Der Junge aus dem Meer

Der Junge aus dem Meer

Hardback
3.881

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Description

Ein berührender, ermutigender, irischer Familienroman voller Wärme, der eindrucksvoll davon erzählt, wie man in harten Zeiten menschlich bleibt. Es ist die Geschichte eines Jungen, der versucht, seinen Platz in der Welt zu finden, und die einer Familie und Dorfgemeinschaft, die gemeinsam den Widrigkeiten des Lebens trotzen.

In einer kleinen Gemeinde an der Westküste Irlands wird 1973 ein Baby am Strand gefunden. Ambrose, der Fischer, und seine Frau Christine adoptieren den Jungen, der fortan den Namen Brendan Bonnar trägt. Alle sind fasziniert von diesem Kind, dessen Herkunft ein Rätsel ist, und Brendan, der für viele ein Rätsel bleibt, gibt dem vom Sturm der Zeitläufte gebeutelten Dorf die Hoffnung auf ein gutes Leben zurück. Zwanzig Jahre folgen wir dem Leben der Familie, das geprägt ist von Fürsorge und Schweigen, von der Rivalität der Brüder, von finanziellen Sorgen, aber auch dem Glück, von einer Gemeinschaft getragen zu werden.

«Warmherzig, witzig und voller Weisheit. Kurzum, eine Freude.» The Sunday Times

«Wunderbar und liebevoll.» The Observer

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
416
Price
25.70 €

Posts

23
All
4.5

Mit schönen, anschaulich gewählten Worten nimmt Garrett Carr uns mit ans Meer in das irische Fischerdorf. Er erzählt so plastisch, daß sogar das Ausbringen einer Fischerboje ein spannendes Erlebnis wird. Und so verfolgt man gebannt wie für das Findelkind gesorgt wird, denn ein Kind muss auf jeden Fall vor dem Waisenhaus bewahrt bleiben, und wir begleiten das Baby beim Heranwachsen, die Entwicklungen in den Familien, Freundschaften und bei der Fischerei. Die Charaktere und deren Entwicklung kann man sich so gut vorstellen. Erzählt werden die Ereignisse durch die Dorfbewohner in Wir-Form, das hat mir sehr gefallen. Klatsch und Tratsch einbegriffen, fein beobachtet und geschildert, fühlt man sich, als gehöre man dazu. Die Entwicklungen im Dorf und im Leben des "Findelkindes" sind spannend und interessant, erfährt man so doch viel über die Situation der irischen Fischer in den 1970/80er Jahren und ihrer moralisch, ideologischen Einstellungen. Als nach ca. 20 Jahren die Geschichte endet, möchte man gern noch eine Zeit auf der rauhen, irischen Insel verweilen. Ein Buch das auf ruhige Weise tiefe Gefühle der Protagonisten glaubhaft erzählt, dessen Charaktere glaubhaft weiterentwickelt werden und dabei mit knappen Worten Szenen schildert, als wäre man dabei. Natürlich gibt es ein paar Kleinigkeiten, die für mich nicht ganz rund waren, aber alles in allem hatte ich sehr viel Lesegenuss und parallele Hörfreude.

4

Der Junge aus dem Meer 🦐🐟

Das Buch "Der Junge aus dem Meer" hat mir gut gefallen. Es ließ sich leicht lesen und war sehr spannend. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Gegend gut beschrieben wurden. Man konnte sich alles super vorstellen. Die Geschichte hat bei mir Gefühle geweckt – manchmal war sie traurig, aber auch hoffnungsvoll. Sie zeigt, wie wichtig Zusammenhalt ist, was Familie bedeutet. Das Ende fand ich nicht ganz so gut, es hat mich nicht ganz überzeugt. Trotzdem ist es insgesamt ein schönes Buch.

3

Schönes Setting, wenig Charakterentwicklung

In den 70er Jahren wird an der westirischen Küste ein Baby am Strand gefunden und zunächst in der Dorfgemeinschaft herumgereicht, bis es von dem Fischer Ambrose und seiner Frau Christine adoptiert wird. Sie nennen den Jungen Brandon und ziehen ihn fortan gemeinsam mit dem wenig älteren Sohn groß. Erzählt wird in der“Wir“- Form, wodurch alle Vorkommnisse und Charakterbeschreibungen eine allgemein gültige Weisheit implizieren, die sich nicht verändert und vor allem ganz sicher für diesen Menschenschlag an der Westküste Irlands und speziell in dieser Dorfgemeinschaft gültig ist. Für mich war es irritierend und lästig dieses „wir verhalten uns so…“, „wir waren nicht die Sorte Menschen, die…“,…durch das ganze Buch mitzutragen, denn obwohl dieses Stilmittel gut eine in sich geschlossene Gemeinschaft beschreibt, lässt es andererseits keine Entwicklung der individuellen Charaktere zu und das fehlt mir persönlich hier. Zudem wiederholen sich dieselben Konflikte immer wieder, wodurch das Buch zwischendurch Längen hat. Trotz allem ein gelungenes Setting und gute Beschreibung der kleinen irischen Fischergemeinde in dieser Zeit und somit kann es für alle Leser, die sich an den vorgehend beschriebenen Kritikpunkten nicht stören oder sie sogar befürworten, ein wunderbarer, ruhiger Roman sein.

5

DER JUNGE AUS DEM MEER Garrett Carr "Ach, da bin ich wieder!" Bis eben war ich noch an der irischen Küste, wo mir die salzige Seeluft um die Nase wehte. Ich durfte auf kleinen Schiffskuttern und riesigen Trawlern mitfahren, habe gefischt und dem Seemannsgarn der Crew gelauscht. Habt ihr das Buch schon gelesen? Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der 1973 als Baby in einer Tonne am Strand gefunden wurde. Anfangs kümmerte sich das ganze Fischerdorf abwechselnd um den Säugling, bis er schließlich bei dem Fischer Ambrose und seiner Frau Christine ein Zuhause fand. Ihr eigener Sohn Declan war damals erst zwei Jahre alt – und rebellierte von Anfang an gegen das neue Familienmitglied. Doch das Ehepaar schloss Brandon ins Herz und liebte ihn wie einen eigenen Sohn. Das Leben der Fischer in Dublin ist hart: Fangquoten, schwindende Fischbestände und hohe Kredite bestimmen ihren Alltag. Garrett Carr hat das Leben dieser irischen Fischerfamilie meisterhaft eingefangen. Sein Roman ist atmosphärisch dicht und hat mir den rauen Seegang beinahe bis ins Wohnzimmer gebracht. Ich habe das Buch in nur zweieinhalb Tagen verschlungen – nur einmal konnte mich ein gutes Fischfilet vom Lesen abhalten. Was noch passiert? Am besten lasst ihr euch einfach selbst nach Dublin treiben – ich bin nur traurig, dass meine Zeit dort schon vorbei ist. Große Leseempfehlung 5/5

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2.5

Kann man lesen, oder es lassen! Mich hat es irgendwie nicht erreicht

3

Ein feinfühliger Roman, dem es an Konsequenz fehlt

**** Mein Eindruck **** Der Erzählstil des Autors hat mich von der ersten Seite an beeindruckt. Es handelt sich um eine Familiengeschichte rund um eine irische Fischersfamilie – eine Konstellation, die von Anfang an mit viel Wärme und atmosphärischer Dichte eingefangen wurde. Sprachlich war das Buch ein echter Genuss, und allein deshalb schon ein bemerkenswertes Debüt. Besonders spannend fand ich die Figur des Jungen, der aus dem Meer kommt – Brendan –, und die Frage, wie sich sein Weg entwickelt. Über viele Jahre hinweg steht er zwischen zwei Welten: Einerseits der geheimnisvolle Fremde, andererseits ein ganz normales Kind, das aber nie ganz so gesehen wird. Dieser innere und äußere Konflikt ist einfühlsam und tiefgründig geschildert. Doch genau an dieser Stelle verliert die Geschichte an Schärfe. Die Handlung gleitet zunehmend dahin, ohne Antworten auf die zentralen Fragen zu geben: Woher kommt Brendan wirklich? Wie kam er ins Meer? Was sind seine Wurzeln? Diese Aspekte werden nur angedeutet, aber nicht konsequent weiterverfolgt. Das Coverbild – ein Junge, der sehnsüchtig aufs Meer blickt – verspricht eine andere Tiefe, als der Roman letztlich einlöst. Im Mittelpunkt steht weniger das Geheimnis um seine Herkunft als vielmehr das Einleben in der Familie – ein schöner, aber nicht voll ausgereifter Fokus. Insgesamt fehlte es mir an dramaturgischer Konsequenz, an erzählerischen Kanten und an einem stärkeren Fokus auf die Hauptfigur. Was als starkes literarisches Versprechen beginnt, klingt am Ende leider nur noch nach – ein Debüt mit viel Potenzial, das nicht ganz eingelöst wird. **** Empfehlung **** Ein Roman für Leser*innen, die atmosphärische, sprachlich hochwertige Literatur über Familie, Zugehörigkeit und Identität schätzen – dabei aber kein Bedürfnis nach klaren Auflösungen oder spannungsgetriebenen Handlungen haben.

4

Meerjungjunge, Möwenklatsch und Melancholie – eine irische Wundertüte mit Herz

Ich hab’s gelesen und ich bin irgendwie mit nassen Augen, aber auch mit einem breiten Grinsen aus diesem Buch gestolpert. Garrett Carr hat da was gezaubert, das sich anfühlt wie ein kräftiger irischer Küstenwind – mal frisch, mal eisig, aber immer voller Salz und Seele. Brendan, der mysteriöse Strand-Junge, wird von einem Fischerpaar aufgenommen, und ich hab mich sofort gefragt: Wo kommt der her? Atlantis? Eine Möwe im früheren Leben? Zwanzig Jahre lang kriegen wir dann Familiendrama, Dorfschnack, Bruderzoff, Fischfang und das ganze emotionale Bingo aufgetischt. Und ich? Ich war mittendrin und hätte am liebsten mit am Küchentisch gesessen – Tee in der Hand, Klatsch im Ohr. Besonders mochte ich die Mischung aus liebevoller Alltagsbeobachtung und diesem feinen Humor, der sich nicht anbiedert, sondern einfach da ist, wie ein guter, alter Pullover. Natürlich wird auch geschwiegen – hey, das ist Irland in den 70ern, da wird mehr mit Blicken gesprochen als mit Worten – aber genau das hat’s für mich besonders gemacht. Der Roman schrammt knapp an der Kitschklippe vorbei und landet sanft im Herz. Ein Stern Abzug? Joa. Manchmal war’s mir dann doch etwas zu melancholisch, so als würde man ein Guinness trinken und dabei in einen Nieselregen starren. Aber trotzdem: absolut lesenswert! Wer Irland liebt, Familiengeschichten mit Ecken und Kanten schätzt und gern ein bisschen rätselt, ist hier genau richtig. Und Brendan? Der bleibt irgendwie im Kopf – wie Seetang am Gummistiefel, aber im besten Sinne.

Meerjungjunge, Möwenklatsch und Melancholie – eine irische Wundertüte mit Herz
4

Ruhige Geschichte eines irischen Fischerdorfs und den Bewohnern

Ein Baby wird am Strand gefunden und wird vom Dorf aufgenommen. Ambrose und Christine schon Eltern eines 2 jährigen Sohnes nehmen das Baby auf und adoptieren ihn. Es geht um das schwere Leben in Irland und die Gemeinschaft. Eine ruhige Geschichte in der man die salzige Luft geradezu schmecken kann. 🫶

4

Eine Familiengeschichte aus einem irischen Fischerdorf, voller Spannung zwischen Zugehörigkeit und Rivalität. Ein intensiver Roman für Leser*innen, die literarische Tiefe und langsames Erzählen schätzen.

5

Garrett Carrs Roman „Der Junge aus dem Meer“ ist eine feinfühlige, atmosphärisch dichte Erzählung über Herkunft, Familie und das harte Leben in einer irischen Küstengemeinde der 1970er Jahre. Mit poetischem Gespür und einem Blick für die leisen Zwischentöne nimmt Carr seine Leser*innen mit an die raue Westküste Irlands, wo ein Baby in einem Fass angespült wird – ein geheimnisvoller Anfang, der sofort Neugier weckt. Das Kind, Brendan, wird zur Projektionsfläche eines ganzen Dorfes, das sich anfangs um ihn reißt. Schließlich wächst er bei dem Fischer Ambrose, seiner Frau Christine und deren Sohn Declan auf. Diese Dreiecksbeziehung entwickelt sich zur emotionalen Achse der Geschichte. Declans Abneigung gegen den Ziehbruder durchzieht den Roman wie ein unterschwelliger Strom, gespeist von Eifersucht, unausgesprochener Konkurrenz und der Schwierigkeit, im Schatten eines "Besonderen" aufzuwachsen. Überaus gelungen ist Carrs Darstellung des dörflichen Lebens: Die Dorfgemeinschaft wird durch die ungewöhnliche Wir-Erzählerform fast zur eigenen Figur. Diese kollektive Stimme wirkt vertraut, manchmal neugierig, manchmal urteilend – aber immer authentisch. Carr gelingt es damit, Nähe zu schaffen, ohne in Sentimentalität zu verfallen. Auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergründe der Zeit – etwa die Fangquoten, die Abhängigkeit von Kreditgebern und die schleichende Krise der Fischerei – bettet er kunstvoll in die Handlung ein. Diese Realitätsnähe verleiht dem Buch Tiefe und Tragweite, ohne den Fokus auf das Zwischenmenschliche zu verlieren. Brendans Entwicklung vom Findelkind zum jungen Mann ist ebenso still wie eindringlich. Er ist kein Held im klassischen Sinne, sondern ein sensibler Beobachter, ein stiller Träger von Geschichten, Hoffnungen und Enttäuschungen. „Der Junge aus dem Meer“ ist ein fein komponierter Roman über Zugehörigkeit, stille Konflikte und das Überleben in einer sich wandelnden Welt. Unaufgeregt erzählt, doch tief bewegend. Ganz klare Leseempfehlung für alle, die sich von leiser Sprache, tiefer Menschlichkeit und atmosphärischer Dichte berühren lassen wollen. Aus dem Englischen von Kathrin Razum.

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4

Toller Roman, allerdings in meinen Augen ist der Titel verfehlt.

4

Die Geschichte spielt in Irland. Eine kleine Hafengemeinde in der die Leute vom Fischfang Leben. Ambrose ein Fischer führt mit seine Frau und dem kleinen Sohn ein bescheidenes Leben. Eines Tages bringt er ein Findelkind mit nach Hause das die Familie adoptiert. Von Anfang an gibt es Eifersucht zwischen dem leiblichen Sohn und Brendon, der Junge aus dem Meer … . Wir begleiten die Familie und ihre Geschichte während der Zeit bis sich die Jungen zu erwachsenen Männern entwickeln. Ein sehr sehr ruhiges Buch, das ich keinen Moment langweilig fand. Ich mochte die Atmosphäre der vom Fischfang lebenden Menschen im ärmlichen Irland und die Charaktere sehr, obwohl sie immer ein bisschen auf Distanz blieben, was daran lag, dass die Geschichte aus der Sicht eines Bewohners der Region geschildert wird, der selbst nie genauer bezeichnet wird und auch selbst nicht in Erscheinung tritt.

4

Weit mehr als ein Familienroman

Der Junge aus dem Meer ist ein sehr ruhiges Buch. Das Buch beginnt damit, dass in einem irischen Fischerdorf am Strand ein Neugeborenes gefunden wird. Der Junge wurde in ein angespültes Fass gelegt, zur Isolation hat man ihn auf eine Alufolie gebettet. Wer seine Eltern sind, weiß niemand. Der Fischer Ambrose und seine Frau Christine nehmen das Kind bei sich auf. Die beiden haben bereits einen zweijährigen Sohn. Obwohl die Eltern beiden Kindern gleich viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken, entwickelt der ältere Bruder eine extreme Eifersucht. Über zwanzig Jahre hinweg wird nun die Geschichte der Familie erzählt. Doch es ist nicht nur die Geschichte einer Familie. Es ist vielmehr die Geschichte eines ganzen Landes, vor allem der irischen Fischer. Beginnend im Jahr 1973, als sie noch auf relativ traditionelle Art mit kleinen Schiffen nachgingen, fängt langsam ein Prozess der Veränderung an. Irland tritt der EWG bei, nun fischen auch ausländische, wesentlich größere Schiffe in den Gewässern. Ein Teil der Fischer erkennt die Veränderung rechtzeitig und reagiert, die übrigen bleiben beim Alten oder verlassen das Land. In den meisten Kapiteln gibt es einen Abschnitt, der aus der Wir-Perspektive geschrieben ist. Das Wir meint die Bewohner des kleinen Dorfes in Donegal im Nordwesten der Insel. Diese Perspektive ist sehr interessant gewählt, beschreibt sie doch etwas innen- und etwas außenstehendes zur gleichen Zeit. Der Junge aus dem Meer ist ein sehr lesenswerter Roman, der weit über eine normale Familiengeschichte hinausgeht und dem ich wünsche, dass er ein breites Lesepublikum findet.

3

Na ja, eher zäh. Es hat mich leider nicht wirklich gepackt.

3.5

Eine Familiengeschichte mit ausgearbeiteten Charakteren vor dem Hintergrund der Donegal Bay

Es gibt eine Riege Herren, die ich in der Literatur der jüngsten literarischen Vergangenheit oder Gegenwart gleichstelle. T.C. Boyle, Richard Powers, John Irving, Paul Auster und Jonathan Franzen sind da zu nennen. An Letzteren hat mich der Erzählstil von Garrett Carr erinnert. Unaufgeregt, aber eindringlich erzählt er die Geschichte der Familie Bonnar, die in der Donegal Bay lebt und ein Findelkind annimmt. Vater Ambrose, ein zugezogener Fischer, ist die treibende Kraft. Er ist integriert in die kleine irische Gemeinde und lebt mit seiner Frau Christine und dem gemeinsamen Sohn Declan ein gutes, aber auch sorgenvolles Leben. Sie geben dem Kind den Namen Brandon. Ausgehend von seiner ungeklärten Herkunft hat er eine Gabe entwickelt Neugier und Mitteilungsfreude in den Leuten zu wecken. Declan kommt nicht damit klar, nun einen „Bruder“ zu haben, der ihm auch noch den Geburtstag klauen will Wir begleiten 20 Jahre im Leben der Familie Bonnar, lernen alle Personen gut kennen. Vom genügsamen aber auch bestimmenden Ambrose, der fleißige Christine, die scheinbar alles hinnimmt und der man ihre Unzufriedenheit doch schnell anmerkt, ber den offen aggressiven, Declan, der seinem autoritären Großvater Eunan nacheifert, der mehr gefürchtet als geliebt wird. Und dann ist da noch die ewig meckernde Tante Phyllis, die sich in einer Opferrolle sieht. Im Zentrum steht natürlich das Findelkind, das heranwächst und seinen Platz mit einer Selbstverständlichkeit sucht und findet. dies wird nicht immer wohlwollend betrachtet. Das Familienleben ist von mehr Abs als Aufs geprägt, Geld ist nicht selbstverständlich und das Naturell der irischen Mitmenschen in der Donegal Bay mach das Leben auch nicht immer einfach. Die Stimmung ist rau wie die irische See, aber auch warm wie der Torf im Kamin. Dazu bekommen wir sehr viel Einblick in die irische Fischerei. Die Fischbestände schwinden, Kredite müssen aufgenommen und abbezahlt werden, ohne Gewissheit zu haben, dies jemals zu können. Diese Tätigkeit ist allgegenwärtig und beeinflusst sowohl, dass Heranwachsen der Jungs als auch das Schicksal der Familie. Carr entwickelt seine Figuren mit großer Sorgfalt. Ihre inneren Konflikte und Widersprüche werden in großer Detailtiefe geschildert. Er zeigt Geduld im Ausleuchten ihrer emotionalen und intellektuellen Innenwelten. Carr nimmt sich Zeit – für Szenen, Beschreibungen, innere Monologe. Das ist manchmal ausschweifend und an wenigen Stellen auch langatmig, zeugt aber meiner Meinung nach von literarischer Genauigkeit und Tiefe. Er setzt auf klare, präzise Sprache, die das Alltägliche ernst nimmt. Eindrücklich wird die raue Atmosphäre der irischen Küstenregion beschrieben, das hat mich sehr abgeholt. Ich empfehle das Buch allen, die auf gut erzählte Familiengeschichten stehen, besondere Settings lieben und eine Vorliebe für das Meer und die irische Küstenregion haben.

2

Leider nicht überzeugend

Ambrose Bonner ist Fischer in Irland. Er ist dabei sein eigenes Boot zu kaufen, um damit groß ins Fischhandelsgeschäft einzusteigen. Eines Tages findet er am Strand ein kleines Baby, welches er mit nach Hause zu seiner Frau und seinem Sohn nimmt. Ambrose und Christine adoptieren das Findelkind und nennen den Jungen Brendon. Der leibliche Sohn der Ambrose hat Schwierigkeiten seinen Bruder zu akzeptieren. Und Brendon wird im Laufe der Zeit zu einer Art Medium für das Dorf. Ich durfte der Junge aus dem Meer von Garrett Carr als Rezensionsexemplar in Form eines Hörbuches hören. Hierbei war der Sprecher sehr angenehm, doch die Geschichte an sich hat mich leider nicht mitgerissen. Wahrscheinlich habe ich mir auch etwas anderes darunter vorgestellt.

2.5

Hatte was anderes erwartet…

Leider hat mir dieses Buch nicht so gut gefallen… Ich fand es zu träge und mir passierte einfach zu wenig in dieser Familiengeschichte… Die Stimmung, das Dorf (die Bay), die unterschiedlichen Charaktere und die „Wir-Schreibweise“ überzeugten mich anfangs sehr aber ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass endlich was passiert und dazu plätscherte mir alles einfach zu seicht dahin… Sorry, aber unter dem Titel hatte ich mir irgendwie doch mehr versprochen…

5

Von Donegal mitten ins Herz

Das Leben als Außenseiter ist nie einfach. Schon gar nicht in einer kleinen, irischen Gemeinde Donegals in den 70er-Jahren. Doch genau hier landet der Junge aus dem Meer. 1973 wird Brandon am Strand gefunden und von Ambros und seiner Frau Christine adoptiert. Gegen aller Widrigkeiten sucht er sich seinen Platz im Leben und in der Familie. In Donegal sind die Menschen zwar nicht abergläubisch wie im County Clare, doch das Zauberhafte und Mythische fasziniert sie. Und so geht von Brandon immer ein gewisses Strahlen aus, dem sich Ambrose, sein Adoptivvater, von allen am wenigsten entziehen kann. «Wir reden nicht darüber, aber er war der Junge, dessentwegen wir, jedenfalls für eine Weile, ein hilfloses Staunen empfunden haben, das wir niemals vergessen sollten.» S.124 Wir begleiten die Familie 20 Jahre lang. Zwischen dem Kampf der Brüder, dem harten Leben an der Küste, Glück, Liebe und den kleinen Dingen, die das Leben ausmachen. Allgegenwärtig ist das Schweigen zwischen Menschen, die es gewohnt sind, Dinge auch ohne Worte zu sagen. Die Iren hier sind wortkarg, hart und herzlich, doch die kleine Gemeinde, in der keine Zeit bleibt, sich darüber Gedanken zu machen, wer man ist oder sein möchte, ist schwieriges Terrain für die Suche nach sich selbst. Der Ton des Romans passt perfekt. Die Erzählstimme ist die Dorfgemeinschaft. Leicht ironisch, augenzwinkernd, atmosphärisch und doch immer zwischen dem Unausweichlichen, das es zu akzeptieren gilt und der gut verborgenen Wärme der Menschen fängt er den Charakter der Küstenmenschen detailgetreu ein. Wir sind dabei, im Wind, an der See, in der die traumhaft schönen und unerbittlichen Landschaft, riechen den Torf und fahren mit raus. Irland ist ein Land, dass seine Bewohner tiefer prägt als kaum eines sonst. Ringsum von Wasser umgeben scheint das Leben einfach, doch es ist alles andere als das. Wie das Meer sind die Menschen und die Dorfbewohner unnachgiebig und unerschütterlich, leben in ihrem Rhythmus, geben sich und einander nicht viel Zeit. Doch jeder Wesenszug eines Charakters ist so willkommen wie die Gesichter des Meeres und hat seine Berechtigung. Und deshalb gibt es keinen besseren Ort für einen Außenseiter, wenn er auch auf den ersten Blick nicht besonders gastlich erscheint. Auf den zweiten ist er Dein Zuhause, denn „einen Ort wie diesen wird man nie los. Wenn man nicht zurückkommt, holt er einen ein, egal, wo man ist.“ (S. 412) «Der Junge aus dem Meer» ist ein Buch, das direkt ins Herz geht. Es ist dunkel und hell, schafft so lebendige Charaktere, dass sie zu Freund*innen werden und wärmt noch lange danach. Ein Riesendankeschön an vorablesen.de und Rowohlt für das Rezensionsexemplar. Wie schön, dass es solche Bücher gibt.

4

Sehr schön geschrieben. Ich mag die verschiedenen Charaktere, ich mag die Atmosphäre. Tolles Buch.

4

Irische Familiengeschichte

Das Buch bietet langsame, authentische Unterhaltung. Es erzählt die Geschichte ohne viel Aufhebens zu machen, ganz so wie die Charaktere, die darin vorkommen. Es bietet einiges an Tragik, die sich unterschwellig durch die ganze Lebensgeschichte der Bonnars zieht. Auf halber Strecke merkt man als Leser, was alles hätte sein können oder sogar sollen, aber sich dann doch ganz anders entwickelt hatte. Fehlende Kommunikation scheint der größte Grund zu sein für ungenutztes Potential, eskalierende Streitereien und Verlust der Unbeschwertheit.

3

Ich liebe das Meer und ich war unendlich gespannt auf den Jungen aus dem Meer! Woher kommt er und was wird er erleben? Irland im Jahre 1973. Ein Dorf im Ausnahmezustand, denn ein Kind wird gefunden. Wo es herkommt? Wohl aus dem Meer. Ambrose und Christine ihn und geben ihm den Namen Brendan. Brendan bleibt lange das Phänomen der Stadt. Doch wie wird es dem Jungen in den nächsten zwanzig Jahren ergehen…. Ich habe den ersten Teil des Buches geliebt! Die Geschichte wird aus Sicht des Dorfes erzählt, was mir sehr gut gefallen hat! Endlich mal was Neues! Erfrischend und inspirierend! Zu Beginn wird sehr genau beschrieben wie sich das Leben aller im Dorf verändert als der Junge aus dem Meer zu ihnen kam! Ich finde es ebenfalls sehr positiv das der Junge über zwanzig Jahre begleitet wird! Natürlich ist in dieser Zeit einiges los! Es ist spannend am Anfang mitzuerleben wie die Eltern sich an den Neuankömmling gewöhnen! Der Bruder kommt mit der Situation jedoch nie wirklich klar. Das hat mich ein einig enttäuscht. Ich hatte das Gefühl das ab Mitte des Buches die Geschichte leider sehr ins Negative gegangen ist. Natürlich gibt es in jeder Familie Höhen und Tiefen, jedoch war der negative Aspekt der Familie eindeutig im Vordergrund. Schade! Auch das Ende war mir dann leider nicht stimmig genug zum doch sehr starken Anfang. Vielleicht hatte ich gegen Ende dann einen kleinen Einbruch und es hat sich dann doch etwas gezogen.

3

Atmosphäre an der irischen Küste

Im Jahr 1973 wird an der rauen Westküste Irlands ein neugeborenes Baby am Strand gefunden. Der Fischer Ambrose und seine Frau Christine nehmen den Jungen bei sich auf und geben ihm den Namen Brendan Bonner. Brendans Herkunft bleibt ein Rätsel, doch seine Ankunft bringt Hoffnung in das vom Wandel der Zeit gezeichnete Dorf. Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren begleitet der Roman das Leben der Familie Bonner – geprägt von Liebe, Rivalität, finanziellen Sorgen und dem Streben nach Zugehörigkeit innerhalb einer engen Dorfgemeinschaft. Garrett Carrs Debütroman besticht durch eine kraftvolle und bewegende Erzählweise. Man fühlt sich ins Geschehen hineinversetzt und an die rauhe, irische Küste gezogen. Er verwebt Themen wie Identität, Familienbande und Gemeinschaft mit der atmosphärischen Kulisse der irischen Küste. Die Geschichte reflektiert, wie ein einzelnes Schicksal das Leben vieler beeinflussen kann, und zeigt die Stärke menschlicher Verbindungen in Zeiten des Wandels. Der Junge aus dem Meer ist ein eindrucksvoller Familienroman, der durch seine tiefgründige Charakterzeichnung und die lebendige Darstellung der irischen Küstenlandschaft überzeugt. Für Leserinnen und Leser, die Geschichten über Herkunft, Zugehörigkeit und die Kraft der Gemeinschaft schätzen, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

3.5

Ungewöhnliche Erzählstimme - ein irisches Fischerdorf berichtet Kollektiv über die Bonnars, die zu ihrem leiblichen Kind noch ein Findelkind - den Jungen aus dem Meer aufgenommen haben. Der Alltag der traditionellen Fischer im wirtschaftlich schwachen Irland und das coming of age der beiden Bonnar-Kinder stehen im Mittelpunkt der Erzählung. Die Rivalität der beiden zehrt an den Nerven.

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