Solito
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Description
»Eine herzzerreißende Geschichte eines neunjährigen Kindes, das aus Zentralamerika aufbricht, um zu seinen schon geflüchteten Eltern in Kalifornien zu kommen. Ich habe geweint, vor Mitleid und vor Wut.« Lea Ypi
Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen – und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren – und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.
Javier Zamora hat nach seiner Ankunft in den USA kaum je über seine Erlebnisse gesprochen. Bei der Veröffentlichung wurde das Buch von der Kritik gefeiert – und sofort zum Bestseller.
Book Information
Author Description
Javier Zamora wurde 1990 in El Salvador geboren und wuchs bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern flohen vor den Todesschwadronen des salvadorianischen Bürgerkriegs in die Vereinigten Staaten. Im Alter von neun Jahren lief er quer durch Guatemala und Mexiko in die USA. Heute lebt er als Autor in Arizona. Für »Solito« wurde er mit dem The Los Angeles Times-Christopher Isherwood Prize ausgezeichnet.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Klappentext: „ Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen - und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren - und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.“ Eine unglaubliche, berührende und bewegende Geschichte. Das Buch wird noch lange nachhallen.
Solito" von Javier Zamora ~~~ "Wir sind mitten im Pazifischen Ozean, umgeben von Wasser, Wasser und Wasser. Himmel, Himmel, Himmel. Wolken und noch mehr Wolken". ~~~ Eine berührende, erlebte und schockierende Geschichte, die ich daher in Etappen gelesen und das Buch mehrmals zur Seite gelegt habe. ~~~ Javier Zamora erzählt mir in seinem Buch, wie er als 9jähriger Junge allein aus seinem Heimatland gefüchtet ist, um bei seinen Eltern in den USA leben zu können. ~~~ Ich habe während des Lesens darüber nachgedacht, ob ich als 9jährige, so mutig und stark gewesen wäre, mich ganz allein und voller Angst auf einen so lebensbedrohlichen Weg zu machen. Meine einzige Perspektive dabei sind die bezahlten Schlepper. ~~~ Javier Zamora schreibt in einer einfachen und kindlichen Sprache über die menschlichen Seiten und Traumata seiner Flucht, die Erlebnisse sind echt, real und hallen nach. ~~~ Javier's Geschichte ist voller Hoffnung und Hilfsbereitschaft, mit Einblicken, die sehr nachdenklich stimmen und unter die Haut gehen. ~~~ Meine Leseempfehlung für noch hoffentlich viele Leser*innen. ~~~ Inhalt Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen – und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren – und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.
Beeindruckend und erschütternd
Ein erschütternder Erfahrungsbericht eines 9jährigen Jungen über die Flucht in die USA. Javier wächst in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Die Lage dort bekommt man so nebenbei geschildert. Es gibt Korruption, Armut und auch in seiner Familie hat er es nicht leicht. Seine Eltern sind vor ein paar Jahren schon in die USA geflüchtet und wollen ihn jetzt zu sich holen. Sein Großvater begleitet ihn noch ein Stück zu einem Schlepper und dann geht die Odyssee alleine auch schon los. Es sind viele Etappen zu überwinden mit Bussen. Boot, LKW und auch oft zu Fuß. Quälender Durst und Hunger sind ständige Begleiter. Er erlebt sengende Hitze, Kälte und ist dauerhaft schmutzig und erschöpft. Zum Glück trifft er auf der Flucht auch auf Menschen, die ihm Zuversicht und Wärme geben. Der Roman ist aus der Sicht von Javier geschrieben und das ist richtig toll gelungen. Seine Naivität, seine Sicht auf die anderen Menschen, die große Freude an schönem Essen, die Pflanzen und Tiere, die ihm begegnen. Das ist wirklich hervorragend umgesetzt. Man spürt seine Einsamkeit, seine Ängste und erleben auch wie er über sich hinaus wächst. Etwas anstrengend waren für mich die vielen spanischen Begriffe, die man dann nachschlagen konnte. Sicher ist das aber gewollt um den Leser näher an die Sprachbarrieren heran zu führen. Ein absolut bereicherndes und wichtiges Buch, dass im Kopf bleibt.
JAHRESHIGHLIGHT
SOLO, SOLITO, SOLITO DE VERDAD - allein, ganz allein, mutterseelenallein - „Sag niemandem, wie viel Geld du hast. Sag niemandem, wo du geboren bist. Sag niemandem die Telefonnummer deiner Eltern, nur im echten Notfall. Ein Notfall ist, wenn niemand, den du kennst, in deiner Nähe ist. Oder wenn du von der Gruppe getrennt bist, nur dann sprich den nächsten Erwachsenen an.“ (S.84) Dies ist die wahre Geschichte von Javier Zamora. Aufgrund des Bürgerkriegs in San Salvador wanderte Javiers Vater Anfang der 90er Jahre nach Kalifornien aus, als Javier noch nichtmal zwei Jahre alt war. Javiers Mutter folgte seinem Vater, als Javier 5 war. Javier lebte von da an bei seinen Großeltern. Schon ein Mal haben sie versucht, Javier nachzuholen, indem er die Identität eines anderen Jungen annehmen und mit dem Flugzeug fliegen sollte. Doch dies ging schief. Auch ihre Versuche, ein Visum zu bekommen, wurden abgelehnt. „Jetzt haben wir 1999. Ich bin neun, und ich möchte mit Mama kuscheln.“ (S.29) Nun, Javier ist 9 Jahre alt, wird Don Dago beauftragt, Javier in die USA zu schmuggeln; von San Salvador, quer durch Guatemala und den weiten Weg nordwärts durch Mexiko, bis in die USA. Auf der ersten Etappe bis nach Guatemala wird Javier noch von seinem Großvater begleitet, danach ist er auf sich allein gestellt; in einer Gruppe mit 6 Fremden und dem „Kojoten“, dem Mann, der sie bis zur Grenze, La Lìnea, bringen soll, insgesamt knapp 5000 km. „ Die Sechs nenne ich uns. Insgeheim. Als wären wir die Power Rangers, Sailor Moon oder die Jugendlichen mit den magischen Ringen, mit denen sie Captain Planet herbeirufen. Wir sind ein Team. Unsere Mission: nach La USA zu gelangen.“ (S.110) Nur begleitet von seinem „Schutzpatron“, dem Cadejo, eine Sagengestalt, von dem sein Großvater Javier gesagt hat „Sie beschützen dich, wenn du sie brauchst.“ Javier war 7 Wochen unterwegs, in denen seine Eltern nie etwas von ihm hörten, und schon dachten, er sei tot. Dies ist die herzzerreißende und beeindruckende Geschichte eines kleinen Jungen, der doch nur bei seinen Eltern sein möchte und der permanenten Angst, entdeckt zu werden. Javier Zamora hat erst einige Jahre nach dem Eregnissen, die er zunächst verdrängt hat, begonnen, Gedichte zu schreiben, um seine Traumata der Migration aufzuarbeiten. Das Verarbeiten seiner Erlebnisse führte letztendlich zu diesem Roman, den er (wie es in der Danksagung zu lesen ist), nur mit der Unterstützung seiner Therapeutin schreiben konnte. Das Buch ist so besonderen geschrieben! Denn obwohl Javier Zamora schon erwachsen war, als er diesen Roman geschrieben hat, haben wir als Lesende wirklich das Gefühl, wir lesen aus der Perspektive eines 9-jährigen Jungen. Das war so ergreifend und besonders! Ich war dem kleinen Javier emotional so so nah und erlebte Alles höchst intensiv mit. Die Geschichte entwickelte einen derartigen Sog beim Lesen und ich wollte nicht mehr von Javiers Seite weichen. Javiers Schicksal hat mich mitgenommen, geschmerzt, zu Tränen gerührt und wird mir immer im Gedächtnis bleiben! „Wir sehen aus wie eine Streichholzschachtel. Hölzchen übereinander. Eine menschliche Torte. Ich bin das Sahnehäubchen, der Kleinste auf dem fliegenden Teppich. Ich bin Aladdin. Ich habe es endlich durch die Wüste geschafft.“ (S.459) Noch ein paar Worte zur Ausgabe: Was ich leider in dem Buch vermisst hab, war eine Karte von Javiers Reise; ich weiß nicht, ob diese in der Originalausgabe enthalten ist, online habe ich auch nichts gefunden, aber ich persönlich hätte es sehr schön gefunden, die verschiedenen Etappen auch optisch nachvollziehen zu können. So war ich selbst dauernd am googeln und habe probiert mir eine Übersicht zu schaffen. Was wiederum gut gelungen ist, sind die ganzen Spanischen Begriffe und Wendungen, die in dem Roman selbstverständlich ausführlich vertreten sind; diese sind alle in einem Glossar am Ende des Buchs aufgeführt. Ich persönlich hätte es vielleicht noch komfortabler gefunden, diese als Fußnoten auf den entsprechenden Seiten zu finden, so musste man immer ans Ende des Buchs blättern und herumsuchen, aber das ist nur mein persönliches Empfinden. Dies ist ein Buch, was einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und was Einen so schnell nicht mehr loslässt - absolutes Jahreshighlight! Und Leseempfehlung! Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Eindrucksvolle Fluchtgeschichte
Zamora beschreibt, wie er im Frühling 1999 als neunjähriger Junge alleine von El Salvador über Mexiko illegal in die USA reiste, um mit seinen Eltern leben zu können. Das Buch ist die Aufarbeitung eines traumatischen Erlebnisses, geprägt von körperlichen und seelischen Entbehrungen, Gewalt, Diskriminierung aber auch menschlicher Güte in anscheinend hoffnungslosen Momenten. Zamora erzählt aus kindlicher Perspektive ungeschält, wie er die Grenzüberschreitung erlebte. Dabei webt er aber so viel Subtext mit, den der 9-jährige Javier zwar nicht verstand, wir Lesende uns aber ein gutes Bild von den Zusammenhängen machen können. Einfühlsam und direkt - ein wichtiges Zeitzeugnis. Mehr zum Buch im Lesemonat August auf meinem YouTube Kanal „Japan Connect“. https://youtu.be/10FCwm4To6o?si=8ImD8fzLoBAfp8Xe
Eine fesselnde und bewegende wahre Geschichte
"Solito" erzählt die Geschichte von Javier Zamora und seiner illegalen Einreise von El Salvador in die USA als neunjähriger Junge in Begleitung von Fremden. Sein Ziel ist es, zu seinen Eltern nach Kalifornien zu gelangen, die bereits vor Jahren geflohen sind. Die monatelange, lebensgefährliche Reise macht Fremde zu einer Art Familie für ihn. Besonders berührend fand ich den Abschied von seinem Großvater und Javiers tapfere Art, die gesamte Reise zu überstehen. Der mutige und sehr sympathische Junge ist mir sehr ans Herz gewachsen. Zamora gelingt es hervorragend, seine Erlebnisse, Eindrücke, Geräusche und Gefühle dem Leser zu vermitteln. Man spürt die Strapazen der Märsche, die Hilflosigkeit auf dem Boot, die Hitze, den Durst, den Hunger und die ständige Angst, festgenommen und eingesperrt zu werden. Das Buch entfaltet eine Sogwirkung, die es schwer macht, es aus der Hand zu legen. Diese abenteuerliche Reise hat mich nachhaltig beeindruckt sowie die Hilfsbereitschaft. Allerdings haben mich die vielen spanischen Wörter und Ausdrücke im Lesefluss gestört und frustriert. Das Glossar am Ende des Buches war anfangs hilfreich, aber mit der Zeit habe ich aufgehört, die Wörter nachzuschlagen, und versucht, den spanischen Dialogen selbst eine Bedeutung zu geben. Dies ist jedoch mein einziger Kritikpunkt an diesem ansonsten sehr lesenswerten Buch. "Solito" ist eine fesselnde und sehr bewegende wahre Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann.

„Solito“…was hat es mir diese Geschichte schwer gemacht, sie zu lieben und doch hab ich sie geliebt. Ich glaube, ich habe fast 160 Seiten gebraucht, um das zu finden, was ich mir erhofft hatte. Ich wollte nicht aufgeben, da ich entschlossen war, Javiers Trip mitzuerleben. Ich wollte den 9-jährigen Jungen nicht verlassen, aber war wirklich kurz davor aufzugeben. Die vielen spanischen Wörter haben mich in meinem Lesefluss gestört. Ich bin eine lernfähige Leserin und kann mir Worte, die sich öfters im Text wiederholen, auch merken. Ich mag dies sogar, weil es authentischer wirkt und manchmal eine Übersetzung einfach unpassend ist. Hier bin ich allerdings über zu viele random spanische Worte bzw. Sätze gestolpert, die ich laufend hinten im Glossar - ganze 16 Seiten lang - nachschlagen musste. Gepaart mit der naiven Sprache, dem Festhängen mancher Gedanken an „Unwichtigem“, war es für mich erst mal anstrengend, Javier zu begleiten. Aber ich hab durchgehalten und es hat sich gelohnt. Zum Schluss sind sogar einige Tränen gekullert und ich hab verstanden, warum manches „Unwichtige“ wichtig war. Javier lebt bei seinen Großeltern in El Salvador, seine Eltern sind schon vor Jahren in „La USA“, arbeiten und schicken regelmäßig Geld und Spielsachen. Er soll nun auch nachkommen. Sein Großvater begleitet den 9-Jährigen bis zum Schlepper und überlässt den Jungen den „Kojoten“ und Fremden, die auch auf der Flucht sind. Diese Fremde werden während der siebenwöchigen Flucht eine Ersatzfamilie für Javier. Sie flüchten übers Wasser, in kleinen Booten und ich fühle Javiers Angst vor dem tiefen Meer, da er noch nicht schwimmen kann. Sie fahren mit dem Bus und ich merke, wie erschöpft Javier war. Sein salvadorianisch muss er während der Flucht verstecken und ich spüre die Furcht, als er versehentlich „falsch“ nach einem Strohhalm verlangt. Ich genieße mit Javier zusammen die Umarmungen - für einen kurzen Augenblick das Gefühl von Geborgenheit. Ich kann förmlich all das gute mexikanische Essen schmecken, dass nach Tagen der Flucht ein Festmahl ist. Ich verspüre die Traurigkeit, als der Rucksack und Großvaters Ersatzzahnbürste nicht mehr da ist. Und ich liebe es, dass es Menschen wie Mr. Gonzalez gibt. Viele kleine Augenblicke, die mir verdeutlicht haben, wie hart so eine Flucht für einen 9-Jährigen sein musste, so ganz „solito“. Auch wenn mir klar war, dass Javier die Flucht überlebt hat, war ich mir beim Lesen nicht immer sicher. Ich habe Javier in mein Herz geschlossen und wollt ihn zum Finale hin gar nicht mehr loslassen. Wirklich eine wichtige Geschichte. S. 198 „Zu Beginn der zwölf Stunden tat ich so, als würde ich schlafen, aber schon bald, ich weiß nicht mal wann, schlief ich richtig ein. Habe ich einen halben Tag lang geschlafen? Ich habe ein Nickerchen gemacht wie früher zu Hause. Aus dem Nickerchen wurde Schlaf, ein Tiefschlaf[…]Ich hatte nicht gewusst, dass ich so müde war.“ S. 303 „Patricia hat ihren Rucksack zurückgelassen, genau wie ich, aber Carla hat ihren noch bei sich. Was soll ich anziehen? Ich will meine Sachen wiederhaben. Großvaters Ersatzzahnbürste, die ich nie benutzt habe. Ich kann nicht sprechen. Meine Zunge ist wie abgeschnitten.“
Aufwühlend
Die Geschichte handelt von dem neunjährigen Javier, der in El Salvador lebt. Seit seine Eltern vor einigen Jahren in die USA geflohen sind, lebt er bei seinen Großeltern. An seinen Vater hat er kaum noch Erinnerungen, während er seine Mutter, die einige Jahre nach seinem Vater geflohen ist, sehr vermisst. Jeden Tag träumt er davon, dass auch er endlich die "Reise", wie sie zuhause stets genannt wird, antreten darf. Als er neun Jahre alt ist, wird er von einem Kojoten abgeholt und aus der erwarteten "Reisedauer" von zwei Wochen werden sehr viel mehr. Das Buch hat mich sehr berührt und handelt von einem Erlebnis, wie es so ähnlich unzählige Menschen durchmachten und durchmachen. Erzählt wird aus der Sicht des Kindes. Dadurch ist der Stil etwas einfacher, aber nichtsdestotrotz sehr detailliert und anschaulich. Zudem konnte ich mich so besser in Javier hineinversetzen, als wenn es aus der Perspektive des erwachsenen Javiers erzählt worden wäre. Im Text kommen viele spanische Wörter vor. Diese werden zwar hinten kapitelweise übersetzt, aber ich kann mir vorstellen, dass es den Leuten, die des Spanischen überhaupt nicht mächtig sind, den Lesefluss erschwert. Gleichzeitig wirkt die Geschichte durch die Verwendung der Begriffe aber auch viel authentischer. An einigen Stellen sind sie sogar notwendig, um die Sprachschwierigkeiten der fliehenden Gruppe in den unterschiedlichen Ländern aufzuzeigen. Mich hat die Geschichte sehr berührt und sie ist ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, sich anderen gegenüber menschlich zu verhalten.
„Reise. Vor rund einem Jahr fingen meine Eltern an, dieses Wort zu benutzen. - Eines Tages wirst du eine Reise machen um bei uns zu sein.“ Javier Zamora schildert uns in eindrucksvollen Worten seine eigene Reise - und zwar von El Salvador, wo er bis zu seinem neunten Lebensjahr bei seinen Großeltern aufwuchs und zuerst sein Vater, dann seine Mutter vor dem Bürgerkrieg, der in den 90er Jahren in El Salvador herrschte, in die USA flohen. Javier kannte seine Eltern nur aus Erzählungen, aus seinen frühen Erinnerungen und von Telefonaten. Für ihn waren sie immer diejenigen, die ihm Power Ranger Figuren und Disneyvideos schicken - sie waren eine kometenhafte Idee, der er nun folgen sollte. Seine Eltern beauftragen eine Schlepperbande, ihren Jungen quer durch Mittelamerika in die USA zu bringen. Was Javier auf dieser Reise erlebt, wird ihn emotional sein gesamtes Leben hindurch prägen. Er beginnt mit seiner Geschichte in El Salvador, der Ort, der für ihn Heimat bedeutete. Seine Abuelita, seine Großmutter, und sein Großvater und seine Tante Mali ziehen ihn groß. Diese drei Personen verwurzeln ihre Gedanken nicht nur in Javier, sondern auch im Lesenden. In mir. Ich mochte Mali, wie Javier sie liebte. Ich hatte Respekt vorm Großvater, wie er. Der Großvater, der Javier ein Stück auf seiner Reise begleitete, war für mich ein sehr starker Charakter. In der Vergangenheit hat er seine dunklen Seiten gezeigt, doch Javier vergötterte er - und sein Einfluss zog sich durch Javis gesamte Geschichte. Und schließlich Javier selbst. Der mutige kleine Junge, mit einer Vision seiner Eltern und dem Idealbild von „La USA“ vor Augen, der Mut fassen muss, um auf die Toilette zu gehen oder um Hilfe zu bitten. Aus seinen Augen wird uns ein halber Kontinent beschrieben. Für mich war es so beeindruckend, wie anschaulich er die Orte, die Landschaft, den Mond, die Kakteen beschrieb. „Ich schaute hinauf zu den Löchlein in der dunklen Decke des Himmels. Sterne glitzerten. Warum blinken sie so? Können sie die Erde unter unseren Füßen sehen? Wie alte Zeitungen. Knistern. Knirschen. Wie wenn man auf Eierschalen läuft“ Knacken.“ S.279 Doch genauso nahm ich bitter in mir auf, wie er den Hunger und den Durst beschreibt, den Geruch der Menschen und der Umgebung, die Erschöpfung und die Schmerzen, die Angst, die Hoffnungslosigkeit und den Zweifel. Und es machte mich so wütend. Javier kroch mir unter die Haut und ich wollte ihn am liebsten beschützend in den Arm nehmen. So liest man jedoch wie Javier von Kapitel zu Kapitel sich mehr und mehr auf die Lebensnotwendigen Dinge beschränkt. Pissen. Trinken. Schlafen. Doch das übernahmen andere für mich - nämlich die Familie, die zwar keine Blutsbande teilt, aber durch das selbe Schicksal und das selbe Streben verbunden sind. Die Foundfamily wuchs mir Seite um Seite mehr ans Herz - sie strahlte in der Hölle des Weges Mitgefühl und Wärme aus, obwohl ich mich zwischenzeitlich fragte, woher sie die Kraft für diesen kleinen fremden Jungen genommen hat. Und Javier schreibt am Ende selbst, dass niemand, der die Reise über die staubigen Straßen Mittelamerikas und den entbehrungsreichen Marsch durch die Sonora-Wüste nicht mitgemacht hat, seine Gruppe verstehen kann. Dies ist ein Buch über die Reise eines kleinen Jungen, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist kein Buch über die großen Zusammenhänge der Migrationsgeschichte zwischen Mittelamerika und den USA, geschweige denn den politischen Verflechtungen. Doch es regt zum recherchieren an.
Im März 1999, acht Jahre nach dem grausamen Bürgerkrieg in El Salvador, lebt der neunjährige Javier bei seinen Großeltern in La Herradura. Sein größter Traum ist es, seinen Eltern, die er seit Jahren nur durch sporadische Fotos und seltene Telefonate kennt, nach „La USA“ zu folgen. Javiers Vater verließ das Land aus „politischen Gründen“, als er erst zwei Jahre alt war, und seine Mutter folgte vor vier Jahren. Nun scheint Javiers Traum greifbar nahe: Der berüchtigte Menschenschmuggler „Kojote“ Don Dago will Javier und fünf weitere Flüchtlinge über Guatemala und Mexiko in die USA schleusen. In seinem autobiografischen Roman „Solito“ schildert der Lyriker Javier Zamora in Retroperspektive seine traumatischen Erfahrungen als minderjähriger Flüchtling auf einer gefährlichen, 2,5-monatigen Odyssee, denen er sich erst als Erwachsener im Rahmen einer Therapie stellen konnte. Er zeichnet dabei ein äußert detailgetreues, bildhaftes und erschütterndes Bild aus der kindlichen Perspektive eines Neunjährigen, der einerseits oft mit Einsamkeit, Angst, Abhängigkeitsgefühlen, gefährlichen Situationen und den Schrecken der Flucht konfrontiert wird, andererseits aber auch prägende Momente der Menschlichkeit und Solidarität erlebt. Die Geschichte ist zweifellos von großer persönlicher Bedeutung und bietet einen wichtigen Einblick in das Schicksal minderjähriger Flüchtlinge. Aufgrund dieser Thematik fällt mir eine Kritik nicht ganz leicht, aber leider weist der Roman aus meiner Sicht auch gewisse Schwächen auf. An vielen Stellen wirkt die Erzählung zäh und redundant; die detailgenaue und repetitive Beschreibung zahlreicher Sachverhalte empfand ich überfrachtet sowie ermüdend und zudem störte ich mich in diesem Fall an der Einbindung zahlreicher spanisch-salvadorianischer Begriffe. Obwohl ich die Verwendung der eigenen Sprache sonst stets befürworte und sie einer Geschichte auch Authentizität verleiht, überschritt sie hier für mich das Maß und zusätzlich empfand ich das Glossar teils verwirrend und unvollständig. Das Ende des Romans trägt definitiv zum besseren Verständnis bei, lässt mitfühlend und nachdenklich zurück. „Solito“ ist ein wichtiges Memoir über (unbegleitete) Flucht und Migration – insbesondere auch in Hinblick auf den Kontext El Salvador, über den ich viel zu wenig weiß. Dennoch konnte mich „Solito“ insgesamt leider auf literarischer Ebene nicht vollumfänglich überzeugen. Übersetzt aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Solito..
Im Buch „Solito“ erzählt der Autor Javier Zamora, genannt Chupito, seine eigene Geschichte. Seit der Auswanderung seiner Eltern in die USA lebt der kleine Chupito in El Salvador bei seinen Großeltern und wartet seit längerer Zeit darauf, von Schleppern innerhalb von zwei Wochen in die USA zu seiner Mutter und seinem unbekannten Stiefvater gebracht zu werden. Der 9-jährige Chupito wächst, nachdem seine Eltern bereits vor vier Jahren in die USA geflüchtet sind, bei seinen Großeltern auf. Seine Mutter meldet sich alle zwei Wochen telefonisch bei ihm und schickt ihm immer zu Weihnachten Geschenke. In der Schule ist er kleine Klassenbeste. Zu seinen Großeltern hat er eine sehr gute, liebevolle Beziehung. Das Buch begleitet die Reise von Javier mit verschiedenen Transportmitteln, quer durch Mittelamerika. Die Route führt über den Pazifik mit einem sechs Meter langen Boot nach Mexiko, wo die Gruppe zunächst per Bus näher an ihr Ziel und dann mit Lastwagen zur La Línea gebracht werden. Ständiger Begleiter von Javier ist die Angst – die tägliche Angst, erwischt zu werden, und das Ungewisse, ob er es jemals bis in die USA schafft. seiner autobiografischen Reise quer durch Mittelamerika, mit allem Leid und vor allem Mut! Wir erleben nicht nur ein angstgeplagtes Kind, sondern auch einen kleinen Jungen, der über sich hinauswächst. Wir erleben Zusammenhalt und Freundschaft sowie eine Mutter, die sich liebevoll um ihn kümmert, als wäre er ihr eigenes Kind. Der erste Teil des Buches gefiel mir außerordentlich gut. Alles war gut und detailreich beschrieben, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der zweite Teil, vor allem die Länge der Märsche, waren für mich ein bisschen zu detailliert, und auch die spanischen Ausdrücke nahmen zu, was mir mühsam erschien. Die Kapitel sind kurz gehalten, was ich gerne mag. Das Buch, die Geschichte, gefiel mir ganz gut. Sind für mich 4.5/5 Sterne.
Eine Geschichte, wie diese, ist sehr wichtig! Wir begleiten Javier Zamora auf seinem Weg von El Salvador bis in die USA. Für mich bezieht sich die Bewertung auf den langatmigen Schreibstil und die vielen spanischen Sätze und Wörter, die nicht übersetzt wurden. Wir lesen in dieser Geschichte aus der Sicht des neunjährigen Javier Zamora. Er wächst bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor langer Zeit in die USA geflüchtet. Gemeinsam mit seinem Großvater beginnt er seine Reise ebenfalls dorthin. Irgendwann muss Javier seinen Weg allein weitergehen. Er lernt dann Marcelo, Cheno, Patricia und Carla kennen und schließt sich ihnen an. Und die Reise beginnt. Es gibt in dieser Geschichte sehr viele Erklärungen der Umgebung, der Landschaften und der Menschen, die ihm begegnen. Zu viel für meinen Geschmack. Es war mir teilweise zu genau beschrieben und zu viele Wiederholungen. Ich hätte gerne viel mehr in Zaviers Kopf hinein geschaut und seine Gefühle und Gedanken begleitet. Außerdem hätte ich gerne mehr über seine Eltern erfahren, was genau damals passiert ist und wie die Lage in El Salvador gewesen ist. Am meisten gestört haben mich jedoch die vielen spanischen Sätze und Wörter, die häufig vorkamen. Hinten im Buch gibt es darüber ein Glossar, jedoch nicht wirklich übersichtlich. Dort ständig nachzuschlagen, hätte den Lesefluss noch mehr, als sowieso schon gestört. Alles in allem eine sehr interessante Geschichte, die einen auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Bücher, die auf einer wahren Begebenheit beruhen, lesen sich immer etwas anders, als normale Unterhaltungsliteratur. Es gibt während des Lesens eine komische, beklemmende Stimmung. Das Thema ist sehr aktuell und somit noch wichtiger, diese Geschichte zu erzählen. Das Buch bleibt auf jeden Fall lange im Gedächtnis!

Zur Aufmachung des Buches: Das Cover fand ich wunderschön und besonders gefreut hat mich, dass man den Titel „Solito“ direkt nach ein paar ersten Seiten verstanden hat. Dieses Buch ist eine Autobiografie des Autors und die Geschichte hat mich fasziniert. Ich muss jedoch gestehen, dass mich das Buch leider nicht so fesseln konnte, wie ich erhofft hatte. Bitte nicht falsch verstehen: Das Thema ist wichtig, doch der Schreibstil hat es mir schwer gemacht. Viele spanische Ausdrücke (am Ende ein sehr langes Glossar dazu), langatmige und sehr detailgetreue Erklärungen und auch Wiederholungen, die es schwer gemacht haben die Geschichte mitzufühlen. Zudem war die Sprache die eines neunjährigen Kindes. 💫𝑭𝒂𝒛𝒊𝒕 Ich bin es gewohnt Bücher schnell „runterzulesen“ und von Ihnen gefesselt zu werden. Hier hat es der Schreibstil mit den vielen spanischen Begriffen es schwierig gemacht überhaupt in einen Lesefluss zu kommen und ich musste immer wieder stoppen und erneut beginnen. Seine eigene Fluchtgeschichte, die 7 Wochen lang ging, in ein solches biografisches Buch zu packen, verdient meinen größten Respekt und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer es für den Autor war. Das Buch mit seiner Thematik ist absolut lesenswert, das steht für mich außer Frage, doch war es leider nicht für mich der richtige Stil, um mich mit dem Autor verbunden zu fühlen und ihn emotional bei seinem Weg zu begleiten. 📚💕

Die einsame Reise - Solito Die Flucht in die USA. Javier Zamora, erzählt seine Geschichte, die mit dem Aufbruch von seinen Großeltern aus El Salvador im Alter von 9 jährigen beginnt und die Reise durch Guatemala, Mexiko und den USA führt, um zu seinen Eltern in die USA zu gelangen. Seine Eltern flohen gemeinsam aufgrund des in Chile herrschenden Bürgerkrieges in die Vereinigten Staaten. Javier begab sich alleine auf den Weg und folgte seinen Eltern später in die USA. Er überquerte nach mehrere gescheiterten Anläufen illegal die Grenze in die USA. Die Reise, auf die der Leser sich begibt, ist gespickt mit spanischen Wörtern und Ausdrücken, die auf dieser Wanderschaft einen immer wieder zurück in das Geschehen zog. Die außergewöhnliche Fähigkeit des Autors ist es, alle Empfindungen, Geschmäcke und Aussichten in einer realistischen und lebensechten Form zu porträtieren. Die Sprache ist poetisch, doch so darf man nicht vergessen, jede Einzelheit und Situation hat der Autor selbst durchlebt. Daher ist es nicht leicht solch ein von grauen gespicktes Buch zu lesen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass dies kein Einzelfall ist. Oft passieren Minderjährige und Jugendliche allein die Grenzen und begeben sich auf eine gefährliche Reise. Ein sehr empfehlenswertes Buch für jeden, der gerne mehr über die Gedanken, den Weg und die Erfahrungen eines flüchtenden Kindes erfahren möchte
Am Anfang zieht es sich ein bisschen, bis es endlich losgeht, aber dafür erfährt man viele Details über das Leben von Javier in El Salvador. Auch seine Flucht in die USA beschreibt er detailliert und man lernt unglaublich viel über die Situation an der Grenze Mexiko/USA. Es sind viele spanische Wörter im Text, aber man versteht das Buch vermutlich auch ohne die Ausdrücke übersetzen zu können bzw. am Ende des Buchs gibts auch ein Glossar zum Nachlesen.
Die Kapitel des Buches sind nach dem jeweiligen Aufenthaltsort des jungen Javier und seiner sechsköpfigen Reisegruppe benannt. Fast wie ein Tagebuch sind diese weiter untergliedert. Beim Lesen fragte ich mich jeden Tag, was wohl am darauffolgenden passiert, welcher Rückschlag diesmal auf ihn zukommt. Javier erzählt ausführlich von den Ereignissen seiner "Reise", als er von El Salvador zu seinen Eltern nach "La USA" flieht. Es ist der erste Bericht einer illegalen Auswanderung, den ich gelesen habe und die Fragen, die zu diesem Thema schon immer in meinem Kopf schwirrten, beantwortete der Autor mit der notwendigen Klarheit und Härte. Dennoch bleibt die Geschichte die eines Kindes und lebt von kindlichen Überzeugungen und Sprache. Nicht nur einmal habe ich mit Javier gefühlt und zwischen Vorfreude darauf, endlich seine Eltern zu sehen, und dem Vermissen seiner Heimat und seiner Großeltern und Tanten gestanden. Der Autor gibt mit der Verschriftlichung seiner Erlebnisse so vielen Menschen eine Stimme; auch denen, die die Reise nicht überlebt haben.
Die Kapitel des Buches sind nach dem jeweiligen Aufenthaltsort des jungen Javier und seiner sechsköpfigen Reisegruppe benannt. Fast wie ein Tagebuch sind diese weiter untergliedert. Beim Lesen fragte ich mich jeden Tag, was wohl am darauffolgenden passiert, welcher Rückschlag diesmal auf ihn zukommt. Javier erzählt ausführlich von den Ereignissen seiner "Reise", als er von El Salvador zu seinen Eltern nach "La USA" flieht. Es ist der erste Bericht einer illegalen Auswanderung, den ich gelesen habe und die Fragen, die zu diesem Thema schon immer in meinem Kopf schwirrten, beantwortete der Autor mit der notwendigen Klarheit und Härte. Dennoch bleibt die Geschichte die eines Kindes und lebt von kindlichen Überzeugungen und Sprache. Nicht nur einmal habe ich mit Javier gefühlt und zwischen Vorfreude darauf, endlich seine Eltern zu sehen, und dem Vermissen seiner Heimat und seiner Großeltern und Tanten gestanden. Der Autor gibt mit der Verschriftlichung seiner Erlebnisse so vielen Menschen eine Stimme; auch denen, die die Reise nicht überlebt haben.
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Protagonist(s)
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»Eine herzzerreißende Geschichte eines neunjährigen Kindes, das aus Zentralamerika aufbricht, um zu seinen schon geflüchteten Eltern in Kalifornien zu kommen. Ich habe geweint, vor Mitleid und vor Wut.« Lea Ypi
Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen – und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren – und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.
Javier Zamora hat nach seiner Ankunft in den USA kaum je über seine Erlebnisse gesprochen. Bei der Veröffentlichung wurde das Buch von der Kritik gefeiert – und sofort zum Bestseller.
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Author Description
Javier Zamora wurde 1990 in El Salvador geboren und wuchs bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern flohen vor den Todesschwadronen des salvadorianischen Bürgerkriegs in die Vereinigten Staaten. Im Alter von neun Jahren lief er quer durch Guatemala und Mexiko in die USA. Heute lebt er als Autor in Arizona. Für »Solito« wurde er mit dem The Los Angeles Times-Christopher Isherwood Prize ausgezeichnet.
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Klappentext: „ Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen - und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren - und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.“ Eine unglaubliche, berührende und bewegende Geschichte. Das Buch wird noch lange nachhallen.
Solito" von Javier Zamora ~~~ "Wir sind mitten im Pazifischen Ozean, umgeben von Wasser, Wasser und Wasser. Himmel, Himmel, Himmel. Wolken und noch mehr Wolken". ~~~ Eine berührende, erlebte und schockierende Geschichte, die ich daher in Etappen gelesen und das Buch mehrmals zur Seite gelegt habe. ~~~ Javier Zamora erzählt mir in seinem Buch, wie er als 9jähriger Junge allein aus seinem Heimatland gefüchtet ist, um bei seinen Eltern in den USA leben zu können. ~~~ Ich habe während des Lesens darüber nachgedacht, ob ich als 9jährige, so mutig und stark gewesen wäre, mich ganz allein und voller Angst auf einen so lebensbedrohlichen Weg zu machen. Meine einzige Perspektive dabei sind die bezahlten Schlepper. ~~~ Javier Zamora schreibt in einer einfachen und kindlichen Sprache über die menschlichen Seiten und Traumata seiner Flucht, die Erlebnisse sind echt, real und hallen nach. ~~~ Javier's Geschichte ist voller Hoffnung und Hilfsbereitschaft, mit Einblicken, die sehr nachdenklich stimmen und unter die Haut gehen. ~~~ Meine Leseempfehlung für noch hoffentlich viele Leser*innen. ~~~ Inhalt Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen – und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren – und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.
Beeindruckend und erschütternd
Ein erschütternder Erfahrungsbericht eines 9jährigen Jungen über die Flucht in die USA. Javier wächst in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Die Lage dort bekommt man so nebenbei geschildert. Es gibt Korruption, Armut und auch in seiner Familie hat er es nicht leicht. Seine Eltern sind vor ein paar Jahren schon in die USA geflüchtet und wollen ihn jetzt zu sich holen. Sein Großvater begleitet ihn noch ein Stück zu einem Schlepper und dann geht die Odyssee alleine auch schon los. Es sind viele Etappen zu überwinden mit Bussen. Boot, LKW und auch oft zu Fuß. Quälender Durst und Hunger sind ständige Begleiter. Er erlebt sengende Hitze, Kälte und ist dauerhaft schmutzig und erschöpft. Zum Glück trifft er auf der Flucht auch auf Menschen, die ihm Zuversicht und Wärme geben. Der Roman ist aus der Sicht von Javier geschrieben und das ist richtig toll gelungen. Seine Naivität, seine Sicht auf die anderen Menschen, die große Freude an schönem Essen, die Pflanzen und Tiere, die ihm begegnen. Das ist wirklich hervorragend umgesetzt. Man spürt seine Einsamkeit, seine Ängste und erleben auch wie er über sich hinaus wächst. Etwas anstrengend waren für mich die vielen spanischen Begriffe, die man dann nachschlagen konnte. Sicher ist das aber gewollt um den Leser näher an die Sprachbarrieren heran zu führen. Ein absolut bereicherndes und wichtiges Buch, dass im Kopf bleibt.
JAHRESHIGHLIGHT
SOLO, SOLITO, SOLITO DE VERDAD - allein, ganz allein, mutterseelenallein - „Sag niemandem, wie viel Geld du hast. Sag niemandem, wo du geboren bist. Sag niemandem die Telefonnummer deiner Eltern, nur im echten Notfall. Ein Notfall ist, wenn niemand, den du kennst, in deiner Nähe ist. Oder wenn du von der Gruppe getrennt bist, nur dann sprich den nächsten Erwachsenen an.“ (S.84) Dies ist die wahre Geschichte von Javier Zamora. Aufgrund des Bürgerkriegs in San Salvador wanderte Javiers Vater Anfang der 90er Jahre nach Kalifornien aus, als Javier noch nichtmal zwei Jahre alt war. Javiers Mutter folgte seinem Vater, als Javier 5 war. Javier lebte von da an bei seinen Großeltern. Schon ein Mal haben sie versucht, Javier nachzuholen, indem er die Identität eines anderen Jungen annehmen und mit dem Flugzeug fliegen sollte. Doch dies ging schief. Auch ihre Versuche, ein Visum zu bekommen, wurden abgelehnt. „Jetzt haben wir 1999. Ich bin neun, und ich möchte mit Mama kuscheln.“ (S.29) Nun, Javier ist 9 Jahre alt, wird Don Dago beauftragt, Javier in die USA zu schmuggeln; von San Salvador, quer durch Guatemala und den weiten Weg nordwärts durch Mexiko, bis in die USA. Auf der ersten Etappe bis nach Guatemala wird Javier noch von seinem Großvater begleitet, danach ist er auf sich allein gestellt; in einer Gruppe mit 6 Fremden und dem „Kojoten“, dem Mann, der sie bis zur Grenze, La Lìnea, bringen soll, insgesamt knapp 5000 km. „ Die Sechs nenne ich uns. Insgeheim. Als wären wir die Power Rangers, Sailor Moon oder die Jugendlichen mit den magischen Ringen, mit denen sie Captain Planet herbeirufen. Wir sind ein Team. Unsere Mission: nach La USA zu gelangen.“ (S.110) Nur begleitet von seinem „Schutzpatron“, dem Cadejo, eine Sagengestalt, von dem sein Großvater Javier gesagt hat „Sie beschützen dich, wenn du sie brauchst.“ Javier war 7 Wochen unterwegs, in denen seine Eltern nie etwas von ihm hörten, und schon dachten, er sei tot. Dies ist die herzzerreißende und beeindruckende Geschichte eines kleinen Jungen, der doch nur bei seinen Eltern sein möchte und der permanenten Angst, entdeckt zu werden. Javier Zamora hat erst einige Jahre nach dem Eregnissen, die er zunächst verdrängt hat, begonnen, Gedichte zu schreiben, um seine Traumata der Migration aufzuarbeiten. Das Verarbeiten seiner Erlebnisse führte letztendlich zu diesem Roman, den er (wie es in der Danksagung zu lesen ist), nur mit der Unterstützung seiner Therapeutin schreiben konnte. Das Buch ist so besonderen geschrieben! Denn obwohl Javier Zamora schon erwachsen war, als er diesen Roman geschrieben hat, haben wir als Lesende wirklich das Gefühl, wir lesen aus der Perspektive eines 9-jährigen Jungen. Das war so ergreifend und besonders! Ich war dem kleinen Javier emotional so so nah und erlebte Alles höchst intensiv mit. Die Geschichte entwickelte einen derartigen Sog beim Lesen und ich wollte nicht mehr von Javiers Seite weichen. Javiers Schicksal hat mich mitgenommen, geschmerzt, zu Tränen gerührt und wird mir immer im Gedächtnis bleiben! „Wir sehen aus wie eine Streichholzschachtel. Hölzchen übereinander. Eine menschliche Torte. Ich bin das Sahnehäubchen, der Kleinste auf dem fliegenden Teppich. Ich bin Aladdin. Ich habe es endlich durch die Wüste geschafft.“ (S.459) Noch ein paar Worte zur Ausgabe: Was ich leider in dem Buch vermisst hab, war eine Karte von Javiers Reise; ich weiß nicht, ob diese in der Originalausgabe enthalten ist, online habe ich auch nichts gefunden, aber ich persönlich hätte es sehr schön gefunden, die verschiedenen Etappen auch optisch nachvollziehen zu können. So war ich selbst dauernd am googeln und habe probiert mir eine Übersicht zu schaffen. Was wiederum gut gelungen ist, sind die ganzen Spanischen Begriffe und Wendungen, die in dem Roman selbstverständlich ausführlich vertreten sind; diese sind alle in einem Glossar am Ende des Buchs aufgeführt. Ich persönlich hätte es vielleicht noch komfortabler gefunden, diese als Fußnoten auf den entsprechenden Seiten zu finden, so musste man immer ans Ende des Buchs blättern und herumsuchen, aber das ist nur mein persönliches Empfinden. Dies ist ein Buch, was einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und was Einen so schnell nicht mehr loslässt - absolutes Jahreshighlight! Und Leseempfehlung! Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Eindrucksvolle Fluchtgeschichte
Zamora beschreibt, wie er im Frühling 1999 als neunjähriger Junge alleine von El Salvador über Mexiko illegal in die USA reiste, um mit seinen Eltern leben zu können. Das Buch ist die Aufarbeitung eines traumatischen Erlebnisses, geprägt von körperlichen und seelischen Entbehrungen, Gewalt, Diskriminierung aber auch menschlicher Güte in anscheinend hoffnungslosen Momenten. Zamora erzählt aus kindlicher Perspektive ungeschält, wie er die Grenzüberschreitung erlebte. Dabei webt er aber so viel Subtext mit, den der 9-jährige Javier zwar nicht verstand, wir Lesende uns aber ein gutes Bild von den Zusammenhängen machen können. Einfühlsam und direkt - ein wichtiges Zeitzeugnis. Mehr zum Buch im Lesemonat August auf meinem YouTube Kanal „Japan Connect“. https://youtu.be/10FCwm4To6o?si=8ImD8fzLoBAfp8Xe
Eine fesselnde und bewegende wahre Geschichte
"Solito" erzählt die Geschichte von Javier Zamora und seiner illegalen Einreise von El Salvador in die USA als neunjähriger Junge in Begleitung von Fremden. Sein Ziel ist es, zu seinen Eltern nach Kalifornien zu gelangen, die bereits vor Jahren geflohen sind. Die monatelange, lebensgefährliche Reise macht Fremde zu einer Art Familie für ihn. Besonders berührend fand ich den Abschied von seinem Großvater und Javiers tapfere Art, die gesamte Reise zu überstehen. Der mutige und sehr sympathische Junge ist mir sehr ans Herz gewachsen. Zamora gelingt es hervorragend, seine Erlebnisse, Eindrücke, Geräusche und Gefühle dem Leser zu vermitteln. Man spürt die Strapazen der Märsche, die Hilflosigkeit auf dem Boot, die Hitze, den Durst, den Hunger und die ständige Angst, festgenommen und eingesperrt zu werden. Das Buch entfaltet eine Sogwirkung, die es schwer macht, es aus der Hand zu legen. Diese abenteuerliche Reise hat mich nachhaltig beeindruckt sowie die Hilfsbereitschaft. Allerdings haben mich die vielen spanischen Wörter und Ausdrücke im Lesefluss gestört und frustriert. Das Glossar am Ende des Buches war anfangs hilfreich, aber mit der Zeit habe ich aufgehört, die Wörter nachzuschlagen, und versucht, den spanischen Dialogen selbst eine Bedeutung zu geben. Dies ist jedoch mein einziger Kritikpunkt an diesem ansonsten sehr lesenswerten Buch. "Solito" ist eine fesselnde und sehr bewegende wahre Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann.

„Solito“…was hat es mir diese Geschichte schwer gemacht, sie zu lieben und doch hab ich sie geliebt. Ich glaube, ich habe fast 160 Seiten gebraucht, um das zu finden, was ich mir erhofft hatte. Ich wollte nicht aufgeben, da ich entschlossen war, Javiers Trip mitzuerleben. Ich wollte den 9-jährigen Jungen nicht verlassen, aber war wirklich kurz davor aufzugeben. Die vielen spanischen Wörter haben mich in meinem Lesefluss gestört. Ich bin eine lernfähige Leserin und kann mir Worte, die sich öfters im Text wiederholen, auch merken. Ich mag dies sogar, weil es authentischer wirkt und manchmal eine Übersetzung einfach unpassend ist. Hier bin ich allerdings über zu viele random spanische Worte bzw. Sätze gestolpert, die ich laufend hinten im Glossar - ganze 16 Seiten lang - nachschlagen musste. Gepaart mit der naiven Sprache, dem Festhängen mancher Gedanken an „Unwichtigem“, war es für mich erst mal anstrengend, Javier zu begleiten. Aber ich hab durchgehalten und es hat sich gelohnt. Zum Schluss sind sogar einige Tränen gekullert und ich hab verstanden, warum manches „Unwichtige“ wichtig war. Javier lebt bei seinen Großeltern in El Salvador, seine Eltern sind schon vor Jahren in „La USA“, arbeiten und schicken regelmäßig Geld und Spielsachen. Er soll nun auch nachkommen. Sein Großvater begleitet den 9-Jährigen bis zum Schlepper und überlässt den Jungen den „Kojoten“ und Fremden, die auch auf der Flucht sind. Diese Fremde werden während der siebenwöchigen Flucht eine Ersatzfamilie für Javier. Sie flüchten übers Wasser, in kleinen Booten und ich fühle Javiers Angst vor dem tiefen Meer, da er noch nicht schwimmen kann. Sie fahren mit dem Bus und ich merke, wie erschöpft Javier war. Sein salvadorianisch muss er während der Flucht verstecken und ich spüre die Furcht, als er versehentlich „falsch“ nach einem Strohhalm verlangt. Ich genieße mit Javier zusammen die Umarmungen - für einen kurzen Augenblick das Gefühl von Geborgenheit. Ich kann förmlich all das gute mexikanische Essen schmecken, dass nach Tagen der Flucht ein Festmahl ist. Ich verspüre die Traurigkeit, als der Rucksack und Großvaters Ersatzzahnbürste nicht mehr da ist. Und ich liebe es, dass es Menschen wie Mr. Gonzalez gibt. Viele kleine Augenblicke, die mir verdeutlicht haben, wie hart so eine Flucht für einen 9-Jährigen sein musste, so ganz „solito“. Auch wenn mir klar war, dass Javier die Flucht überlebt hat, war ich mir beim Lesen nicht immer sicher. Ich habe Javier in mein Herz geschlossen und wollt ihn zum Finale hin gar nicht mehr loslassen. Wirklich eine wichtige Geschichte. S. 198 „Zu Beginn der zwölf Stunden tat ich so, als würde ich schlafen, aber schon bald, ich weiß nicht mal wann, schlief ich richtig ein. Habe ich einen halben Tag lang geschlafen? Ich habe ein Nickerchen gemacht wie früher zu Hause. Aus dem Nickerchen wurde Schlaf, ein Tiefschlaf[…]Ich hatte nicht gewusst, dass ich so müde war.“ S. 303 „Patricia hat ihren Rucksack zurückgelassen, genau wie ich, aber Carla hat ihren noch bei sich. Was soll ich anziehen? Ich will meine Sachen wiederhaben. Großvaters Ersatzzahnbürste, die ich nie benutzt habe. Ich kann nicht sprechen. Meine Zunge ist wie abgeschnitten.“
Aufwühlend
Die Geschichte handelt von dem neunjährigen Javier, der in El Salvador lebt. Seit seine Eltern vor einigen Jahren in die USA geflohen sind, lebt er bei seinen Großeltern. An seinen Vater hat er kaum noch Erinnerungen, während er seine Mutter, die einige Jahre nach seinem Vater geflohen ist, sehr vermisst. Jeden Tag träumt er davon, dass auch er endlich die "Reise", wie sie zuhause stets genannt wird, antreten darf. Als er neun Jahre alt ist, wird er von einem Kojoten abgeholt und aus der erwarteten "Reisedauer" von zwei Wochen werden sehr viel mehr. Das Buch hat mich sehr berührt und handelt von einem Erlebnis, wie es so ähnlich unzählige Menschen durchmachten und durchmachen. Erzählt wird aus der Sicht des Kindes. Dadurch ist der Stil etwas einfacher, aber nichtsdestotrotz sehr detailliert und anschaulich. Zudem konnte ich mich so besser in Javier hineinversetzen, als wenn es aus der Perspektive des erwachsenen Javiers erzählt worden wäre. Im Text kommen viele spanische Wörter vor. Diese werden zwar hinten kapitelweise übersetzt, aber ich kann mir vorstellen, dass es den Leuten, die des Spanischen überhaupt nicht mächtig sind, den Lesefluss erschwert. Gleichzeitig wirkt die Geschichte durch die Verwendung der Begriffe aber auch viel authentischer. An einigen Stellen sind sie sogar notwendig, um die Sprachschwierigkeiten der fliehenden Gruppe in den unterschiedlichen Ländern aufzuzeigen. Mich hat die Geschichte sehr berührt und sie ist ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, sich anderen gegenüber menschlich zu verhalten.
„Reise. Vor rund einem Jahr fingen meine Eltern an, dieses Wort zu benutzen. - Eines Tages wirst du eine Reise machen um bei uns zu sein.“ Javier Zamora schildert uns in eindrucksvollen Worten seine eigene Reise - und zwar von El Salvador, wo er bis zu seinem neunten Lebensjahr bei seinen Großeltern aufwuchs und zuerst sein Vater, dann seine Mutter vor dem Bürgerkrieg, der in den 90er Jahren in El Salvador herrschte, in die USA flohen. Javier kannte seine Eltern nur aus Erzählungen, aus seinen frühen Erinnerungen und von Telefonaten. Für ihn waren sie immer diejenigen, die ihm Power Ranger Figuren und Disneyvideos schicken - sie waren eine kometenhafte Idee, der er nun folgen sollte. Seine Eltern beauftragen eine Schlepperbande, ihren Jungen quer durch Mittelamerika in die USA zu bringen. Was Javier auf dieser Reise erlebt, wird ihn emotional sein gesamtes Leben hindurch prägen. Er beginnt mit seiner Geschichte in El Salvador, der Ort, der für ihn Heimat bedeutete. Seine Abuelita, seine Großmutter, und sein Großvater und seine Tante Mali ziehen ihn groß. Diese drei Personen verwurzeln ihre Gedanken nicht nur in Javier, sondern auch im Lesenden. In mir. Ich mochte Mali, wie Javier sie liebte. Ich hatte Respekt vorm Großvater, wie er. Der Großvater, der Javier ein Stück auf seiner Reise begleitete, war für mich ein sehr starker Charakter. In der Vergangenheit hat er seine dunklen Seiten gezeigt, doch Javier vergötterte er - und sein Einfluss zog sich durch Javis gesamte Geschichte. Und schließlich Javier selbst. Der mutige kleine Junge, mit einer Vision seiner Eltern und dem Idealbild von „La USA“ vor Augen, der Mut fassen muss, um auf die Toilette zu gehen oder um Hilfe zu bitten. Aus seinen Augen wird uns ein halber Kontinent beschrieben. Für mich war es so beeindruckend, wie anschaulich er die Orte, die Landschaft, den Mond, die Kakteen beschrieb. „Ich schaute hinauf zu den Löchlein in der dunklen Decke des Himmels. Sterne glitzerten. Warum blinken sie so? Können sie die Erde unter unseren Füßen sehen? Wie alte Zeitungen. Knistern. Knirschen. Wie wenn man auf Eierschalen läuft“ Knacken.“ S.279 Doch genauso nahm ich bitter in mir auf, wie er den Hunger und den Durst beschreibt, den Geruch der Menschen und der Umgebung, die Erschöpfung und die Schmerzen, die Angst, die Hoffnungslosigkeit und den Zweifel. Und es machte mich so wütend. Javier kroch mir unter die Haut und ich wollte ihn am liebsten beschützend in den Arm nehmen. So liest man jedoch wie Javier von Kapitel zu Kapitel sich mehr und mehr auf die Lebensnotwendigen Dinge beschränkt. Pissen. Trinken. Schlafen. Doch das übernahmen andere für mich - nämlich die Familie, die zwar keine Blutsbande teilt, aber durch das selbe Schicksal und das selbe Streben verbunden sind. Die Foundfamily wuchs mir Seite um Seite mehr ans Herz - sie strahlte in der Hölle des Weges Mitgefühl und Wärme aus, obwohl ich mich zwischenzeitlich fragte, woher sie die Kraft für diesen kleinen fremden Jungen genommen hat. Und Javier schreibt am Ende selbst, dass niemand, der die Reise über die staubigen Straßen Mittelamerikas und den entbehrungsreichen Marsch durch die Sonora-Wüste nicht mitgemacht hat, seine Gruppe verstehen kann. Dies ist ein Buch über die Reise eines kleinen Jungen, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist kein Buch über die großen Zusammenhänge der Migrationsgeschichte zwischen Mittelamerika und den USA, geschweige denn den politischen Verflechtungen. Doch es regt zum recherchieren an.
Im März 1999, acht Jahre nach dem grausamen Bürgerkrieg in El Salvador, lebt der neunjährige Javier bei seinen Großeltern in La Herradura. Sein größter Traum ist es, seinen Eltern, die er seit Jahren nur durch sporadische Fotos und seltene Telefonate kennt, nach „La USA“ zu folgen. Javiers Vater verließ das Land aus „politischen Gründen“, als er erst zwei Jahre alt war, und seine Mutter folgte vor vier Jahren. Nun scheint Javiers Traum greifbar nahe: Der berüchtigte Menschenschmuggler „Kojote“ Don Dago will Javier und fünf weitere Flüchtlinge über Guatemala und Mexiko in die USA schleusen. In seinem autobiografischen Roman „Solito“ schildert der Lyriker Javier Zamora in Retroperspektive seine traumatischen Erfahrungen als minderjähriger Flüchtling auf einer gefährlichen, 2,5-monatigen Odyssee, denen er sich erst als Erwachsener im Rahmen einer Therapie stellen konnte. Er zeichnet dabei ein äußert detailgetreues, bildhaftes und erschütterndes Bild aus der kindlichen Perspektive eines Neunjährigen, der einerseits oft mit Einsamkeit, Angst, Abhängigkeitsgefühlen, gefährlichen Situationen und den Schrecken der Flucht konfrontiert wird, andererseits aber auch prägende Momente der Menschlichkeit und Solidarität erlebt. Die Geschichte ist zweifellos von großer persönlicher Bedeutung und bietet einen wichtigen Einblick in das Schicksal minderjähriger Flüchtlinge. Aufgrund dieser Thematik fällt mir eine Kritik nicht ganz leicht, aber leider weist der Roman aus meiner Sicht auch gewisse Schwächen auf. An vielen Stellen wirkt die Erzählung zäh und redundant; die detailgenaue und repetitive Beschreibung zahlreicher Sachverhalte empfand ich überfrachtet sowie ermüdend und zudem störte ich mich in diesem Fall an der Einbindung zahlreicher spanisch-salvadorianischer Begriffe. Obwohl ich die Verwendung der eigenen Sprache sonst stets befürworte und sie einer Geschichte auch Authentizität verleiht, überschritt sie hier für mich das Maß und zusätzlich empfand ich das Glossar teils verwirrend und unvollständig. Das Ende des Romans trägt definitiv zum besseren Verständnis bei, lässt mitfühlend und nachdenklich zurück. „Solito“ ist ein wichtiges Memoir über (unbegleitete) Flucht und Migration – insbesondere auch in Hinblick auf den Kontext El Salvador, über den ich viel zu wenig weiß. Dennoch konnte mich „Solito“ insgesamt leider auf literarischer Ebene nicht vollumfänglich überzeugen. Übersetzt aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Solito..
Im Buch „Solito“ erzählt der Autor Javier Zamora, genannt Chupito, seine eigene Geschichte. Seit der Auswanderung seiner Eltern in die USA lebt der kleine Chupito in El Salvador bei seinen Großeltern und wartet seit längerer Zeit darauf, von Schleppern innerhalb von zwei Wochen in die USA zu seiner Mutter und seinem unbekannten Stiefvater gebracht zu werden. Der 9-jährige Chupito wächst, nachdem seine Eltern bereits vor vier Jahren in die USA geflüchtet sind, bei seinen Großeltern auf. Seine Mutter meldet sich alle zwei Wochen telefonisch bei ihm und schickt ihm immer zu Weihnachten Geschenke. In der Schule ist er kleine Klassenbeste. Zu seinen Großeltern hat er eine sehr gute, liebevolle Beziehung. Das Buch begleitet die Reise von Javier mit verschiedenen Transportmitteln, quer durch Mittelamerika. Die Route führt über den Pazifik mit einem sechs Meter langen Boot nach Mexiko, wo die Gruppe zunächst per Bus näher an ihr Ziel und dann mit Lastwagen zur La Línea gebracht werden. Ständiger Begleiter von Javier ist die Angst – die tägliche Angst, erwischt zu werden, und das Ungewisse, ob er es jemals bis in die USA schafft. seiner autobiografischen Reise quer durch Mittelamerika, mit allem Leid und vor allem Mut! Wir erleben nicht nur ein angstgeplagtes Kind, sondern auch einen kleinen Jungen, der über sich hinauswächst. Wir erleben Zusammenhalt und Freundschaft sowie eine Mutter, die sich liebevoll um ihn kümmert, als wäre er ihr eigenes Kind. Der erste Teil des Buches gefiel mir außerordentlich gut. Alles war gut und detailreich beschrieben, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der zweite Teil, vor allem die Länge der Märsche, waren für mich ein bisschen zu detailliert, und auch die spanischen Ausdrücke nahmen zu, was mir mühsam erschien. Die Kapitel sind kurz gehalten, was ich gerne mag. Das Buch, die Geschichte, gefiel mir ganz gut. Sind für mich 4.5/5 Sterne.
Eine Geschichte, wie diese, ist sehr wichtig! Wir begleiten Javier Zamora auf seinem Weg von El Salvador bis in die USA. Für mich bezieht sich die Bewertung auf den langatmigen Schreibstil und die vielen spanischen Sätze und Wörter, die nicht übersetzt wurden. Wir lesen in dieser Geschichte aus der Sicht des neunjährigen Javier Zamora. Er wächst bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor langer Zeit in die USA geflüchtet. Gemeinsam mit seinem Großvater beginnt er seine Reise ebenfalls dorthin. Irgendwann muss Javier seinen Weg allein weitergehen. Er lernt dann Marcelo, Cheno, Patricia und Carla kennen und schließt sich ihnen an. Und die Reise beginnt. Es gibt in dieser Geschichte sehr viele Erklärungen der Umgebung, der Landschaften und der Menschen, die ihm begegnen. Zu viel für meinen Geschmack. Es war mir teilweise zu genau beschrieben und zu viele Wiederholungen. Ich hätte gerne viel mehr in Zaviers Kopf hinein geschaut und seine Gefühle und Gedanken begleitet. Außerdem hätte ich gerne mehr über seine Eltern erfahren, was genau damals passiert ist und wie die Lage in El Salvador gewesen ist. Am meisten gestört haben mich jedoch die vielen spanischen Sätze und Wörter, die häufig vorkamen. Hinten im Buch gibt es darüber ein Glossar, jedoch nicht wirklich übersichtlich. Dort ständig nachzuschlagen, hätte den Lesefluss noch mehr, als sowieso schon gestört. Alles in allem eine sehr interessante Geschichte, die einen auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Bücher, die auf einer wahren Begebenheit beruhen, lesen sich immer etwas anders, als normale Unterhaltungsliteratur. Es gibt während des Lesens eine komische, beklemmende Stimmung. Das Thema ist sehr aktuell und somit noch wichtiger, diese Geschichte zu erzählen. Das Buch bleibt auf jeden Fall lange im Gedächtnis!

Zur Aufmachung des Buches: Das Cover fand ich wunderschön und besonders gefreut hat mich, dass man den Titel „Solito“ direkt nach ein paar ersten Seiten verstanden hat. Dieses Buch ist eine Autobiografie des Autors und die Geschichte hat mich fasziniert. Ich muss jedoch gestehen, dass mich das Buch leider nicht so fesseln konnte, wie ich erhofft hatte. Bitte nicht falsch verstehen: Das Thema ist wichtig, doch der Schreibstil hat es mir schwer gemacht. Viele spanische Ausdrücke (am Ende ein sehr langes Glossar dazu), langatmige und sehr detailgetreue Erklärungen und auch Wiederholungen, die es schwer gemacht haben die Geschichte mitzufühlen. Zudem war die Sprache die eines neunjährigen Kindes. 💫𝑭𝒂𝒛𝒊𝒕 Ich bin es gewohnt Bücher schnell „runterzulesen“ und von Ihnen gefesselt zu werden. Hier hat es der Schreibstil mit den vielen spanischen Begriffen es schwierig gemacht überhaupt in einen Lesefluss zu kommen und ich musste immer wieder stoppen und erneut beginnen. Seine eigene Fluchtgeschichte, die 7 Wochen lang ging, in ein solches biografisches Buch zu packen, verdient meinen größten Respekt und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer es für den Autor war. Das Buch mit seiner Thematik ist absolut lesenswert, das steht für mich außer Frage, doch war es leider nicht für mich der richtige Stil, um mich mit dem Autor verbunden zu fühlen und ihn emotional bei seinem Weg zu begleiten. 📚💕

Die einsame Reise - Solito Die Flucht in die USA. Javier Zamora, erzählt seine Geschichte, die mit dem Aufbruch von seinen Großeltern aus El Salvador im Alter von 9 jährigen beginnt und die Reise durch Guatemala, Mexiko und den USA führt, um zu seinen Eltern in die USA zu gelangen. Seine Eltern flohen gemeinsam aufgrund des in Chile herrschenden Bürgerkrieges in die Vereinigten Staaten. Javier begab sich alleine auf den Weg und folgte seinen Eltern später in die USA. Er überquerte nach mehrere gescheiterten Anläufen illegal die Grenze in die USA. Die Reise, auf die der Leser sich begibt, ist gespickt mit spanischen Wörtern und Ausdrücken, die auf dieser Wanderschaft einen immer wieder zurück in das Geschehen zog. Die außergewöhnliche Fähigkeit des Autors ist es, alle Empfindungen, Geschmäcke und Aussichten in einer realistischen und lebensechten Form zu porträtieren. Die Sprache ist poetisch, doch so darf man nicht vergessen, jede Einzelheit und Situation hat der Autor selbst durchlebt. Daher ist es nicht leicht solch ein von grauen gespicktes Buch zu lesen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass dies kein Einzelfall ist. Oft passieren Minderjährige und Jugendliche allein die Grenzen und begeben sich auf eine gefährliche Reise. Ein sehr empfehlenswertes Buch für jeden, der gerne mehr über die Gedanken, den Weg und die Erfahrungen eines flüchtenden Kindes erfahren möchte
Am Anfang zieht es sich ein bisschen, bis es endlich losgeht, aber dafür erfährt man viele Details über das Leben von Javier in El Salvador. Auch seine Flucht in die USA beschreibt er detailliert und man lernt unglaublich viel über die Situation an der Grenze Mexiko/USA. Es sind viele spanische Wörter im Text, aber man versteht das Buch vermutlich auch ohne die Ausdrücke übersetzen zu können bzw. am Ende des Buchs gibts auch ein Glossar zum Nachlesen.
Die Kapitel des Buches sind nach dem jeweiligen Aufenthaltsort des jungen Javier und seiner sechsköpfigen Reisegruppe benannt. Fast wie ein Tagebuch sind diese weiter untergliedert. Beim Lesen fragte ich mich jeden Tag, was wohl am darauffolgenden passiert, welcher Rückschlag diesmal auf ihn zukommt. Javier erzählt ausführlich von den Ereignissen seiner "Reise", als er von El Salvador zu seinen Eltern nach "La USA" flieht. Es ist der erste Bericht einer illegalen Auswanderung, den ich gelesen habe und die Fragen, die zu diesem Thema schon immer in meinem Kopf schwirrten, beantwortete der Autor mit der notwendigen Klarheit und Härte. Dennoch bleibt die Geschichte die eines Kindes und lebt von kindlichen Überzeugungen und Sprache. Nicht nur einmal habe ich mit Javier gefühlt und zwischen Vorfreude darauf, endlich seine Eltern zu sehen, und dem Vermissen seiner Heimat und seiner Großeltern und Tanten gestanden. Der Autor gibt mit der Verschriftlichung seiner Erlebnisse so vielen Menschen eine Stimme; auch denen, die die Reise nicht überlebt haben.
Die Kapitel des Buches sind nach dem jeweiligen Aufenthaltsort des jungen Javier und seiner sechsköpfigen Reisegruppe benannt. Fast wie ein Tagebuch sind diese weiter untergliedert. Beim Lesen fragte ich mich jeden Tag, was wohl am darauffolgenden passiert, welcher Rückschlag diesmal auf ihn zukommt. Javier erzählt ausführlich von den Ereignissen seiner "Reise", als er von El Salvador zu seinen Eltern nach "La USA" flieht. Es ist der erste Bericht einer illegalen Auswanderung, den ich gelesen habe und die Fragen, die zu diesem Thema schon immer in meinem Kopf schwirrten, beantwortete der Autor mit der notwendigen Klarheit und Härte. Dennoch bleibt die Geschichte die eines Kindes und lebt von kindlichen Überzeugungen und Sprache. Nicht nur einmal habe ich mit Javier gefühlt und zwischen Vorfreude darauf, endlich seine Eltern zu sehen, und dem Vermissen seiner Heimat und seiner Großeltern und Tanten gestanden. Der Autor gibt mit der Verschriftlichung seiner Erlebnisse so vielen Menschen eine Stimme; auch denen, die die Reise nicht überlebt haben.

























