Sing, wilder Vogel, sing

Sing, wilder Vogel, sing

Hardback
4.363

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Description

Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ihr Schicksal führt sie nach New York und bis in die Weiten der amerikanischen Prärie. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
368
Price
24.70 €

Author Description

Jacqueline O’Mahony, geboren 1972 in Cork, Irland, begann schon früh zu schreiben und wurde mit 14 Jahren von der Zeitung ›Irish Examiner‹ als »Young Irish Writer of the Year« ausgezeichnet. Nach Studienjahren in Irland, Italien und den USA hat sie als Stylistin und Journalistin für ›Vogue‹ und andere Medien gearbeitet und 2015 an der City University ihren Master in Creative Writing absolviert. Sie wurde bereits für diverse Preise nominiert und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
66%
N/A
N/A
10%
85%
N/A
100%
80%
100%
92%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
79%
100%
91%
72%

Pace

Fast100%
Slow0%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)

Posts

18
All
5

Beeindruckend & bewegend

Irland. Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Hungersnot hat das Land fest im Griff. Honora wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf. Ihre Gemeinde ist gezwungen, sich auf einen langen Marsch zu begeben, um beim Staat Lebensmittel zu erbetteln. Das Vorhaben endet in einer Katastrophe und Honora macht sich einsam und allein auf den Weg in eine neue Welt. Nachdem ich neulich so enttäuscht von einem historischen Roman war (do you remember?) hielt sich meine Motivation für einen weiteren doch arg in Grenzen. Und wie so oft, wenn man sich denkt "Oh man, ich weiß ja nicht.." wird’s dann halt echt gut :) Honora erinnert mich an die Protagonistin aus "Der Gesang der Flusskrebse". Zwar ist sie anders aufgewachsen, aber genauso wild, mit einem ausgeprägten Drang nach Freiheit, genauso einsam. Auch atmosphärisch sah ich Parallelen. Die Darstellung der Natur, die Verbundenheit mit ihr, die Freiheit, die sie bedeuten kann aber auch die Beschwerlichkeiten, die mit ihr einhergehen können, sind sprachlich einnehmend und dabei teils poetisch formuliert. Mich hat die Autorin damit voll in die Geschichte gezogen. "Sing, wilder Vogel, sing" ist ein beeindruckender Roman, der ebenso bewegt wie erschüttert. Die Verknüpfung der irischen Hungersnot mit amerikanischen Indigenen hat mich total abgeholt. Wer einen gut recherchierten, atmosphärischen, historischen Roman lesen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

4

Geschichte einer Überlebenden der Hungersnot 1849 💔

Jacqueline O’Mahony erzählt eine Geschichte, die im Oregon des 19. Jahrhunderts spielt, bald jedoch in die Vergangenheit springt - nach Irland, zur Hungersnot im Jahre 1847. Ein verhungerndes Dorf bettelt seinen Landlord um Nahrung an, dieser verweigert jedoch jegliche Hilfe, woraufhin das gesamte Dorf an einem nahegelegenen See stirbt. Nur eine einzige Person hat überlebt: Honora. Sie ist eine totale Außenseiterin, doch verhilft ihr ihre Andersartigkeit zu dem nötigen Überlebenswillen. Ganz auf sich allein gestellt, fasst sie den Entschluss, in den Westen, nach Amerika auszuwandern, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben im Gepäck. In New York erwartet sie leider nicht die erhoffte Freiheit. Schnell muss sie feststellen, dass die Arbeit als Dienstmädchen unter der Herrschaft eines klassenbewussten Hausherren kaum besser ist als die Abhängigkeit von einem Landlord in Irland. Sie flieht zurück nach Irland, nur um sich in noch schlimmeren Umständen wiederzufinden. Jung, schön und ohne jemals wahre Liebe erfahren zu haben, wird sie leicht zur Zielscheibe für Ausbeutung. Vor der Lektüre von O’Mahonys Erzählung war mir die große irische Hungersnot von 1847 bekannt, jedoch nicht die Geschichte von Doolough. In den Vereinigten Staaten dominiert vielerorts noch immer eine pro-britische Sichtweise, während irische Perspektiven oft vernachlässigt werden. O’Mahony bringt diese Geschichte zu Recht ans Licht, um menschliches Mitgefühl zu wecken. Später im Roman verwebt sie die irische Geschichte mit der eines indigenen Stammes im Nordwesten der USA. Gelegentlich driftet die Geschichte in einige klischeehafte Handlungsmuster ab, besonders im Kontext der Western-Minenstädte, hätte ich mir an diesen Stellen mehr Kreativität gewünscht. Die irische Seite der Erzählung, die O’Mahony fast wie eine alte Familiengeschichte erzählt, war jedoch vollkommen neu für mich. Da ich als Europäerin nie in irisch geprägten Gemeinden in den USA gelebt habe, schätze ich es sehr, diese historischen Begebenheiten kennengelernt zu haben. Menschen, die selbst Überlebende sind – oder sich gerne literarisch mit Geschichten von Überlebenden beschäftigen – werden viele Anknüpfungspunkte in diesem Roman finden, da er tief in das menschliche Leid eintaucht. „Sing, wilder Vogel, sing“ hat mich daran erinnert, dass bedrückende Umstände, trotz vieler Widrigkeiten, überwunden werden können und dass man als Außenseiter*in in eine Rolle gedrängt ist, die zur Konzentration auf sich selbst zwingt und einen sprichwörtlich Berge versetzen lassen kann - danke Jacqueline O’Mahony. Honora hat all ihre Kräfte aufgebracht im Kampf für die Freiheit und den Mann, der sie als das erkennt, was sie ist - und uns gezeigt, dass es sich lohnt und man sich keinesfalls mit weniger zufriedenen geben sollte!

5

Sing, kleiner Vogel, sing ist eine Geschichte über eine junge, sehr starke Frau, die 1849 von Irland in die USA auswandert. Die Auswanderer-Wellen aus Irland in die USA sind natürlich hier und da literarisch und cineastisch bespielt; Filme wie IN EINEM FERNEN LAND oder auch Der Schamane (Noah Gordon - dort allerdings von Schottland kommend) fallen einem ein. Die Geschichten sind ähnlich: Aus der Not in der Heimat heraus, macht man sich auf, in Amerika (speziell in der USA) sein Glück zu finden. Doch das vorliegende Buch fasst tiefer. Die Autorin greift eine der entscheidenden Ursachen der Flucht in die USA auf; die Hungersnot in Irland, welche 1845 voll ausbricht. Sie ist begründet auf 14(!) Kartoffel-Missernten zwischen 1816 und 1842 - zudem natürlich auch auf der englischen Feudal-Herrschaft. Da die Kartoffel praktisch DAS Ernährungsmittel der armen Landbevölkerung darstellte, war eine Hungersnot unabdingbar. Etwa 1 Millionen Iren verhungerten, 2 Millionen wanderten aus. Ein weiteres - wie ich finde - lohnenswerte Buch, stammt aus der Feder von Paul Lynch (Das Lied des Propheten) und trägt den Titel GRACE. Und die Autorin geht noch weiter und lässt die Geschichte auf der Tragödie von Doolough fussen, bei dem mehr als 400 Menschen bei einem Gewaltmarsch umkamen, den sie unternahmen, um von englischen Beamten Hilfe zu erhalten. Nur durch die Willkür dieser Beamten, wurden Kinder, Frauen und Männer - völlig ausgehungert - von einem Ort zum anderen geschickt und starben schließlich an Hunger, Kälte und Erschöpfung. In der Vorliegenden Geschichte überlebt jedoch eine junge Frau den Gewaltmarsch; die Protagonistin Honora. Honora verliert direkt nach ihrer Geburt ihre Mutter und wird vom Vater gemieden; niemand im Dorf - außer der alten Alice - kümmert sich um sie, man meidet sie. Denn bei ihrer Geburt ist ein Vogel ins Zimmer geflogen - was ein SEHR schlechtes Zeichen ist. Trotzdem verliebt William, der Sohn des Dorfvorstehers, sich in sie. Sie heiraten, sind aber vom Pech verfolgt. Während der Hungersnot verlieren Honora und William ihre Leute in der besagten Tragödie von Doolough. Sie ziehen allein weiter und schließlich stirbt auch William. Honora - völlig geschwächt - beißt sich weiter durch und schafft es schließlich, als blinde Passagierin, auf ein Schiff nach Amerika. Auf dem Schiff lernt sie drei junge Mädchen kennen, die sie unterstützen. Eine davon, Mary, wird zu ihrer Freundin, besser gesagt, zu ihrer Begleiterin. Doch das Leid hat kein Ende. Zunächst als Hilfshausmädchen, dann als Zwangsprostituierte, stellt sie schnell fest, dass ihre Freiheit nicht größer wird - sondern weiter schrumpft. Noch immer lässt man ihr nie eine Wahl, sondern zwingt sie in niedere Arbeiten und beutet sie aus. Doch sie kämpft weiter und schafft es schließlich in den Westen, wo sie mit ihrem Mann - den sie nicht wirklich liebt - eine Farm aufbaut. Doch sie ist skeptisch; wem gehört das Land, das man ihnen gibt? Was ist passiert, mit den Menschen, die dort zuhause waren? Und bald hat sie die Möglichkeit, es herauszufinden. Meine Zusammenfassung kratzt natürlicher an der Oberfläche. Die Geschichte ist dichter und stilistisch angenehmer geschrieben, als ich es hier wiedergeben kann. Erzählt wird in Rückblenden, in Erinnerungen, ohne dass der rote Faden verlorengeht. Man reist mit Honora geradeaus und immer voran. Aufgrund ihrer Erlebnisse, verliert sie teilweise ihre Stimme oder will schlicht nicht sprechen; man befindet sich daher innerhalb der Dialoge häufig in Honoras‘ Gedankenwelt, was der Geschichte sehr viel Tiefe verleiht. Und man leidet mit ihr, wünscht ihr endlich einen Ausweg. Von meiner Seite gibt es 5/5 und eine klare Empfehlung an alle Leser, die sich in historischen Roman wohlfühlen aber auch - denn auch das findet sich hier - Abenteuerbücher gern lesen. Eine Mischung aus irischen Vibes und einem Wildwestroman, literarisch sehr schön aufbereitet; ich glaube, das trifft es so ungefähr. Und ansonsten ist es etwas für alle Leser, die einfach Spaß haben an einer guten und schnörkellosen Geschichte.

4

Was dieses Buch so besonders macht, ist die kraftvolle Entwicklung der Protagonistin. Honora ist keine Heldin im klassischen Sinn – sie wirkt anfangs verletzlich, still, beinahe zerbrechlich. Doch gerade in ihrer Andersartigkeit liegt ihre Stärke. Man spürt den Schmerz, den Verlust, die Verzweiflung – und genau das macht ihre Reise so mitreißend und authentisch. Nach dem Verlust ihrer Heimat bricht Honora nach Amerika auf – ein Land, das sie nicht kennt, aber in dem sie auf Hoffnung und Freiheit setzt. Der Weg dorthin ist hart und voller Rückschläge, aber Honora gibt nicht auf. Sie wächst über sich hinaus, findet zu sich selbst und lernt, dass wahre Freiheit dort beginnt, wo man sich selbst erkennt und angenommen fühlt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass mich die Geschichte so berühren würde – doch je tiefer man eintaucht, desto stärker zieht einen Honoras Schicksal in seinen Bann. Ihre Wandlung ist glaubhaft und berührend, ohne ins Sentimentale abzudriften. Ein zutiefst menschlicher, kraftvoll geschriebener Roman über Verlust, Mut, Selbstfindung – und darüber, wie gerade das Fremdsein zur größten Stärke werden kann.

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4

Sing, wilder Vogel, sing 🎶🐦‍⬛

Es geht um die Geschichte von Honora, die während der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert ihre Familie verliert und gezwungen ist, allein in die Neue Welt auszuwandern. Der Roman zeigt ihren Kampf ums Überleben, ihre Suche nach Freiheit und die Stärke einer Frau, die trotz Leid und Verlust ihren eigenen Weg findet. Einzigartige Geschichte mit einer sehr sehr starken Protagonistin. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht bis ich mich in die Geschichte reingefunden habe, deshalb nur 4 Punkte :)

Sing, wilder Vogel, sing 🎶🐦‍⬛

„Sing, wilder Vogel, sing“ ist ein kraftvoller historischer Roman, der die Tragödien und Herausforderungen des 19. Jahrhunderts aus einer einzigartigen, weiblichen Perspektive beleuchtet. Im Mittelpunkt steht Honora, eine starke und entschlossene Frau, die von der irischen Hungersnot und später in den USA von gesellschaftlicher Ungerechtigkeit geprägt wird. Jacqueline O'Mahony erzählt ihre Geschichte mit einem eindringlichen Stil und nimmt ihre Leser*innen mit auf eine emotionale Reise, die sowohl erschütternd als auch faszinierend ist. Honoras Geschichte beginnt im Irland der 1840er Jahre, einer Zeit, die von einer der größten Hungersnöte der Geschichte geprägt war. Die Autorin greift den historischen Marsch nach Doolough auf, ein Ereignis, das authentisch und bedrückend geschildert wird. Durch diesen realen Hintergrund wirkt die Erzählung umso eindringlicher. O'Mahony gelingt es, die schreckliche Realität dieser Zeit zum Leben zu erwecken, ohne in übertriebenes Pathos zu verfallen. Stattdessen schafft sie mit Honora eine glaubwürdige und vielschichtige Protagonistin, die sich von den Konventionen ihrer Zeit löst und trotz aller Rückschläge unermüdlich für ein selbstbestimmtes Leben kämpft. O'Mahony versteht es, das Leid und die Ausbeutung der Frauen jener Zeit zu thematisieren und gleichzeitig Hoffnung zu wecken. Honora steht für die Unbeugsamkeit und Widerstandsfähigkeit vieler Frauen, deren Geschichten oft vergessen wurden. Diese Erzählung bringt nicht nur historische Ereignisse ans Licht, sondern auch die Kämpfe und Siege der Frauen, die in diesen Zeiten lebten. Was diesen Roman so besonders macht, ist die Art und Weise, wie O'Mahony historische Fakten und Fiktion miteinander verwebt. Honoras Auswanderung in die USA eröffnet neue Facetten des Erzählens, vor allem durch die Parallelen zwischen der irischen Hungersnot und dem Schicksal der indigenen Bevölkerung Amerikas. Diese Verbindung zwischen zwei Kulturen und Schicksalen ist einer der stärksten Aspekte des Buchs. „Sing, wilder Vogel, sing“ ist ein eindrucksvoller historischer Roman, der einen tief in die Abgründe der irischen Hungersnot und die Härte des Lebens im 19. Jahrhundert eintauchen lässt. Mit einer starken Protagonistin und einer fesselnden Erzählweise ist es ein Buch, das nachhaltig berührt und nachdenklich stimmt. Aus dem irischen Englisch von pociao und Roberto de Hollanda.

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4.5

Vor allem im ersten Teil unheimlich stark und spannend, tragisch. Im zweiten Teil geht es um das Leben als irische Einwanderer in die USA.. mittellos, ohne Rechte.. und wie die Protagonistin sich ins Leben kämpft, wem sie begegnet und wer sie letztlich als den wilden Vogel, der sie ist, behandeln und begleiten wird. Einige spirituelle Elemente.

2.5

Nicht überzeugend...

Eine vernebelte, geradezu mystische Atmosphäre legt sich über den Beginn dieses Romans, der sich dank des angenehmen Schreibstil sehr gut hat lessen lassen. Wir begleiten Honora durch eine der schlimmsten Zeiten der irischen Geschichte, die noch bis heute ihre Auswirkungen zeigt. Dieser historische Hintergrund hatte in mir hohe Erwartungen an einen von überlebensgeist geprägten Roman geweckt. Doch leider konnte die Geschichte mich letztendlich nicht überzeugen. Zum einen wollte dieses unvorstellbare Leid einfach nicht zu mir durchdringend, zum anderen blieb Honora über die Seiten hinweg unnahbar für mich, geradezu flach. Ihr Wunsch nach Freiheit, der sie immer wieder zur Tür hinaus treibt, war natürlich verständlich, aber gleichzeitig undefiniert. Immer wieder stellte ich mir die Frage: Was willst du denn eigentlich, Honora?  Wie sieht deine Freiheit aus? Honora ist definitiv  eine starke Persönlichkeit, aber für mich keine ganz durchdachter Charakter gewesen. Und auch das Ende war für mich nicht ganz überzeugend. Hier gibt es zwar eine kluge Vernetzung zweier wichtiger historischer Ereignisse, doch war die zeitliche Abhandlung für mich sehr unrealistisch und zu abrupt erzählt.  Leider konnte Jaqueline O'Mahony mich mit dieser Geschichte nicht überzeugen. Was bleibt, ist das Wissen über die Hungerkatastrophe in Irland, mehr aber auch nicht. Schade, denn ich glaube wirklich, dass die Geschichte viel mehr Potential gehabt hätte.

3

Starke Protagonistin in spannender historischer Kulisse. Die Überzeichnung diese war mir an einigen Stellen zu viel und nahm der Geschichte etwas.

| 𝖬𝖤𝖨𝖭𝖤 𝖫𝖤𝖲𝖤𝖤𝖨𝖭𝖣𝖱𝖴̈𝖢𝖪𝖤 Jacqueline O’Mahony entführt ins 19. Jahrhundert, in die Zeit der irischen Hungersnot und lässt Leser*innen den Lebensweg der Protagonistin Honora hautnah miterleben. Besonders gelungen fand ich die Verknüpfung der verschiedenen Lebensphasen mit dem historischen Hintergrund, der für mich eines der Highlights des Buches war. Honora wird als starker, jedoch überzeichneter Charakter dargestellt, was sie einerseits besonders macht, andererseits aber an einigen Stellen unrealistisch erscheint. In der zweiten Hälfte verliert die Geschichte für mich an Tiefe – angefangene Handlungsstränge bleiben offen. Das Ende wurde, obwohl mir persönlich stimmig, zu schnell abgehandelt. Dennoch habe ich die Geschichte vor dem spannenden historischen Hintergrund gerne gelesen, hätte mir aber mehr Tiefe auf bestimmte Themen gewünscht. | 𝖥𝖠𝖹𝖨𝖳 Starke Protagonistin in spannender historischer Kulisse. Die Überzeichnung diese war mir an einigen Stellen zu viel und nahm der Geschichte etwas. | 𝖡𝖤𝖶𝖤𝖱𝖳𝖴𝖭𝖦 3 | 5 ⭐️ Buchige Grüße 📚📖, Jeanette.

Starke Protagonistin in spannender historischer Kulisse. Die Überzeichnung diese war mir an einigen Stellen zu viel und nahm der Geschichte etwas.
4.5

SING, WILDER VOGEL, SING Jacqueline O’Mahony Doolough, Irland 1849: Honora war von Geburt an an das Gefühl des Ausgeschlossenseins gewöhnt. Ihr Leben begann unter einem düsteren Vorzeichen – ein Rotkehlchen flog in das Zimmer ihrer Mutter, ein Zeichen des Unglücks. Tragischerweise folgte das Unheil sogleich: Ihre Mutter verstarb bei ihrer Geburt. Von ihrem Vater abgelehnt, wuchs Honora in einer Welt auf, die sie nicht willkommen hieß, von den anderen Kindern übersehen und verachtet. Später heiratete sie William, doch auch diese Verbindung stand unter keinem glücklichen Stern. Die Hütte, die sie bewohnten, mussten sie aufgeben. Zu dieser Zeit wurde Irland von England verwaltet, und wiederkehrende Missernten führten zu der schlimmsten Hungersnot, die Irland je erlebt hatte. Ende März sollten britische Beamte in Louisburg mit den betroffenen Iren zusammentreffen, um Hilfe zu leisten. Doch die Bewohner von Honoras Dorf machten sich wegen des starken Regens zu spät auf den langen Weg dorthin. Für die Alten und die bereits ausgehungerten Kinder war die Reise, auf der es stürmte und schneite, unerträglich. Als sie schließlich in Louisburg ankamen, erfuhren sie, dass sich die Beamten bereits ins zehn Meilen entfernte Jagdschloss zurückgezogen hatten. Um die erhoffte Unterstützung zu erhalten, mussten die Dorfleute die beschwerliche Nachtwanderung antreten. Doch die ersehnte Hilfe blieb aus. Fast das gesamte Dorf – 400 Menschen – starb. Keiner von ihnen kehrte je zurück. Honora überlebte als Einzige. Um vor dem Hungertod zu fliehen, beschloss sie auszuwandern und die gefährliche Reise nach Amerika anzutreten, in der Hoffnung, dort Nahrung und Freiheit zu finden. Doch auch in New York war das Schicksal ihr nicht gnädig. Als Dienstmädchen ausgebeutet und nicht bezahlt, träumte sie von einem Neuanfang im Westen, in der weiten Prärie. Ob sie jedoch den Fluch des Rotkehlchens abschütteln kann, müsst ihr selber herausfinden. Eindrucksvoll und tiefgründig verwebt O'Mahony die historische Tragödie von Doolough mit der fiktiven, aber kraftvollen Figur der Honora. Ihre Darstellung des großen Hungers, der Irland in jener Zeit heimsuchte, ist erschütternd und authentisch. Besonders beeindruckend ist die Verbindung zur Geschichte der indigenen Völker Amerikas: Ein Dialog zwischen Joseph, einem indigenen Amerikaner, und der irischen Honora: „Warum habt ihr nichts zu essen in eurem Land?“„Es kamen fremde Menschen aus einem anderen Land, sie nahmen uns das gute Land weg, und der Rest war kein gutes Land. Es gab Missernten, es gab nichts zu essen, und dann hungerten wir.“ Die Dinge hörten sich so leicht an, wenn man sie in Worte fasste. Joseph wandte den Blick von ihr ab in die dunkle Nacht. „Diese Menschen behaupten, wir seien Tiere, Wilde, nicht einmal Menschen, fuhr sie fort. (S. 327) Im letzten Drittel der Geschichte gab es für mich eine kleine Länge, und der Plot konnte mich nicht vollends überzeugen. Dennoch schmälert dies nicht die Bedeutung und Dringlichkeit der Erzählung. Die Tragödie von Doolough muss erzählt werden, alleine schon, weil die britischen Beamten für ihre Inkompetenz nie zur Verantwortung gezogen wurden. Fazit: Ein großartiges, tiefgründiges Buch, das ich euch gerne empfehlen möchte. 4/½ / 5

Post image
4

Die Geschichte in Irland die Honora erlebt beruht auf einer wahren Begebenheit. Und genau dieser Aspekt hat mich so gefesselt und dran bleiben lassen. Denn wenn ich ehrlich bin, hat es die Autorin sehr oft geschafft mich zu verlieren. In solchen Situationen lese ich oft die Danksagung oder das Nachwort. Und hoffe zu finden warum die Autorin dieses Buch geschrieben hat oder was sie inspiriert hat. Und das hat mich dran bleiben lassen. Die fiktionale Geschichte die auf wahren Begebenheiten beruht hat mich dann doch echt sehr berührt und emotional gecatcht. Aber leider leider gibt es in diesem Buch eine für mich total unnötige brutale Szene die mir das Buch ein Stück weit verdorben hat. Unnötig weil brutal. Unnötig weil die Protagonistin auch ohne diese Szene keine Chance gehabt hätte anders zu handeln. Mich haben die Zusammenhänge sehr fasziniert und die Figur Honorar ist sehr speziel. Das Stück irische Geschichte hat mich natürlich auch sehr interessiert. Und Bücher aus Irland bei denen man nebenbei ein Stück Geschichte erfährt lese ich wirklich gern. Ohne diese Szene wäre das Buch wahrscheinlich auch ein Highlight gewesen. Hat mir echt gut gefallen, auch wenn es mich hier und da etwas geärgert und verloren hat.

4

Beeindruckende Protagonistin im Leben voller Leid und Qualen.

Das Cover von "Sing, wilder Vogel, Sing" ist passend gewählt. Auch der Titel passt zur Handlung, auch wenn man es eher etwas düsterer interpretieren sollte. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und mir hat der Detailgrad sehr zugesagt. Das Spiel mit bestimmten Zeitsprüngen hat mir auch gut gefallen. Honora ist eine sehr spannende Protagonistin, die sehr viel Leid erleben und mit ansehen muss. Trotzdem ist sie unheimlich stark und trotzt den Herausforderungen und Qualen beinahe unwirklich gut. Den Hintergrund zur Handlung, die Hungersnot in Irland, kannte ich so nicht, weswegen ich einiges hinzulernen konnte. Die zeitliche Spannweite der gesamten Handlung ist mir im Nachhinein nicht ganz klar. Zwei oder zehn Jahre? Ich kann es nicht sagen. Es ist sehr kurzweilig, aber geprägt von Leid, weshalb ich mir irgendwann gewünscht habe, es möge mal etwas Gutes geschehen. Das Buch lehrt und regt zum Nachdenken an. Ich habe es sehr gerne gelesen, könnte mir aber vorstellen, dass es aufgrund des immer wiederkehrenden Leids nicht für jedermann geeignet ist.

3.5

Historischer Roman angelehnt an wahre Begebenheiten

Das Buch handelt von der jungen Honora, die eine lange Hungersnot in Irland übersteht und nach den Strapazen einen weiten Weg auf sich nimmt und nach Amerika auswandert. Dort durchlebt sie viele Momente der Abhängigkeit zu Männern, die sich über sie erheben und ihre Zwangslage ausnutzen. Während des gesamten Romans wird ihr Wunsch frei zu sein durch die Metapher eines Vogels verglichen und aufgegriffen. Das Buch habe ich innerhalb weniger Tage gelesen. Es hat mich allerdings erst ab Seite 100 in den Bann gezogen und ist am Anfang aufgrund der Hungersnot eher düster geschrieben, ab Seite 100 fiel es mir aber dann sehr schwer es aus der Hand zu legen. Ich würde dieses Buch Personen empfehlen, die sich für historische Zusammenhänge begeistern können.

5

Ein bewegender Weg

„Sing, wilder Vogel, sing“ von Jacqueline O´Mahony“ erscheint am 25.09.2024 in Diogenes-Verlag. Die Protagonistin Honora lebt in ärmlichen Verhältnisse in Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts. Zeitprägende Themen sind Armut, Ausbeutung, Aberglauben und Bildungsferne. Getrieben vom Hunger, begibt sich Honora gemeinsam mit ihrer Gemeinde auf den Weg, um den Staats um Lebensmittel anzubetteln. Doch dieser Plan endet in einer Katastrophe und Honora begibt sich nun allein auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Honora ist wild und naturverbunden, mit einem Drang nach Freiheit. Der Autorin gelang es sehr gut, mich schnell an die Handlug zu fesseln und so werden die oftmals trockenen und zähen historischen Romane mit neuem und frischem Leben erweckt. Manchen vermag die Menge an historischen Background etwas abschrecken, ich empfand ihn jedoch für das Szenenbild sehr hilfreich. Ich persönlich finde diesen Roman, vor dem Hintergrund der guten Recherche in Kombination mit der nun guten Übermittlung, sehr beeindruckend.

4

Eine Geschichte über Personen von der Irischen Westküste. Der Mittelpunkt der Geschichte ist ein junges Mädchen und ihr Weg bis Amerika.

Diese Geschichte nimmt einen gefangen und der Weg von Honora ist schwierig und teilweise kompliziert. Nimmt einen mit in die schwierige Vergangenheit und auch nach Amerika in der Vergangenheit . Ein Buch das zeigt was ein einzelner Mensch schafft , wenn er bei seinen Werten bleibt.

4.5

Eine sehr intensive Auswanderergeschichte, die mich vor allem im ersten Teil , mystisch, tragisch und auch düster, sehr berührt hat. Die Gedankenwelt von Honora war trotz Ihrer schlimmen Erfahrungen immer wieder hoffnungsvoll, matriarchalisch, kämpferisch und für die Zeitspanne in der die Geschichte eingebettet ist, manchmal revolutionär. Die Geschichte hätte für mich durchaus länger sein können.

4

Spannende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau

Hat mich leider nicht so ganz überzeugt. Wollte mal etwas abwechslung haben zwischen Comics und Krimis habe ich mir dann diesen Roman geholt. Leider musste ich ihn abbrechen. Der Zeitpunkt mit der Hungersnot in Irland ist zwar interessant aber es hat mich zu wenig gepackt.

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