Smoke
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Description
Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.
Book Information
Author Description
Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.
Posts
In diesem Buch geht es zu Anfang vor allem um Thomas und Charlie, beides Schüler welche lernen sollen nicht zu rauchen. Ihnen bleiben aber die Tricks der Erwachsenen verwehrt. Der Grundstein der Geschichte klingt spannend und ist es auch an manchen Stellen. Dennoch finde ich das die Erzählweise einfach anstrengend war. Irgendwie konnte ich mich daran bis zum Schluss nicht gewöhnen. Die Geschichte kam auch recht lange Zeit nicht vorwärts. Und auch wenn es wahrscheinlich Absicht ist bleibt das Ende offen. Das war frustrierend da es so schon einiges gibt was einfach offen blieb.
📚 Inhalt Das Buch ist im viktorianischen England angesiedelt. Der einzige Unterschied zur "normalen" Welt ist der Rauch. Der Rauch steigt von dir auf, wenn du schlechte oder unmoralische Gedanken hast. Somit sind keine Geheimnisse vor anderen sicher. Das wissen auch Thomas und Charlie, denn die beiden Besuchen ein Eliteinternat, in dem den Jungen beigebracht werden soll, wie sie ihre schlechten, sündhaften Gedanken unterdrücken können. Die beiden Jungs finden heraus, dass die Menschen, die keinen Rauch absondern, gar keine reinen Seelen sind, sondern dass sie sich Hilfsmitteln bedienen. Später finden sie auch heraus, dass ausgebildete Ingenieure aus ihrem Internat unter London eingesetzt werden, um dort bestimmte Arbeiten zu verrichten. Schon bald stecken sie in tiefen politischen Machtspielen. Jede involvierte Partei verfolgt sein eigenes Ziel , um die Menschheit zu Erlösen. 📖 Meinung Wie gerne denke ich an dieses Buch zurück! Ich war so gefesselt von der dystopischen Welt und die Idee mit dem Rauch hat mich so angesprochen. Der Autor schafft es, eine wahnsinnig Stimmung aufzubauen, die sich für mich über alle Seiten halten konnte. Ich konnte mir die Schauplätze so gut vorstellen und habe die Geschichte wie ein Film vor meinen Augen gesehen. Die Handlung konnte mich auch total überzeugen. Für mich war sie schlüssig und logisch, aber ich sage es wie es ist: ich bin keine Analytikerin. Ich geniesse die Geschichten und bin nicht die Logikfehler-Kommission. Und da für mich alles gepasst hat, kann ich nicht ausschliessen, dass es eventuell doch Logikfehler in der Geschichte gibt. Aber who cares? Ich nicht. Ein kleiner Abzug gibt es für die Liebesgeschichte. Im Verlauf entwickelt sich eine, meiner Meinung nach, unnötige Liebesgeschichte, die ein wenig deplatziert wirkt. Da ich aber generell kein grosser Fan von Liebesgeschichten bin, kann es einfach auch nur an mir liegen. Das Ende der Geschichte lässt viele Fragen offen und gespannte erwarte ich den zweiten Teil. Für mich war es eine andere Art der Fantasy-Geschichte und ich finde sie wirklich sehr lesenswert und würde sie sehr an Fantasyfans weiterempfehlen.
DNF Seite 80 Die Charaktere sind okay, die Welt interessant, aber der Schreibstil hält sich meiner Meinung nach an zu vielen unwichtigen Details auf. Es ist nicht mal so dass ich die Charaktere nicht mag, sie sind mir einfach egal. Wenn sie jetzt im nächsten Kapitel umgebracht würden, wäre es mir auch egal. Schade, da die Idee wirklich toll war, nur ist sie in meinen Augen nicht gut umgesetzt und ich bezweifle dass sich diese Meinung auf den nächsten 530 Seiten ändern würde
Die Fakten: - Autor: Dan Vyleta - Verlag: Carl’s Books - Seitenanzahl: 624 - Erscheinungsjahr: 2017 Darum geht’s: Klappentext: Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan … Fazit: Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort von in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen. Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor. Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt. Vermutlich hat, dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat. Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Auch das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird. Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.
Dan Vyleta stellt eine Welt vor, in der Gier, dunkle Gedanken, Verbrechen und verruchte Wünsche durch Rauch und Ruß sichtbar werden. Je schlimmer und dunkler das Böse, desto stärker und fester der Rauch, der sich sogar bis zum Ruß materialisieren kann, dem schwärzesten Etwas, das Mörder ausstoßen. Eine Welt, in der Kinder erst mit ca. 12 Jahren lernen "das Böse" einigermaßen zu kontrollieren. Sterben sie vorher, kommen sie in die Hölle. Dies alles beschreibt eine faszinierende Idee und ist eine Vorstellung, die mir Gänsehaut bescherte. Das hörte sich nach einer ganz besonderen Geschichte an. Sogar das Cover passt zur Geschichte und ihrem Inhalt, es verführt regelrecht dazu, das Buch in die Hand zu nehmen und es lesen zu wollen. Das Cover ist hier tatsächlich erwähnenswert, da es zum Grundgedanken des Buches passt. Dan Vyleta erschafft mit seinem Schreibstil auch ein absolut passendes Setting. Es ist düster, es ist karg und trotz der vielen Sünden im "Rauchpott" London ist diese Welt sehr distanziert. Auch hier ist es so, dass Adlige und Reiche sich von der Arbeiterschicht und den Armen unterscheiden und diese auf Abstand halten. Sie haben ihre eigenen Elite-Schulen und wohnen auch außerhalb der großen Städte oder auf dem Land, wo es weniger Rauch gibt. Denn der Rauch brandmarkt! Je höher geboren desto weniger raucht man. So die Vorstellung und das, was man die Menschen glauben lässt. Eine korrupte englische Gesellschaft, die sich vom "bösen" Ausland abkapselt. Nichts darf unkontrolliert auf die Insel und keiner darf von der Insel ohne besondere Genehmigung. Dan Vyleta gelingt es auf der ebene der Gesellschaftskritik sehr gut aufzuzeigen, das Vielfältigkeit und Austausch, egal in welcher Form, wichtig ist und dem Fortschritt einer Gesellschaft dient. Gibt es keinen neuen Input, treten die Isolierten auf der Stelle und bleiben auf ihrer Entwicklungsstufe stehen. Der "kleine Mann" hat nicht die Zeit und Muse sich darüber Gedanken zu machen, da er mit seinem täglichen Überleben beschäftigt ist. Die Oberschicht jedoch weiß das und bricht ihre eigenen Regeln, da sie sich einem Fortschritt nicht entgegensetzen können, wenn sie weiterhin im Luxus leben wollen. An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, dass Vyleta soger den Brexit-Entscheid in seine Geschichte gepackt hat. Ich folgte der Geschichte sehr gespannt! Durch einige unerwartete Wendungen und ausgefallene Ideen blieb ich am Ball und fieberte der Auflösung entgegen. Leider brach dann im letzten Drittel meine Begeisterung. Ich habe das Gefühl, dass der Autor sich in seiner eigenen Rauch-Idee verzettelt / verlaufen hat. Der Versuch, die in der Buchbeschreibung genannte Frage, welche Rolle der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen der Zeit spiel zu beantworten, entzweit das Buch in zwei Teile. Denn, auch wenn es keinen erkennbaren -Roten Faden- in der Geschichte gab, hat Dan Vyleta durch hervorgehobene Besonderheiten und Fragestellungen diese in eine bestimmte Richtung geleitet, aus der er dann am Ende gewaltig ausbricht. Als Leser blieb ich verwirrt zurück. Ich versuchte zu rekonstruieren, auf welcher Gabelung ich in eine andere Richtung gelesen habe als der Autor die Geschichte geschrieben hatte. Ich konnte einiges nicht nachvollziehen. Die Protagonisten vollzogen eine drastische charakterliche Veränderung, die für mich nicht glaubwürdig war. Ebenso blieben wichtige Fragen unbeantwortet. Selbst durch mehrmaliges Lesen eröffnet sich mir der Schluss nicht. Ich lese die Buchstaben, die Wörter, verstehe aber leider den Sinn dahinter nicht. Die Sensation am Ende ist an mir vorbeigegangen und ich wünsche mir einen Austausch von Mitlesenden, damit ich evtl. verstehe, was mir der Autor sagen wollte. Eine Geschichte darf durchaus ein offenes Ende haben, aus der sich verschiedene Alternativen ableiten lassen. Doch hier sehe ich keinen Punkt, von dem aus ich Alternativen oder Ideen entwickeln könnte. Ich fühle mich als bestellt und nicht abgeholt. Der Erzählstil im letzten Drittel, bei dem nun immer mehr Personen in die Ich-Perspektive wechseln, stiftet mehr Verwirrung als Informationen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Fazit: Eine hervorragende neue Idee, dessen Umsetzung mich nicht vollends abholen konnte. Ein schöner Schreibstil, eine niveauvolle Geschichte mit einem seltsamen Ende.
England im 19. Jahrhundert. Es gibt das Phänomen, dass sich jeder böse Gedanke, jede Lüge, jede Sünde in Rauch manifestiert, der von der betreffenden Person abgesondert wird. Besonders in der oberen Gesellschaftsschicht ist das sogenannte "rauchen" verpönt. Deshalb werden Jugendliche auf spezielle Schulen geschickt, in denen ihnen ein gesellschaftsfähiges Denken und Handeln und somit die Kontrolle über den Rauch gelehrt wird. Thomas und Charlie sind Schüler eines solchen Internats. Sie werden streng überwacht, jedes rauchen zieht eine Strafe nach sich. Als sie die Ferien zusammen bei Verwandten verbringen, erfahren sie einige Dinge über den Rauch und die Gesellschaft, die sie ihr bisheriges Weltbild hinterfragen lässt. Doch die beiden sind nicht die einzigen Charaktere, die man im Buch kennen lernt. Es gibt eine Vielzahl an Personen, über die ein allwissender Erzähler berichtet. Dies erlaubt einen spannenden Rundumblick. Es gibt in diesem Buch auch eine weibliche Protagonistin. Ebenso wie natürlich auch eine Liebesgeschichte vorhanden ist. Zwei junge Männer, ein Mädchen - wie könnte es da keine Dreiecksbeziehung geben? Leider war diese für mich nicht wirklich authentisch. Auch das Ende in Bezug auf diesen Teil der Geschichte fand ich nicht zufriedenstellend. Generell wirft das Ende mehr Fragen auf, als es beantwortet. Das Phänomen wird in keinster Weise aufgeklärt. Auch nach über 600 Seiten, erfährt man weder was der Rauch ist, was es damit auf sich hat, woher er kommt, seit wann es ihn gibt. Am Ende treffen die Protagonisten eine große und folgenschwere Entscheidung, die ich erstens überhaupt nicht nach vollziehen kann und zweitens fehlen mir dort einfach die Auswirkungen, die diese Aktion schlussendlich hatte. Deshalb hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird. Die Idee und das Szenario waren sehr interessant. Es war erschreckend, was der Rauch mit den Menschen macht. Wo es auf dem Land noch recht einfach ist, den Rauch zu unterdrücken, kann man sich in Großstädten wie London überhaupt nicht vor dessen Einfluss schützen. Die Stadt verschwindet förmlich im Rauch. Das Böse und die Zwietracht nehmen hier Gestalt an. Man merkt, wie der Rauch einen verändert. Er sät dunkle Gedanken, macht nervös und aggressiv und reduziert die Hemmschwelle. Der Autor schreibt sehr ausschweifend und detailreich, was leider auch zu einigen Längen führt. Dies kommt auch daher, dass es derart viele Charaktere gibt, die aber nicht alle unbedingt für den Verlauf der Handlung wichtig wären. Das Buch birgt zwar einige Fantasy-Elemente, es ist aber auch eine Art Metapher, die existenzielle Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse thematisiert.
"Smoke" von Dan Vyleta ist 2017 bei carl´s books erschienen. Zum Inhalt: Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, leben in England, Ende des 19. Jahrhunderts. Sünde, Schuld und böse Gedanken manifestieren sich in Form von dunklem Rauch – für jeden sichtbar. London ist als Sündenpfuhl unter einer Rauchwolke gefangen und die, die es sich leisten können, leben möglichst ehrbar und unbescholten auf dem Land. Als die beiden Jungen mitten in London bei einer Hinrichtung einen Menschen entdecken, der nicht „raucht“, machen sie sich zusammen auf, um hinter das Geheimnis des Rauches zu kommen. Dies wird leider ein kurzer Beitrag zu einem Buch, durch das ich mich quälen musste. Ich habe dieses Buch nicht verstanden. Es war verwirrend und langatmig. Es ging mir zuviel um Sünde und Schuld, Macht und Moral, aber ohne wirklich einen Zusammenhang erkennen zu lassen. Am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen. Oder ich habe es nicht verstanden – nicht verstanden – nicht verstanden…..
"Smoke" hat mich schon direkt nach dem Lesen des Klappentextes begeistern können – was wäre schließlich eine Welt, in der jede Sünde durch Rauch erkennbar ist? Eine Stadt, die in Ruß und Rauch versinkt? Sünde, die auf den ersten Blick sichtbar für jeden ist? Eine Geschichte in dieser Form habe ich bisher noch nicht gelesen, weswegen ich mich sehr darauf gefreut habe, zu erfahren, wie Dan Vyleta seine Idee umsetzen wird. Was mir an dieser Geschichte wahnsinnig gut gefallen hat, war die Kreativtität des Autors, die sich nicht nur im Setting widerspiegelt, sondern auch bei der umfangreichen und komplexen Ausarbeitung des Hauptplots (natürlich auch der Nebenplots). In dieser Geschichte geht es um viel mehr als nur um Rauch und Sünde, um zwei Freunde, die auf ein Elite-Internat gehen und mit den alltäglichen Verfehlungen zurecht kommen müssen, es geht um mehr als um die Liebe zwischen drei jungen Menschen, die nicht so recht wissen, wie sie in diese Welt passen. Es geht um eine Vision, um Missionen, um Herzblut für eine ganz bestimmte Sache, ein Lebenswerk, um den Kampf, die Welt zu verändern, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern und eine Revolution zu beginnen – und damit etwas neues zu erschaffen. Die Art und Weise, wie "Smoke" all das erzählt, fand ich einfach nur atemberaubend und einfallsreich. Ebenso vermittelt das Buch von vorne bis hinten eine durchgehende, unglaubliche Stimmung; ein düsteres, unheimliches und beklemmendes Gefühl, was mich so schnell auch nicht wieder losgelassen hat. Das alles gibt der Handlung und der Umsetzung natürlich einen ganz besonderen und individuellen Touch, was mich wirklich begeistern konnte. Auch die Charaktere waren sehr gut und interessant ausgearbeitet. Mich hat dabei ein wenig gestört, dass die Sichtweisen öfter mal gewechselt haben. Einerseits hat es sehr zu diesem umfangreichen und vielschichtigen Buch gepasst, aber andererseits hätte es mir persönlich – bei zwei solch starken Hauptprotagonisten – besser gefallen, wenn man sich dabei für eine Perspektive entschieden hätte. Gerade in Situationen, in denen Charlie und Thomas nicht einer Meinung sind (und gerade in der doch sehr komplizierten, ansatzweise erzählten Liebesgeschichte!), fiel es mir dann doch schwer, mich auf beide Charaktere zu konzentrieren – vor allem weil sie beide so unterschiedlich sind. Es ist mir wenig bis gar nicht gelungen für eine Seite Partei zu ergreifen, weil ich mich durch die wechselnden Sichtweisen auch nicht für einen Haupt- oder für einen Lieblingscharakter entscheiden konnte, mit dem ich mich hätte identifizieren können. Und gerade das ist mir bei komplexen Plots meist sehr wichtig. Trotzdem empfand ich sowohl Thomas, als auch Charlie von ihrer Person, ihrer Denkens- und Handlungsweise sowie von ihren Charaktereigenschaften toll und sympathisch. Sie sind beide sehr unterschiedlich, sie reagieren sehr verschieden und fühlen auch anders. In den meisten Situationen konnte ich aber beide gut verstehen und ich habe auch mit beiden ordentlich mitgelitten – sei es eine Szenen mit Thomas als sehr direkte und impulsive Figur oder sei es Charlie in einer höflichen und zurückhaltenden Situation. Mein Hauptkritikpunkt bei "Smoke" sind die leider teilweise auftretenden Längen. Ich mag Bücher mit einer Seitenlänge um die 400 Seiten, weil dort meist langatmige Passagen vermieden werden können. Natürlich ist mir klar, dass eine weitschweifende und komplizierte Geschichte mit vielschichtigen Figuren und einer starken Botschaft viel Raum braucht, um sich zu entfalten und entwickeln zu können, allerdings hätte mir ein 400 Seiten-Buch hier wohl auch besser gefallen. Gerade ab der Mitte des Buches bis circa 150 Seiten vor Ende hätte man einiges zusammenraffen können (für alle, die das Buch schon gelesen haben: ich meine die Stelle, als Thomas und Livia im Boot erwischt werden bis circa zur Entführung des Kindes – alle anderen: ihr könnt damit ja sowieso nichts anfangen :D). Im Gegenzug hätte ich manchmal einfach gerne mehr Einblick in die Gefühle der Jungs gehabt, gerade was die Beziehung zu Livia und ihre Rivalität angeht. Dan Vyleta beschränkt sich bei Smoke doch meist auf die eigentliche Handlung, die Umgebung, leichte Ausschmückungen und das Jonglieren mit Worten. An der ein oder anderen Stelle hätte ich einen Einblick in das Seelenleben von Thomas oder Charlie doch besser gefunden, weil beide doch oft sehr fremd und distanziert auf mich wirkten. Um eine gewisse Grundstimmung – siehe oben – von dem Buch auf den Leser zu übertragen, muss der Autor schon einiges auf dem Kasten haben, was man bei Dan Vyleta auch zusätzlich am Schreibstil gemerkt hat. Er hat nicht nur spannend erzählt und eine bewundernswerte Stimmung übertragen; er kann auch mit Wörtern umgehen, sehr detailreich schreiben und den Leser mühelos in ein anderes Land und auch in ein anderes Jahrhundert transportieren. Fazit Auch wenn "Smoke" mich zwischendurch wegen der Längen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ist es doch ein sehr gelungenes und einmaliges Werk: nicht nur im Bezug auf das Setting oder das Gefühl, das beim Lesen übertragen wird, sondern auch aufgrund der Plotidee und der sehr empfehlenswerten Umsetzung.
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch bereits durch eine Leserunde bei Lovelybooks, so richtig erwischte mich die Neugier allerdings, als ich vom Verlag ein Mail erhielt mit einigen Presseinformationen ... Zum Inhalt: "Smoke" spielt im viktorianischen England - mit einem großen Unterschied: Die Menschen beginnen zu rauchen, wenn sie aus irgendeinem Grund schlechte Dinge tun oder denken. Für Charlie und Thomas, die zu jener Zeit in einem englischen Internat unterrichtet werden, ist es ganz normal, jederzeit darauf zu achten, möglichst wenig Rauch zu produzieren. Eines Tages entdeckt Charlie bei einem Schulausflug jedoch einen Mann, der nicht raucht. Diese Erkenntnis stellt für die Freunde alles bisher Gelernte auf den Kopf und sie wollen diesen Geheimnissen auf den Grund gehen ... Meine Meinung: Der Klappentext machte ich mich ehrlich gestanden sofort neugierig - und das, obwohl auch im englischsprachigen Raum die Bewertungen für dieses Buch recht unterschiedlich ausgefallen sind. Diese Mischung aus Phantastischem und alternativer Geschichte war einfach zu verführerisch, als dass ich zu diesem Angebot Nein sagen konnte. Der Anfang war für mich auch noch total faszinierend. Das Leben mit dem Rauch ist für die Menschen ganz normal, auch wenn niemand eigentlich so genau weiß, warum der Rauch da ist und warum er immer wieder andere Formen und Farben annimmt. Angefangen bei hellgrauem, dampfähnlichen Rauch bis zu pechschwarzem, öligem Ruß ist alles dabei. Die Menschen geben diesen Rauch über ihre Körperöffnungen ab und können dies nicht unterdrücken, es sei denn, es gelingt ihnen, ihre negativen Emotionen zu kontrollieren. Dieses Setting bot gleich am Anfang Platz für mehrere spannende Fragen: Woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? Und warum gibt es Menschen, die nicht rauchen? Charlie und Thomas stellen diese Dinge anfangs nicht in Frage, bis Charlie zum ersten Mal jemanden sieht, der nicht raucht. Verständlich, dass hier auch der Leser neugierig wird und sich nur allzu bereitwillig mit den beiden auf eine Reise begibt, um herauszufinden, was hier abläuft. Der Autor macht es einem dabei einfach, in diese bekannte und zugleich unbekannte Welt einzutauchen, da er sich Zeit nimmt, die Geschichte zu entwickeln. Der Rauch steht fast sinnbildlich für eine Gesellschaft, die lügt, betrügt, mordet und stiehlt. Menschen sind bereits nach der Geburt erst einmal schuldig und müssen danach streben, sich zu verbessern. Nicht zuletzt dank der Protagonisten bleibt die Hoffnung auf eine bessere Welt, da die Dinge offensichtlich nicht so zu sein scheinen, wie man es bisher gedacht bzw. geglaubt hat. Auch den Schreibstil und den Wechsel von der dritten Person in die erste für einzelne Figuren fand ich durchaus interessant. Der Autor versteht es, seine Welt sehr bildhaft in Szene zu setzen, die Zeitreise in diese Welt fiel mir daher wirklich einfach. London als düsterer Ort, wo mehr Unheil als sonstwo auf der Welt geschieht - das hat der Autor wirklich phantastisch rübergebracht. Umso bedauerlicher, dass mich das Buch am Ende doch noch "verloren" hat. Denn ab dem letzten Drittel etwa konnte ich nicht mehr nachvollziehen, warum die Figuren bestimmte Dinge getan haben. Auch wenn die Perspektive immer wieder wechselt, fehlte mir der Zugang, das Verständnis. Einzelne Personen waren auf einmal unvorstellbar grausam, fielen sogar dem Wahnsinn anheim. Warum, hat sich mir einfach nicht erschlossen. Aus demselben Grund wurde ich auch mit dem Schluss nicht so wirklich warm, denn obwohl ich den Plottwist an dieser Stelle durchaus mochte, erschloss er sich mir nicht, ich habe ihn schlicht und einfach nicht verstanden. Daher blieb ich nach dem Zuklappen des Buches zum Teil ratlos, zum Teil unbefriedigt zurück. Warum? Ich hatte das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein, was die Antwort auf einige Fragen anging. Nicht jede Frage braucht für mich eine Antwort, aber wenn ich das Gefühl habe, dass die wichtigste von allen offen geblieben ist, dann gefällt mir das nicht. Mein Fazit: "Smoke" startet unheimlich stark, driftete aber im letzten Drittel für meinen Geschmack zu weit ab, um mich wirklich bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Das tolle Setting und der bildhafte Schreibstil konnten dies leider nur zum Teil kompensieren.
Mit diesem Buch habe ich mich sehr lange beschäftigt, habe es mal mehr mal weniger gemocht. Ehrlich gesagt war es mir an manchen Stellen einfach zu kompliziert auch wenn ich die Botschaft hinter dem Buch toll finde. Eine ausführliche Rezension folgt auf meinem Blog : https://liveyourlifewithbooks.wordpress.com/
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Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.
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Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.
Posts
In diesem Buch geht es zu Anfang vor allem um Thomas und Charlie, beides Schüler welche lernen sollen nicht zu rauchen. Ihnen bleiben aber die Tricks der Erwachsenen verwehrt. Der Grundstein der Geschichte klingt spannend und ist es auch an manchen Stellen. Dennoch finde ich das die Erzählweise einfach anstrengend war. Irgendwie konnte ich mich daran bis zum Schluss nicht gewöhnen. Die Geschichte kam auch recht lange Zeit nicht vorwärts. Und auch wenn es wahrscheinlich Absicht ist bleibt das Ende offen. Das war frustrierend da es so schon einiges gibt was einfach offen blieb.
📚 Inhalt Das Buch ist im viktorianischen England angesiedelt. Der einzige Unterschied zur "normalen" Welt ist der Rauch. Der Rauch steigt von dir auf, wenn du schlechte oder unmoralische Gedanken hast. Somit sind keine Geheimnisse vor anderen sicher. Das wissen auch Thomas und Charlie, denn die beiden Besuchen ein Eliteinternat, in dem den Jungen beigebracht werden soll, wie sie ihre schlechten, sündhaften Gedanken unterdrücken können. Die beiden Jungs finden heraus, dass die Menschen, die keinen Rauch absondern, gar keine reinen Seelen sind, sondern dass sie sich Hilfsmitteln bedienen. Später finden sie auch heraus, dass ausgebildete Ingenieure aus ihrem Internat unter London eingesetzt werden, um dort bestimmte Arbeiten zu verrichten. Schon bald stecken sie in tiefen politischen Machtspielen. Jede involvierte Partei verfolgt sein eigenes Ziel , um die Menschheit zu Erlösen. 📖 Meinung Wie gerne denke ich an dieses Buch zurück! Ich war so gefesselt von der dystopischen Welt und die Idee mit dem Rauch hat mich so angesprochen. Der Autor schafft es, eine wahnsinnig Stimmung aufzubauen, die sich für mich über alle Seiten halten konnte. Ich konnte mir die Schauplätze so gut vorstellen und habe die Geschichte wie ein Film vor meinen Augen gesehen. Die Handlung konnte mich auch total überzeugen. Für mich war sie schlüssig und logisch, aber ich sage es wie es ist: ich bin keine Analytikerin. Ich geniesse die Geschichten und bin nicht die Logikfehler-Kommission. Und da für mich alles gepasst hat, kann ich nicht ausschliessen, dass es eventuell doch Logikfehler in der Geschichte gibt. Aber who cares? Ich nicht. Ein kleiner Abzug gibt es für die Liebesgeschichte. Im Verlauf entwickelt sich eine, meiner Meinung nach, unnötige Liebesgeschichte, die ein wenig deplatziert wirkt. Da ich aber generell kein grosser Fan von Liebesgeschichten bin, kann es einfach auch nur an mir liegen. Das Ende der Geschichte lässt viele Fragen offen und gespannte erwarte ich den zweiten Teil. Für mich war es eine andere Art der Fantasy-Geschichte und ich finde sie wirklich sehr lesenswert und würde sie sehr an Fantasyfans weiterempfehlen.
DNF Seite 80 Die Charaktere sind okay, die Welt interessant, aber der Schreibstil hält sich meiner Meinung nach an zu vielen unwichtigen Details auf. Es ist nicht mal so dass ich die Charaktere nicht mag, sie sind mir einfach egal. Wenn sie jetzt im nächsten Kapitel umgebracht würden, wäre es mir auch egal. Schade, da die Idee wirklich toll war, nur ist sie in meinen Augen nicht gut umgesetzt und ich bezweifle dass sich diese Meinung auf den nächsten 530 Seiten ändern würde
Die Fakten: - Autor: Dan Vyleta - Verlag: Carl’s Books - Seitenanzahl: 624 - Erscheinungsjahr: 2017 Darum geht’s: Klappentext: Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan … Fazit: Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort von in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen. Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor. Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt. Vermutlich hat, dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat. Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Auch das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird. Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.
Dan Vyleta stellt eine Welt vor, in der Gier, dunkle Gedanken, Verbrechen und verruchte Wünsche durch Rauch und Ruß sichtbar werden. Je schlimmer und dunkler das Böse, desto stärker und fester der Rauch, der sich sogar bis zum Ruß materialisieren kann, dem schwärzesten Etwas, das Mörder ausstoßen. Eine Welt, in der Kinder erst mit ca. 12 Jahren lernen "das Böse" einigermaßen zu kontrollieren. Sterben sie vorher, kommen sie in die Hölle. Dies alles beschreibt eine faszinierende Idee und ist eine Vorstellung, die mir Gänsehaut bescherte. Das hörte sich nach einer ganz besonderen Geschichte an. Sogar das Cover passt zur Geschichte und ihrem Inhalt, es verführt regelrecht dazu, das Buch in die Hand zu nehmen und es lesen zu wollen. Das Cover ist hier tatsächlich erwähnenswert, da es zum Grundgedanken des Buches passt. Dan Vyleta erschafft mit seinem Schreibstil auch ein absolut passendes Setting. Es ist düster, es ist karg und trotz der vielen Sünden im "Rauchpott" London ist diese Welt sehr distanziert. Auch hier ist es so, dass Adlige und Reiche sich von der Arbeiterschicht und den Armen unterscheiden und diese auf Abstand halten. Sie haben ihre eigenen Elite-Schulen und wohnen auch außerhalb der großen Städte oder auf dem Land, wo es weniger Rauch gibt. Denn der Rauch brandmarkt! Je höher geboren desto weniger raucht man. So die Vorstellung und das, was man die Menschen glauben lässt. Eine korrupte englische Gesellschaft, die sich vom "bösen" Ausland abkapselt. Nichts darf unkontrolliert auf die Insel und keiner darf von der Insel ohne besondere Genehmigung. Dan Vyleta gelingt es auf der ebene der Gesellschaftskritik sehr gut aufzuzeigen, das Vielfältigkeit und Austausch, egal in welcher Form, wichtig ist und dem Fortschritt einer Gesellschaft dient. Gibt es keinen neuen Input, treten die Isolierten auf der Stelle und bleiben auf ihrer Entwicklungsstufe stehen. Der "kleine Mann" hat nicht die Zeit und Muse sich darüber Gedanken zu machen, da er mit seinem täglichen Überleben beschäftigt ist. Die Oberschicht jedoch weiß das und bricht ihre eigenen Regeln, da sie sich einem Fortschritt nicht entgegensetzen können, wenn sie weiterhin im Luxus leben wollen. An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, dass Vyleta soger den Brexit-Entscheid in seine Geschichte gepackt hat. Ich folgte der Geschichte sehr gespannt! Durch einige unerwartete Wendungen und ausgefallene Ideen blieb ich am Ball und fieberte der Auflösung entgegen. Leider brach dann im letzten Drittel meine Begeisterung. Ich habe das Gefühl, dass der Autor sich in seiner eigenen Rauch-Idee verzettelt / verlaufen hat. Der Versuch, die in der Buchbeschreibung genannte Frage, welche Rolle der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen der Zeit spiel zu beantworten, entzweit das Buch in zwei Teile. Denn, auch wenn es keinen erkennbaren -Roten Faden- in der Geschichte gab, hat Dan Vyleta durch hervorgehobene Besonderheiten und Fragestellungen diese in eine bestimmte Richtung geleitet, aus der er dann am Ende gewaltig ausbricht. Als Leser blieb ich verwirrt zurück. Ich versuchte zu rekonstruieren, auf welcher Gabelung ich in eine andere Richtung gelesen habe als der Autor die Geschichte geschrieben hatte. Ich konnte einiges nicht nachvollziehen. Die Protagonisten vollzogen eine drastische charakterliche Veränderung, die für mich nicht glaubwürdig war. Ebenso blieben wichtige Fragen unbeantwortet. Selbst durch mehrmaliges Lesen eröffnet sich mir der Schluss nicht. Ich lese die Buchstaben, die Wörter, verstehe aber leider den Sinn dahinter nicht. Die Sensation am Ende ist an mir vorbeigegangen und ich wünsche mir einen Austausch von Mitlesenden, damit ich evtl. verstehe, was mir der Autor sagen wollte. Eine Geschichte darf durchaus ein offenes Ende haben, aus der sich verschiedene Alternativen ableiten lassen. Doch hier sehe ich keinen Punkt, von dem aus ich Alternativen oder Ideen entwickeln könnte. Ich fühle mich als bestellt und nicht abgeholt. Der Erzählstil im letzten Drittel, bei dem nun immer mehr Personen in die Ich-Perspektive wechseln, stiftet mehr Verwirrung als Informationen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Fazit: Eine hervorragende neue Idee, dessen Umsetzung mich nicht vollends abholen konnte. Ein schöner Schreibstil, eine niveauvolle Geschichte mit einem seltsamen Ende.
England im 19. Jahrhundert. Es gibt das Phänomen, dass sich jeder böse Gedanke, jede Lüge, jede Sünde in Rauch manifestiert, der von der betreffenden Person abgesondert wird. Besonders in der oberen Gesellschaftsschicht ist das sogenannte "rauchen" verpönt. Deshalb werden Jugendliche auf spezielle Schulen geschickt, in denen ihnen ein gesellschaftsfähiges Denken und Handeln und somit die Kontrolle über den Rauch gelehrt wird. Thomas und Charlie sind Schüler eines solchen Internats. Sie werden streng überwacht, jedes rauchen zieht eine Strafe nach sich. Als sie die Ferien zusammen bei Verwandten verbringen, erfahren sie einige Dinge über den Rauch und die Gesellschaft, die sie ihr bisheriges Weltbild hinterfragen lässt. Doch die beiden sind nicht die einzigen Charaktere, die man im Buch kennen lernt. Es gibt eine Vielzahl an Personen, über die ein allwissender Erzähler berichtet. Dies erlaubt einen spannenden Rundumblick. Es gibt in diesem Buch auch eine weibliche Protagonistin. Ebenso wie natürlich auch eine Liebesgeschichte vorhanden ist. Zwei junge Männer, ein Mädchen - wie könnte es da keine Dreiecksbeziehung geben? Leider war diese für mich nicht wirklich authentisch. Auch das Ende in Bezug auf diesen Teil der Geschichte fand ich nicht zufriedenstellend. Generell wirft das Ende mehr Fragen auf, als es beantwortet. Das Phänomen wird in keinster Weise aufgeklärt. Auch nach über 600 Seiten, erfährt man weder was der Rauch ist, was es damit auf sich hat, woher er kommt, seit wann es ihn gibt. Am Ende treffen die Protagonisten eine große und folgenschwere Entscheidung, die ich erstens überhaupt nicht nach vollziehen kann und zweitens fehlen mir dort einfach die Auswirkungen, die diese Aktion schlussendlich hatte. Deshalb hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird. Die Idee und das Szenario waren sehr interessant. Es war erschreckend, was der Rauch mit den Menschen macht. Wo es auf dem Land noch recht einfach ist, den Rauch zu unterdrücken, kann man sich in Großstädten wie London überhaupt nicht vor dessen Einfluss schützen. Die Stadt verschwindet förmlich im Rauch. Das Böse und die Zwietracht nehmen hier Gestalt an. Man merkt, wie der Rauch einen verändert. Er sät dunkle Gedanken, macht nervös und aggressiv und reduziert die Hemmschwelle. Der Autor schreibt sehr ausschweifend und detailreich, was leider auch zu einigen Längen führt. Dies kommt auch daher, dass es derart viele Charaktere gibt, die aber nicht alle unbedingt für den Verlauf der Handlung wichtig wären. Das Buch birgt zwar einige Fantasy-Elemente, es ist aber auch eine Art Metapher, die existenzielle Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse thematisiert.
"Smoke" von Dan Vyleta ist 2017 bei carl´s books erschienen. Zum Inhalt: Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, leben in England, Ende des 19. Jahrhunderts. Sünde, Schuld und böse Gedanken manifestieren sich in Form von dunklem Rauch – für jeden sichtbar. London ist als Sündenpfuhl unter einer Rauchwolke gefangen und die, die es sich leisten können, leben möglichst ehrbar und unbescholten auf dem Land. Als die beiden Jungen mitten in London bei einer Hinrichtung einen Menschen entdecken, der nicht „raucht“, machen sie sich zusammen auf, um hinter das Geheimnis des Rauches zu kommen. Dies wird leider ein kurzer Beitrag zu einem Buch, durch das ich mich quälen musste. Ich habe dieses Buch nicht verstanden. Es war verwirrend und langatmig. Es ging mir zuviel um Sünde und Schuld, Macht und Moral, aber ohne wirklich einen Zusammenhang erkennen zu lassen. Am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen. Oder ich habe es nicht verstanden – nicht verstanden – nicht verstanden…..
"Smoke" hat mich schon direkt nach dem Lesen des Klappentextes begeistern können – was wäre schließlich eine Welt, in der jede Sünde durch Rauch erkennbar ist? Eine Stadt, die in Ruß und Rauch versinkt? Sünde, die auf den ersten Blick sichtbar für jeden ist? Eine Geschichte in dieser Form habe ich bisher noch nicht gelesen, weswegen ich mich sehr darauf gefreut habe, zu erfahren, wie Dan Vyleta seine Idee umsetzen wird. Was mir an dieser Geschichte wahnsinnig gut gefallen hat, war die Kreativtität des Autors, die sich nicht nur im Setting widerspiegelt, sondern auch bei der umfangreichen und komplexen Ausarbeitung des Hauptplots (natürlich auch der Nebenplots). In dieser Geschichte geht es um viel mehr als nur um Rauch und Sünde, um zwei Freunde, die auf ein Elite-Internat gehen und mit den alltäglichen Verfehlungen zurecht kommen müssen, es geht um mehr als um die Liebe zwischen drei jungen Menschen, die nicht so recht wissen, wie sie in diese Welt passen. Es geht um eine Vision, um Missionen, um Herzblut für eine ganz bestimmte Sache, ein Lebenswerk, um den Kampf, die Welt zu verändern, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern und eine Revolution zu beginnen – und damit etwas neues zu erschaffen. Die Art und Weise, wie "Smoke" all das erzählt, fand ich einfach nur atemberaubend und einfallsreich. Ebenso vermittelt das Buch von vorne bis hinten eine durchgehende, unglaubliche Stimmung; ein düsteres, unheimliches und beklemmendes Gefühl, was mich so schnell auch nicht wieder losgelassen hat. Das alles gibt der Handlung und der Umsetzung natürlich einen ganz besonderen und individuellen Touch, was mich wirklich begeistern konnte. Auch die Charaktere waren sehr gut und interessant ausgearbeitet. Mich hat dabei ein wenig gestört, dass die Sichtweisen öfter mal gewechselt haben. Einerseits hat es sehr zu diesem umfangreichen und vielschichtigen Buch gepasst, aber andererseits hätte es mir persönlich – bei zwei solch starken Hauptprotagonisten – besser gefallen, wenn man sich dabei für eine Perspektive entschieden hätte. Gerade in Situationen, in denen Charlie und Thomas nicht einer Meinung sind (und gerade in der doch sehr komplizierten, ansatzweise erzählten Liebesgeschichte!), fiel es mir dann doch schwer, mich auf beide Charaktere zu konzentrieren – vor allem weil sie beide so unterschiedlich sind. Es ist mir wenig bis gar nicht gelungen für eine Seite Partei zu ergreifen, weil ich mich durch die wechselnden Sichtweisen auch nicht für einen Haupt- oder für einen Lieblingscharakter entscheiden konnte, mit dem ich mich hätte identifizieren können. Und gerade das ist mir bei komplexen Plots meist sehr wichtig. Trotzdem empfand ich sowohl Thomas, als auch Charlie von ihrer Person, ihrer Denkens- und Handlungsweise sowie von ihren Charaktereigenschaften toll und sympathisch. Sie sind beide sehr unterschiedlich, sie reagieren sehr verschieden und fühlen auch anders. In den meisten Situationen konnte ich aber beide gut verstehen und ich habe auch mit beiden ordentlich mitgelitten – sei es eine Szenen mit Thomas als sehr direkte und impulsive Figur oder sei es Charlie in einer höflichen und zurückhaltenden Situation. Mein Hauptkritikpunkt bei "Smoke" sind die leider teilweise auftretenden Längen. Ich mag Bücher mit einer Seitenlänge um die 400 Seiten, weil dort meist langatmige Passagen vermieden werden können. Natürlich ist mir klar, dass eine weitschweifende und komplizierte Geschichte mit vielschichtigen Figuren und einer starken Botschaft viel Raum braucht, um sich zu entfalten und entwickeln zu können, allerdings hätte mir ein 400 Seiten-Buch hier wohl auch besser gefallen. Gerade ab der Mitte des Buches bis circa 150 Seiten vor Ende hätte man einiges zusammenraffen können (für alle, die das Buch schon gelesen haben: ich meine die Stelle, als Thomas und Livia im Boot erwischt werden bis circa zur Entführung des Kindes – alle anderen: ihr könnt damit ja sowieso nichts anfangen :D). Im Gegenzug hätte ich manchmal einfach gerne mehr Einblick in die Gefühle der Jungs gehabt, gerade was die Beziehung zu Livia und ihre Rivalität angeht. Dan Vyleta beschränkt sich bei Smoke doch meist auf die eigentliche Handlung, die Umgebung, leichte Ausschmückungen und das Jonglieren mit Worten. An der ein oder anderen Stelle hätte ich einen Einblick in das Seelenleben von Thomas oder Charlie doch besser gefunden, weil beide doch oft sehr fremd und distanziert auf mich wirkten. Um eine gewisse Grundstimmung – siehe oben – von dem Buch auf den Leser zu übertragen, muss der Autor schon einiges auf dem Kasten haben, was man bei Dan Vyleta auch zusätzlich am Schreibstil gemerkt hat. Er hat nicht nur spannend erzählt und eine bewundernswerte Stimmung übertragen; er kann auch mit Wörtern umgehen, sehr detailreich schreiben und den Leser mühelos in ein anderes Land und auch in ein anderes Jahrhundert transportieren. Fazit Auch wenn "Smoke" mich zwischendurch wegen der Längen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ist es doch ein sehr gelungenes und einmaliges Werk: nicht nur im Bezug auf das Setting oder das Gefühl, das beim Lesen übertragen wird, sondern auch aufgrund der Plotidee und der sehr empfehlenswerten Umsetzung.
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch bereits durch eine Leserunde bei Lovelybooks, so richtig erwischte mich die Neugier allerdings, als ich vom Verlag ein Mail erhielt mit einigen Presseinformationen ... Zum Inhalt: "Smoke" spielt im viktorianischen England - mit einem großen Unterschied: Die Menschen beginnen zu rauchen, wenn sie aus irgendeinem Grund schlechte Dinge tun oder denken. Für Charlie und Thomas, die zu jener Zeit in einem englischen Internat unterrichtet werden, ist es ganz normal, jederzeit darauf zu achten, möglichst wenig Rauch zu produzieren. Eines Tages entdeckt Charlie bei einem Schulausflug jedoch einen Mann, der nicht raucht. Diese Erkenntnis stellt für die Freunde alles bisher Gelernte auf den Kopf und sie wollen diesen Geheimnissen auf den Grund gehen ... Meine Meinung: Der Klappentext machte ich mich ehrlich gestanden sofort neugierig - und das, obwohl auch im englischsprachigen Raum die Bewertungen für dieses Buch recht unterschiedlich ausgefallen sind. Diese Mischung aus Phantastischem und alternativer Geschichte war einfach zu verführerisch, als dass ich zu diesem Angebot Nein sagen konnte. Der Anfang war für mich auch noch total faszinierend. Das Leben mit dem Rauch ist für die Menschen ganz normal, auch wenn niemand eigentlich so genau weiß, warum der Rauch da ist und warum er immer wieder andere Formen und Farben annimmt. Angefangen bei hellgrauem, dampfähnlichen Rauch bis zu pechschwarzem, öligem Ruß ist alles dabei. Die Menschen geben diesen Rauch über ihre Körperöffnungen ab und können dies nicht unterdrücken, es sei denn, es gelingt ihnen, ihre negativen Emotionen zu kontrollieren. Dieses Setting bot gleich am Anfang Platz für mehrere spannende Fragen: Woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? Und warum gibt es Menschen, die nicht rauchen? Charlie und Thomas stellen diese Dinge anfangs nicht in Frage, bis Charlie zum ersten Mal jemanden sieht, der nicht raucht. Verständlich, dass hier auch der Leser neugierig wird und sich nur allzu bereitwillig mit den beiden auf eine Reise begibt, um herauszufinden, was hier abläuft. Der Autor macht es einem dabei einfach, in diese bekannte und zugleich unbekannte Welt einzutauchen, da er sich Zeit nimmt, die Geschichte zu entwickeln. Der Rauch steht fast sinnbildlich für eine Gesellschaft, die lügt, betrügt, mordet und stiehlt. Menschen sind bereits nach der Geburt erst einmal schuldig und müssen danach streben, sich zu verbessern. Nicht zuletzt dank der Protagonisten bleibt die Hoffnung auf eine bessere Welt, da die Dinge offensichtlich nicht so zu sein scheinen, wie man es bisher gedacht bzw. geglaubt hat. Auch den Schreibstil und den Wechsel von der dritten Person in die erste für einzelne Figuren fand ich durchaus interessant. Der Autor versteht es, seine Welt sehr bildhaft in Szene zu setzen, die Zeitreise in diese Welt fiel mir daher wirklich einfach. London als düsterer Ort, wo mehr Unheil als sonstwo auf der Welt geschieht - das hat der Autor wirklich phantastisch rübergebracht. Umso bedauerlicher, dass mich das Buch am Ende doch noch "verloren" hat. Denn ab dem letzten Drittel etwa konnte ich nicht mehr nachvollziehen, warum die Figuren bestimmte Dinge getan haben. Auch wenn die Perspektive immer wieder wechselt, fehlte mir der Zugang, das Verständnis. Einzelne Personen waren auf einmal unvorstellbar grausam, fielen sogar dem Wahnsinn anheim. Warum, hat sich mir einfach nicht erschlossen. Aus demselben Grund wurde ich auch mit dem Schluss nicht so wirklich warm, denn obwohl ich den Plottwist an dieser Stelle durchaus mochte, erschloss er sich mir nicht, ich habe ihn schlicht und einfach nicht verstanden. Daher blieb ich nach dem Zuklappen des Buches zum Teil ratlos, zum Teil unbefriedigt zurück. Warum? Ich hatte das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein, was die Antwort auf einige Fragen anging. Nicht jede Frage braucht für mich eine Antwort, aber wenn ich das Gefühl habe, dass die wichtigste von allen offen geblieben ist, dann gefällt mir das nicht. Mein Fazit: "Smoke" startet unheimlich stark, driftete aber im letzten Drittel für meinen Geschmack zu weit ab, um mich wirklich bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Das tolle Setting und der bildhafte Schreibstil konnten dies leider nur zum Teil kompensieren.
Mit diesem Buch habe ich mich sehr lange beschäftigt, habe es mal mehr mal weniger gemocht. Ehrlich gesagt war es mir an manchen Stellen einfach zu kompliziert auch wenn ich die Botschaft hinter dem Buch toll finde. Eine ausführliche Rezension folgt auf meinem Blog : https://liveyourlifewithbooks.wordpress.com/


















