor. Sven kennt diesen Ort nicht, weiß nichts von der Erbschaft, die Cato erst vor Kurzem angetreten hat. Lange schon wollte sie ihn verlassen, doch ohne eigenes Einkommen, ohne Rücklagen, schien es keinen Ausweg zu geben. Erst die Angst, einen weiteren Wutanfall nicht zu überleben, treibt sie zur Entscheidung. Im Moor kehrt zunächst Ruhe ein. Cato findet Arbeit als freie Journalistin, Mutter und Tochter kommen an, und sie stoßen auf ein Geheimnis, das tiefer reicht als gedacht. Doch die Sicherheit ist trügerisch – eines Nachts steht Sven vor der Tür. 2025: Elias hat alles verspielt. Er hat eine Fußballkollegin angegriffen und brutal zusammengeschlagen – aus gekränkter Eitelkeit, aus verletztem Stolz. Sie hatte gelacht, ihn verspottet, und seine Freunde haben zugesehen. Reue empfindet er nicht. Warum auch? In seiner Logik ist sie schuld. Nun ist er unterwegs zu seiner Großmutter Cato. Sie, so glaubt er, wird ihn verstehen. Seine Mutter Kira tat es nicht. 1756: Breddorf, ein altes Geestdorf, hat sich über Generationen Land im Moor gesichert und vom Torfabbau gelebt. Als die Regierung beschließt, Moorflächen im benachbarten Heudorf für nachgeborene Söhne freizugeben, fühlt sich Breddorf um sein angestammtes Recht betrogen. Der Konflikt eskaliert, als im Heudorfer Moor zwei Moorleichen gefunden und gewinnbringend verkauft werden. Aus Rivalität wird Hass, aus Streit ein erbitterter Kampf zwischen den Dörfern. Rebekka Frank verwebt in ihrem Roman drei Zeitebenen zu einem dichten Geflecht aus Geschichte und Fiktion. Im Zentrum stehen gewalttätige Männer, Machtstrukturen und die Mechanismen der Unterdrückung, die sich über Jahrhunderte fortschreiben. Der Roman lebt von seiner starken Atmosphäre: In allen Erzählsträngen entstehen eindringliche Bilder, die Landschaft wird greifbar, der feuchte Modergeruch des Moores scheint förmlich aus den Seiten zu steigen. An wenigen Stellen wirkt die Handlung vorhersehbar und leicht kitschig, doch die Spannung trägt zuverlässig bis zum Schluss. Fazit: Spannend, facettenreich und atmosphärisch vom Anfang bis zum Ende. 5/5

Rebekka Frank enttäuscht wieder nicht (enthält kleine Spoiler)
Nachdem Stromlinien zu meinen Lielingsbüchern gehört, konnte ich hier natürlich nicht nein sagen. Auch hier werden wir mitgenommen ins moorig-schaurige Norddeutschland und tauchen tief ein in einer Familiengeschichte, die sogar bis ins18. Jahrhundert zurückreicht. Es geht um patriarchische Machtstrukturen und das Alltagsleben damals und wie es sich in Teilen bis ins Jetzt auswirkt. Zu Beginn fand ich es schwer, bei Elias im Jetzt reinzukommen. Es war irgendwie klar, dass Elias was verbrochen hat und wir das erst im laufe der Geschichte erfahren. Aber so richtig Lust dranzubleiben hatte ich aufgrund der super kurzen Abschnitte mit ihm nicht. Ich muss auch sagen, dass seine Art zu denken und zu reden für einen 14-jährigen schon sehr sehr erwachsen und daher etwas unglaubwürdig war🙈 Bei Aletta in 1756 das gleiche. Die Kabbeleien mit ihrem Bruder und manche der Gespräche waren mir zu modern. Sonst waren ihre Kapitel aber, nachdem man mal die ganzen norddeutschen Begrifflichkeiten durchschaut hat, super informativ und interessant. Und zuletzt haben wir ja Cato, die Gewalt durch ihren Ehemann erfährt und sich nach langem Kampf von ihm befreit. Ihr Mut und ihre Entwicklung motivieren ungemein und sind sicher gerade für Frauen sehr rührend und emotional zu lesen. Was für eine starke Frau 🤌🏼 Alles in allem war mir das Ende aber ehrlich gesagt zu kitschig. Daher auch ein Stern Abzug. Aufgrund der Schwere des Themas und der vielen situationsbedingten Facetten fand ich die Lösung, dass alle Männer automatisch immer alles falsch machen, etwas pauschal. Das war gerade als Abschluss schade. Trotzdem eine große Leseempfehlung!
Wirklich großartig geschrieben. Atmosphärisch und spannend . Drei Erzählstränge ranken sich um ein Thema: Gewalt gegen Frauen. Fabelhaft miteinander in drei Zeitebenen erzählt. Mir persönlich hat die Geschichte um 1756 am besten gefallen - allerdings wäre sie natürlich ohne die anderen beiden nicht so gut gewesen!
„Spiegelland“ von Rebekka Frank ist nach „Stromlinien“ mein zweites Buch der Autorin und auch dieses konnte mich vollends überzeugen. Ich bin in die 3 Zeitebenen eingetaucht, haben mich allesamt gleich fesseln können. Die Geschichte wird in 3 Zeitebenen erzählt, zwischen jeden Ebenen entstehen Cliffhanger, so dass man quasi gezwungen ist weiterzulesen, auch wenn man eigentlich keine Zeit hätte. Elias (Jahr 2025) hat Mist gebaut und flüchtet zu seiner Großmutter ins Moor. Dort setzt er sich mit dem auseinander was er getan hat und erfährt einige Familiengeheimnisse. Cato, Elias Großmutter, ist ca. 25 Jahre zuvor ins Moor mit ihrer Tochter Kira geflohen, abgehauen von ihrem gewalttätigen Ehemann. 250 Jahre früher, flieht Aletta vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu ihrem Bruder ins Moor. Für mich mal wieder ein wunderschön geschriebenes Buch, mit tollen Naturbeschreibungen und sehr viel Spannung! Große Leseempfehlung. Buchdetails: erschienen am 25.02.2026 im Fischer Verlag • 560 Seiten • gelesen als Hardcover (24,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Ich bin tief beeindruckt von dem Talent der Autorin! Ich bin so mitgerissen worden, dass ich mir an manchen Stellen vor Augen führen musste, dass es nur eine Geschichte ist. Ich habe vorallem mit Cato mitgefiebert und wollte sie an machen Stellen am liebsten nur in den Arm nehmen. Der wunderschöne, auf den Punkt gebrachte Feminismus hat mich sprachlos gemacht!! Danke an Rebekka Frank❤️
Spannender Roman über mehrere Zeitebenen, regt zum Nachdenken und Mitfiebern an
Selten konnte ich einen Roman so schwer zur Seite legen. Durch die verschiedenen Zeitebenen erlebt man immer wieder einen Cliffhanger. Anfangs noch im langsamen Erzähltempo fügt sich am Ende alles zusammen und hinterlässt eine Botschaft, der man sich nur schwer entziehen kann und hoffentlich zum Nachdenken und gerne auch Umdenken anregt. Diesen Roman sollte sich jede Frau zu Gemüte führen und gerne auch die Männer und Söhne! Ich habe geweint, gelacht und die Charaktere lieben gelernt. Bitte lesen!
Eine Mischung aus Spannung, Familiengeheimnis und tiefem gesellschaftlichem Nachdenken ✨
Spiegelland von Rebekka Frank hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Drei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick kaum zusammenzupassen scheinen, verweben sich zu einem vielschichtigen, düsteren Kaleidoskop menschlicher Abgründe und Hoffnung. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin das Teufelsmoor nicht nur als Kulisse, sondern als lebendigen Charakter nutzt – jede Moornebel-Schwade, jeder Sonnentau wirkt spürbar, fast greifbar. Cato, Kira und Elias sind Figuren, die unter die Haut gehen. Catos Kampf um Unabhängigkeit und ihr mutiger Versuch, ihrem Enkel ein anderes Frauenbild zu vermitteln, hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Gleichzeitig zeigt Frank eindrücklich, wie Besitzansprüche und Gewalt sich über Jahrhunderte hinweg fortsetzen können, und dass Mut oft klein beginnt – in einer Entscheidung, einer Flucht, einem Schritt ins Ungewisse. Die historischen Passagen um Aletta und die rivalisierenden Dörfer geben dem Roman zusätzlich Tiefe. Die Härten des Lebens im Moor im 18. Jahrhundert werden ebenso spürbar wie die Bedrohung durch patriarchale Gewalt in jüngerer Zeit. Es ist spannend, beklemmend, manchmal schockierend – und dabei nie sensationsheischend. Was mich besonders fasziniert hat: die Mischung aus realistischen historischen Details, familiären Geheimnissen und der langsamen, aber kraftvollen Entwicklung der Figuren. Die Cliffhanger am Ende jedes Kapitels haben mich buchstäblich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Kurz: „Spiegelland“ ist fesselnd, beklemmend und wunderschön erzählt. Eine Mischung aus Spannung, Familiengeheimnis und tiefem gesellschaftlichem Nachdenken – genau die Art von Buch, die man schwer aus der Hand legen kann.

3 Zeitebenen, 1 (gewaltiger) roter Faden
Wenn Rebekka Frank etwas kann, dann komplexe Familiengeschichten auf verschiedenen Zeitebenen erzählen und vor allem miteinander verknüpfen. Und auch bei “Spiegelland” wird man direkt in die Geschichte reingeworfen: mit Charakteren, die auf 3 Zeitsträngen alle eine Verbindung zum Teufelsmoor bei Bremen haben. Und nicht nur das – es gibt auch einen thematischen roten Faden, der sich durch alle Ebenen zieht und Auswirkungen hat. Auch, wenn sich nicht jede Zeitebene sofort erschließt, am Ende ergibt alles einen Sinn. Und somit auch wieder eine Geschichte, in die man wunderbar eintauchen kann. Für mich kommt “Spiegelland” aber trotzdem nicht an “Stromlinien” heran.

Schauermärchen im Moor
Zwei Frauen, ein Teenager, drei Zeitebenen, davon erzählt Rebekka Frank in ihrem neuen Roman „Spiegelland“. 1756, 1999 und 2025 stehen hier die Frauen (direkt oder indirekt) im Mittelpunkt, deren Leben besonders von zwei Dingen geprägt ist: von Gewalt durch Männer und dem Moor, das Zufluchtsort und Grauen in sich vereint. Ich stehe dem Buch sehr ambivalent gegenüber. Zuallererst ist das Thema Gewalt gegen Frauen unheimlich wichtig und kann nicht genug thematisiert werden. Außerdem ist das Buch (bis auf ein paar Längen) spannend und atmosphärisch. Das Setting im „Moor“ gibt es zwar schon in einigen Büchern, mich fesselt es aber immer wieder. Das Buch liest sich trotz des schweren Themas also leicht und schnell. Mit der Umsetzung hatte ich jedoch ein paar Probleme: - Der Erzählstrang im Jahr 2025 um den Teenager Elias war für mich unheimlich schwach. Unterm Strich hatte er keine Funktion, außer dem Leser das Patriarchat und das Buch zu erklären, die Ausführung der Figur klang zum Teil wie ein Vortrag. Die Autorin sollte doch lieber die Geschichte sprechen lassen und dem Leser das selbstständige Denken zutrauen. Hier wurde viel Potenzial für eine echte Auseinandersetzung mit Männlichkeit in der Gegenwart und zwischen Mutter und Sohn verschenkt. - Der Erzählstrang im Jahr 1999 war mir etwas zu märchenhaft (natürlich wohnt zufällig ein Polizist nebenan…), vieles hat sich doch relativ leicht aufgelöst. Trotz des schweren Themas blieb vieles nur an der Oberfläche. - Sprache und Konstruktion waren für mich manchmal zu plump, z.B. bei der Verbindung oder sprachlichen Gestaltung der Zeitebenen. Verloren hatte mich das Buch bei den gefundenen Tagebüchern, die absolut unauthentisch klangen. Da ich schon mit dem Ende von „Stromlinien“ so meine Probleme hatte, ist es vielleicht nicht meine Autorin, obwohl ich die spannungsreiche Atmosphäre ihrer Bücher schätze.

Drei Geschichten werden zu einer
Spiegelland“ von Rebekka Frank verbindet drei Zeitebenen – 1756, 1999 und 2025 – zu einer vielschichtigen, atmosphärischen Geschichte. 1999 findet Cato den Mut, ihren gewalttätigen Ehemann zu verlassen. Mit ihrer Tochter Kira flieht sie ins Teufelsmoor in das Haus ihrer Großmutter., welches sie gerade erst geerbt hat. Dort entdecken sie einen alten gewebten Wandteppich – geheimnisvoll und voller Geschichte. Stück für Stück versuchen sie, sein Rätsel zu entschlüsseln. 2025 sucht Elias nach einem Eklat beim Fußballtraining Zuflucht bei seiner Oma Cato. Seine Gedanken und Gefühle erleben wir direkt aus seiner Perspektive – verletzlich, suchend, ehrlich; ein Teenager, der seinen Platz im Leben noch sucht. In langen Gesprächen erzählt Oma Cato ihm von ihrer Flucht und dem Wandteppich und bringt so langsam alle drei Zeitstränge zusammen. Am meisten berührt hat mich jedoch der Handlungsstrang 1756: Aletta verlässt ihren Verlobten, um sich ein eigenes Leben aufzubauen – ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der Frauen kaum Selbstbestimmung hatten. Als Tante unterstützt sie ihren Bruder Carsta und dessen Frau Becke dabei, sich als Moorbauern eine Existenz zu errichten. In dieser rauen, lebensfeindlichen Landschaft begegnet sie dem Nachbarn Krischan und findet zwei Moorleichen – und genau hier entfaltet sich eine besonders intensive, atmosphärisch dichte Geschichte. Erzählt wird in kurzen Kapiteln mit häufigen Zeitenwechseln, was bei mir anfangs etwas Geduld gebraucht hat. Gewalttätige Männer ziehen sich durch alle Zeitebenen. Richtig interessant fand ich die Hintergrundinformationen zur Besiedelung der Moore. Ich wohne selbst im Moor und habe mich schon oft gefragt , wie die Menschen früher auf die Idee gekommen sind, ausgerechnet hier zu leben. „Spiegelland“ ist ein Roman über Generationen, über Mut, Herkunft und die Spuren, die Vergangenheit in der Gegenwart hinterlässt. Ein eindrucksvolles Lesevergnügen!
Ein starkes Setting, eine bedrohte Frau, ein Ende, das sitzt.
Ich gebe dem Roman 4,5 von 5 Sternen. Rebecca Frank schreibt klar, lebendig und mit einem Stil, der sofort hineinzieht. Die verschiedenen Handlungsstränge besitzen jeweils ihre eigene Dynamik. Keiner wirkt wie ein bloßer Lückenfüller. Man merkt, dass hier sauber konstruiert wurde. Die Perspektivwechsel erhöhen die Spannung, ohne zu verwirren. Das ist handwerklich stark. Besonders gelungen finde ich die Einbindung der Moorlandschaft. Sie wirkt nicht wie dekoratives Beiwerk, sondern wie ein natürlicher Bestandteil der Handlung. Das Moor steht für Bedrohung, für Vergessen, für Verschlucktes. Und genau das spiegelt die Geschichte wider. Trotzdem wird es nie überstrapaziert. Die Atmosphäre entsteht organisch aus dem Geschehen. Cato ist eine Figur, mit der man sofort mitgeht. Ihre Gefährdung ist greifbar. Man spürt ihre Angst, ihre Entschlossenheit, ihre Verletzlichkeit. Die Bedrohung wirkt real, nicht konstruiert. Gerade in den Szenen, in denen sie isoliert ist, entsteht ein Sog. Ich habe mitgefiebert und wollte wissen, wie sie da wieder herauskommt. Zum Ende hin gibt es eine kräftige Überraschung. Die Wendung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern vorbereitet. Im Rückblick ergibt vieles Sinn. Genau so muss ein Twist funktionieren. Thematisch wird deutlich Stellung bezogen. Die Kritik an patriarchalen Machtstrukturen ist klar erkennbar und grundsätzlich nachvollziehbar entwickelt. An manchen Stellen wird das Motiv jedoch sehr deutlich betont. Da hatte ich kurz das Gefühl, hier soll wirklich jeder verstehen, worum es geht. Etwas mehr Zurückhaltung hätte der Geschichte gutgetan. Die Botschaft trägt sich eigentlich selbst. Weniger überzeugt hat mich die kursiv gesetzte Nebenhandlung. Sie wirkte für mich wie ein zusätzlicher Erklärstrang, der dem Roman keinen echten Mehrwert bringt. Statt Spannung zu erhöhen, hat sie den Lesefluss eher gebremst. Ohne sie wäre das Buch für mich noch runder gewesen. Und das Cover? Erstklassig. Es greift zentrale Motive der Geschichte auf und setzt sie visuell stark um. Man sieht sofort, dass hier Inhalt und Gestaltung zusammen gedacht wurden. Unterm Strich ist Spiegelland ein klug konstruierter Roman mit starker Atmosphäre, glaubwürdigen Figuren und einem packenden Spannungsbogen. Kleine Abzüge gibt es für die etwas zu deutliche Botschaft und die entbehrliche Nebenhandlung. Aber das Gesamtbild überzeugt. Und zwar deutlich.

Ich glaub ich hab ein neues Lieblingsbuch
Mich hat schon Stromlinien komplett begeistert und bin dem ebook Sale super dankbar, dass ich dadurch auf die Autorin aufmerksam wurde. Ich glaube, Spiegelland finde ich sogar noch besser und bin wirklich noch etwas sprachlos. Mich hat die Geschichte so gefesselt und ich bin noch gar nicht bereit, Cato, Kira, und alle anderen gehen zu lassen.
Erstaunlich wie gesellschaftliche Strukturen die Zeiten überdauern.
Die Geschichte um Cato, Elias und Aletta wird auf drei Zeitebenen in diesem Buch erzählt. Cato eine junge Frau die Ende 1999 ihrem gewalttätigen Ehemann entflieht und versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Hier erfährt man wie schwer es sein kann sich etwas Neues aufzubauen, wenn einem von den äußeren Umständen Steine in den Weg gelegt werden. Elias rastet bei einem Fußballtraining aus und wird einer Mitspielerin gegenüber gewalttätig und flüchtet zu seiner Oma um mit sich selbst klarzukommen. Aletta kämpft in 1756 um das blanke Überleben in einem feindseligen Moor, das zu der Zeit wohnbar gemacht wird. Letztendlich versucht das Buch auf alte Strukturen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen und wie diese das Handeln zu unterschiedlichen Zeiten beeinflusst. Das Buch ist gut geschrieben und die Zeitebenen haben jede ihre eigene, aber jedoch irgendwie miteinander verwobene Geschichte. Man hat das Gefühl, dass es genauso passiert sein könnte und fiebert mit den Beteiligten mit.














































