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Sing, wilder Vogel, sing

4.3(64)
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About the book

Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ihr Schicksal führt sie nach New York und bis in die Weiten der amerikanischen Prärie. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

Editions (3)

ISBN9783257073096
PublisherDiogenes
Publication Date09/25/24
Pages368

Characteristics

1 reviews

DisturbingInformativeFastCredibleSimpleVivid

Reviews & Ratings

64 ratings

18 reviews

4.3

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  • lesemanege
    lesemanege

    59 Followers

    5.0

    Beeindruckend & bewegend

    Irland. Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Hungersnot hat das Land fest im Griff. Honora wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf. Ihre Gemeinde ist gezwungen, sich auf einen langen Marsch zu begeben, um beim Staat Lebensmittel zu erbetteln. Das Vorhaben endet in einer Katastrophe und Honora macht sich einsam und allein auf den Weg in eine neue Welt. Nachdem ich neulich so enttäuscht von einem historischen Roman war (do you remember?) hielt sich meine Motivation für einen weiteren doch arg in Grenzen. Und wie so oft, wenn man sich denkt "Oh man, ich weiß ja nicht.." wird’s dann halt echt gut :) Honora erinnert mich an die Protagonistin aus "Der Gesang der Flusskrebse". Zwar ist sie anders aufgewachsen, aber genauso wild, mit einem ausgeprägten Drang nach Freiheit, genauso einsam. Auch atmosphärisch sah ich Parallelen. Die Darstellung der Natur, die Verbundenheit mit ihr, die Freiheit, die sie bedeuten kann aber auch die Beschwerlichkeiten, die mit ihr einhergehen können, sind sprachlich einnehmend und dabei teils poetisch formuliert. Mich hat die Autorin damit voll in die Geschichte gezogen. "Sing, wilder Vogel, sing" ist ein beeindruckender Roman, der ebenso bewegt wie erschüttert. Die Verknüpfung der irischen Hungersnot mit amerikanischen Indigenen hat mich total abgeholt. Wer einen gut recherchierten, atmosphärischen, historischen Roman lesen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

    Sep 16, 2024

  • 4.0

    Geschichte einer Überlebenden der Hungersnot 1849 💔

    Jacqueline O’Mahony erzählt eine Geschichte, die im Oregon des 19. Jahrhunderts spielt, bald jedoch in die Vergangenheit springt - nach Irland, zur Hungersnot im Jahre 1847. Ein verhungerndes Dorf bettelt seinen Landlord um Nahrung an, dieser verweigert jedoch jegliche Hilfe, woraufhin das gesamte Dorf an einem nahegelegenen See stirbt. Nur eine einzige Person hat überlebt: Honora. Sie ist eine totale Außenseiterin, doch verhilft ihr ihre Andersartigkeit zu dem nötigen Überlebenswillen. Ganz auf sich allein gestellt, fasst sie den Entschluss, in den Westen, nach Amerika auszuwandern, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben im Gepäck. In New York erwartet sie leider nicht die erhoffte Freiheit. Schnell muss sie feststellen, dass die Arbeit als Dienstmädchen unter der Herrschaft eines klassenbewussten Hausherren kaum besser ist als die Abhängigkeit von einem Landlord in Irland. Sie flieht zurück nach Irland, nur um sich in noch schlimmeren Umständen wiederzufinden. Jung, schön und ohne jemals wahre Liebe erfahren zu haben, wird sie leicht zur Zielscheibe für Ausbeutung. Vor der Lektüre von O’Mahonys Erzählung war mir die große irische Hungersnot von 1847 bekannt, jedoch nicht die Geschichte von Doolough. In den Vereinigten Staaten dominiert vielerorts noch immer eine pro-britische Sichtweise, während irische Perspektiven oft vernachlässigt werden. O’Mahony bringt diese Geschichte zu Recht ans Licht, um menschliches Mitgefühl zu wecken. Später im Roman verwebt sie die irische Geschichte mit der eines indigenen Stammes im Nordwesten der USA. Gelegentlich driftet die Geschichte in einige klischeehafte Handlungsmuster ab, besonders im Kontext der Western-Minenstädte, hätte ich mir an diesen Stellen mehr Kreativität gewünscht. Die irische Seite der Erzählung, die O’Mahony fast wie eine alte Familiengeschichte erzählt, war jedoch vollkommen neu für mich. Da ich als Europäerin nie in irisch geprägten Gemeinden in den USA gelebt habe, schätze ich es sehr, diese historischen Begebenheiten kennengelernt zu haben. Menschen, die selbst Überlebende sind – oder sich gerne literarisch mit Geschichten von Überlebenden beschäftigen – werden viele Anknüpfungspunkte in diesem Roman finden, da er tief in das menschliche Leid eintaucht. „Sing, wilder Vogel, sing“ hat mich daran erinnert, dass bedrückende Umstände, trotz vieler Widrigkeiten, überwunden werden können und dass man als Außenseiter*in in eine Rolle gedrängt ist, die zur Konzentration auf sich selbst zwingt und einen sprichwörtlich Berge versetzen lassen kann - danke Jacqueline O’Mahony. Honora hat all ihre Kräfte aufgebracht im Kampf für die Freiheit und den Mann, der sie als das erkennt, was sie ist - und uns gezeigt, dass es sich lohnt und man sich keinesfalls mit weniger zufriedenen geben sollte!

    Sep 20, 2024

  • kristinaliest
    kristinaliest

    194 Followers

    4.0

    Was dieses Buch so besonders macht, ist die kraftvolle Entwicklung der Protagonistin. Honora ist keine Heldin im klassischen Sinn – sie wirkt anfangs verletzlich, still, beinahe zerbrechlich. Doch gerade in ihrer Andersartigkeit liegt ihre Stärke. Man spürt den Schmerz, den Verlust, die Verzweiflung – und genau das macht ihre Reise so mitreißend und authentisch. Nach dem Verlust ihrer Heimat bricht Honora nach Amerika auf – ein Land, das sie nicht kennt, aber in dem sie auf Hoffnung und Freiheit setzt. Der Weg dorthin ist hart und voller Rückschläge, aber Honora gibt nicht auf. Sie wächst über sich hinaus, findet zu sich selbst und lernt, dass wahre Freiheit dort beginnt, wo man sich selbst erkennt und angenommen fühlt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass mich die Geschichte so berühren würde – doch je tiefer man eintaucht, desto stärker zieht einen Honoras Schicksal in seinen Bann. Ihre Wandlung ist glaubhaft und berührend, ohne ins Sentimentale abzudriften. Ein zutiefst menschlicher, kraftvoll geschriebener Roman über Verlust, Mut, Selbstfindung – und darüber, wie gerade das Fremdsein zur größten Stärke werden kann.

    Jul 2, 2025

3 of 18 reviews

Author

About Jacqueline O’Mahony

Jacqueline O’Mahony, geboren 1972 in Cork, Irland, begann schon früh zu schreiben und wurde mit 14 Jahren von der Zeitung ›Irish Examiner‹ als »Young Irish Writer of the Year« ausgezeichnet. Nach Studienjahren in Irland, Italien und den USA hat sie als Stylistin und Journalistin für ›Vogue‹ und andere Medien gearbeitet und 2015 an der City University ihren Master in Creative Writing absolviert. Sie wurde bereits für diverse Preise nominiert und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London.

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